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Die Suche hat ein Ende: Die Stern-Combo Meißen hat einen neuen Sänger gefunden. Für Deutsche Mugge ist es kein Unbekannter. Es ist Manuel Schmid, den wir Euch bereits über eine CD-Rezension im Jahre 2009 vorstellten. Der 27-jährige Musiker übernimmt eine schwere Aufgabe und beerbt große Namen am Mikrofon der Stern-Combo Meißen. Bei zwei Konzerten der Combo hat er zuletzt schon seine Visitenkarte abgegeben, ab jetzt wird's richtig ernst. Wir haben den neuen Frontmann eingeladen und möchten ihn Euch über dieses Interview gerne näher vorstellen...
 
 
 
Die Band ist in Sachen Sängersuche einen neuen Weg gegangen, nämlich den über einen öffentlichen Aufruf, sich als neuer Sänger bei ihnen zu bewerben. Wo und wie hast Du von dieser Aktion erfahren?
Als Fan der "Sterne" ist man natürlich immer an Neuigkeiten interessiert und informiert sich daher auch in regelmäßigen Abständen. Soweit ich mich erinnere, hab' ich durch "Facebook" davon erfahren.
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Was war da Dein erster Gedanke?
Zuerst habe ich gar nicht in Betracht gezogen, mich vorzustellen. Es ist ja schon eine gewaltige Aufgabe, einen solchen Part zu übernehmen, nachdem es einen Reinhard Fißler, IC und Larry gegeben hat. Das kam erst ein paar Wochen später, als ich mit Detlef Seidel telefoniert hatte. Wir haben uns im Sommer 2009 auf einem SCM-Konzert in Glauchau kennengelernt und zu diesem Zeitpunkt war gerade mein Album "Leben" erschienen. Wir haben damals darüber gesprochen, ob ich denn eventuell mal im Vorprogramm der SCM auftreten könnte. Leider ist das aufgrund von terminlichen Überschneidungen nie zustande gekommen. Dennoch hatte er ja meine CD und wusste um die musikalische Botschaft.

Und wie hast Du Dich beworben?
Ich habe an Detlef eine MP3-Demo-Datei mit Acapellafassungen von "Die Nacht auf dem kahlen Berge", "Die Erkenntnis" aus "Weißes Gold", "Kampf um den Südpol" und "Was bleibt" geschickt.

Warum hast Du Dich bei der Combo beworben und welche Erwartungen hast Du damit verbunden?
Ich wollte einfach wissen, ob ich eine Chance habe. Außerdem wusste ich, dass ich dort auf gute Musikanten stoßen werde. Große Erwartungen, Sänger von SCM zu werden, hatte ich jedoch keine.

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Wie war der erste Kontakt zur Band? Wann hast Du ein Feedback auf Deine Bewerbung bekommen?
Wir haben uns das erste Mal in Martins Studio in Berlin getroffen. Die Jungs staunten natürlich, dass sich so ein junger Spund wie ich auf die Stelle beworben hatte. Das erste Stück, welches wir zusammen spielten, war der "Südpol". Martin meinte hinterher: "... als hättest Du das Stück schon immer gesungen!"

Thomas Kurzhals hat mir nach der ersten Probe mit Dir erzählt, dass Du extrem gut vorbereitet warst. Du kanntest offenbar alle Texte und Einsätze. Hast Du Dir das Lernen der Texte eigens wegen der Probe aufgedrückt?
Als Liebhaber dieser Musik hat man natürlich die meisten Texte intus. Und wenn man wirklich was erreichen will, bereitet man sich natürlich auch gut drauf vor. Außerdem spiele ich ja innerhalb meines Soloprogramms neben Titeln von LIFT auch die SCM-Klassiker "Was Bleibt" und "Du, komm her".

Du hast mit Reinhard Fißler einen großen Sänger als Vorgänger. Der Name steht auch heute noch ganz oben, wenn es um die Combo geht. Auch Larry B. hat das Publikum erreicht und überzeugen können. Wie groß ist der Druck für einen jungen Musiker, wie Dich, dadurch?
Der Druck ist natürlich groß, weil man vorher ja nie weiß, wie die Leute darauf reagieren werden. Ich wünsche mir natürlich, dass ich die Leute mit meiner Stimme überzeugen kann und freue mich auf die kommenden Konzerte.

Neue Leute bringen auch immer neue Optionen mit. Marek Arnold z. B. hatte ein Saxophon im Gepäck, als er bei der Combo einstieg. Kannst Du auch Instrumente spielen, die man eventuell in das Programm einbauen kann?
Ich spiele selbst Klavier und auch Schlaginstrumente. Die SCM-Literatur ist ja zum Glück vielseitig. Von daher lassen wir uns also überraschen, was die Zukunft bringt ;-)

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Du hattest Deine Feuerprobe bei der Combo ja am vergangenen Dienstag. Erzähl bitte mal, wo das war und wie es gelaufen ist.
Das war in Torgau in der Kulturbastion. Es war ein sehr netter Abend und sehr aufregend für mich. Mein Einstandsstück war ausgerechnet auch noch "Was bleibt". Ich hab' einfach die Augen geschlossen und losgesungen. Das Publikum hat am Schluss wahnsinnig applaudiert. Auch die Band war glücklich. Das hat mir sehr sehr viel Mut und Kraft gegeben.

Da schließt sich dann auch die Frage an, wie Dein erster Eindruck ist. Du hast jetzt - ich glaube - schon zwei Mal mit den Jungs auf der Bühne gestanden und auch Proben mitgemacht. Wie sind die Sterne drauf?
Es sind auf jeden Fall alles ausgezeichnete Musikanten. Es macht riesen Spaß, mit ihnen auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen. Privat lernen wir uns gerade kennen. Mit Martin telefoniere ich oft. Auch mit Thomas hatte ich gerade heute ein sehr nettes Gespräch.

