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Ein Bericht von Katharina Kuhn und Nadine Nestler mit Fotos von Dominik Bielz





Die Oldienacht in Schwarzenberg lud zum 23. Mal ein und verkaufte sich das erste Mal als Oldiefestival. Was zur Folge hatte, dass nur Top-Acts eingeladen und die Tickets rasch vergriffen waren. "Ausverkauft", hieß es schnell, viele mussten zu Hause bleiben oder sich kurzfristig noch Tickets organisieren. Kaum durch die Pforten gelangt, ging die Suche nach dem perfekten Platz auch los, 12.500 Menschen müssen ihren Platz ja erst einmal finden.a 20150608 1398894114 Trotz der Massen hatte man nicht das Gefühl, eingeengt zu sein. Klar, dass man bei Getränken, Essen und WC etwas Zeit einplanen musste. Aber alles war gut organisiert und alle waren sehr freundlich. Genug Sicherheitspersonal gab es auch, um wenigstens eine Reihe auf der Mitteltreppe frei zu halten, damit man dort über den Abend gut hoch und runter gehen konnte.

Zu Beginn belustigte Gerd Edler das Publikum mit einigen kleinen Spielen und Musik vom Band. Sogar ein Fernseher wurde mit einem Telefonspiel in Zusammenarbeit mit der Primacom unters Volk gebracht. Außerdem wurde einiges Organisatorisches geklärt, und ein moderner Sicherheitsfilm gezeigt. Zum Anheizen ging es gleich richtig los, ganz dem Motto "Let the good times roll".

Die FIREBIRDS kamen auf die Bühne und machten mit ihren eigenen Rock'n'Roll-Interpretationen eine super Stimmung. Zu "Summer of '59", "Barbara Ann", einem Elvis Medley und Songs von Si Cranstoun, blieb kein Bein still, man musste einfach tanzen und twisten. Ein Höhepunkt war ihre aktuelle A-capella Nummer. Dabei zeigten sie, was sie ganz ohne Instrumente drauf haben - und das ist einiges. Weil sie es verdient hatten, nicht nur das Warm-Up zu spielen, haben sie später am Abend als allerletzter Haedliner noch einmal gerockt. Unter anderem zu "Runaround Sue", wo die Stimmen des Publikums noch ein letztes Mal getestet wurden. Zum absoluten Abschluss gab es den Megahit "Whatever you want" von Status Quo und danach wurden alle Besucher gut in die Nacht entlassen.

Um 19:00 Uhr war es dann soweit und Gerd Edler eröffnete die Oldienacht. Der einzige deutschsprachige Künstler des Abends kam zuerst auf die Bühne. Frank Schöbel und Band begannen mit einem Medley aus den größten Hits des Wahl-Berliners. Als bekennender Fußballfan ließ er es sich auch nicht nehmen, einige seiner Fussballhits wie "Ja, der Fußball ist rund wie die Welt" zum Besten zu geben.b 20150608 1746241138 Gespielt wurde mit viel Bass, was man direkt vor der Bühne besonders gut merkte - es war fast schmerzhaft. Er zählte die Minuten seiner Spielzeit runter, was einem das Gefühl gab, dass nach seinem Auftritt noch etwas Besonderes auf ihn wartete. Danach folgten noch "Heißer Sommer", "Schreib es mir in den Sand", "Einer von uns" und "Immer am Ball".

Nun traten die Männer des Abends, Böttcher und Fischer, auf die Bühne und begrüßten das Publikum. Eine fehlte an diesen Abend. Lena Federova, die russische Austauschstudenten, hat "Ja" gesagt und war mit dem Ehemann, der ebenfalls Radiomoderator ist, in den Flitterwochen. Ein Film der Hochzeit, auf dem auch Thomas Böttcher als Elvis zu sehen war, sorgte für allgemeine Belustigung.

