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 Werther Lohse
 
von der Gruppe
 
LIFT
 
 

009 20130225 1209332126Wer den Begriff "Lift" hört, denkt vielleicht zuerst an die wunderbare Erfindung für alle Lauffaulen und Treppensteigmuffel im Lande. Vielleicht auch an die Zeitschrift oder das einstige Kultgetränk aus dem Hause Coca-Cola. Doch all diese schönen und nützlichen Errungenschaften sind halb so wertvoll wie die Erfindung der Musikgruppe "Lift"! Im Jahre 1973 gründeten u.a. Christiane Ufholz, Till Patzer und Gerhard Zachar die Band, zu der knapp ein Jahr später auch der heutige Sänger Werther Lohse stoßen sollte. Das erste Konzert fand am 28. Januar 1973 statt, und bis heute hat die Kapelle vier Studio-Alben und eine ganze Reihe Kopplungen, Live- und Unplugged-Alben veröffentlicht. Hits wie "Nach Süden", "Am Abend mancher Tage" oder "Tagesreise" sind heute Klassiker der deutschen Musikgeschichte und nach wie vor oft gespielte Radiohits. Trotzdem das letzte Studioalbum der Band 22 Jahre her ist, hoffen die Fans immer noch darauf, dass Werther Lohse & Co ihre Kreativität noch einmal auf einer "Langrille" (oder für die technisch fortgeschrittenen Musikfreunde auf einer CD) unter Beweis stellen werden. Und die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht. Dies war aber nur eines der Themen, mit denen sich Christian im Gespräch mit Werther Lohse beschäftigt hat. In über 35 Jahren Bandgeschichte haben sich viele offene Fragen ergeben...

 
 
Hallo Werther, in diesem Jahr wurde 35 Jahre Lift gefeiert. An einigen Stellen ist aber zu lesen, dass die Band schon 1973 gegründet wurde, womit dieses Jubiläum um ein Jahr zu spät käme. Kannst Du bitte mal Licht ins Dunkel bringen? Habe ich falsch gerechnet?
Nee, das ist richtig, Du hast schon richtig gerechnet. Wir haben auch schon im vergangenen Jahr 35-jähriges Jubiläum gefeiert. Ich bin eigentlich seit 1974 dabei, also ein halbes Jahr nach der Gründung bin ich eingestiegen. Das war damals sehr verworren. Einige sind raus, dann gab es Krach in der Band, andere mussten zur Fahne und deswegen bin ich 1974 dazugekommen. Das ist 35 Jahre her.
 
 

Die eigentliche Gründung der Band hast Du selbst also gar nicht miterlebt. Weißt Du trotzdem noch, wie es zur Gründung der Gruppe Lift gekommen ist? Wer hatte die Idee und mit welchen Zielen ist die Band 1973 an den Start gegangen?
Die Band ist aus dem Dresden Septett entstanden. Das war eine Band mit drei Bläsern, die spielten "Blood, Sweat and Tears", "Chicago" usw nach. Das hatte sich dann irgendwann abgelaufen und erledigt. Deshalb verzichtete man auf die Bläser, und vor allen Dingen hat man dann damit angefangen, einen eigenen Stil zu finden.

 

Wie bist Du dazu gekommen und was hast Du vor Deiner Zeit bei LIFT gemacht?
Ich hab vorher in einigen Amateurbands gespielt. Meine erste Profi-Band hieß "Vitamin C", und das war auch ein sehr kreativer Haufen. Von dort bin ich dann zu Lift gekommen. Das war noch unter dem damaligen Chef Gerhard Zachar, der 1978 verunglückt ist.

 

Wie bist Du überhaupt zur Musik gekommen? War das schon immer Dein Berufswunsch, Musiker zu werden?
Ich denke schon. Das ist so'n bisschen schon im Unterbewusstsein gewesen. In der Schule gab's damals Singe-Clubs, und so bin ich da reingerutscht. Ich hab ein paar Gleichgesinnte gefunden und dann gleich angefangen zu trommeln. Das war meine erste Aufgabe. Ich habe dann natürlich auch in Dresden an der Musikhochschule Schlagzeug und als Nebenfach Klavier studiert. Etwas später dann auch noch Gesang.

 

Zurück zu LIFT: Die erste LP erschien bei Amiga im Jahre 1976 oder 1977. Da gibt es unterschiedliche Angaben. Was ist richtig?
Die Platte ist 1976 entstanden, ist aber erst im Januar 1977 erschienen.

