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Ein Konzertbericht von Bernd Teichert mit Fotos von Angela
Rudolph, Kerstin & Bernd Teichert + Videos von Petra Meißner



Lange haben sich die Band um Ex-PUHDY Dieter QUASTER Hertrampf (Gesang, Gitarre), Peter Rasym (Bassgitarre), Uwe Fischer (Gitarre), Heinz ANGEL Haberstroh (Schlagzeug), Carsten BEATHOVEN Mohren (Keyboard, Synthesizer) und Hertrampf Tochter Kimberly (Gesang) auf diesen Abend vorbereitet. Endlich sollte es soweit sein. Im TIVOLI Freiberg, wo 1969 mit den PUHDYS alles begann, fand das erste Konzert in der Ära "Nach den PUHDYS" statt.a 20161121 1628146413 Vor ca. 450 Zuschauern im Saal - leider enttäuschend wenig, aber durch geschickte Aufteilung im Saal erweckte es doch zumindest optisch den Eindruck eines recht gut gefüllten Raums - fand das Konzert statt. Vor der Bühne konnten sich die Fans in ca. 10 bis 12 Reihen aufstellen, dahinter waren Sitzgruppen mit gastronomischer Bedienung aufgebaut. Die Empore war gesperrt und dort hingen die acht an das TIVOLI übergebene "DANKE-PUHDYS-Banner" vom Vorjahr mit den vielen Fanunterschriften.

Kurz nach 20:00 Uhr betrat zuerst Quaster die Bühne und stellte nachfolgend alle Musiker einzeln vor dem Konzert vor. Mit "Kalte Tage" begann es gleich richtig rockig. Wir würden an diesem Abend Titel aus seinem Soloalbum "Liebe pur", "Heilige Nächte" sowie zahlreiche eher selten gespielte PUHDYS-Titel zu hören bekommen. Aber auch die alten PUHDYS-Klassiker sollten nicht zu kurz kommen. Stürmischer Beifall bereits zu den ersten gesungenen Noten. Richtig neu war, dass Peter Rasym seinen Platz linksseitig auf Blick zur Bühne neben dem Sänger einnahm und behielt. Zu PUHDYS-Zeiten hatte er seinen festen Platz rechts vom Sänger. Seine treuen Fans hatten somit beim Warten die falsche Seite erwischt, aber waren sicher auch von Uwe Fischer nicht enttäuscht. Schön wäre es gewesen, wenn das Schlagzeug mittiger gestanden hätte. Es war links im Hintergrund aufgestellt, und auf der rechten Seite befanden sich BEATHOVENS Aufbauten.

Man spürte sofort die Freude in den Augen der Musiker, dass endlich die Last der Vorbereitung abfallen konnte und sich die Begeisterung vom ersten Titel an ins Publikum übertrug. Im Gegensatz zu seiner Show "Ich bereue nichts" würde es an diesem Abend keine Gags und Scherzereien zu den Liedern geben, sondern der Lebenslauf reinb 20161121 1039537756 musikalischer Natur sein. Kurze Ansagen zwischen den Titeln und dann gab es schon "Lass uns den Rest bewahren", ein wirklich selten, oder gar nie (?) live gespielter PUHDYS-Song aus dem 97er Album "Frei wie die Geier". Gänsehaut und Emotionen pur. Ein richtig auf Quaster zugeschnittener Song.

Uwe Fischer, bekannt aus der Kim Fisher-Band (MDR) und ehemals bei SIX, spielt gekonnt auf seiner E-Gitarre und passt hervorragend in die Band. Nach einem ersten Ausflug auf das 2013er Album "Heilige Nächte" ging es in der Zeitreise wieder zurück ins Jahr 1994. Vom Album "Zeiten ändern sich" gab es "Mein Elixier" und gleich darauf den Titel vom 87er Soloalbum "So nah". BEATHOVEN begleitete diesen Titel mit Synthesizer und Keyboard. Auf dem Original spielt ja Hans Wintoch (Hans die Geige) den instrumentalen Part mit seiner Geige. Er hätte als Ehrengast super zu diesem Lied gepasst, war aber leider nicht dabei. "Regen" (2005) steht symbolisch für das Kennenlernen seiner Frau Liane. Nachdem wir ja das Original kennen, und auch Maschines Soloversion mit Julia Neigel, entdeckten wir auch neue Töne in dieser Version. Carsten BEATHOVEN Mohren, der Ziehsohn Quasters (OSSIS, ROCKHAUS) spielte dazu Klavier - und Keyboardparts. Hervorzuheben auch, dass endlich mal wieder "Frei wie die Geier" (1997) nach fast 20 Jahren neu entdeckt wurde. Eines meiner "Lieblingsalben" der PUHDYS - neben "Schattenreiter". "Ich bereue nichts" erschien mit "136 Rosen" vor zwei Jahren als Single. Im Bühnenhintergrund eingeblendet wurden Bilder von der leeren Hutbergbühne Kamenz und Fotos mit Erinnerungen von den PUHDYS-Konzerten an selber Stelle.