The MARMELADE waren vor 21 Jahren schon einmal bei der Oldienacht auf der Waldbühne, und sie sind kaum einen Tag älter geworden. Nach wie vor rocken sie die Bühne mit Hits wie "Changing Everything", "Dance" und "Just Want To Be There". Alan Gomes, der Sänger der Band, brachte zur Oldienacht auch seinen Sohn John J. Newman an der Gitarren und als Special Guest Mike Speed als Bassisten mit. Natürlich durfte der Hit "Ob-La-Di, Ob-La-Da", ein Cover der Beatles, nicht fehlen. Dafür ernteten sie Standing Ovations, was ein Wahnsinnsbild war. Die Band war bemüht, ihr deutsches Publikum in dessen Muttersprache zu unterhalten, was sehr gut ankam.

Mit dem Song "Papa Joe" läuteten The EQUALS ihren Auftritt ein. Der Sänger und Gründer der Band, Dero Gordon, steckte mit seinem Charme und der schönen bunten Weste das gesamte Publikum bis in die letzte Reihe mit ihrer guten Laune an. Jeder schunkelte und sang mit, als sie ihren größten Hits "Softly, Softly" und "No Woman, No Cry" zum Besten gaben. Bei "Baby Come Back" bebte die Waldbühne förmlich - einfach phänomenal.

c 20150608 1700155259Die schottische Band BAY CITY ROLLERS war eigentlich Ersatz für die Gruppe SAILOR, dessen Keyboarder sich kurzfristig einer Hüftoperation unterziehen und weshalb sie ihren Auftritt in Schwarzenberg absagen musste. Aber die BAY CITY ROLLERS wurden gefeiert, als wäre es nie anders geplant gewesen. Bei Hits wie "It's A Game", "Bye, Bye Baby" und "Yesterdays Hero" trat die Dämmerung ein. Was für ein Wahnsinnsbild, als die Sonne im Abendrot verschwand und die 12.500 Menschen bei den Standing Ovations in einen leichten Schatten hüllte.

Auf die große Bühne traten nun HERMAN'S HERMITS. Begonnen haben sie mit dem Song "Sunshine Girl". Sie nahmen das Publikum mit auf eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Zuerst mit dem Lied "I'm Into Something Good" ins Jahr 1964 und mit ihrem bekanntesten Hit "No Milk Today" anschließend ins Jahr 1966. Den krönenden Abschluss ihres grandiosen Auftrittes machte der Song "Theres's a Kind of Hush".

Platz machten die HERMAN'S HERMITS dann für die englische Band The TROGGS. Es trat beträchtliche Stille ein, als "Love is all Around" durch die Arena schallte. Die Menschen nahmen sich in den Arm, und aneinander gekuschelt genossen sie diesen Moment einfach nur. Gänsehaut feeling! Ausgelassene Stimmung gab es dann wieder, als die Lieder "With a Girl like you" und ihr wohl bekanntester Song "Wild Thing" gespielt wurden. Trotz des Fehlens der inzwischen bereits verstorbenen ursprünglichen Bandmitglieder Reg Presley, Ronnie Bond und Dave Wright war der Auftritt der Band sehr gelungen und keiner konnte sich bei ihrem Vortrag auf den Sitzplätzen halten.

Dann kam die Band T-REX auf die Bühne und rockte in der Dunkelheit noch einmal alles! Bei dem Wahnsinns Hit "Hot Love" konnten alle nochmal ihre Stimmkraft unter Beweis stellen, denn bei "La la la la la la la la" haben alle eingesetzt. Ein Moment, der unter die Haut ging. T-REXTASY, wie die Band in Großbritannien genannt wurde,d 20150608 1632760134 schaffte es schlussendlich mit ihrem Lied "Get it on" auch den Letzten von seinem Sitzplatz zu reißen. Zum Tanzen rief das Lied "I Love to Boogie" auf. Beim Song "Children of the Revolution" konnten die Konzertbesucher ihr ganzes Können noch einmal zeigen und außerdem, wieviel Kraft nach so einem langen Tag noch in ihnen steckte.