 

Sie trug den schlichten Titel "Lift". Wie ist die Platte entstanden?
Das war das erste Sammelsurium von Titeln, die sich über die Jahre praktisch angesammelt haben. Die Möglichkeiten waren damals sehr gering, überhaupt Platten zu produzieren und es waren auch sehr wenige Bands, die das machen konnten. Trotzdem war es eine sehr kreative Zeit… Überhaupt waren die 70er weltweit eine kreative Zeit. Wir haben das natürlich auch hier im Osten aufgenommen um unseren eigenen Stil zu entwickeln. Ich bin mit den Beatles groß geworden. Das hat mich auch geprägt.

 

Das Album beinhaltet richtig starke Songs, viele Fans halten es nach wie vor für das beste Lift-Album überhaupt. Welche Stärken und Schwächen hat es aus Deiner Sicht?
Ich stehe nach wie vor dazu, wir spielen ja heute noch die Titel live auf der Bühne. Insofern ist es schon kurios, dass sie die Zeiten überdauert haben. Das bedeutet ja irgendwie auch, dass die Lieder zeitlos sind. Inzwischen werden sie auch von vielen jungen Bands gecovert. Das scheint das zu bestätigen.

 

Deiner Meinung nach hat diese Platte nur Stärken und keine Schwächen?
Die erste Platte ist meistens die Stärkste.

 

Wann genau bist Du damals bei LIFT ausgestiegen und zur Stern-Combo Meißen gewechselt?
Im Jahre 1978 hatte ich gesundheitliche Probleme und musste eine Zeit mal aussetzen. Bei Lift ist deshalb ein neuer Trommler eingekauft worden, und der ist dann erstmal geblieben. Deswegen bin ich damals kurzzeitig bei der Stern-Combo Meißen gelandet. Aber das war nur vom Frühjahr 1978 bis zu diesem Unfall, der sich im November des gleichen Jahres ereignet hat, bei dem Bandchef und Bassist Gerhard Zachar und Sänger Henry Pacholski ums Leben gekommen sind. Ich bin dann gleich wieder zurück zu Lift.

 

Du warst zu diesem Zeitpunkt also gar nicht in der Band, als das Unglück passiert ist?
Nein, da war Lift ohne mich auf einer Polentournee. Ich war nicht mit unterwegs.

 

Was hast Du in Deiner kurzen Zeit bei der Stern-Combo Meißen erlebt?
Na, eigentlich ziemlich viel. Ich habe in dieser Zeit eigentlich zwei Platten mitgemacht, einmal bei der LP "Weißes Gold", das ist ein Riesenwerk über das Meißener Porzellan. Das war mein Einstieg bei der Stern-Combo Meißen. Und dann gabe es noch eine weitere Platte ("Der weite Weg" - Anm. d. Verf.). Das war damals eine ziemlich kreative Zeit bei der Stern-Combo Meißen. Ich habe aber gemerkt, dass mich das so gar nicht befriedigte. Mein Herz schlug eben noch für Lift.

 

Warum bist Du wieder zurück zu Lift gegangen?
Ja, wie ich schon sagte, weil mir Lift eben näher stand. Wir sind heute durch den Sachsendreier immer noch eng verbunden. Wir mögen uns alle und es ist alles OK. Aber die Lift-Musik war von den Songs und vor allem von den Texten her eher nach meinem Geschmack.

 

Du hast es schon erwähnt: Eine schreckliche Tragödie brach über die Band herein, als Henry Pacholski und Gerhard Zachar bei einem Autounfall ums Leben kamen. Was genau passierte damals eigentlich?
Die sind in Polen auf der Rückfahrt von der Tour völlig übermüdet in einen Unfall geraten. Michael Heubach hat am Steuer gesessen und ist gefahren. Die anderen haben ihn fahren lassen, obwohl er ein schlechter Kraftfahrer war. Das wusste der Zachar aber. Trotzdem ließ er ihn fahren, um hinten ein bisschen zu schlafen. In einer polnischen Kleinstadt geriet der Wagen beim Überholen unter einen LKW. Das war schon heftig für mich. Auch in der Szene war das damals ein Riesenschock.

 

Du sagst, es ist auf der Rückfahrt passiert. Wann und wie hast Du erfahren, dass es da einen Unfall mit tödlichem Ausgang gegeben hat?
Ich hab das sofort erfahren, weil ich ja eh noch Kontakt zu der Band hatte. Das war damals auch gleich in der Presse. Ich glaube, einen Tag nach dem Unfall habe ich davon erfahren.

