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Interview vom 14. Dezember 2021



Der Name Art Garfunkel dürfte Generationen übergreifend vielen Menschen bekannt sein. Der Musiker war Teil des erfolgreichen Duos SIMON & GARFUNKEL und hat als Solist ebenfalls Hits geliefert. "Bright Eyes" oder "Morning Has Broken" seien hier als Beispiele genannt … Inzwischen schon 80 Jahre alt, tritt nun sein Sohn James Arthur Garfunkel, der sich Art Garfunkel Jr. nennt, in den Vordergrund und veröffentlichte Ende Oktober sein erstes Album. Darauf covert er die Lieder seines Vaters. Zwar ist der 1990 in New York geborene Sänger amerikanischer Staatsbürger, lebt aber inzwischen seit 15 Jahren in Europa und hat auch Dank der deutschstämmigen Großmutter Garfunkel die deutsche Sprache perfekt drauf. Was liegt da also näher, als Lieder wie "Bridge Over Troubled Water", "El Condor Pasa" oder die eben schon genannten Songs in unserer Sprache zu singen? Das Album, das der Sohn seinem Vater zum 80. Geburtstag im vergangenen Monat zum Geschenk machte, stellen wir Euch in der Rubrik "Neuerscheinungen" vor (siehe HIER). Wie es entstanden ist, woher die Idee dazu kam und was der Vater am Ende dazu gesagt hat, wollten wir vom Sänger selbst erfahren, weshalb sich unser Kollege Christian mit Art Garfunkel Jr. für einen entspannten Plausch verabredet hat ...

 


 

002 20211220 1942519811Ich habe eine Promo-CD Deines Vaters mit dem Titel "Daydream" in meiner Sammlung. Auf dem Cover ist er mit einem kleinen Jungen zu sehen. Bist Du das?
Ja, der kleine Lockenkopf… Das bin ich.

War das Dein erster direkter bzw. indirekter Kontakt mit der Musik?
Nein, meinen ersten Kontakt mit der Musik hatte ich bereits als 2-jähriger. In dem Alter fing ich an, mit meinem Vater auf der Bühne zu stehen. Ich mache also schon fast mein ganzes Leben lang Musik.

Wann hast Du denn realisiert, was Dein Vater beruflich macht und dass er auf der ganzen Welt Fans hat, also ein echter Weltstar ist?
Das war ein lustiger Moment. Ich war fünf oder sechs Jahre alt, als ich ihn fragte: "Papa, kennt Dich die ganze Welt?" Und er antwortete: "Nein, mein Sohn, nicht die ganze Welt, aber vielleicht fünfzig Prozent". Das hat er aber eher als Witz gemeint, denn mein Papa ist absolut bodenständig. Ich habe aber schon in diesem Alter erkannt, wie erfolgreich mein Papa mit seiner Musik war und ist.

Waren für Dich als 1990 geborener Junge diese Erfolge von Simon & Garfunkel nicht Lichtjahre entfernt?
Ja, ich gebe Dir Recht, diese Musik liegt schon ein paar Jahre zurück, aber gleichzeitig sind ihre Lieder Musik für die Ewigkeit, das darf man ohne Übertreibung sagen. Paul Simon und Art Garfunkel sind lebende Legenden. Und ich bin einfach nur dankbar, dass ich in diese Künstlerfamilie geboren wurde. Also trotz des großen Abstands zwischen meiner Geburt zu den musikalischen Erfolgen der beiden sehe ich darin kein Problem, sondern es spricht eher für die Klasse der Lieder von Simon & Garfunkel.

Die Songs haben mittlerweile fast Volksliedcharakter.
Das stimmt absolut.

