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Ein Konzertbericht mit Fotos von Bodo Kubatzki


Freitag, 17. April 2015, Dresden
Meine Frau und ich hatten geplant, ein Frühlingswochenende in Dresden zu verbringen, welches mit einem Konzert unserer ungarischen Lieblingsband OMEGA eingeleitet werden sollte. Wie daraus ein Wochenende in Dresden und Berlin wurde, will ich hier kurz berichten ...

In Vorbereitung der vier Deutschland-Konzerte von OMEGA führte ich für Deutsche Mugge ein Telefoninterview mit János "Mecky" Kóbor, dem Sänger der Band (siehe HIER). Dass wir wenigstens eines der Konzerte besuchen würden, verstand sich von selbst. Unsere Wahl fiel auf das Konzert am 17. April 2015 im Alten Schlachthof in Dresden, denn dort bot sich auch die Gelegenheit, gute Freunde zu treffen.a 20150422 1771124822 Relativ spät erreichen wir den Ort des Geschehens. Das Publikum hat in dem langgezogenen Saal bereits die Plätze eingenommen. Nebelschwaden hängen in der erwartungsschwangeren Luft. Punkt 20:00 Uhr werden erste "Omega!"-Rufe laut. Das Streichquartett um Matthias Erben, dem Dirigenten des Akademischen Orchesters der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg, und die Musiker betreten die Bühne. Applaus brandet auf. Der Kirchenorgel-Sound leitet mit "Hajnal a város felett" (Dämmerung über der Stadt) das OMEGA Oratorium ein. Das Ostinato dieses melodischen Bolero und die Präsenz von Sänger Mecky ziehen das Publikum sofort in ihren Bann.

Wer OMEGA kennt und die Berichte zu den beiden Konzerten vor zwei Wochen in Leipzig (Bericht HIER) und Erfurt (Bericht HIER) gelesen hat, weiß auch, wie das Oratorium aufgebaut ist. Daher beschränke ich mich nur auf ein Paar Einzelheiten des Dresdner Konzertes. OMEGA spielen Hits im sinfonischen Gewand, mit Streichern und elektronisch erzeugtem Chor, alles mit einem transparenten und druckvollen Sound in angenehmer Lautstärke. Die ausgeklügelte Licht- und Laser-Show übt einen zusätzlichen Reiz der Show aus. Mecky hat hier in Dresden mit leichten Stimmproblemen zu kämpfen, was durchaus der trockenen und vernebelten Luft in der Halle geschuldet sein kann. Dass Gastsänger George Hill, der die beiden englischsprachigen Songs "Break the Chain" und "Tomorrow" gemeinsam mit Mecky singt, bei einem Einsatz patzt, kann passieren und auch, dass die ansonsten quirlige Katy "Zee" Szölössy sich auf ihrem Bass vergreift. Das fällt wohl nur wenigen auf. Sie und Keyboarder László "Lazi" Benkö grinsen sich an, und gut ist es. Ansonsten bietet OMEGA eine perfekte Show, die das Publikum mit stehenden Ovationen würdigt. Bei "Gyöngyhajú lány" und dem abschließenden "Petróleumlámpa" hält es schließlich niemanden mehr auf den Plätzen. Nach zwei Stunden Spielzeit sind sowohl Publikum, als auch die Band zufrieden. Schlagzeuger Ferenc "Ciki" Debreczeni bedankt sich mit deutschen Worten bei den Fans. Als schöne Geste muss man es werten, dass die gesamte Band sich anschließend die Zeit nimmt, um Autogramme zu geben und das eine oder andere Foto von oder mit sich schießen lässt.

Als meine Frau und ich dann nachts an der Hotel-Bar den Abend Revue passieren lassen, kommt uns die verrückte Idee, unbedingt noch ein OMEGA-Konzert in einer Kirche erleben zu wollen. Kurzerhand frage ich mitten in der Nacht bei Tibor Nagy, dem deutschen Manager von OMEGA nach, ob er noch Platz auf der Gästeliste für Berlin für uns hat.b 20150422 1624571557 Am Morgen gibt es grünes Licht - einer kommt auf die Gästeliste, der Zweite kauft eine Karte (Tibor - nochmals vielen Dank dafür!!!). Das bereits bis Sonntag bezahlte Hotelzimmer lässt sich problemlos stornieren und ein Zimmer in Berlin-Schöneberg ist via Internet schnell gefunden und gebucht. Noch ein kurzer Bummel durch Dresdens Altstadt, und schon sind wir auf dem Weg in die deutsche Hauptstadt.