Jetzt wird es Zeit, die Tochter Kimberly vorzustellen. "All diese Jahre" sangen sie bereits zur Weihnachtstour 2013 live, und auch zum PUHDYS-Abschied. Natürlich singt Kimmy auch ohne Vater und zwei Kostproben ihres Könnens gab es auch für uns am Samstagabend. "I see Fire" von Ed Sheran und "Get out alive" von Three Days Grace. Hier legte Uwe Fischer ein Gitarrensolo vom Feinsten hin und holte alles aus seinem Instrument heraus! Das ist knallharter Rock! Natürlich tobte der Saal und forderte eine Zugabe von ihr. Die gab es dann später mit dem Schlussteil des zuletzt gespielten Titels. Die Reise führte anschließend zurück in die Vergangenheit - in die 90er mit zwei weiteren Songs aus "Heilige Nächte" ins Jahr 2013.

Den jetzt gefühlt zweiten Teil (es gab keine Pause) kann man wohl als PUHDYS-Revival bezeichnen, z.B. mit "Hiroshima", dem PUHDYS-Gedenksong an die Opfer des Atombombenabwurfs in Japan zum Ende des 2. Weltkriegs, am Samstag mit Quasters Band vorgetragen. Anders als die PUHDYS-Version ist diese dank Uwe Fischer sehr gitarrenlastig. Die Effekte gab es aus BEATHOVENS Keyboard- und Synthesizeranlage.c 20161121 1191939433 Weiter ging es mit meinem persönlichen Höhepunkt des Abends: "Erinnerung". Zur Verstärkung kam auch Quasters Freund und Wegbegleiter "Schatten" rasselspielend auf die Bühne. BEATHOVEN spielte ein Soli auf dem Keyboard + Synthesizer und ersetzte somit die Percussionsinstrumente, die zu PUHDYS-Zeiten akustisch meist von Nick Scharfschwerdt gespielt wurden. Unterstützt natürlich auch von den anderen Bandmitgliedern an ihren Instrumenten.

Als ich von der Empore aus fotografierte, entdeckte ich im Publikum auch Ex-PUHDY Peter "Eingehängt" Meyer. Er schaute sich das ganze Konzert an und weilte sozusagen als drittes Ex-PUHDYS-Bandmitglied in Freiberg. Unten lief "Bis ans Ende der Welt", aber Meyer blieb sitzen. Einige im Saal hofften wohl, dass er mal auf die Bühne kommt und das Saxophon auspackt ... Aber er blieb an diesem Abend nur Zuschauer und genoss seine Rockerrente, wie er uns am nächsten Abend im selben Hause erst im Loft zu einer kleinen kurzfristig anberaumten Veranstaltung und später auf der Bühne des PUHDYS-Fantreffens erzählen sollte. Auf der Bühne erledigten Peter Meyers Part Beathoven und Uwe Fischer. Die PUHDYS-Titel klingen nun anders, aber nicht unbedingt schlechter. Alles läuft irgendwie lockerer ab, sowohl auf der Bühne als auch davor. Viele bestätigten mir auch meinen Eindruck nach dem Konzert, dass dieses schon richtig rockiger rüber kam. Also hatte nicht nur ich diesen Eindruck!