Ich habe gelesen, dass Du wegen Deiner Großeltern so gut Deutsch sprichst. Stimmt das oder war da noch eine schulische Ausbildung mit im Spiel?
Zum Großteil stimmt das. Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr in Europa und vor allem in Deutschland unterwegs, was schon eine Erklärung dafür ist. Der zweite Punkt ist der, dass ich an einer Waldorfschule, nämlich an der Rudolf-Steiner-Schule, studiert habe. Die lag gleich neben meinem Elternhaus, was natürlich echt praktisch war. Dort habe ich Deutsch gelernt. Und auch meine Oma, die leider 2005 gestorben ist, hat Deutsch gesprochen.


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Wenn der Sohne mit dem Vater ...


Die Oma war also eine Deutschstämmige?
Sie kommt ursprünglich aus der Ecke Moldawien/Rumänien. 2005 starb sie mit 93 Jahren. Als sie sich dort in der Gegend aufhielt, war das Gebiet teilweise deutschsprachig. Sie konnte mehrere Sprachen, neben Deutsch auch Englisch, Russisch und ein bisschen Rumänisch.

Du hast gesagt, dass Du vor 15 Jahren nach Europa gezogen bist. Wohin genau?
Zuerst zog ich nach Moldawien, wo ich auch einige Zeit verbrachte. Der Bruder meines Vaters war dort mit einer moldawischen Frau verheiratet. Diese Zeit hat mich durchaus geprägt. Danach fand ich mich immer häufiger in Deutschland wieder. Vor allem liebe ich Berlin.

Du sagtest gerade, dass Du auf einer Waldorfschule warst. Wie sah denn Deine Ausbildung in Deutschland aus? Was hast Du nach der Schule beruflich gemacht?
Ich habe das ganze Leben lang schon Musik gemacht. Zwischen dem Schulabschluss und dem Erscheinen meines Debütalbums war ich die meiste Zeit mit meinem Vater auf Tournee. Sehr oft waren wir dafür in den USA, aber auch oft in Asien und Europa. Dann kam leider Corona und hat uns alle ausgebremst. Aber jetzt sind wir wieder da und mein Vater plant mit mir eine gemeinsame Tournee. Das Ganze soll 2022 stattfinden, falls uns Corona das nicht verdirbt. Für mich stand also schon immer die Musik an erster Stelle. Das ist bis heute so geblieben.

Wenn man Dein neues Album hört, und darüber sprechen wir gleich ausführlich, wird man in der These bestätigt, dass sich eine tolle Stimme vererben lässt. Wann fiel Dir denn auf, dass Du gut singen kannst?
Das Singen liegt einfach in meinen Adern. Mir war schon ganz früh klar, dass ich mal Sänger oder Musiker werde. Natürlich freue ich mich immer über positive Rückmeldungen, gerade jetzt zu meinem neuen Album, weil das ein totales Herzensprojekt für mich ist. Da steckt ganz viel Leidenschaft von mir drin. Ich singe einfach sehr, sehr gerne und denke nicht weiter darüber nach. Die Bewertung und Beurteilung dessen überlasse ich anderen.

Du hast also schon ganz lange mit Deinem Vater auf der Bühne gestanden. Hast Du denn schon vorher oder parallel dazu vielleicht mal in einer Band gesungen?
Klares Nein! Ich habe tatsächlich die ganze Zeit nur zusammen mit meinem Vater gesungen. Das war für mich immer eine große Freude und Ehre, mit ihm zusammen zu sein und Zeit m ihm zu verbringen. Ich bin sein Junior und habe diese Rolle mit ganz viel Stolz und Leidenschaft ausgefüllt. Natürlich hoffe ich, dass wir noch viele gemeinsame Jahre haben werden, denn wir planen noch ganz viele Projekte und Auftritte miteinander.

