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Bericht: Klaus Schmidt

Fotos: Reinhard Baer


 

Am 26. Januar gab's wieder einmal ein Konzert der Stern-Combo Meißen am Stadtrand von Berlin, im Restaurant "Neu Helgoland". Trotz sibirischer Kälte war der Laden knüppeldicke voll. Während des Konzerts kamen mir einige sentimentale Gedanken und Fragen, wie z.B. "Sind das tatsächlich nun schon mehr als 40 Jahre, die ich ziemlich eng mit der Combo gegangen bin?" oder "Wo führt der Weg nach der wirklich ereignisreichen Vergangenheit der Band hin?" An Mangel an Ereignissen hat die Band ja nie gelitten. Wer ist da z.B. bereits alles aus- und eingestiegen... Aber bei der nun hoffentlich endgültigen Besetzung kann ich nur hoffen, dass man sich auf Ruhe und Eintracht besinnt, und der musikalischen Arbeit die Priorität einräumt.
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Dass dies möglich ist, zeigte die Mugge am Samstagabend. So sollte es auch weiter gehen. Martin bezeichnete das Ganze entsprechend dem Veranstaltungsort als "Kammerkonzert" - natürlich in Bezug auf den kuschligen kleinen Saal. Dies ist wohl eine realistische Einschätzung, tat aber dem Wohlbefinden der Zuhörer keinen Abbruch - im Gegenteil.

Im Laufe der Existenz dieser Band ist ein umfangreiches Repertoire entstanden. Da ist ein einziges Konzert nicht ausreichend, um alles hören zu können. Die neuen Titel von Thomas Kurzhals, Frank Schirmer und Martin Schreier fügen sich ohne Bruch in das Angebot der älteren Titel ein. Dabei ist es erfreulich, dass Titel aus der Vergangenheit in Text und Musik durchaus auch in die heutige Zeit passen. So kann man auch je nach Stimmung problemlos Programme zusammenstellen, die den Nerv des jeweiligen Publikums treffen. Die heutige technische Ausstattung bietet dabei besseren Sound, was natürlich für die Combo, die sich besonders auf elektronische Klänge spezialisiert hat, wichtig ist.

Zur aktuellen Besetzung möchte ich besonders den neuen Frontmann hervorheben. Es ist Manuel Schmid, und er kommt aus Altenburg in Thüringen. In seinem jungen Alter singt er kurioserweise nicht wenig Titel, die älter als er selbst sind. Anerkennung verdient er allein schon deshalb, dass er seinen Job fehlerfrei und mit viel Gefühl über die fast drei Stunden gestaltet hat. Wieder mit im Boot sind die alten Kämpfer Sebastian Düwelt (Keyboards) und Axel Schäfer (Bass).

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Endlich wurde das Saallicht runter gedimmt. Es war 21:00 Uhr, und das Programm begann mit dem Instrumental "TNTK (Part I und II)". Die sehr gute PA lässt nicht nur die Bässe in die Gehörgänge dringen, man spürte am ganzen Körper die "Vibrationen". Auch ältere Werke wurden nicht vergessen: "Eine Nacht auf dem Kahlen Berge" (Modest Mussorgski). Erinnerungen wurden wach. Bei der ersten Produktion dieses Titels war ich noch Toningenieur auf dem Stereo-Ü-Wagen FZ 34. Ich freute mich, wie die Zuhörer den Anfang des Konzerts mit der nicht gerade leichten Kost aufnahmen. Nach den alten klassischen Werken folgten die neueren Titel vom letzten Album: "Das kurze Leben des Raimond S.", "Die Zeder von Jerusalem" und als Abschluss des ersten Teils der Titelsong "Lebensuhr". Einfühlbare und sensible Texte steuerte erstmals Norbert Kaiser für dieses Album bei. Er selbst war auch zum ersten Mal live dabei und freute sich über die Resonanz auf seine Texte.

Nun folgte aber erst einmal eine kurze Pause zum Entspannen und Zeit zum Nachdenken. Aus der Gründungszeit der Band ist nur noch Martin Schreier auf der Bühne, und Detlef Seidel managt das Ganze nach wie vor. Kritisch hörte aber noch ein Oldie, ein alter Bekannter der Combo zu: Reinhard Fißler. Trotz schwerer Krankheit lässt er es sich nicht nehmen, bei möglichst vielen Veranstaltungen dabei zu sein. Danke, lieber Reini. Die Jüngeren haben aber die Fortführung ohne Bruch übernommen. So bin ich optimistisch, dass das Gesamtwerk "Stern-Combo Meißen" unter der musikalischen Leitung von Thomas Kurzhals so auch langfristig erhalten bleibt.

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Der zweite Teil des Konzerts begann mit den Klassikern "Licht in das Dunkel" und "Der Alte auf der Müllkippe". Ich möchte mir die Aufzählung aller am Samstagabend gespielter Titel ersparen. Es war jedenfalls eine gelungene Präsentation der musikalischen Vielfalt der Stern-Combo. Ich glaube, dass alle im Saal nach diesem Konzert mit bester Stimmung ins darauf folgende Wochenende gingen. Ich denke auch, dass es für die meisten ein Wiedersehen geben wird. Das Publikum forderte nämlich lautstark nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zugaben, die es auch bekam. Mit dem "Frühling" von Vivaldi endete dann aber auch das Zugaben-Programm.

Eine gute Gelegenheit für ein Wiedersehen bietet der 8. April 2013 im Theater am Potsdamer Platz. Hier wird eine DVD-Aufzeichnung der Stern-Combo Meißen stattfinden, die im vergangenen Sommer bekanntlich wegen schlechten Wetterbedingungen in Meissen leider abgebrochen werden musste.

Viele alte Wegbegleiter der Combo waren am Samstag im Publikum anzutreffen, so der Rundfunkproduzent Walter Cikan, Mike Brettschneider uvm. Auch Reinhard Fißlers Tochter Vivian war vor Ort und legte gemeinsam mit Deltef Seidel einen flotten Tanz vor der Bühne hin (siehe Bild in der Fotostrecke). Alles in allem war es ein toller Abend und ich denke, dass noch lange über das "Kammerkonzert" gesprochen wird.

 


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Termine:
12.03.2013 - Ebersbach - Oberlausitzer Konzerthaus (mit den Klosterbrüdern)
31.03.2013 - Bad Elster - König Albert Theater
08.04.2013 - Berlin - Theater am Potsdamer Platz
05.07.2013 - Senftenberg - Amphitheater
31.08.2013 - Kamenz - Hutbergbühne (Festival)
12.10.2013 - Zittau - Westpark-Center

alle Termine ohne Gewähr. Weitere Infos
und Termine auf der bandeigenen Homepage


Bitte beachtet auch:
- Homepage der STERN-COMBO MEISSEN: www.stern-combo-meissen.com

 


 

Live-Impressionen:
 
 

   
   
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