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Ein Konzertbericht mit Fotostrecke von Bodo Kubatzki



Wenn ich auf meine musikalischen Events des Jahres 2013 zurückblicke, stelle ich fest, dass ich eine besondere Affinität zu den ZÖLLNERN zu haben scheine. Die Frage, woran das liegt, ist schnell beantwortet. Da sind zuerst die Musik und die Texte der ZÖLLNER und dann Dirk Zöllners Ausstrahlung. Aber auch die vielen Projekte, mit denen Dirk Zöllner und André Gensicke unterwegs sind, lassen stets Neues entdecken, was mich immer wieder begeistert.a 20140104 1647537520 Doch, was mir viel wichtiger ist, ist der offensichtliche Spaß, den DIE ZÖLLNER auf der Bühne haben, und dieser überträgt sich auf das Publikum. Bei den ZÖLLNERN geht es nicht in jedem Fall um Perfektion, sondern vielmehr um die Freude am Musizieren. Da erhalten die von Projekt zu Projekt wechselnden, aber immer fantastischen Musiker ausreichend Freiraum, um sich an ihren Instrumenten entfalten zu können.

Das wollten und durften meine Frau und ich am vorletzten Tag des Jahres 2013 im Landestheater Neustrelitz noch einmal live erleben. Wir hatten bajuwarische Freunde aus Hof zu Gast, die nicht wussten, was sie erwartet. Uns ging es ähnlich, da die musikalischen Gäste des Abends überwiegend aus der Blues-Szene kamen, und Blues ist nicht die Musik, die ich bevorzugt höre. Soul und Blues im Theater, auf Klappstühlen sitzend, geht das? Wir waren gespannt.

Mit "Alles oder nichts", "Allein" und der neuen Ballade "Herzwinter" eröffneten die ZÖLLNER ihr Programm, bevor Dirk den ersten Gast des Abends begrüßte: Waldi Weiz, thüringischer Gitarrenvirtuose, der sich seit frühester Jugend dem Blues verschrieben hat. Von Dirk war zu erfahren, dass Waldi mittlerweile Wahl-Berliner sei, und dass beide vor langer Zeit in die gleiche Frau verliebt waren. Schnell steuerte Waldi lakonisch bei, sie sei es nicht wert gewesen. Mit dem Fleedwood Mac Song "Need your love so bad" eröffnete Waldi Weiz seinen Part aus Blues-Songs. "Goin' down slow", eine Komposition von St. Louis Jimmy Oden aus dem Jahr 1941, die u. a. schon von B.B. King oder Howlin' Wolf gecovert wurde, interpretierte Waldi auf ganz eigene Weise. Beide Titel wurden von ihm gefühlvoll gesungen und mit bluesigen Gitarrensoli versehen.
Der zweite Gast des Abends war André Herzberg, nicht nur Sänger der Band PANKOW, sondern auch als Solist oder gemeinsam mit Dirk Michaelis und Dirk Zöllner als einer der DREI HIGHligen unterwegs.b 20140104 1922345015 Beim "Kiefernlied" begleitete sich André Herzberg am Piano. Dieser Song, der Anfang der 90er Jahre entstand, vermittelt mit seinem anspruchsvollen Text das Lebensgefühl vieler Ost-Deutscher kurz nach der "Wende". Leider hat dieser Text für viele Menschen in unserem Land auch heute noch seine Gültigkeit. Herzbergs zweiter Song "Das Ende" stammt von seinem Solo-Album "Losgelöst" aus dem Jahr 2004. Im Text geht es um die Befreiung von Zwängen. "Das letzte, was ich sage: Ich bin frei", so die Kernaussage dieses Rock-Songs. Aus der kurzen Plauderei mit Dirk Zöllner war zu erfahren, dass André frisch verheiratet und noch mal Vater geworden ist. Auch sei er künstlerisch in verschiedenen Bereichen sehr aktiv. Eine Neuauflage des Projekts DIE DREI HIGHligen könnte es vielleicht 2015 auch wieder geben. Man darf also gespannt bleiben.
Die Polka "Wenn der Himmel ...", ein weiterer neuer Song der ZÖLLNER, schaffte es kurz vor der Pause, viele der Gäste von den Klappsitzen zu reißen.

Der zweite Teil des Abends wurde mit der Ballade "Sand" vom letzten ZÖLLNER Album eingeleitet. Nach "Was geht ab?" kamen wir in den Genuss, Dirks zauberhafte Tochter Rubini als Solistin zu erleben. Sie interpretierte den Titel "Geh jetzt" von Joy Denalane mit viel Gefühl und großer Stimme. Der stolze Papa war ebenso begeistert, wie das Publikum.