Nun hast Du im jugendlichen Alter von 31 Jahren Dein Debütalbum veröffentlicht. Aber natürlich kommt man nicht einfach um die Ecke und sagt: "Hallo, da bin ich und ich mache jetzt eine Platte". Und schon gar nicht hat man gleich einen Plattenvertrag in der Tasche. Wie kam es dazu, dass Du Dein Debütalbum machen konntest?
Das ist eine gute Frage. Es ist ja so, dass Covid 19 uns alle ausgebremst und zurückgeworfen hat, so auch mich. Ansonsten hätte ich das Album schon ein ganzes Jahr früher herausbringen können. Letztlich war es aber gut so, wie es nun ist, denn das Album war als Geschenk für meinen Vater zu seinem Geburtstag gedacht. Am Ende ist es so, dass ich viele Jahre mit meinem Vater zusammen auf der Bühne gestanden bin und damit total glücklich war. Wir waren mit unendlich vielen Dingen beschäftigt, sind pausenlos mit allen möglichen Verkehrsmitteln von Stadt zu Stadt gefahren. Trotzdem trage ich schon lange den sehnlichen Wunsch in mir, diese tollen Lieder meines Vaters auch mal in deutscher Sprache zu singen, denn Deutsch ist ein Teil von mir, das ist meine Alltagssprache. Diese beiden Dinge zusammenzufügen war für mich eine Aufgabe, die als Türöffner für die Millionen Menschen dienen soll, die mit der englischen Sprache nicht so vertraut sind. Ich sehe das als Projekt, welches ich schon ewig machen wollte und jetzt endlich umsetzen kann. Aber wie Du ja sicher weißt, ist das Ganze nicht so einfach zu realisieren. Man muss vor allem die richtige Mannschaft finden, die zu einem passt, dazu kommen noch viele andere Dinge, die bedacht werden und stimmen müssen.

Das Album "Daydream", welches ich anfangs erwähnte, trägt den Untertitel "Worte eines Vaters an seinen Sohn". Und jetzt kommst Du daher und bringst eine Hommage an Deinen Vater auf den Markt. Ihr scheint also ein sehr inniges Verhältnis zueinander zu haben.
Das hast Du sehr schön ausgedrückt. Es stimmt wirklich, wir haben ein sehr enges Verhältnis zueinander, telefonieren fast täglich. Manchmal auch mehrmals am Tag. Dabei geht es nicht immer nur um Wichtiges, sondern manchmal plaudern oder scherzen wir auch einfach nur so herum. Er ist ein ganz toller Vater, der mich Zeit meines Lebens emotional unterstützt hat. Vor allem setzte er mich niemals unter Druck, dass ich unbedingt Musiker werden müsste, sondern er meinte immer, ich solle meinen Weg selber finden und das machen, was ICH will und für richtig halte. Trotzdem war und ist er immer für mich da, was ganz toll ist.


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Marianne Rosenberg und Art Garfunkel Jr.


Die Idee, diese Lieder auf Deutsch einzuspielen, kam also von Dir. Nun reicht ja die Idee allein nicht aus, sondern es gehört auch noch ein Konzept dazu, das alles in Musik zu packen. Wer trug denn den Hauptanteil an der Umsetzung? Kamen die Impulse von einem pfiffigen Produzenten, der seine Vorstellungen an Dich herangetragen hat, oder waren es hauptsächlich Deine eigenen Ideen?
Es war einzig und allein meine Idee, die Songs von Simon & Garfunkel bzw. von Art Garfunkel auf Deutsch zu produzieren. Ich lebe seit sehr vielen Jahren in Europa und spreche fast genauso lange Deutsch, so dass die Idee zu diesem Album eine logische Entwicklung war.

Wer hat die deutschen Texte für die Lieder geschrieben? Sind das direkte Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche oder sind es freie Übersetzungen?
Es sind keine Direktübersetzungen. Manche Texte sind natürlich nahe am Original, andere wieder gehen in eine andere Richtung. Die Mehrheit dieser deutschen Texte gibt es bereits seit den 60er und 70er Jahren, weil es damals in der BRD den großen Trend gab, amerikanische Schlager auf Deutsch nachzusingen. Da gab es viele echte Volltreffer, aber auch manche Nummer, mit deren deutscher Übersetzung man nicht glücklich sein konnte. Ich darf jedenfalls voller Stolz sagen, dass ich mit unseren Texten vollkommen zufrieden bin.

