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Ein Konzertbericht mit Fotos von Gerd Müller + Videoclips am Ende der Seite



a 20160115 1717744104Steven Wilson-Auftritte zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Dazu sind die Konzerte, speziell des jetzigen zweiten Tourabschnittes zur „Hand Cannot Erase Tour“, einfach zu komplex. Das müsste man eigentlich selbst sehen, hören und erleben, wie die anspruchsvollen Songs den Adrenalinspiegel erhöhen und sich in das musikalische Gedächtnis eingraben. Jedenfalls sind sie ein audiovisuelles Erlebnis!

Wilson wandelt seit einigen Jahren äußerst erfolgreich auf Solopfaden. Insider wissen, dass er auch Gründer der Progressive Rock-Band PORCUPINE TREE und mindestens einem guten halben Dutzend weiterer Bands und Projekte ist. Mit seiner auf Eis liegenden Band PORCUPINE TREE veröffentlichte er ein rundes Dutzend Studio-Alben. Der Grammy nominierte Musiker ist Komponist, Arrangeur, Texter, Produzent, Remixer, Tape-Restaurator und Label-Betreiber mit allen möglichen Sounds und Stilen. Das sind schon Ansagen. Die Deutsche Mugge berichtete bereits über den ersten Tourabschnitt (Konzert in Berlin am 9. April 2015, Bericht siehe HIER). Was hat sich seit diesem Konzert verändert? Ist es nur eine Wiederholung der letztjährigen Konzertserie mit identischer Setlist und Besetzung? Mitnichten! Dazu gleich mehr ...

Sicher, Wilsons oft verquere Kompositionen sind nicht immer leichte Kost. Das unterscheidet ihn jedoch gewaltig vom Mainstream. Man muss schon etwas verrückt sein, wenn man für die Hin- und Rückfahrt nach München zur luxuriösen Halle der Philharmonie mit ihrem besonderen Ambiente gut 450 Kilometer Autofahrt auf sich nimmt. Die Konzerthalle verfügt über ca. 2.400 Sitzplätze. Schätzungsweise um die 1.800 davon wurden verkauft. Im Gegensatz zu bisherigen Konzerten dieses Künstlers ließ ich mich nicht akkreditieren, um mich voll dem Musikgenuss hinzugeben. Nachdem während des Konzertes für nicht akkreditierte Fotoverbot angesagt war, beschränkte ich mich auf einige vorher und nachher aufgenommene Bilder. Bei Interesse an Porträtaufnahmen der Musiker kann man sich gern in den erwähnten Konzertbericht vom vergangenen Jahr einklicken.

b 20160115 1079748579Im ersten Konzertteil wurde das komplette Album „Hand. Cannot. Erasure“ gespielt. Lassen wir Steven Wilson vom Inhalt selbst erzählen: "Es ist eine moderne Geschichte: Eine Frau lebt mitten in der Großstadt, im Herzen von London, umgeben von Millionen Menschen, aber eines Tages verschwindet sie einfach und niemand bemerkt es. Es ist also eine Geschichte über Isolation und vor allem den Gedanken, dass wir im modernen Zeitalter glauben, wir wären durch diese sozialen Netzwerke unglaublich miteinander verbunden. Aber in Wirklichkeit sind wir zugleich auch mehr isoliert als je zuvor. Denn die echte Interaktion von Angesicht zu Angesicht wird immer seltener." - Wie wahr!!!

Nach der Pause zelebrierte man Songs aus der am 22. Januar erscheinenden CD „4 ½“ sowie von seiner Band PORCUPINE TREE. Außerdem das fantastische Cover „Drag Ropes“ der Band STORM CORROSION - ein musikalisches Projekt von Mikael Akerfeldt (OPETH) und Steven Wilson. Wilson äußerte sich im Konzert zu PORCUPINE TREE übersetzt in etwa so: „Lange Zeit habe ich mich geweigert, irgend etwas von vor meiner Solo-Karriere zu spielen, aber die Leute müssten jetzt realisiert haben, dass das „Solo-Ding“ nicht nur temporär ist. Also kann ich nun etwas zurück in die Vergangenheit gehen und Songs spielen, die ich mit jemandem zusammen aus meiner alten Band (PT) aufgenommen habe.“

Zwei neue Musiker engagierte er für die 2016er Tour: Dave Kilminster (Gitarre) und Craig Blundell (Drums). Zusammen mit Adam Holzman (Keyboards) und Nick Beggs (Bass) war wieder die Creme de la Creme der ProgRock-Musik versammelt, die einen gewohnt druckvollen Edelsound in der akustisch idealen Halle verbreiteten und auch mit Soloeinlagen brillierten. Eine absolute Bereicherung war der Auftritt von Ninet Tayeb, eine israelische Sängerin mit tunesischen Wurzeln, die kraftvoll die Solostimme bei den Songs „Routine“, „Ancestral“ und „Don’t hate me“ übernahm. Sie wirkte schon bei den Studioaufnahmen zur CD „Hand. Cannot. Erase“ mit.

c 20160115 2092037506Nach exakt 2 ½ Stunden reiner Spielzeit endete das phänomenale Konzert nach zwei Zugaben mit Standing Ovations der begeisterten Fans. Zusammen mit beeindruckenden Hintergrund-Projektionen und zeitweise zusätzlichen Projektionen auf einem transparenten Vorhang vor der Bühne darf man ruhig mal das Wort „Gesamtkunstwerk“ in den Mund nehmen ...

Nachschlag: Die neue CD wurde am Merchandising-Stand leider nicht angeboten. Eine Woche Differenz zum offiziellen Erscheinungstermin 22. Januar hätte sich bei entsprechender Organisation eigentlich überbrücken lassen müssen und wäre ein guter Service für die anwesenden Fans gewesen.


Setlist:
Zum Vergrößern bitte anklicken

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Termine:
• 15.01.2016 - Bochum - Jahrhunderthalle
• 16.01.2016 - Hamburg - CCH1
• 18.01.2016 - Berlin - Tempodrom
• 19.01.2016 - Frankfurt/M. - Alte Oper
• 20.01.2016 - Leipzig - Haus Auensee
• 21.01.2016 - Hannover - Swiss Life Halle

Alle Angaben ohne Gewähr. Nähere Infos und weitere Termine auf Stevens Homepage.



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Steven Wilson: www.stevenwilsonhq.com




Fotostrecke:
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Videoclips:

"Routine" (mit Ninet Tayeb)


"Perfect Life"


"Home Invasion" & "Regret #9"



   
   
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