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Ein Konzertbericht von Christian Reder mit Fotos von Torsten Meyer


Kaum zu glauben, aber es ist 20 Jahre her, dass ich zum letzten Mal den Weg nach Berlin angetreten habe, um dort ein Jubiläum der Gruppe KARAT zu feiern. Damals bin ich mit meinem Kumpel Uli an einem Sonntagmorgen ins Auto gestiegen und über die A2 in die Bundeshauptstadt gefahren, um am gleichen Tag (nach dem Konzert) wieder über die A2 nachts nach Hause zu fahren. Satte 600 Kilometer hin ... und 600 Kilometer zurück. Müde Knochen, einen verkorksten Tag danach (und wir mussten beide arbeiten) aber absolut sicher, alles richtig gemacht zu haben.a 20150622 1503248924 Auf der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst fand das Konzert zum 20. Jubiläum statt - das Ziel unserer Reise. Ein grandioses Konzert mit den Gästen Hans die Geige, Ute Freudenberg, Puhdys und CITY und vor ausverkauftem Haus. Damals konnte man nicht unbedingt damit rechnen, dass die Band einen solchen Publikumszuspruch hatte. Immerhin hatte KARAT gerade eine über fünf Jahre dauernde "Dürrezeit" überstehen müssen. Die Leute fanden erst lange nach der Wende und der deutschen Vereinigung wieder zurück zu ihrer Band aus der Jugendzeit. Heute, 20 Jahre später, ist es ähnlich. Turbulente Jahre liegen hinter der Kapelle, die im Jahr 2015 zum 40. Jubiläum u.a. mit einem anderen Sänger auftritt. Herbert Dreilich ist nicht mehr dabei. Ende der 90er zog ihn ein Schlaganfall aus dem Verkehr und manche dachten, "Das war's jetzt für KARAT". Doch Herbert rappelte sich wieder auf und kam zurück. Im Jahre 2003 erkrankte er abermals. Dieses Mal an der Drecksseuche "Krebs". KARAT schien ein weiteres Mal am Ende zu sein. Nur vier Jahre zuvor beeindruckte aber ein junger Mann beim Konzert zum 25. Jubiläum der Band mit einem Auftritt als Sänger des Stücks "Abendstunden". Eigentlich war es nur als Überraschung der Kinder an ihre Väter gedacht, einen Song von KARAT zu spielen und zu singen, doch Claudius Dreilich, der Sohn von Herbert, hinterließ offene Münder und glänzende Augen - Staunen vor und auf der Bühne. Daran erinnerte man sich auch Jahre danach noch und kam auf die Idee, Herbert nach dessen Genesung bei Konzerten seinen Sohn als Entlastung an die Seite zu stellen. Doch es kam anders. Herbert kam nicht mehr zurück, denn er verlor im Dezember 2004 seinen letzten großen Kampf. Nach seinem Tod fragte man den damals noch 34-jährigen Sohn, ob er sich den Posten bei KARAT auch als Fulltime-Job und nicht nur als "Backup" vorstellen könne. Er konnte. Im Januar 2005 stellte ihn die Band als neuen Frontmann vor. Doch statt Ruhe folgte gleich der nächste Sturm in Form eines gerichtlichen Namensstreits. KARAT sollte und durfte nicht mehr KARAT heißen. Die Band musste mit vier gestrichenen Buchstaben als K....! auftreten. Teils vor einer Hand voll Leuten im Saal, denn wer konnte schon was mit dem Namen K....! anfangen? Dort, wo sich die Sache mit dem Namen noch nicht rumgesprochen hatte, blieb das Publikum weg. Und wieder sah es so aus, als würde die Band ihre letzten Tage erleben. Das Gericht gab ihnen den Namen schließlich zurück und KARAT war wieder da. Doch eigentlich hätten sich Claudius, Bernd, Micha, Christian und Martin nun in PHÖNIX umbenennen müssen. Immer wieder standen sie aus der Asche wieder auf und erstrahlten neu.b 20150622 1624093137 "Hättest Du vor 10 Jahren gedacht, dass wir hier in der Waldbühne vor so einer Kulisse stehen würden?", fragte mich Adele, KARATs langjährige Managerin, kurz vor dem Beginn der Mugge zum 40. Bandjubiläum. "Ganz ehrlich? Nö!", war meine kurze und knappe Antwort. Am 20. Juni stand die Band auf der großen Waldbühne, wo einst die Rolling Stones das Publikum zum Ausrasten brachten. Und die "Hütte" war trotz besch... eidenem Wetter zu 3/4 gefüllt.

