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AIR|LEUCHTEN am Bürgerhaus Zernsdorf


Als ich am vergangenen Freitag am Bürgerhaus Zernsdorf ankam, war es noch hell. Ich bin rechtzeitig losgefahren, denn in der Ankündigung in der örtlichen Presse war darum gebeten worden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, da vor Ort nur begrenzte Parkmöglichkeiten bestünden. Das mit dem Parkplatz hat zum Glück geklappt, und so begab ich mich zum Bürgerhaus.

a 20130916 1307310276Aber ich fange jetzt mal ganz von vorne an: Wo wollte ich da eigentlich hin? Vor etwa zwei Jahren fand in Königs Wusterhausen ein Event mit dem Namen "Inselleuchten" statt. Das Schloß, der Schloßpark und die Mühleninsel wurden zu später Stunde mittels einer Lichtinstallation, künstlichem Nebel und passender Musik nochmal aus dem Schlaf geweckt. Viele, die das damals erlebt haben, schwärmen noch heute davon, und in diesem Jahr sollte es eine Neuauflage des "Inselleuchtens" geben. Organisiert hatte dieses Event vor zwei Jahren der im Königs Wusterhausener Ortsteil Zernsdorf lebende Musiker und Frontmann der Band SUBWAY TO SALLY, Eric Fish, zusammen mit einigen Verbündeten. Damals lief dieses Event hervorragend, und zog zig Tausend Zuschauer an. Wie schon erwähnt, sollte dieses Spektakel auch in diesem Jahr wieder stattfinden. Tat es aber nicht. Trotzdem es wohl schon beworben wurde, wurde das "Inselleuchten" aber kurzfristig und ohne Begründung abgesagt. Der Grund für diese Absage war wohl, dass sich offenbar einige spitzfindige Zeitgenossen überlegt haben, auf den fahrenden Zug zu springen, dieses Projekt an sich zu reißen, die alten Organisatoren nicht mit ins Boot zu holen und damit am Ende - so hörte man - eine Bruchlandung hinzulegen. Nach der Absage in diesem Jahr entschloss sich Eric Fish, dieses Event nach Zernsdorf zu holen. Der Garten und Park am dortigen Bürgerhaus bieten sich für so eine Veranstaltung förmlich an, und so ging man an die Vorbereitungen. Vor der Lichtshow, die etwa 30 Minuten dauern sollte, plante Eric Fish noch ein Konzert, auf dem er selbst mit seinem Solo-Programm ERIC FISH & FRIENDS spielen wollte, bei dem aber auch zwei weitere Bands, die eigens hierfür eingeladen wurden, je einen Programmteil bilden sollten. So war ein langer Abend geplant und auf die Beine gestellt, der dann irgendwann gegen Mitternacht mit der Lichtshow enden sollte. Und so wurde diese Veranstaltung auch angekündigt. "AIR|LEUCHTEN", so der Name des Programms. Für den 13. September 2013 lud man auf das Gelände des Bürgerhauses Zernsdorf, wo ein "kulturelles Ereignis der Extraklasse" angekündigt wurde. Es wurde ferner als Fortführung der Tradition des "Inselleuchtens" beworben, womit sich der Kreis auch wieder schloss. Dieses hatte damals immerhin knapp 4.500 Menschen begeistert, und unter der künstlerischen Leitung von Jan Hartung, Björn-Constantin Klenke, Gerit Hecht und Eric Fish wurde die Seele dieser Veranstaltung nun nach Zernsdorf geholt und wiederbelebt.