Du hast jetzt aber nicht die Frage beantwortet, wer für die deutschen Texte des Albums verantwortlich war.
Das ist ganz unterschiedlich. Wie ich eben sagte, waren die meisten Simon & Garfunkel- Songs bereits gecovert und mit deutschen Texten versehen. Somit hatte jedes Lied einen anderen Texter für die deutsche Version. Für einige Lieder gab es sogar mehrere deutschsprachige Fassungen, so dass wir uns jeweils für die beste und gelungenste Version entscheiden mussten.

Ich hatte nach dem musikalischen Konzept des Albums gefragt und Du sagtest, das beruht alles auf Deinen Ideen. Nun ist ein Teil des Konzeptes, dass viele Lieder mit Duett-Partnern gesungen werden. Das weicht ja nun etwas ab von der grundsätzlichen Idee, die alten Songs neu und auf Deutsch einzuspielen. War das auch Deine Idee? Ich sehe nämlich gerade, dass alle Duett-Partner auf dem Album auch bei Deiner Plattenfirma tätig sind, so dass es nach einer Vorgabe aus dem "Mutterschiff" riecht ...
Dass Duette Bestandteil des Konzepts sein würden, war ursprünglich nicht in meinem Kopf. Es war auch kein direkter Vorschlag der Plattenfirma, aber ich wusste, wie viele großartige Künstler bei dieser Plattenfirma sind. Von vielen dieser Künstler bin ich selbst ein Fan, denn ich höre fast mein ganzes Leben lang schon deutschen Schlager. Irgendwann kam die Plattenfirma dann aber doch mit der Idee um die Ecke, dass wir das Album ja eigentlich im Duett-Format machen könnten. Mir war anfangs nur wichtig, dass ich die Lieder meines Vaters singen konnte und auch mal mit ihm zusammen singen kann. Dass dann auch andere Künstler dabei mitwirken wollten, fand ich unsagbar schön. Das ist für mich keine Selbstverständlichkeit, deshalb bin ich echt dankbar, dass die Kollegen so interessiert waren und bei dem Album mitgemacht haben.

Dein Vater ist mit Dir zusammen bei drei Liedern zu hören. Habt Ihr diese drei Titel gemeinsam im Studio aufgenommen oder getrennt voneinander, also Du in Deutschland und er in den USA …?
Ja, wir haben diese Songs gemeinsam in New York aufgenommen. Wir sind beide komplett geimpft, da gab es also keine Probleme.


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Und die anderen Songs wurden Corona-konform eingespielt, also getrennt jeder für sich oder doch zusammen im Studio?
Das war unterschiedlich. Mit Marianne Rosenberg zum Beispiel war ich in den Hansa Studios. Bei anderen wiederum war es so, dass ich meinen Teil bei meinem Produzenten in Stuttgart aufgenommen habe, während beispielsweise Lucas Cordalis seinen Part auf Mallorca eingespielt hat.

Die Auswahl Deiner Duett-Partner finde ich hochinteressant. Marianne Rosenberg, eine ganz tolle Sängerin, hast Du schon genannt. Auch Frank Schöbel ist dabei. Und dann muss ich vor allem René Kollo erwähnen. Woher kennst Du den denn? Das ist ja nun auch überhaupt nicht Deine Zeit gewesen!
René Kollo und sein Vater sind ja schon ganz viele Jahre bekannt und beliebt in Deutschland. Ich habe den Namen René Kollo zum ersten Mal 2010 gehört, weil eine gute Freundin von mir mit seiner Tochter befreundet war. Damals kannte ich logischerweise seine Musik noch nicht. Aber René Kollo ist ja ebenfalls bei unserer Plattenfirma Telamo vertreten. Und so schlug man mir vor, mit René zusammen "Scarborough Fair" zu singen. Ich war davon wirklich begeistert, denn der Mann ist schon Mitte Achtzig und hat immer noch eine unglaublich kraftvolle Stimme. Außerdem ist er ein richtig guter Mensch und ein toller Typ. Ich mag ihn wirklich sehr gerne.