"Das Berliner Publikum ist ein Kurzentschlossenes. Die kaufen sich viele Karten kurzfristig noch an der Abendkasse, weil das kulturelle Angebot in der Hauptstadt so groß ist", wurde mir erzählt. "Wäre heute nicht so ein Regenwetter, wäre die Waldbühne sicher ausverkauft", meinte ein Berliner Konzertbesucher. Sehr wahrscheinlich wird er recht haben, aber das Wetter war nun mal wie es war. Geschätzt 15.000 hartgesottene und dem Wetter trotzende Menschen aus nah und fern sind dem Ruf der Band aber doch gefolgt, gemeinsam mit ihnen zu feiern und ihren Traum in Erfüllung gehen zu sehen - den Traum, in der Waldbühne zu spielen.

Ohne Vorprogramm ging das große Fest um 19:00 Uhr los. Wolfgang Martin kam hinter dem großen schwarzen Vorhang hervor und sprach ein paar Worte zur Begrüßung. Er erinnerte sich dabei an sein erstes Interview mit KARAT. Das war 1976 und er war Redakteur und Moderator in der Redaktion Jugendmusik von "Stimme der DDR". Wolfgang Martin war also der richtige Mann für diese Aufgabe, gehört er ja praktisch mit zum Kreise der Zeitzeugen, die die Band seit 40 Jahren begleiten. Seinen Worten folgte ein Videoclip mit Szenen aus 40 Jahren KARAT. Das Lied "Leute, welch ein Tag" war zu hören und die Band in einheitlichen, gelben Overalls im Video zu sehen. Das waren eben die 70er ... Für die 80er standen die Auftritte in "poppigerer" Kleidung in der ZDF-Hitparade ebenso wie der bei der Verleihung der "Goldenen Europa" durch Peter Maffay. Immer wieder wurden die Aufnahmen von Statements prominenter Freunde und Weggefährten unterbrochen, die sich erinnerten und ihre Meinung zur Band formulierten. Die Bandgeschichte, zusammengeschnitten aus TV-Auftritten und O-Tönen, erzählt in wenigen Minuten. Und dann war es auch soweit. Der große, schwarze Vorhang fiel und die Band rockte mit "Steh wieder auf" los. "Abgerissen, ausgebrannt | Rücken zur Wand | So war ich im letzten Jahr | Hab mich kaum erkannt", singt Claudius die ersten Zeilen des Songs. Ein Song, der durch die Zeilen an die Zeit als "K...!" erinnert, und einer über das Wiederaufstehen nach einer harten Zeit. Und harte Zeiten hatte die Band - wie beschrieben - ja reichlich. Besser hätte man einen Titel zum Eröffnen des eigenen Jubiläums gar nicht auswählen können. Wie eine Hymne kam der Rocksong rüber und zündete das vor der Bühne bereits feiernde und mitsingende Publikum gleich richtig an.c 20150622 1335466967 War die Menge der Leute vor der Bühne anfangs noch etwas kleiner, wurde sie später, als der Regen aufhörte, zusehends größer. Es wurde richtig eng dort. Auf den Sitzplätzen im Halbrund der Waldbühne verteilten sich die anderen. Für die, die weiter oben ihren Platz hatten, waren Videoleinwände an den Bühnenseiten angebracht. Auf der großen Videoleinwand im Bühnenhintergrund hingegen liefen kleine Videos, Animationen und Bilder-Serien ab, die die einzelnen Lieder visuell unterstützten. Auch hier - aber das kennt man von der Band nicht erst seit heute - hatte man sich Gedanken gemacht.

