XIV. Dorfrock in Schmadebeck mit
Karussell, Red Poison,
Black Rosie, Miller's Cat und Andrea Timm

Bericht: Steffen Huth
Fotos: Gerlinde Bonin, Rüdiger Lübeck

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Früher hieß "LPG" ausgeschrieben Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, und solche Betriebe gab es überall in der ehemaligen DDR. Heute heißt LPG "Landprojekt-Gemeinschaft", und diesen Verein gibt es in Schmadebeck. Seit 2000 stellt dieser Verein das alljährliche Dorffest für die 85 Seelengemeinde auf die Beine, welches seit 1996 traditionell mit dem Dorfrock am Freitagabend beginnt. Nahezu alle Größen des nationalen Rockbusiness (der ostdeutschen Länder) haben die holprige Landstrasse zwischen Kröpelin und Satow befahren, um beim Schmadebecker Dorfrock mit dabei zu sein. Auch zur Tradition geworden ist der Fakt, dass eine Schülerband den Abend beginnt.
Diesmal war es die Band "Red Poison" dessen Sänger ich auf 14 1/2 Jahre schätzte. Ihr Repertoire umfasste neben einigen AC/DC-Klassiker auch eigene Stücke, wie z.B. "Reich sein", das zur Zugabe noch mal wiederholt werden musste.
"Finanziell ist es jedes Jahr ein Kraftakt, so eine Veranstaltung auf die Beine zustellen", verrät mir der Cheforganisator Rüdiger Kropp... "Wir hoffen jedes Jahr auf die berühmte schwarze Null". Nun, viel ist mit dieser Kalkulation in den letzten Jahren schon geschaffen worden. Die Bands haben einen kleinen Backstagebereich, Boxenkoffer und Equipment kann man regensicher hinter der Bühne unterstellen und ein Merchendise-Stand wurde gebaut.
Auf der Bühne ging es nun weiter. Aus einem Gemisch aus Keyboardklängen erklang die kleine Melodie von "Als ich fortging", und es wurde jedem klar: Karussell ist da! Es zog einen Großteil der 1000 Zuschauer an den Bühnenrand. Karussell ist eine Band, die heute noch von den Kompositionen und den Stimmen ihrer ehemaligen Bandmitglieder lebt: Jochen Hohl, Peter Gläser und Dirk Michaelis sind Beispiele dafür. Und Oschek nicht zu vergessen, der am Mikrofon die alte Klasse von Karussell in die heutige Zeit bringt. So sind im Laufe der Jahre einige Hits aufgelaufen, die heute teilweise Volkslieder sind. "Gelber Mond", "Autostop", "MC Donald", "Wie ein Fischlein unter'm Eis", "Ehrlich will ich bleiben" uvm. Sie alle sorgten beim Publikum für Begeisterung und als im Zugabeteil die "Rose" kam, flackerten die Wunderkerzen auf. Ich habe an diesem Abend einen Song von Karrussell für mich entdeckt: "Verrückter Vormittag" heißt er, den ich gleich am Stand der Notenbude auf der CD "Adagio" von Dirk Michaelis erstanden habe. Die Notenbude (ein Kulturversand mit Schwerpunkt ehem. DDR) ist nun auch offizieller Ausrüster von Fanartikeln der Gruppe Karussell. Vom Portemonnaie bis zum Leucht-T-Shirt ist alles zum "Fansein" erhältlich.
"Black Rosie" gaben dem Abend den Rest. Fünf junge Frauen, davon die Sängerin Karo wie von der Tarantel gestochen, rockten jetzt die Bühne. AC/DC war das Stichwort! Alle Klassiker der Australier: mit Frauenstimme, Frauengitarren, Frauenbass und mein Liebling an diesem Abend: Anja am Frauenschlagzeug. Alles, was "Acie" zu Hits gemacht hat, wurde von den "Niedersächsinnen" gespielt. Die Bühnenaufbauten erklimmend und sich im Bühnenstaub suhlend, als Leutteufelchen oder mit Brian Johnson-Mütze, Sängerin Karo und Black Rosie gaben "dem Affen Zucker". Und ich war einer von ihnen.
Apropos Affen: Am Rande des Geschehens sah man auch einige Muggen-Mitglieder und Forumleser unserer Webseite, und unsere Gerlinde aus Schwerin durfte ich nun auch persönlich kennen lernen.
Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Familie. Morgens Fußball, nachmittags Gesellschaftsspiele, und abends im Festzelt gab es kleine Zirkus- und Comedyeinlagen. Um 22.00 Uhr waren dann Andrea Timm und Axel Stammberger, sowie "Millers Cat", ein zweiköpfiges Ensemble aus Konzertgitarre und Violine, an der Reihe. Jetzt sollte vor noch ca. 150 Leuten, Musik und Text "mit Hirn" folgen. Doch der Dorffestbesucher wollte Tanzen, und so erklang nach einer halben Stunde guter Musik, Konservenschrott zum Mitklatschen. Für mich ziemlich überraschend, hatte doch "Millers Cat" gerade das erste Pärchen mit dem Jethro Tull-Klassiker "Locomotive Breath" auf die Tanzfläche gelockt. Sei`s drum: ich kaufte Timmi`s Platte und habe mich mit einigen anderen Gästen vergnügt auf dem Heimweg gemacht. Im Gepäck hatte ich ein schönes Wochenende voller musikalischer Erinnerungen, und ich wünsche mir, dass Andrea Timm und "Millers Cat" noch einmal wiederkommen, vielleicht zum Dorfrock am Freitag, und dann aber mit der kompletten Band.

Surftips:
http://karussell-rockband.de/
http://www.blackrosie.de/
http://www.millerscat.de/
http://www.andreatimm.de/

 


 Foto Impressionen (Freitag):


Auftritt "Red Poison":

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Auftritt "KARUSSELL":

Auftritt "Black Rosie":

 

Foto Impressionen (Samstag):


Rahmenprogramm + Auftritte
Andrea Timm & Miller's Cat:

 


   
   
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