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Ein Konzertbericht von Petra Meißner mit Fotos von
Petra Meißner, Angela Rudolph und Bernd Teichert




Rampenlicht - Oldies aus Ost & West ... das ist das neue Programm von TOM'S DADDY. In Heidenau zum Stadtfest hatte es Premiere und wir waren dabei. Mit dem Musiker Jens Kurze, der sich seit der Geburt seines Sohnes auf der Bühne TOM'S DADDY nennt, verbindet uns eine witzige Geschichte. Wir kennen uns aus Jugendzeiten, hatten uns aber aus den Augen verloren. Durch das frühere Deutsche Mugge-Forum haben wir uns wiedergefunden. Jens schreibt ja unter anderem hier auf dieser Plattforum sehr fundierte Konzertberichte und Rezensionen. Nun ist er mal dran und wird "besprochen".

a 20150602 1279954909Das Revier von Jens ist die Lausitz, dort ist er bekannt als "Ein Mann Band" und er macht etwas, was man heute kaum noch erlebt: er spielt tatsächlich noch zum Tanz. Die benötigten Halbplaybacks arrangiert und produziert er selbst. Künstler ist er sozusagen im Nebenerwerb. Vielseitigkeit ist bei Jens Kurze Programm, er kann sich prima auf die Leute einstellen und weiß was sie erwarten. Ja, was erwartet denn nun ein Stadtfestbesucher zum Sonntagnachmittag? Ich kann es vornweg nehmen: auf keinen Fall das, was Jens dann gespielt hat!

Er war sich auch nicht sicher und schrieb mir im Vorfeld: "Ich bin schon ziemlich nervös, auch nach all den Jahren auf der Bühne. Ich bin gespannt, ob ich die Leute erreiche, auch ohne 'Kling Klang' und 'Willenlos'. Es ist etwas völlig anderes, als ich sonst zu Tanzmuggen spiele, aber ich habe wahnsinnig Lust auf dieses Experiment. Ich habe so viele Lieder, die ich sonst nicht spielen kann ..." Genau diese Sachen hat TOM'S DADDY dann auch zu Gehör gebracht. Was soll ich euch sagen? Die Leute blieben auf ihren Bierbänken sitzen und hörten brav zu.

So mancher Song zauberte den Besuchern ein Lächeln auf's Gesicht und man merkte, sie erinnern sich. Es waren die Lieder, die die Menschen in unserer Gegend geprägt haben und die kann man gefahrlos spielen - selbst sonntags im Biergarten. Er startete mit CITYs "Flieg ich durch die Welt" und schlug dann den Bogen in eine längst vergangene Zeit, die wir als unsere Jugendzeit im Herzen tragen. CÄSARs "Apfeltraum" war dabei und auch "Sagen meine Tanten" (SCIROCCO). Zu einem Musiker aus den ganz frühen Jahren der DDR Rockmusik hat er eine besondere Beziehung. Jens erzählte dazu folgende Geschichte. Als er 9 Jahre alt war, begann er englischsprachige Rockmusik zu hören und nachzuspielen. Der Herr Vater war nicht erbaut. Kurze Senior, den wir auch kennen, war EOS Direktor in Rochlitz.b 20150602 1841813742 Er mahnte, du kannst kein Englisch, du singst kein Englisch, aber meine Schüler haben mir da eine Platte gegeben die soll gut sein. Es war "Die Straße" von THOMAS NATSCHINSKI und seiner Gruppe. Genau das hat ihn geprägt und gern spielt er die alten Songs. Im Programm hatte er "Mokkamilcheisbar".

Es waren ja etliche ostrockkundige Freunde von mir mit dabei, zwei Titel gaben echt Rätsel auf und zwar "Wer ist das Mädchen auf dem Titelbild", was Gundolf Zimmermann dann sofort SET aus Leipzig zuordnen konnte. Als "Alles Lüge" angekündigt wurde, dachte ich an den Song von Rio Reiser. Aber es gibt einen weiteren Titel gleichen Namens, und zwar von der Gruppe SCHESELONG. Eben diesen stellte uns Jens Kurze vor. Das Programm zeichnete aus, nicht die üblichen, abgedroschenen Sachen aus der Ostrockecke zu präsentieren, sondern wirkliche Perlen ans Licht zu holen. Das Motto war Oldies aus Ost und West. Deshalb war auch was von WOLFGANG NIEDECKEN dabei, den Jens sehr verehrt. Auch PETER SCHILLING durfte auf der Setlist nicht fehlen. Sehr gefreut haben wir uns über "Was bleibt" von den PUHDYS. Für mich einer der schönsten Songs der Band und sehr passend für diesen Tag.

Verabschiedet hat sich der Sänger aus der Lausitz mit "Nie zuvor" um damit seinem Bedauern Ausdruck zu geben, dass ELECTRA nun den letzten Walzer tanzt. Eigentlich hätte das Programm noch viel länger sein sollen. Aber die nächste Band wartete schon. Die Organisatoren hatten den Zeitplan zu eng gestrickt. Als wir in Heidenau ankamen, erlebten wir Jens Kurze in einer ganz anderen Rolle. Er stand schon auf der Bühne und moderierte den Festumzug. Man hatte ihm mal eben einen Zettel in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, "Mach mal!" Die Moderation ist ein weiteres Tätigkeitsfeld des Musikers. Er versteht es nicht nur bei seinen Programmen charmant mit dem Publikum zu plaudern, er wird auch als Moderator gebucht. So moderierte er zum Sachsenanhalt Tag und weiteren Events.

War ein wunderschöner Nachmittag in Heidenau. Wenn Musik so glaubwürdig rüber gebracht wird wie von Jens, dann haben selbst Stadtfestmuggen ihren Reiz.


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Tom's Daddy: www.tomsdaddy.de




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