Zwischen den Songs moderierte Claudius sehr charmant durch den Abend. Gleich nach dem ersten Song fragte er das Publikum, "Wir sind in der Waldbühne, oder?" und schob ein "Das ist ein Traum!" hinterher. Natürlich war das ein Traum ... einer, der in Erfüllung ging! Und das Publikum freute sich mit ihm. Dass ihm die Herzen der weiblichen Fans nur so zufliegen, ist ja bekannt. Aber dass ihm deshalb auch viel Damenunterwäsche auf die Bühne zufliegt, ist hier nicht überliefert. Am Samstagabend bekam er jedenfalls so ein Bekleidungsstück "per Luftpost" gereicht. Der BH einer nicht näher bekannten Dame wurde von ihm natürlich angenommen und wechselte somit den Besitzer. Beim Publikum sorgte die Aktion natürlich für reichlich Lacher. Fannähe zeigte der Frontmann u.a. auch, als ihm ein Konzertbesucher das Plattencover zur 1985 erschienenen Doppel LP "Live - Auf dem Wege zu Euch" entgegen streckte und um ein Autogramm bat. "Willst Du jetzt ein Autogramm haben?", fragte er zuerst verwundert. Dann griff er zu und erfüllte den Wunsch umgehend mit der Bemerkung, dass dies nun die Autogrammstunde für den Tag gewesen sei. Wieder erntete er Lacher und Sympathien. Dreilich jr. befand sich überhaupt immer wieder im Zwiegespräch mit dem Publikum, erklärte Abläufe, gab Einblicke in die Vorbereitung zum Jubiläumskonzert, zum Aufbau der Bühne und stellte auch die einzelnen Gäste vor, die im Laufe des Abends abwechselnd zur Band dazu stießen.

Den Anfang in Sachen Gastauftritt machte Matthias Reim, dessen Eintreffen vor Ort erst nach Beginn des Konzerts stattfand und der den Organisatoren deshalb auch einige Schweißperlen auf die Stirn trieb. Reim war mit dem Zug aus Bremen angereist, wo er vorher noch einen Auftritt hatte. Gerade noch rechtzeitig zu seinem Auftritt kam er an und ging ohne vorherige Probe auf die Bühne.g 20150622 1120007527 Gemeinsam mit Claudius war er dann beim Song "Schwanenkönig" zu hören. Obwohl Reim den Titel auf der Deluxe Version seines 2013er Albums "Unendlich" gecovert hat, zeigte er sich in Berlin nicht sonderlich textsicher. Da wäre eine Probe vor dem Konzert sicher hilfreich gewesen ... Der zweite Gast war Ute Freudenberg, die mit Claudius im Duett die "Abendstimmung" sang. Ein KARAT-Jubiläum ohne Ute Freudenberg ist inzwischen auch völlig undenkbar, denn sie und die Kapelle (insbesondere aber mit ihrem "Landsmann" Bernd Römer) verbindet so einiges. Der dritte Gast, Gregor Meyle, blieb gleich für zwei Stücke auf der Bühne. Der "Albatros" wurde durch sein Gitarrenspiel und seinen zusätzlichen Gesang veredelt, und in dem Gespräch danach erzählten er und Claudius, wie es zur Zusammenarbeit kam und woher man sich eigentlich kennt. "Soll ich Dich befreien" heißt nicht nur eines der neuen Stücke vom neuen Album "Seelenschiffe", sondern es stammt auch aus der Feder von Gregor Meyle und ist im Duett mit ihm auf dem Album zu hören. Da wunderte es nicht, dass diese Nummer auch zum Set des Jubiläumskonzerts gehörte und eine extrem guten Live-Version zum Vortrag gebracht wurde. Der vierte und letzte Gast am Samstagabend war die Überraschung überhaupt. Wenn ich vorher hätte tippen sollen, wen sich die Band da eingeladen hat, wäre ich darauf nie gekommen. Puhdys und City fielen ja aus, denn die hatten an dem Tag selbst Muggen und waren darum nur mit je einer Botschaft, über die sie ihre Glückwünsche ausrichteten, auf der Videowand zu sehen. Aber darauf, dass man sich den Drummer von RAMMSTEIN ausgeliehen hat, hätte ich nie getippt. Zum "Narrenschiff" nahm also Christoph "Doom" Schneider von Rrrrrrammstein (wie Claudius das R im Bandnamen extra betonte) auf dem Schlagzeug-Schemel eines eigens für ihn auf die Bühne geschobenen Drumsets Platz und duellierte sich dabei mit KARATs Michael Schwandt, der am zweiten Drum-Set saß, das ebenfalls für dieses Battle auf die Bühne gefahren wurde. Und hier waren zwei absolute Könner am Werk. Schneider und Schwandt spielten sich die Bälle zu. Der eine nahm den Faden des anderen auf und zeigte, was er kann. Die beiden lieferten sich am Ende des Stücks ein atemberaubendes Duell an ihren Instrumenten und das Publikum war völlig aus dem Häuschen. Schneider blieb für "Der blaue Planet" gleich sitzen und spielte auch den Song zusammen mit seinem KARAT-Kollegen. Dieses einmalige Ereignis war ein weiteres Highlight einer von solch besonderen Momenten nur so durchzogenen Mugge. Der Hammer!