Samstag, 18. April 2015, Berlin
Gegen 19:00 Uhr treffen wir an der Schönberger Apostel-Paulus-Kirche ein. Es hat sich bereits eine schier endlose Menschenschlange vor der Kirche gebildet. Wir treffen Leute der Internet-Plattform www.omegafreunde.de, und eine Frau, die vor über 25 Jahren von Ostdeutschland nach Bayern ausgereist ist, und nun das Wochenende in Berlin verbringt, um ihre Lieblingsband endlich einmal live erleben zu können. Wie schon in Dresden, hört man auch in Berlin viele Menschen ungarisch sprechen. Auch wir sind inzwischen mit ungarischen Fans bekannt. Der Einlass der Fan-Gemeinde in den neogotischen Backsteinbau der evangelischen Kirche im Herzen von Berlin-Schöneberg geht zügig voran. Die Bankreihen in der Kirche sind schnell gefüllt. Kurz nach 20:00 Uhr beginnt das Konzert.

Es ist ein Fest für die Sinne, OMEGA in einer Kirche zu erleben. Die eigens für das Oratorium sinfonisch arrangierten Bandklassiker entfalten in dieser Atmosphäre eine berührende Wirkung, sakrale Ohrwürmer mit viel Bombast, die sich in den Gehörgängen festsetzen. Die rockigen Stücke wie "Babylon" oder "Életfogytig Rock'n'Roll" bilden eine Ausnahme, fügen sich aber gut ins Konzept ein, schließlich ist OMEGA eine Rockband. In Berlin wirkt alles wie aus einem Guss. Unsicherheiten gibt es diesmal nicht. Mecky schwebt quasi über die Bühne, stets ein glückliches Lächeln im Gesicht. Ciki, der hinter seinem Schlagzeug kaum zu sehen ist, treibt die Stücke voran. Chorpassagen werden von Lazi über Vocoder und seine Keyboards erzeugt. Albert Földi bedient weitere Keyboards und Katy setzt sich mit ihrem Bass gekonnt in Szene. Gitarrist Tamás Szekeres erntet so manchen Szenenapplaus bei seinen Soli und das Streichquartett fiedelt souverän im Hintergrund. Man merkt allen Beteiligten den Spaß an der Sache an, und das überträgt sich unmittelbar auf das Publikum. Das Licht und die Laser, die ab und zu Symbole, wie z.B. ein Kreuz, den Buchstaben Omega oder einen Engel an die Kirchenkuppel projizieren, unterstützen das Konzept des Oratoriums visuell.c 20150422 1657969669 Nach knapp zwei Stunden beenden die Schlussakkorde von Liszts "Les Preludes" das Oratorium und sorgen auch heute für stehende Ovationen. Einige Fans hält es jetzt nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie stürmen nach vorn, wollen der Band nah sein, um die Geschichte vom Mädchen mit den Perlen im Haar hautnah erleben zu können, dabei die Melodie des Refrains auf den Lippen. Die Petroleumlampe sorgt auch heute für ausgelassene Stimmung zum Abschluss eines beeindruckenden Konzertes.

Auch in Berlin gibt es eine Autogrammstunde, die wir jedoch nicht mehr miterleben. Zu dieser Zeit sitzen wir schon auf der anderen Straßenseite in einem asiatischen Restaurant, genießen fernöstliche Spezialitäten und lassen die Eindrücke des Abends auf uns nachwirken. Die Musik der Band, die mich seit meinem 13. Lebensjahr fasziniert, an zwei Abenden in so unterschiedlichen Spielstätten live erleben zu dürfen, ist ein Geschenk. Dass diese Musik auf meine Frau eine ähnliche Faszination ausübt, wie auf mich, ist ein weiteres Geschenk. Gemeinsam haben wir inzwischen sechs OMEGA-Konzerte besucht. Es werden hoffentlich noch einige folgen.


Setlist:
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Termine:
• 15.05.2015 - Szentes (HU) - Református Templom (Oratórium)
• 30.05.2015 - Budapest (HU) - Park (Beat Festival)
• 08.06.2015 - Bratislava (SK) - Istropolis (Oratórium)
• 08.07.2015 - Karlsbad (CZ) - tba (Rhapsody)

Alle Angaben ohne Gewähr. Nähere Infos auf der bandeigenen Homepage



Bitte beachtet auch:
• off. Homepage von OMEGA: www.omega.hu
• Portrait über OMEGA bei Deutsche Mugge: HIER klicken




Fotostrecke:

 
 
Dresden:
 
 
 
 
 
Berlin:
 
 
 

   
   
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