Nun hat man am Ende einer solchen Produktion ja eine eigene Sicht auf das Endergebnis. Du sagtest vorhin, Du bist froh, dass Du dieses Album machen konntest. Bist Du denn auch hundertprozentig zufrieden mit dem Ergebnis?
Ja, das bin ich. Hundertprozentig.

Bei den ruhigeren Songs verschaffst Du dem Hörer mit Deiner Art zu singen eine echte Gänsehaut. Liegen Dir diese verträumten, zum Teil tief in die Seele gehenden Nummern besonders gut?
Absolut. Ich weiß genau, was Du meinst. Ich denke vor allem an "Raum des Schweigens", "Der Condor zieht" oder "Scarborough Fair", das sind alles sehr tiefsinnige, ehrliche Lieder. Ich habe schon während der Aufnahmen gespürt, dass diese Nummern richtig toll werden. Ich wollte meinen Fans so gut es geht eine Gänsehaut verpassen. Ich musste das einfach auf diese Art machen, denn es sind so schöne Lieder, da kann man gar nicht anders herangehen.

Neben all dem Positiven, was auf dem Album zu hören ist, gibt es aber für meinen Geschmack auch ein paar schwache Momente. Ich rede beispielsweise von einem meiner absoluten Lieblingslieder, nämlich "Cecilia". Abgesehen davon, dass hier Ross Antony mitsingt, habt Ihr aus dem Song eine richtige Partyschlagernummer gemacht. Sind solche Ausreißer Zugeständnisse an die Plattenfirma, die damit in verschiedenen Fanlagern auf Kundenfang gehen will, oder war das tatsächlich auch Dein Wunsch, diesen Sound, diesen Partyschlager abzuliefern?
Oh ja, das war durchaus mein Wunsch und ich mag die Nummer so, wie sie am Ende geworden ist. Es ist eine Art Muntermacher. Klar, das Original klingt völlig anders, aber meine Version bietet dafür ein sommerliches Flair, was ich toll finde.


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Das Album "Wie Du". Zum Lesen der Rezension HIER klicken


Ihr habt im Studio bei manchen Songs auf moderne Technik gesetzt. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass die eine oder andere Nummer durch eine Orchesterbegleitung oder einfach nur zur Gitarre eingesungen auch super geklungen hätte. Gab es diese Überlegungen im Vorfeld auch oder stand im Mittelpunkt, hauptsächlich einfach arrangierte, modern klingende Lieder zu produzieren?
Na ja, mein Produzent Felix Gauder hat schon einen gewissen modernen Stil, das ist quasi sein Markenzeichen. Dadurch klingt es eben so, wie es auf dem Album zu hören ist. Aber wenn wir damit live auftreten, würde ich mir wünschen, auch mal mit einem Orchester aufzutreten, gerne auch mit Streichern. Für solche Dinge bin ich völlig offen.

Was hat denn Dein Vater letztendlich zu dem Album gesagt? Er wird es sicher schon gehört haben, denn es wurde ja zu seinem 80. Geburtstag veröffentlicht. Gefällt es ihm?
Ja, mein Vater war sehr stolz auf mich. Ich habe ihm das Album wie geplant zu seinem 80. Geburtstag geschenkt. Er wusste, dass ich irgendetwas mache, weil er ja einige Songs mit eingesungen hatte, aber er kannte nicht das ganze dahinterstehende Konzept. Er dachte, wir nehmen ein paar gemeinsame Lieder auf und werden die bei passender Gelegenheit mal verwenden. Von daher war es also wirklich eine Überraschung für ihn. Er liebt das Album und findet es wirklich sehr gut.