 

Michael Heubach hatte ebenfalls schwere Verletzungen davon getragen und verließ noch im gleichen Jahr die Band. War der Unfall der Grund für seinen Rückzug?
Ja, er war ja damals lange Zeit im Krankenhaus mit verschiedenen Krankheiten, die leider bis heute nachwirken. Er hat Probleme mit den Augen. Mit einem bestimmten Blickfeld. Er kann die Tasten nicht richtig erkennen und hat so etwas wie ein schwarzes Loch im Blickfeld und das hat er von damals zurückbehalten. Dass er überhaupt noch lebt und wieder spielen kann, war ein großes Glück. Wir hatten ihn später mal wieder in der Band, und als er wieder auf die Bühne kam… das war unglaublich! Eine echte Glückssache. Heute ist er live gar nicht mehr tätig.

 

Wie kann man sich die Zeit danach vorstellen? Zwei Kollegen tot, ein anderer verletzt und steigt aus. Das klingt wie das Ende für die Band...
Ja, so sah das tatsächlich auch aus, zumal wir ja damals wirklich alles verloren haben. Jede Band hatte ihr eigenes Equipment, ihre Anlage. Und die war in den Händen des damaligen Bandchefs Gerhard Zachar. Es gab dann große Probleme, das Equipment weiter zu nutzen. Als Bandchef hast Du ja praktisch alle Fäden in der Hand, auch was Kontakte und alle möglichen Dinge betrifft. Das war nun auf einmal weg. Wir hatten aber eine große Unterstützung von unserem Produzenten hier beim Rundfunk, bei der Amiga und auch ganz allgemein von außen. Das Interesse war sehr groß, dass wir weitermachen. Es war auch unser eigenes Bedürfnis, trotz all dieser Rückschläge und Verluste.

 

Wie sah die Besetzung nach dem Tod der beiden Kollegen aus?
Ich hab mich damals erstmal vom Schlagzeug verabschiedet und nur noch gesungen. Ich habe früher neben meiner Haupttätigkeit als Schlagzeuger auch schon gesungen. Nach dem Unfall habe ich ab 1979 dann den Posten als Frontmann komplett übernommen und mich nur noch auf's Singen konzentriert. Der Trommler, der damals für mich in die Band kam, als ich aus gesundheitlichen Gründen pausierte, ist dann erst mal geblieben.

 

Wer war das?
Frank-Endrik Moll. Das ist ein Musiker aus Leipzig. Neben ihm und mir gab es dann eben noch drei weitere Musiker, die von der Band übrig geblieben waren. Damit fingen wir wieder an zu spielen.

 

Wie ging es dann weiter? Ich las von verschiedenen personellen Wechseln und weiteren LPs, die unterschiedlich erfolgreich waren.
Die zweite LP ist kurz nach dem Unfall herausgekommen. Sie trug den Titel "Meeresfahrt". In der eben erwähnten Besetzung haben haben wir etwas später die dritte Platte produziert ("Spiegelbild" - Anm. d. Verf.). Das war Anfang der 80er. Der große Wechsel kam Mitte der 80er, wo ich dann neue Leute für Lift eingekauft habe.

 

Die Liste der Musiker, die schon bei Lift aktiv waren, ist lang und liest sich sehr interessant.
Die ist sehr lang, ja. Aber damals wurde in den 70ern immer ständig irgendjemand zur Armee eingezogen. Anschließend kam der wieder oder auch nicht. Man hat deswegen ständig neue Leute ausprobiert und in die Band eingebaut. Der erste Sänger vor mir ist z.B. Stefan Trepte gewesen, der jetzt bei Electra spielt. Der hat damals seine eigene Band namens "Reform" aufgebaut und Lift deshalb verlassen.

 

Wie waren die 80er aus Deiner Sicht? Wenn man sich die Musik aus den 70ern und dann aus den 80ern anhört, sind verschiedene Stilwechsel unüberhörbar...
Das ist richtig, das hatte aber auch mit dem Zeitgeist zu tun. Das waren internationale Einflüsse, und sicherlich hat auch die NDW eine große Rolle gespielt. Es haben sich auch viele Bands aus dem Osten in diesem Stil entwickelt, und darum war Lift damals schon so ein bisschen out. Wir haben zwar versucht, einen Richtungswechsel zu vollziehen, das ist aber nicht so geglückt. Es gab inzwischen eine jüngere Generation, eine andere Bewegung. Das war nicht mehr unsere Generation.