Mit Steffi Breiting folgte der zweite weibliche Gast des Abends. Den Titel "Schuldig" sang sie gemeinsam mit Dirk Zöllner. Es handelte sich dabei um die Komposition "Guilty" von Randy Newman, zu der Dirk den deutschen Text geschrieben hat. Es folgte einer meiner Lieblingssongs: "I can't make you love me" von Bonnie Raitt. Steffi sang ihn mit einer deutschen Text-Adaption von André Herzberg. Sie begeisterte mit ihrer warmen und kräftigen Stimme sowie mit ihrer sympathischen Ausstrahlung.

c 20140104 1575153476Wie bereits bei André Herzberg spielte Steffis Partner Tobias Hillig während ihres Sets Gitarre. Tobias hat sich in der deutschen Blues-Szene bereits einen Namen gemacht. Beide sind mit ihrer Band MOODS OF ALLY auf deutschen Bühnen zu erleben.
Bei den B.B. King Nummern "How blue can you get" und "Just a little bit auf love" hatten die drei Gitarristen des Abends, Waldi Weiz, Tobias Hillig und nicht zuletzt Andreas Bayless, Gelegenheit, ihr Bluesfeeling unter Beweis zu stellen. Sie lieferten sich einen wahren Gitarrendreikampf.

Zur fantastischen ZÖLLNER-Band gehörten an diesem Abend: André Gensicke (keyb), Heiko Jung (dr), Oliver Klemp (bg), Marcus Gorstein (keyb, perc), Andreas Bayless (git), die ZÖLLNER-Horns Gerald Meier (pos), Frank Fritsch (sax) und heute Alan Sommer (tp), sowie Steffi Breiting und Rubini Zöllner (backing voc). Bei so viel Power hielt es kaum noch jemand auf den Sitzen aus. Blues muss man eben live erleben!

"Viel zu weit", der erste Song, den Dirk Zöllner und André Gensicke gemeinsam geschrieben haben, leitete den Zugabenteil ein. Hier erhielt Alan Sommer, der bei den ZÖLLNER-Horns nur dann Trompete bläst, wenn "Skip" Reinhardt verhindert ist, ausreichend Gelegenheit an seinem Instrument zu brillieren. "Geh davon aus", ein Song der Söhne Mannheims, bei denen Andreas Bayless ebenfalls Gitarre spielt, bildete den Abschluss des fantastischen Konzerts.

Fazit:
Café Größenwahn in einem Theater ist realisierbar, jedoch keine optimale Lösung. In einem Theater fehlt es bei dieser Art von Musik an Bewegungsfreiheit. Die Herausforderung, einen optimalen Sound einzustellen, wurde trotz aller Bemühungen des Tontechnikers nicht gemeistert, da die Texte auf dem Rang teilweise nicht zu verstehen waren.d 20140104 2077424298 Doch das Konzept "ZÖLLNER und Gäste" ging auch im Landestheater Neustrelitz auf. Die fantastische Band mit tollen musikalischen Gästen sorgte für einen unvergesslichen Abend. Ein würdiger Jahresausklang, der auch unserem Besuch aus Bayern Freude bereitet hat.

Setlist:
• Alles oder nichts
• Allein
• Herzwinter
• Need your love so bad (Waldi Weiz)
• Goin' down slow (Waldi Weiz)
• Heute biste dran
• Kiefernlied (André Herzberg)
• Das Ende (André Herzberg)
• Wenn der Himmel
--- Pause ---
• Sand
• Was geht ab
• Geh jetzt (Rubini Zöllner)
• Schuldig (Tobias Hillig/Steffi Breiting)
• Wenn du mich nicht liebst (Tobias Hillig/Steffi Breiting)
• How blue can you get
• Just a little bit of love
• Gut aus
• Lalala
--- Zugaben ---
• Viel zu weit
• Geh davon aus



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Termine:

• 15.01.2014 - Gera - Comma (Rock'n'Roll Lesung)
• 16.01.2014 - Cottbus - Club Scandale (Rock'n'Roll Lesung)
• 17.01.2014 - Luckenwalde - Wunderbar (Rock'n'Roll Lesung)
• 18.01.2014 - Chemnitz - Schliwas Weinhandlung (Rock'n'Roll Lesung)
• 07.02.2014 - Flensburg - Deutsches Haus (Nacht der Lieder)
• 14.02.2014 - Neuenhagen - Arche (Duo Infernale)
• 15.02.2014 - Templin - MKC (Songwriters explosion 4)
• 28.02.2014 - Potsdam - Club Charlotte (Duo Infernale)

Tour wird fortgesetzt! Alle Angaben ohne Gewähr!
Nähere Infos und weitere Termine auf Dirks Homepage.



Bitte beachtet auch:

• Off. Homepage von Dirk Zöllner: www.dirk-zoellner.de
• Portrait über DIE ZÖLLNER: HIER




Fotostrecke:

 
 

   
   
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