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Bericht:
Thomas Müller

Fotos:
Gerd Müller (alle Live-Fotos)
Pressematerial (Überschrift)


 

Bereits zum zweiten Mal nach Oktober 2010 beehrte die britische Band ANATHEMA - zu Deutsch: Kirchenbann, Verfluchung, Gottgeweihte - ihre unterfränkischen Fans in der Posthalle in Würzburg.
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Im Jahre 1990 gegründet, entwickelten ANATHEMA ihren Stil sukzessive von Doom- und Gothic-Metal hin zu etwas ruhigeren, atmosphärischeren Klängen. Auch ein gewisser Einfluss von Pink Floyd war und ist seit jeher unüberhörbar. Allerspätestens mit den beiden aktuellsten ‚regulären' Alben, "We're Here Because We're Here" und "Weather Systems" (#14 der deutschen Album-Charts!), sind Anathema endgültig beim verträumten, teils melancholischen Aternative Rock angekommen, was so manchen Fan der ersten Stunde verschreckt hat. Dies ist wohl das schwere Los von Künstlern und Bands, die ihren Stil weiterentwickeln und in erster Linie für sich Musik machen. Inzwischen können die Briten aus einem Repertoire von sage und schreibe zehn Studioalben schöpfen.

Die Besetzung der Band ist nicht minder interessant als ihr Lebenslauf. Nach dem ein oder anderen Wechsel im Grundgerüst bestehen ANATHEMA seit zehn Jahren konstant aus den Brüdern Danny Cavanagh (Leadgitarre), Vincent Cavanagh (Rhythmusgitarre, Leadgesang) und Jamie Cavanagh (Bassgitarre) - letztere beiden sind Zwillinge. Hinzu kommen die Geschwister Lee Douglas (Gesang) und John Douglas (Schlagzeug). Nachdem im letzten Jahr Keyboarder Lee Smith aufgrund kreativer und musikalischer Differenzen seine Sachen packen musste, steht der Portugiese Daniel Cardoso an den Tasten.

Zurück zur Gegenwart. Etwas später als angekündigt, gingen die Lichter in der mit knapp 300 Besuchern eher spärlich gefüllten Halle aus. Vom Schlagzeug zogen langsam Nebelschwaden nach oben, die während des Intros von Pink Floyds "A New Machine - Part 1" die gesamte Bühne fluteten. Den Anfang des Sets machte der ohrwurmträchtige Zweiteiler "Untouchable" und zog die Fans gleich in ihren Bann. Die überaus charismatische Lee Douglas sorgte mit ihrer tollen Stimme bereits für das erste Highlight des Abends. Es folgten zwischen Songs der neueren Alben auch immer wieder ältere Klassiker wie "Deep" oder das phänomenale Doppelpack "Emotional Winter / Wings of God". Die Band um Frontmann Vincent Cavanagh war bestens aufgelegt und animierte nicht selten die Zuschauer zum Klatschen und Mitsingen, was allerdings eher an ein Popkonzert erinnerte. So gingen einige Nuancen der Musik leider im Endlosgeklatsche unter.

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Das letzte Konzertdrittel - es gab offiziell keine Zugaben - bestand nochmals aus einer Mischung allseits beliebter Oldies wie "Flying" oder "A Natural Disaster" mit Lee Douglas in der ‚Hauptrolle' und dem majestätischen, fast schon an einen Steven-Wilson-Song erinnernden "The Storm Before The Calm" von der aktuellen Scheibe. Einen für die Band emotionalen Moment gab es, als Danny sich öffentlich bei seinem Bruder Jamie entschuldigte. Es habe in der jüngeren Vergangenheit einige persönliche und musikalische Unstimmigkeiten gegeben, die dazu führten, dass Jamie nicht an "Weather Systems" beteiligt war - auch auf den offiziellen Fotos ist er nicht zu sehen. Nach einem "Jamie, just come back to everything. You're back if you want, on the albums full time ...and I'm sorry!" schienen alle sichtlich erleichtert.

Alles in allem war an diesem Abend für jeden Geschmack etwas dabei und nach knapp zwei Stunden Spielzeit haben die Zuschauer das Familienunternehmen Anathema unter großem Jubel verabschiedet. Im Vorfeld des Konzertes war im Übrigen zu hören, dass es keine Support-Band geben würde, was auch eintraf, und ANATHEMA daher länger spielen wollten. Die unschlagbaren zweieinhalb Stunden ihres letzten Würzburg-Auftrittes sind es dann jedoch nicht geworden.

Die Weather-Systems-Tour wird im Frühherbst fortgesetzt und führt die Briten erneut nach Deutschland - Ende November sogar im Paket mit der Death-Metal-Gruppe OPETH. An zwei Deutschland-Terminen werden beide Bands akustische Sets in sakralem Ambiente präsentieren.

 


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Die nächsten Termine:

Anathema Headlining:
01.11.2012 - Osnabrück - Haus der Jugend
02.11.2012 - München - Theaterfabrik
03.11.2012 - Berlin - Franz Club

Als Opeth-Support:
21.11.2012 - Köln - E-Werk
22.11.2012 - Frankfurt/M. - Sankt Peter (akustisch)
23.11.2012 - Bochum - Christuskirche (akustisch)
24.11.2012 - Leipzig - Werk II
25.11.2012 - Hamburg - Große Freiheit

Bitte beachtet auch:
- Off. Homepage von ANATHEMA: www.anathema.ws
- Homepage der Posthalle in Würzburg: www.posthalle.de

 


Live-Impressionen:
 
 

   
   
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