 

In der DDR sind zwischen 1976/77 und 1987 vier LPs von LIFT erschienen. Gibt es ein Lieblingsalbum von Dir?
Ich würde schon dabei bleiben, dass das erste Album für meinen Geschmack das beste war. Es ist vom Herz her eigentlich das ursprünglichste, obwohl das zweite Album "Meeresfahrt" auch sehr gut ist. Und auf der Dritten war unser großer Hit "Am Abend mancher Tage".

 

In diesem Monat jährt sich zum 20. Mal der Fall der Mauer. Wie hast Du dieses Ereignis erlebt und wo warst Du, als die Grenze aufging?
Ich war zufällig an dem Tag in Westberlin, denn ich hatte dort etwas zu tun, d.h. ich musste etwas besorgen. Ich bin nachmittags noch zurück in die DDR gefahren. An der Grenze wurden mir Zeitschriften, die ich mir mitgebracht hatte, vom Zoll weggenommen. Abends, als die Grenze offen war, bin ich am gleichen Grenzübergang mit meiner Familie rüber nach West-Berlin gefahren. Dort stand der gleiche Zöllner noch da und ich sagte aus dem Autofenster: "Da hinten in dem Container liegen meine Zeitungen, die Sie mir heute Nachmittag weggenommen haben. Die hätte ich gerne wieder." Der wusste eigentlich gar nicht, was ich wollte. Die Grenzbeamten waren alle perplex und standen nur noch herum. Die haben überhaupt nicht geschnallt, was da so passierte und haben das gar nicht realisiert.

 

Nach der Wende gab es auch für Lift nicht mehr sehr viele Auftrittsmöglichkeiten. Wie hast Du die Nachwendezeit erlebt?
Wir hatten uns kurz vorher defacto aufgelöst, und das hatte auch Gründe. Es war kein Interesse mehr da, das Publikum war satt, und wir waren es auch. Außerdem gab es keine Veranstalter mehr. Bisher gab es ja die Künstleragentur und die Konzert- und Gastspieldirektion. Das lag alles in staatlicher Hand und brach mit der Wende komplett weg. Das betraf aber alle Bands und nicht nur Lift. Es waren ökonomische Dinge, die uns zur Aufgabe zwangen, und das Publikum: wollte auch erstmal das hören, was es vorher nicht bekommen hat. Aber es hat wirklich nicht lange gedauert, ich glaube etwa zwei oder drei Jahre, bis sich das Publikum wieder besonnen hatte und die Anfragen von Veranstaltern wiederkamen. Das waren zuerst kleinere Clubs und das Publikum dort, das uns vermisst hat. Das hat sich bis heute doch wieder ganz schön positiv entwickelt.

 

Wann genau hat sich Lift aufgelöst, kurz vor der Wende oder danach?
Kurz danach. Aber es hatte sich vorher bereits abgezeichnet, denn es waren da schon keine Veranstaltungen mehr da. Es gab sicherlich noch einen großen Zusammenhalt in der Band, aber es hat jeder gemerkt, dass nichts mehr passierte.

 

Wie hast Du privat als auch beruflich die Nachwendezeit erlebt? Also so zwischen 1988 und 1992?
Man hat sich eben so durch geschlagen. Das war die Zeit wo fast nichts mehr lief… Aber das Interesse kam Ende `92 / Anfang `93 wieder. Bekannte riefen mich an und sagten: "Die Leute wollen gerne Lift hören." Da haben wir wieder angefangen zu spielen. Zuerst nur zu dritt, am Bass mit Henning Protzmann, der früher bei Karat war, und an der Gitarre mit Bodo Kommnick, der seit 1985 bei Lift ist.

 

Ab wann konnte man wieder von einer kontinuierlichen Arbeit als Band sprechen?
Ach ich denke, das ging ziemlich schnell. Ich würde sagen, das war so ab 95/96. Es wurde von Jahr zu Jahr mehr. Auch die Projekte verschiedenster Art kamen wieder, die Veranstaltungen wurden ebenfalls wieder größer. Es gab auf einmal Agenturen, entsprechende Läden und das große Interesse der Leute.

 

Nach der Wende sind bis heute verschiedene Tonträger von LIFT erschienen, allerdings waren bisher keine neuen Songs dabei.
Das ist richtig. Wir haben immer mal etwas Neues auf einem Sampler draufgehabt, aber es ist noch kein komplett neues Album erschienen.