Die Band hat dieses Konzert ein Jahr lang geplant und dafür geprobt. Gäste auf der Bühne sind natürlich eine feine Sache, aber das bringt nicht viel, wenn das "Rahmenprogramm" nicht stimmt. Aber auch hier ließ man größte Sorgfalt walten. Die Liste der für die Jubiläums-Mugge vorgesehenen Titel hätte besser gar nicht sein können.d 20150622 1694007488 Die Hits und ausgewählte Albumtracks aus 40 Jahren Bandgeschichte, sowie neuere Lieder aus der Claudius-Zeit, waren dramaturgisch perfekt zu einem richtig guten Programm zusammengestellt worden. Eine Richtschnur bzw. der viel zitierte "rote Faden" war völlig überflüssig und auch gar nicht vorhanden, weil KARAT das ganz Besondere bieten wollte und dieses durch viel Unvorhergesehenes auch tat. Wer rechnet z.B. mit der "Musik zu einem nicht existierenden Film" schon im ersten Teil eines solchen Konzerts? Oder mit einer Akustikversion von "Blumen aus Eis". Zugegeben, das hätte eher an ein Lagerfeuer als auf ein Rockkonzert gehört, aber das ist nur mein Empfinden. Die neueren Lieder passten hervorragend zu den Klassikern, und auch Claudius ist bei KARAT längst angekommen, so dass ihm die großen Vorlagen, die einst sein Vater sang, heute keine Probleme mehr bereiten. Im Gegenteil!
 
Den beiden ehemaligen Musikern Herbert Dreilich und Thomas Kurzhals, die nicht mehr unter uns weilen, gedachte die Band mit dem jeweils für sie typischen Song. Für Herbert war dies natürlich der "Kniezwinger" ... Ihn zwang wirklich niemand auf die Knie, weshalb der Titel inzwischen sowas wie die Herbert Dreilich-Hymne geworden ist. Damit erinnert KARAT an ihren ehemaligen Frontmann und Claudius in seiner Anmoderation mit warmen und herzlichen Worten an seinen Vater. Während des Titels liefen auf der Videoleinwand hinter der Band Bilder und kleine Videosequenzen mit Herbert Dreilich ab, so dass auch er "mit dabei" war. Nur einen Song später spielte KARAT das Lied "Hab' den Mond mit der Hand berührt", das Thomas Kurzhals 1985 während seiner Zeit bei KARAT für die Band schrieb. Claudius erinnerte danach auch an ihn, den genialen Tastenmann, der im letzten Jahr nach kurzer schwerer Krankheit viel zu früh verstarb. Über die Leinwand wurde später auch eine Wortmeldung von Ed Swillms eingespielt, der sich für den Abend entschuldigte. Ihm ist im Frühjahr ein kleiner Unfall passiert, der ihn am Mitwirken beim Konzert hinderte. Mit Krücken an seiner Seite sendete er via Video seine Grüße an die Band und die Fans. Am Ende der Botschaft fand Claudius auch für Ed die passenden Worte. So unterstrich er ganz deutlich, dass es ohne Swillms' Kreativität und seine grandiose Arbeit KARAT heute sicher nicht geben würde. Claudius vergas kurz vor Schluss aber auch die Leute hinter den Kulissen nicht. Das Management, die Crew, die Ton- und Lichttechnik und viele andere mehr bekamen von der Bühne aus ebenfalls eine Danksagung für ihre Leistung.
 
Als Claudius den letzten Titel des regulären Sets ankündigte war sofort klar, welcher Song noch fehlte und an dieser Stelle kommen würde. "Über sieben Brücken" natürlich, und dies ließ er die 15.000 Zuschauer in der Waldbühne im Chor singen. Diese Stimmung, die der Gesang so vieler Menschen erzeugte, hatte Gänsehaut ohne Ende als Nebenwirkung!e 20150622 1112808340 Diese Stimmung nahmen die Leute später übrigens auch mit nach Hause, denn auf dem Weg zum Bahnhof zog eine große Gruppe von Fans diesen Song weitersingend in Richtung Bahngleis. Der am meisten gecoverte KARAT-Song war zwar der letzte Titel auf dem Zettel und verschaffte der Band ein großes Finale, aber es dürfte an dieser Stelle unnötig sein zu erwähnen, dass das Publikum die Band für Zugaben noch einmal noch vorne klatschte. Die ließen sich nicht lumpen und gaben gleich drei davon. "Magisches Licht" war die letzte Zugabe und auch hier bewies die Band ein goldenes Händchen, in dem sie das Stück ans Ende stellte. Inzwischen war es schon richtig schummrig in der Waldbühne - noch nicht ganz dunkel, aber Tageslicht war keins mehr da. Nur die Bühnenbeleuchtung sorgte für das passende Licht für dieses unter die Haut gehende Lied.
 