006 20211220 1584152901Vaters Geburtstag war im November. War denn unter den aktuellen Bedingungen überhaupt eine Geburtstagsfeier möglich? Warst Du in den USA oder er hier, oder habt Ihr die Party auf eine hoffentlich virenfreie Zeit im nächsten Jahr verschoben?
Ich bin wegen des Geburtstages nach New York geflogen. Ich bin ja vollständig geimpft und habe immer eine Maske getragen, das war also kein Problem. Wir waren eine kleine Gruppe von sechs Leuten und gingen bei Vaters Lieblings-Chinesen essen. Das war schön.

Was passiert nun in der Zukunft? Wird es eine Tour geben, wann wird sie starten und wie wird sie im Detail aussehen? Ist es vielleicht sogar ein Gemeinschaftsprojekt von Dir und Deinem Vater, oder wirst Du alleine auf Tour gehen und Deinen Vater hier und da mal als Gast dabei haben?
Das Ganze ist geplant als gemeinsame Tour. Ich hoffe sehr, dass es auch zustande kommt. Wir werden europaweit auftreten, vor allem aber ganz viele Termine in Deutschland haben. Drei bis vier Konzerte sollen in den neuen Bundesländern stattfinden und etwa sieben Auftritte sind in den alten Bundesländern geplant. Auf jeden Fall wollen wir gemeinsam auf die Bühne gehen.

Wenn Du sagst "europaweit", wirst Du dann die deutschen Versionen der Lieder auch in Frankreich, Portugal oder Belgien singen?
Das ist eine gute Frage. Über die genauen Details haben wir noch nicht endgültig nachgedacht. Diese Entscheidungen fallen zu gegebener Zeit. Aber vom Gefühl her würde ich in Ländern, die nicht deutschsprachig sind, wohl eher die englischen Texte bevorzugen. Das stellt für mich kein Problem dar, denn ich singe auch sehr gerne auf Englisch.

Es wäre ja auch eine Option, die Lieder Deines Vaters je nach Auftrittsort auf Spanisch oder Französisch zu singen. Wäre das eine Idee für die Zukunft?
Das glaube ich eher nicht, denn ich spreche nur Deutsch und Englisch und singe auch nur in den Sprachen, die ich verstehe.

Wie geht es mit Dir persönlich weiter? Wird es weitere Songs von Dir geben? Ich denke mal, es wird nicht Dein letztes Album bleiben. Planst Du als nächstes ein eigenes Album oder wird die Reihe mit Liedern Deines Vaters fortgesetzt?
Ich werde auf jeden Fall weiterhin Musik machen und auf den Markt bringen, denn das ist meine Leidenschaft. Ich bin einfach dankbar für die Chance, das zu machen, was ich liebe und was mir gut tut, deshalb werde ich damit natürlich weitermachen.

Also dann auch mit eigenen Liedern?
Genau. Ich würde sehr gerne ein Album mit eigenen Liedern in deutscher Sprache machen. Ich schreibe selber leidenschaftlich gerne Texte und könnte mir sehr gut vorstellen, in Zukunft ein solches Album aufzunehmen.

Du sagst, Du schreibst selber Texte. Komponierst Du auch oder überlässt Du diesen Part anderen?
Ich kann zwar ein bisschen Klavier spielen, aber grundsätzlich bin ich ein Sänger. Vielleicht sollte ich mal ein bisschen Unterricht in Komposition nehmen (lacht).

Wie wirst Du Weihnachten verbringen? In Amerika bei der Familie oder hier in Deutschland?
Ich werde wahrscheinlich in Deutschland bleiben.

Dann wünsche ich Dir ein frohes Fest, einen guten Rutsch und danke Dir für das Gespräch.
Ich danke für die Einladung zum Interview und wünsche ebenfalls ein schönes Weihnachtsfest.



Interview: Christian Reder
Übertragung: Torsten Meyer
Fotos: Pressematerial Telamo




   
   
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