 

Wird es noch mal neue Lieder von LIFT geben oder konzentriert sich die Band nur noch auf das Spielen der alten LIFT-Titel?
Die alten Klassiker werden ständig verlangt und wir haben uns bemüht, diese Sachen ein bisschen zeitgemäßer darzubieten, ob jetzt mit Orchesterunterstützung oder in einer Unplugged-Form. Das hat auch Spaß gemacht, die Titel umzuwandeln, und wir haben so tröpfchenweise Neues in das Programm einfließen lassen. Wir haben aber gemerkt, dass die Leute das gar nicht so mitbekommen haben. Die dachten, das ist altes Material… aber es ist richtig: Man muss mal ein komplett neues Album machen, damit es auch bemerkt wird.

 

Du bist 2007 bei der ersten Auflage von "Ostrock in Klassik" dabei gewesen. Warum bist Du nicht weiterhin dabei geblieben und hast dort nur ein Jahr mitgewirkt?
Das wusste ich von vornherein. Die wollten immer mal wechseln. Es gibt `ne Menge andere Bands und Interpreten, und es wird ja ständig auch gewechselt. Ich weiß gar nicht, was nächstes Jahr überhaupt geplant ist. Es ist jetzt auch ein zweites Album erschienen, wo wieder eine Lift-Nummer drauf ist… Aber ich weiß nicht, wie es nächstes Jahr weiter gehen wird.

 

Seit Ende des letzten Jahrtausends spielst Du regelmäßig mit LIFT auch beim Sachsendreier mit. Das sind kleine Festivals in Konzertform, wo LIFT zusammen mit Stern-Combo Meißen und electra Konzerte spielt. Ist das ein Konzept, mit dem man als Musiker alt werden kann, und was bedeutet Dir dieses Band-Projekt?
Das bedeutet mir insofern sehr viel, als dass wir DIE drei Dresdener Bands waren, und aus dieser Idee heraus ist es auch entstanden. Es ist jetzt über zehn Jahre her, als wir uns gesagt haben: "Komm, lass uns so ein Ding zusammen machen." Auf den Namen "Sachsendreier" bin ich dann gekommen. Früher gab es schon mal eine Band in Dresden die so hieß, und der Name bot sich bei dem Projekt förmlich an. Also haben wir ihn übernommen. Es gibt immer an die zehn Veranstaltungen im Jahr, die wir zusammen machen, und es macht immer ziemlich Spaß. Es gibt ja auch alle möglichen Kontakte aus all den Jahren, z.B. von mir mit der Stern-Combo Meißen, bei der ich - wie vorhin erwähnt - mal war und mitgespielt habe, oder Stephan Trepte, der mal bei uns war, usw.

 

Rückblickend auf die lange Zeit mit der Gruppe LIFT: Was waren für Dich die schönsten Momente und - mal abgesehen vom tragischen Tod der Kollegen in den 70ern - was die weniger schönen?
Das Schöne ist erstmal, dass es uns noch gibt, und dass das Publikum uns noch hören will. Und es macht mich irgendwie auch stolz, dass viele jüngere Musiker unser Material übernehmen, z.B. Jan Josef Liefers, mit dem wir im letzten Jahr einige Muggen zum Jubiläum gemacht haben. Er spielt auch vier Titel von uns in seinem Programm. Das macht mich stolz, dass das Interesse an den Songs so hoch ist. Das sagt mir eben, dass unsere Musik zeitlos ist, sie ist unverwüstlich. Unsere Lieder sind ein fester Bestandteil in der Musikgeschichte. Weniger schön war der Umbruch in der Wendezeit. Das war aber notwendig und im Nachhinein betrachtet für uns auch gut. Die Leute waren es leid, immer das Gleiche vorgesetzt zu bekommen. Insofern war es auch ein Glück mit dem Einschnitt von drei Jahren, als man mal aussetzte. Das war im Prinzip kein Problem.

 

Was steht bei Lift als nächstes an? Gibt es schon Ideen zu neuen Projekten oder Aufgaben, auf die sich die Fans freuen können?
Da es das Jubiläum letztes Jahr gab, haben wir dieses Jahr ein bisschen leiser getreten. Die ganze ökonomische Lage ist natürlich auch ein bisschen schwieriger geworden, aber es gibt Projekte verschiedenster Art.

 

Ich danke Dir für Deine Zeit und die Antworten auf meine Fragen. Möchtest Du noch ein paar Worte an unsere Leser richten?
Ja, bleibt uns treu! Wir sind froh, dass es Euch gibt, und ich denke schon, dass es immer was Neues von Lift zu hören gibt.

 

 

Interview: Christian Reder
Übertragung: Steffen Huth
Bearbeitung: kf, cr
Fotos: Rüdiger Lübeck
 
 

   
   
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