Die Band spielte fast drei Stunden am Stück. Ohne Pause! Dabei zeigte sich KARAT von einer unglaublich guten musikalischen Qualität. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich mit Claudius als neuem Sänger und Nachfolger seines Vaters am Mikrofon von KARAT sehr sehr schwer getan habe. Mit Claudius hatte das gar nichts zu tun. Es ging mir da eher um seine Stimme. Das mag ein Stück weit auch ungerecht gewesen sein, denn die Fußspuren waren sehr groß für jemanden, der mit Musik (und Gesang) bis dahin nur am Rande was zu tun hatte. Wenn ich mein erstes Konzert von KARAT mit Claudius im Jahre 2005 mit dem vom Samstagabend vergleiche, liegen hier Welten zwischen Magdeburg (2005) und Berlin (2015). Claudius Dreilich hat an seinem Auftritt, seinem Gesang und auch an seinen Entertainer-Qualitäten scheinbar richtig hart gefeilt. Es ist kaum zu beschreiben, welch großen Sprung er gemacht hat. Davor ziehe ich meinen Hut! Ebenso auffällig ist, in welcher Geschlossenheit die Band auftritt. Es ist eine Einheit und alles passt. KARAT wirkt frisch und rockig. Selbst die für meinen Geschmack ziemlich "mainstreamigen" Songs neueren Datums, die dem Radioredakteur zwar ein Lächeln ins Gesicht zaubern, bei den Alt-Fans aber eher einen komischen Geschmack hinterlassen, entfalten in der Live-Version eine ganz andere Qualität.f 20150622 1193896770 Da überzeugen sie und auch Bernd Römer kann sich dabei richtig austoben. Gut so, denn so einen Saitenhexer sollte man (auch im Studio) nicht an die Kette legen. Die Band hat Hunger, steckt mit jeder Faser ihres Seins voll hinter dem, was sie tut und bringt das live auf der Bühne auch glaubhaft rüber. Wer so viel Arbeit in ein Konzert steckt und sich so redlich bemüht, seinen Fans einen tollen Abend zu bescheren, der soll auch Glück dabei haben. Und das hatte das Quintett aus Berlin letztlich dann auch in Bezug auf das Wetter. Der Wettergott scheint ganz offensichtlich auch ein KARAT-Fan zu sein, denn kurz nach Konzertbeginn drehte er den Wasserhahn zu und das Fest konnte ohne Nass von oben gefeiert werden. Am Ende verließ eine sichtbar begeisterte Band die Bühne. Alles ging glatt, das Programm war super und die Stimmung einfach nur großartig. Auf der anschließenden Afterschow-Party waren die fünf Musiker entsprechend gut drauf und glücklich. Zusammen mit den musikalischen Gästen, ehemaligen Mitgliedern (Thomas Natschinski), Weggefährten (Jörg Stempel) und Freunden (die Liste ist lang) ging es noch bis spät in die Nacht weiter. Nur ich konnte nicht den nächsten Sonnenaufgang abwarten, denn mein Weg führte alsbald ja wieder zurück ins 600 Kilometer entfernte Ruhrgebiet. Ein Danke an die Band und ihr Umfeld für diesen tollen Abend, und dass ich mit dabei sein durfte! Mich seht Ihr jetzt wieder öfter ...


Setlist:
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KARAT live:
• 27.06.2015 - Thale - Bergtheater
• 01.08.2015 - Doberlug-Kirchhain - Rock am Schloss
• 08.08.2015 - Pouch - Halbinsel Pouch
• 22.08.2015 - Magdeburg - Seebühne im Elbauenpark
• 29.08.2015 - Kamenz - Hutbergbühne

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Termine und Infos auf der KARAT-Homepage


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von KARAT: www.karat-band.com
• Portrait über KARAT auf Deutsche Mugge: HIER




Fotostrecke:

 
 
 



   
   
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