Als vor fast genau 25 Jahren sein Debüt-Album "Kein Mut - Kein Mädchen" auf den Markt kam, war er (wie schon bei Spliff) wieder mal seiner Zeit voraus. Die Platte ist abwechslungsreich und beinhaltet trotz seiner lediglich acht Titel eine ganze Menge interessanter Details, die es zu entdecken gilt. Die Musik ist mit dem Punk, von dem er ursprünglich kam, weit mehr verwandt als mit dem typischen Spliff-Sound. Weniger Pop, mehr Rock ist hier Programm. Und trotzdem läßt sich der Spliff-Sound auch hier wiedererkennen. Damals innovative Produktionstechniken, facettenreiche Arrangements und geniale Einfälle beim Verfassen seiner Texte machen das Album zu etwas Besonderem. Es ist schwierig, aus den acht Songs seinen Favoriten auszuwählen, denn jeder ist anders, und jeder ist gut! Der Opener "Kreuzberg" hinterläßt sofort Spuren. Wer bei dem mitreißenden Beat und der gelungenen Melodie ruhig auf seinem Stuhl sitzen bleibt, hat entweder Probleme mit der Hüfte oder dem Gehör. Die Nummer geht ins Bein. Die gefühlvolle Ballade "Du und ich", die er für seine Tochter Dinah geschrieben hat, ist der einzige ruhige Titel auf der Scheibe.
"Kein Mut - Kein Mädchen" ist ein abwechslungsreiches und inspiriertes Album, für das es zur damaligen Zeit kein vergleichbares anderes gab. Mitteregger rannte damit bei mir offene Türen ein. Den tieferen Sinn seiner Texte bekommt man nicht immer gleich mit, was einen weiteren Reiz seiner Musik ausmacht: Man muss mitdenken! Die Bilder, die er beim Singen in die Köpfe seiner Hörer projeziert, sind so zum Anfassen nah, dass man es kaum in Worte fassen kann. Die Texte, Arrangements, Stimme, Schlagzeug, Gitarren und andere Feinheiten verschmelzen zu einem perfekt umgesetzten Gesamtkunstwerk. Das Album ist ein "Must Have" und gehört in jede gut sortierte Plattensammlung. (Christian Reder) |