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Ein Bericht von Antje Brandt mit Fotos von Dominik Bielz




Wenn ein kleines, idyllisches Städtchen im Erzgebirge namens Schwarzenberg das Ziel zahlreicher Musikfans ist, dann ... tja, dann hat der Sender R.SA keine Kosten und Mühen gescheut, um sein traditionelles Festival (früher die Oldienacht) auf die Beine zu stellen. Serviert wurde auch in diesem Jahr wieder eine bunte Vielfalt an nationalen und internationalen Music-Acts, angereichert mit einigen spaßigen Einlagen der R.SA-Zugpferde Böttcher und Fischer (Foto links).a 20160609 1952507825 Um den angereisten Gästen auch um das Festival herum ein Rahmenprogramm bieten zu können, wurde ein Oldietag organisiert. Man konnte an Stadtführungen teilnehmen, ein Rummel wurde in der Altstadt aufgebaut und die Einzelhändler durften ihre Läden etwas länger geöffnet lassen. Bereits gegen Mittag war viel los in der Altstadt, man konnte sich die Zeit bis zum Beginn des Konzerts gut vertreiben.

Der Einlass an der Waldbühne ging wie geplant um 16:30 Uhr los. Die Ordnungskräfte sorgten für einen geregelten und zügigen Einlass. Ich war nun das dritte Mal bei dem Event dabei und es war wieder ziemlich spannend, einen Platz mit guter Sicht zu ergattern. Doch zum Glück ist dies dann doch gelungen. Es wurde eine große Leinwand aufgebaut, so dass es kein Problem darstellte, auch von ganz hinten das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen.

Moderator Gerd Edler heizte im Vorfeld das Publikum an. Böttcher und Fischer kamen auch schon vor dem offiziellen Beginn kurz auf die Bühne, um den eigens für die Oldienacht geschriebenen Song "Gib mir mehr davon" mit den Anwesenden üben zu können. Auch die Firebirds sorgten im Vorprogramm für ordentlich Dampf im Kessel. Fehlen dürfen sie seit Jahren nicht mehr in dem Programm. Es gab von ihnen "Hang on Sloopy" (The McCoys), "Let's have a Party" (Wanda Jackson) und "Barbara Ann" (The Beach Boys) zu hören. Highlight in diesem Block war für mich die von Firebird Guido gesungene Version von "Wonderful World" (Louis Armstrong). Das war so toll, ein absoluter Gänsehautmoment.

Als erster Hauptact betraten die Musiker von CHRISTIE die Bühne des R.SA-Festivals 2016. Gespielt wurden aus dem Repertoire der Band die Songs "San Bernadino" und "I hear you knocking", und natürlich gab es "Yellow River" auf die Ohren. Es war für mich eine gelungene Darbietung, jedoch ohne große Höhepunkte. Naja, die Männer auf der Bühne werden eben auch nicht jünger.

b 20160609 1484096278Platz gemacht wurde nach gut einer halben Stunde für THE RATTLES. Diese Band existiert seit über 50 Jahren, wenn auch in wechselnder Besetzung. Im Gepäck hatten sie ihre Hits "Come on and sing", "Lalala", "Twist and Shout" und einige mehr. Als kleinen Ausreißer aus der gewohnten Songliste gab es "My Bonnie is over the ocean" - dabei konnte das Publikum gut einstimmen und war in bester Feierlaune.

Natürlich kamen auch die Einlagen der BöFis an diesem Abend nicht zu kurz. Das Lied "Gib mir mehr davon" wurde nun zusammen mit Böttcher und Fischer sowie Wetterfrau Lena gesungen. Ein absolut gelungener Versuch, weil das gesamte Publikum einbezogen wurde. Ich hatte den Eindruck, dass sich die beiden sonst aber eher ein wenig zurückgenommen haben. Sie zeigten Präsenz, ohne Frage. Es gab auch genug zu Lachen. Aber eben nichts Geprobtes wie zum Beispiel "Herr Böttcher und Frau Fischer", das man von den Veranstaltungen in den Jahren davor kannte. Lustig war auf jeden Fall die Bestellung von 12 Familienpizzen bei der örtlichen Pizzeria. Sollte diese innerhalb von einer halben Stunde geliefert werde, sollte es mehr Geld geben. Auch wenn es nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft wurde, wurden die Pizzen schlussendlich geliefert. Den Spaß war es das auf jeden Fall wert.

Ob Mungo Jerry wohl auch ein Stück Pizza abbekommen hat? Das kann ich leider nicht mit Sicherheit sagen. Doch eines ist sicher: Mit "In the Summertime" hat mir der Musiker den Soundtrack zu diesem lauen Frühsommerabend geliefert. Da dachte man eher an die Karibik, als an das Erzgebirge. Dazu gab es noch "Touch the sky" und "My Lady Rose".