Schon kurz nach 18:00 Uhr hatte im Garten hinter dem Bürgerhaus der Gitarrist Christoph Paulick begonnen, auf seiner Konzertgitarre zu improvisieren. Auch die Nationalhymne der DDR baute er kurz in sein Spiel ein.
b 20130916 1446537042Gegen 19:00 Uhr verlagerte sich das Geschehen aber wieder auf die Vorderseite des Bürgerhauses. Auf der kleinen Bühne standen Eric Fish und Björn-Constantin Klenke, ein Mitorganisator von "AIR|LEUCHTEN", und eröffneten den Abend. Sie kündigten sogleich die erste Band an, die hier gewissermaßen ein Heimspiel hatte. Die Band heißt WHATS UP, kommt aus Zernsdorf und hat ihren Probenraum im Keller des Bürgerhauses. Franz (key, voc), Harald (git, voc), Frank (git, harp), Marc (dr), Martin (bg) und Melanie (voc) begannen mit einer instrumentalen Bluesimprovisation, die letztlich dazu diente, der Toneinstellung noch den letzten Schliff zu geben. Danach ging es weiter mit Rock'n Roll und Blues wie "Around And Around" (Chuck Berry, The Rolling Stones), "Old Time Rock'n Roll" (Huey Lewis), "Under My Thumb" und "Route 66" (The Rolling Stones). Während diese Titel alle von Franz und Harald gesungen wurden, sang Melanie den Bob Dylan-Song "Knockin On Heaven's Door" und "Mercedes Benz" von Janis Joplin - und das a capella. Melanie sang auch den letzten Titel "Seven Nation Army", begleitet von harten Gitarrenriffs und harten Bassläufen. Dieser Titel der Band THE WHITE STRIPES erklingt, wie ich erfahren habe, öfter im Berliner Olympiastadion bei Spielen der dort ihre Bundesliga-Spiele austragenden Hertha.

Nach WHATS UP, die mir sehr gut gefallen haben, war nach einer kurzen Pause eine junge Band aus Itzehoe an der Reihe. TIMBO & BAND gewannen in diesem Jahr anlässlich der Kieler Woche einen Ausscheid des NDR 1, den Schleswig-Holstein-Hammer. Seitdem haben Tim Tim Engel (voc, git), Dennis Paulsen (bass, voc), Robin Meinert (perc) und Birger Horstmann (key) allerhand zu tun. Die Band spielt Songs mit deutschen Texten, die aufhorchen lassen. In dem Titel "Die Haut" heißt es z.B. "... und Du legst sie ab / die Haut in der Du steckst / rollst sie vorsichtig ein / schon am nächsten Tag schlüpfst Du wieder rein / und dann mischst Du Dich / wie so oft unter's Volk ..." Frontmann Tim hat eine tolle Stimme, die zum Songmaterial passt.d 20130916 1726868112 Irgendwie erinnerte er mich an Kim Frank, den Sänger der ehemaligen Band ECHT. Die Zweit- bzw. Backgroundstimme steuert Bassist Dennis gekonnt bei. Nachdem TIMBO & BAND den letzten Titel gespielt hatten, richteten sich alle Blicke auf die hell erleuchtete Fassade des Bürgerhauses, wo jetzt eine Feuershow zu bewundern war.

Inzwischen war es dunkel geworden und so kam diese Darbietung so richtig zur Wirkung. Eine Frau und mehrere Kinder und Jugendliche hantierten mit brennenden Fackeln und ließen diese kreisen. Die Frau strich sich mit der Flamme über ihre Arme und steckte sie sich schließlich in den Mund. In dieser Zeit bereiteten ERIC FISH & FRIENDS ihren Auftritt vor.

Aus den Lautsprecherboxen hörte man jetzt lautes Wasserplätschern. Uwe Nordwig (git, voc), Rainer Michalek (git, harp, voc), Gerit Hecht (piano), b.deutung (cello) und ERIC FISH nahmen jetzt für die nächsten 90 Minuten die Bühne in Beschlag. Das aktuelle Album von ERIC FISH & FRIENDS heißt "Kaskade", und der Titelsong "In der Kaskade" war auch der Anfang vom Konzert. Vom aktuellen Album wurden noch die Titel "Wie ich ein Fisch wurde", "Farben" und "Narren und Tyrannen" gespielt. Weitere Titel stammten von den Alben "Zugabe I" ("Scheißegal") und "Zugabe III" ("The Cruel Brother", "Lilly Of The West"). Bei "Message In A (Whiskey) Bottle" holte Eric mit Steffi und Tina zwei Mädchen auf die Bühne, die den Titel noch mit einigen Gesten unterstützten.f 20130916 1230960981 Die Aufforderung, die Bänke doch zur Seite zu stellen und zu tanzen, konnte nicht wirklich umgesetzt werden. Überall lagen Decken und Kissen vor der Bühne. Kurz vor Ende des Konzertes sagte Eric noch einen Titel an, den sich Gitarrist Uwe ausgesucht hatte. Der Titel hat einen sehr einfachen Refrain, nur bestehend aus den Worten "na na na na...", und heißt "Hush". Geschrieben hat den Titel nicht Deep Purple, sondern der amerikanische Musiker Joe South seinerzeit für Billy Joe Royal. Deep Purple hat den Song im Jahre 1968 auf einem ihrer ersten LPs gecovert und spielt ihn heute noch. Uwe hatte den Titel ausgesucht, und darum durfte er ihn auch singen. Der Auftritt von ERIC FISH & FRINDS verging wie im Fluge. Kein Wunder, dass das Auditorium noch einen Nachschlag forderte. Diesen bekam es auch in Form von zwei Zugaben. Dies reichte zwar auch nicht, aber irgendwann muss ja auch Schluss sein. Schließlich sollte ja noch ein ganz besonderer Teil des Abends folgen ...