Last but not least traten die Urgesteine SLADE auf die Bühne. Mit ihrem rockigen Sound passen SLADE perfekt zu dem Stil von Moderator Daniel Neumann, der jeden Freitag ab 20:00 Uhr auf R.SA die Sendung "Neumis Rockzirkus" moderiert, in der genau diese Art von Musik zu hören ist. Begonnen wurde mit dem Titel "All Right". Es folgte der Megahit "Far Far Away", bei dem auch eine Geige zum Einsatz kam. Nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch ihre tänzerischen Einlagen auf der Bühne, fielen die nicht mehr ganz so blutjungen Musiker auf. Auch die Glitzerleggins des Gitarristen und das schrille Outfit des Frontmannes waren ein echter Hingucker. Des weiteren wurden "Mama, weer all Crazee Now", "Everybody got to Dance", "Tutti Frutti" und "My Oh My" performt. Auch wenn die Band nicht an die Leistung ihres letzten Austritts bei der 19. Oldienacht heran kam, war es dennoch ein gelungener Auftritt.

Immer wieder in den Umbaupausen zwischen den Auftritten der einzelnen Bands kamen die Morning-Show Moderatoren Böttcher und Fischer auf die Bühne, um das Publikum zu unterhalten und die Wartezeit zu überbrücken. Eines der Publikumsspiele stand unter dem Motto, "Du hast den schönsten Arsch der Welt". Man sollte ein Bild seines Popos per Whatsapp an die Nummer von R.SA schicken. Eine Dame namens Ines wurde als Siegerin gekürt und bekam 2 Tickets für das Jubiläum "20 Jahre Böttcher und Fischer" auf der Hutbergbühne in Kamenz als Preis. Außerdem wurde die Oberbürgermeisterin von Schwarzenberg, Frau Heidrun Hieme, zum gemeinsamen Singen auf die Bühne geholt.e 20150608 1775957208 Vor allem das "Bummi"-Lied hatte es Frau Hieme angetan. Aus dem Amerikanischen wurde die Kisscam eingeführt. Sobald ein Paar auf dem großen Monitor zu sehen war, musste es sich küssen. Sogar vor den BöFi's machte die Kisscam nicht halt, und so gab es den ersten und einzigen Kuss der Moderatoren.

Das Highlight der BöFis war eine Hommage an den im Dezember verstorbenen Entertainer und Megastar Udo Jürgens. Sein großer Hit "Ich war noch niemals in New York" wurde für die Oldienacht umgedichtet und es entstand "Ich war noch nie in Schwarzenberg". Gesungen wurde das Lied nicht nur von Böttcher und Fischer, sondern auch alle anderen Moderatoren des Senders hatten einen Teil des Textes übernommen. So standen auch Markus Poschlod, Michaela Wunderlich und Susann Böttcher (die nicht mit Thomas Böttcher verwandt ist) auf der Bühne. Martin Lobst, der hinter den Kulissen dafür sorgt, dass alles läuft, verpasste kurzerhand seinen Auftritt. Da aber aufgrund fehlender Moderatoren der Song vom Band kam, entstand keine Lücke und das Publikum fand es außerdem belustigend, wie zerzaust er auf der Bühne aufgetaucht war.

Zu guter Letzt möchte ich allen ein ganz großes Dankeschön aussprechen, die hinter den Kulissen alle Strippen gezogen haben, so dass der Abend reibungslos über die Bühne ging. Ebenso geht ein Dank an alle Techniker und allen anderen, die im Hintergrund mitgearbeitet und mitgewirkt haben. Mein Fazit des Abends: Wer hier nicht dabei war, hat viel verpasst. Die Stimmung war einfach hammermässig und es war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Da kann man sich nur auf das nächste Jahr freuen und hoffen, die 12 Monate gehen schnell vorüber. Ich komme definitiv wieder!




Bitte beachtet auch:
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Fotostrecke:


 
Das Festival
Publikum, Rahmenprogramm, Böttcher & Fischer ...
 
 
 
 


The Firebirds (Opener)
 
 
 
 


Frank Schöbel & Band
 
 
 
 


Marmelade
 
 
 
 


The Equals
 
 
 
 


Bay City Rollers
 
 
 
 


Herman's Hermits
 
 
 
 


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T-Rex
 
 
 
 


Slade
 
 
 
 


The Firebirds (Finale)

 
 
 
 




   
   
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