Als Programmpunkt aus dem Bereich "Ostrock" wurde die Gruppe KARUSSELL angekündigt. Sie waren auch die einzige deutschsingende Band an diesem Abend. "Als ich fortging" durfte in ihrem Programmteil natürlich nicht fehlen. Es ist immerhin einer ihrer größten Hits und DER Song aus dem Jahr 1987. Bei dem für diesen Song typischen "Nanananana" war das gesamte Publikum im Chor zu hören.

c 20160609 1598260786Anschließend kam ein Moment, der tief berührte. Es wurden Musiker eingeblendet, die leider bereits von uns gegangen sind. Darunter Ben E. King, David Bowie, Demis Roussos, und der erst kürzlich verstorbene Roger Cicero. Ich fand es gut, dass diesen Musikern gedacht wurde, haben sie doch zum Teil Meilensteine in der Musikgeschichte gelegt. Nach diesem Moment kamen die Firebirds noch einmal wieder und die Feierlaune kam wieder in Fahrt. Die Einlagen während der Songs sind einfach phänomenal. "Die sind doch nicht von dieser Welt", so der Kommentar von Fischer.

Mit MANFRED MANN'S EARTH BAND kam mein persönliches Highlight des Abends. "Blinded by the Light", "I came for you", "Davy's on the road again", "Mighty Quinn" ... einfach herrlich. Dazu gab es noch eine sehr Reggae-lastige Version von "Do wah diddy".

Im Anschluss kamen SMOKIE auf die Bühne. Dargeboten wurden die Klassiker "Lay back in the arms of someone", "For a few Dollars more", "If you know how to love me", "Don't play your Rock'n Roll To Me" und ihr Überhit "Living next door to Alice". Es wurde sicherlich alles sauber gespielt und gesungen, doch hatte ich hier ein wenig Probleme mit der Stimme des Sängers. Ich fand, dass die typisch kratzige Stimme vom Original-Sänger Chris Norman versucht wurde auf Krampf in die Songs zu legen. Anderen Besuchern hingegen hat es wieder gefallen. So ist es, man trifft nie alle Geschmäcker.

NAZARETH war dann der letzte Act für diesen Abend. Das war eher etwas für die Fans der rockigeren Töne. Die ruhigen Töne wie z.B. bei Songs wie "Love hurts" und "Dream on" sind bei NAZARETH eher selten zu hören. So war es wohl auch der abwechslungsreichste Block an diesem Abend.

Nach gut sechseinhalb Stunden Livemugge verabschiedeten Böttcher und Fischer die 12.000 Besucher. Was mir an so einer Auswahl gefällt ist, dass das, was der eine an einzelnen musikalischen Darbietungen kritisiert, ein anderer dagegen wieder grandios findet. Auch was die Stimmung angeht habe ich verschiedene Meinungen vernommen. Von "Der Funke ist diesmal irgendwie nicht übergesprungen" bis "Es war die genialste Oldienacht überhaupt" war wirklich alles dabei.

d 20160609 1571453558Es ist für mich jedes mal schier unglaublich, was die Technik an so einem Abend leistet und auf die Beine stellt. Es muss zwischen allen Acts ja umgebaut werden, und alle Instrumente müssen richtig aufgebaut werden. Die eine oder andere Umbaupause war zwar gefühlt recht lang, doch sollte man da auch einfach mal Nachsicht üben. Für mich bleibt da wie immer ein tiefes Verneigen vor den Leuten hinter den Kulissen. Der einzige Kritikpunkt für mich betrifft einen Teil der Besucher. Einfach mal den Abend genießen und sich auf sich selbst konzentrieren, war einigen wohl nicht möglich. Es ist selbstverständlich legitim Leute anzusprechen, wenn einen etwas stört. Doch macht bekanntlich der Ton die Musik.

Selbst der Wettergott war den Anwesenden wohlgesonnen. Nur wenige Regentropfen und angenehme Temperaturen bis in den späten Abend. Man muss es schon selbst erlebt haben um nachvollziehen zu können, wie die Stimmung insgesamt bei diesem Event war. Na klar hören sich die vielen Stunden erstmal erschreckend lange an, doch sind sie im Nu vorbei. Durch die abwechslungsreiche Gestaltung denkt man gar nicht darüber nach. Es war ein rundum gelungener Abend.


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von The Firebirds: www.the-firebirds.de
• Off. Homepage von The Rattles: www.rattles.de
• Off. Homepage von Mungo Jerry: www.mungojerry.com
• Off. Homepage von Karussell: www.karussell-rockband.de
• Off. Homepage von Manfred Mann's Earth Band: www.manfredmann.co.uk
• Off. Homepage von Smokie: www.smokie.co.uk
• Off. Homepage von Nazareth: www.nazarethdirect.co.uk
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