Nachdem der letzte Ton von ERIC FISH & FRIENDS verklungen war, sollte es soweit sein: Das "AIR|LEUCHTEN" sollte beginnen. Da von technischer Seite aber noch einige Kleinigkeiten geklärt werden mussten, nutzten Eric Fish und Björn Klenke die Zeit, mit mehreren Mitwirkenden des Abends die Hymne für die Stadt Königs Wusterhausen zu spielen. Eine gelungene Aktion, mit diesem Stück die Wartezeit zu verkürzen! Danach sollten sich alle Konzertbesucher auf dem Gelände verteilen und zuschauen und genießen, was jetzt passieren würde. Aus den Lautsprechern erklang Musik von Edvard Grieg, genauer gesagt war es die Musik zu "Peer Gynt", beginnend mit "In der Halle des Bergkönigs". Die Musik wurde zunächst klassisch gespielt, später kamen elektronische Komponenten dazu. Die Wege im Park waren mit Einweg-Trinkbechern abgegrenzt, in denen Teelichter brannten.e 20130916 1567971956 Auf dem Gelände verteilte Strahler und Spots schalteten sich ein und aus, drehten sich in alle Richtungen und warfen ihr Licht in verschiedenen Farben in die Baumkronen, auf Sträucher, auf das Bürgerhaus und in den Park. Dazu strömte Nebel aus mehreren Nebelmaschinen. Dieses Ereignis muss man einfach selbst erlebt haben, denn mir fehlen ein wenig die Worte ob dieser beeindruckenden Lichtperformance. Ich hoffe für Dich, lieber Leser, dass ich per Kamera einen kleinen Eindruck vom Spektakel eingefangen habe.

Zum Schluss noch einige kurze Gedanken von mir: Lieber Eric, Du hast mit Deinen Mitstreitern dieses Event erfolgreich organisiert und es war richtig toll. Es hat alles super geklappt, zumindest bekam man als Außenstehender nichts davon mit, sollte etwas nicht ganz so glatt gelaufen sein. Das alles ist Euch gelungen, trotzdem wir Freitag den 13. hatten. Dazu kam, dass auch das Wetter mitgespielt hat. Wir von Deutsche Mugge wünschen Dir und Deinen Leuten ebensoviel Geschick und Kraft, eine Fortsetzung dieser Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Du hast ja angekündigt, dass dies nicht das letzte "AIR|LEUCHTEN" in Zernsdorf war. Auf ein Neues ...

Bericht:
Reinhard Baer

Fotos:
Reinhard Baer (alle Live-Fotos)
Pressematerial (Textillustration)




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Bitte beachtet auch:

- off. Homepage von Eric Fish: www.ericfish.de
- Homepage zu AIR|LEUCHTEN: www.airleuchten.de
- Portrait über Eric Fish: HIER




Live-Impressionen

 
 
Vor der Show + Warm Up mit Christoph Paulick:
 
 
 
 
 
What's Up:
 
 
 
 
 
Timbo & Band:
 
 
 
 
 
Fireabend:
 
 
 
 
 
Eric Fish & Friends:
 
 
 
 
 
AIR|LEUCHTEN:
 




   
   
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