Dann kam das kleine PUHDYS-Medley mit "Geh zu ihr" (hier spielte der "Schatten" die Maultrommel), "Lebenszeit" und "Wenn ein Mensch lebt" und anschließend Quasters Welthit "Alt wie ein Baum". Das "Eisbären"-Lied von Quaster hätte ich an der Stelle - als letzten Song des regulären Sets und direkt vor den Zugaben - nicht erwartet. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Abend und zu diesem Konzert. Das hat mich nicht so vom Hocker gehauen. Für den Vortrag dieses Songs kamen "Schatten", Kimberly und Marcel vom PUHDYS-Fanclub "Das Buch" mit auf die Bühne, alle mit Eisbären-Dress und - zumindest die Männer - mit einem Schläger bewaffnet.d 20161121 2099767979 Das passte eher zu einem PUHDYS-Konzerten, aber das Freiberger Publikum war mehrheitlich natürlich in Partystimmung. Noch vor dem Medley bedankte sich Quaster bei seinen Technikern und allen, die ihn auf dem neuen Weg unterstützen. Die Zugabe-Rufe rissen nicht ab, eigentlich hatten sich alle bereits verabschiedet und die Bühne verlassen. Quaster bedankte sich bei allen und wünschte sich, dass jeder, dem es gefallen hat, es weitersagen möge und sprach vom Wiedersehen. Einen hatte er aber noch im Köcher: Sein Dankeslied "Stolz", gewidmet seinen Kindern. Bedächtige Ruhe im Saal. Dann war das Konzert nach exakt zwei Stunden wirklich zu Ende, und unter stehendem Beifall verließen die Musiker die Bühne ...

An dieser Stelle noch die Info, dass hin und wieder ein Zwischenrufer ermahnt werden musste. Es war den Musikern schon fast leidig, dieses ertragen zu müssen. Schade, dass er sich das Konzert schön trinken musste und darum auch unangenehm auffiel. Aber das war das einzig auffallend Negative an diesem Abend. Trotzdem sehr ärgerlich, da im Vorfeld bekannt wurde, dass der Auftritt mitgeschnitten wurde und eventuell für eine DVD oder CD-Veröffentlichung vorgesehen war. Sicher nicht nur deshalb wurden Licht und Videoeffekte sehr dezent abgestimmt und werteten das Konzert auch zu einem optischen Erlebnis auf. Die Männer am Tonregler sorgten dafür, dass dieses Konzert auch akustisch ein Genuss wurde.

Hoffen wir mal, und drücken die Daumen, dass es bald weitere Termine von Quaster mit "Familie & Freunden" geben wird, denn auch dieses Konzert kann ich jedem empfehlen. Die "Ich bereue nichts"-Tour und das Family & Friends-Konzert sind zwei völlig verschiedene Welten. Das eine ist ein netter, lustiger und unterhaltsamer Talk zweier Freunde mit musikalischen Einlagen,e 20161121 1376656624 und das andere ein richtig fetziges Rockkonzert. Noch ein internationales Rock´n Roll-Medley aus den 70ern - z.B. mit Songs aus dem "Rock'n'Roll Music"-Album - in die Setliste eingebaut, und der i-Punkt wäre gesetzt. Danke vor allem auch an die Gastgeber Herrn Säurich und dessen Team für die gute Bewirtung und den herzlichen, unkomplizierten Umgang mit uns Gästen an beiden Tagen in Freiberg.


Setlist:
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Termine: "Ich bereue nichts"-Tour (Quaster & Schatten)
• 25.11.2016 – Rostock - Clubbühne der Stadthalle
• 26.11.2016 – Schwerin - Kino Capitol
• 04.12.2016 – Neubrandenburg - Konzertkirche
• 10.12.2016 – Erfurt - Stadtgarten
• 11.12.2016 – Großenhain - Kulturschloss
• 07.01.2017 – Halle - Ullrichskirche
• 08.01.2017 – Frankfurt/Oder - Kleist Forum
• 13.01.2017 – Schönebeck - Brauner Hirsch
• 14.01.2017 – Berlin - Babylon
• 17.01.2017 – Potsdam - Nikolaisaal
Tour wird fortgesetzt ... Alle Angaben ohne Gewähr!



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Quaster: www.quaster.de
• Portrait über Quaster bei Deutsche Mugge: HIER




Fotostrecke:
 
 
 
 
 
 
 
 


Videoclips:









   
   
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