Kommen wir jetzt mal zu Dir. Du hast im Jahre 2009 mit "Leben" bereits ein eigenes Album veröffentlicht. Wir haben das bei uns auch vorgestellt. Wirst Du auch weiterhin, trotz Deines Einstiegs bei der SCM, als Solist oder in anderen Projekten arbeiten?
Ja, ich bereite gerade eine neue 6-Track-E.P. vor, die eigentlich im November veröffentlicht werden sollte. Ich werde das aber nicht ganz schaffen. Somit wird die CD dann hoffentlich im Frühjahr 2013 erscheinen. Ein Promovideo zum Song "Hüte Deinen Traum" kann man sich aber schon auf Youtube ansehen.


Das Video zu "Hüte Deinen Traum" (2012)

Kann man die CD "Leben" eigentlich noch irgendwo kaufen oder ist die schon vergriffen?
Ein paar wenige Exemplare sind noch verfügbar. Die bekommt man entweder direkt über meine Internetseite oder zukünftig (hoffentlich!!!) am SCM-Merchandising-Stand.

Wo kommst Du her und welche Ausbildung hast Du genossen?
Ich stamme aus Altenburg. Das ist ein sehr hübsches Städtchen in Ostthüringen. Dort bin ich aufgewachsen. Kultur wird dort groß geschrieben. Somit hatte ich immer Glück, neben dem Eltern- und Verwandtenkreis, kulturelle Leckerbissen zu genießen. Viele Altenburger kennen mich auch als Künstler, weil ich oft zu Stadtanlässen und Vernissagen spiele. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann im Fotobereich absolviert und danach dann ein paar Jahre auch als Fotograf in Werdau gearbeitet. Die Musik war aber immer die Nummer 1 in meinem Leben. Wenn ich also nicht arbeiten war, habe ich Musik gemacht und in meinem kleinen Studio gearbeitet. Das führte soweit, dass ich später noch ein Studium zum "Audio Engineer" am SAE-Institut Leipzig absolvierte und auch erfolgreich abschließen konnte. Seit 2009 bin ich ausschließlich als Musiker und Tontechniker aktiv.

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Du hast sicher auch schon in anderen Projekten bzw. Bands gespielt, oder? Wenn ja, wo und wie lange?
Das sind so viele Projekte... Die bekomme ich gar nicht mehr alle auf die Reihe. Eines der Höhepunkte war auf jeden Fall die Schacholympiade 2008 in Dresden. Dort durfte ich die Hymne von Ex-LIFT-Keyboarder bzw. Komponist Wolfgang Scheffler singen. Musikalisch gesehen, habe ich auf jeden Fall ein breites Spektrum schon durchlebt und bin sehr dankbar, dass mir sehr viele wirklich gute, gestandene Musiker immer eine Chance gegeben haben. Von Unterhaltungsshowband bis zeitgenössischer Klassik war alles dabei. Ähnlich, wie bei meinem Namensvetter Manuel von Senden von electra. Der hat auch ein großes musikalisches Spektrum bedient.

Welche Art von Musik bevorzugst Du persönlich und hast Du diese auch schon selbst spielen können?
Ich würde mich da gar nicht so festlegen wollen. Auf jeden Fall bevorzuge ich Musik mit harmonischer Vielfalt und guten Texten. Das ist etwas, was es leider heutzutage im kommerziellen Bereich nur noch wenig gibt. Deswegen höre ich meistens Musik, die älter ist als ich ;) Viel Prog- und Jazzrock wie Genesis, Yes, ELP, Pink Floyd, Porcupine Tree etc. Aber auch Popsachen wie z. B. Phil Collins, dem ich meine musikalische Inspiration verdanke. Der hat mich mit fünf Jahren durch "In The Air Tonight" davon überzeugt, dass Musik mein Leben wird: "Da-Dam, Da-Dam, Da-Dam, Da-Da-Da-Dam" ;) Ein wahnsinnig guter Musiker!
2008 hatte ich mit Musikerfreunden just for fun ein so genanntes Artrock-Projekt. Da haben wir Sachen von Pink Floyd, The Doors, Genesis, Porcupine Tree, LIFT und SCM nachgespielt. Das waren zwei Konzerte. Die waren sehr erfolgreich und wurden in einer großen Stadtkirche bestritten. Beim zweiten Konzert war die Kirche brechend voll. Das war erhebend.

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Du hast mir im Frühjahr mal von einem Gospel-Projekt erzählt. Ist das noch aktuell und wenn ja, worum handelt es sich da genau?
Ja, das ist der Altenburger Gospelchor "Colours Of Soul", bei dem ich Piano spiele. Wir haben sehr viele Konzerte und es macht viel Spaß, da unsere Chorleiterin auch die Stimme und das Temperament einer amerikanischen Gospelsängerin mitbringt. Wir produzieren gerade eine CD, die hoffentlich noch dieses Jahr erscheinen wird.

Glaubst Du, oder besser gesagt, traust Du es Dir schon zu, dass Du Dich für ein eventuell neues Album der Stern-Combo zum 50. Bandjubiläum in zwei Jahren kreativ mit eigenen Song- oder Textideen einbringen kannst?
Das könnte ich mir durchaus vorstellen. Doch ich finde, es ist noch zu früh, um über so etwas nachzudenken. Wichtig ist es jetzt, denke ich erst einmal, dass die kommenden Konzerte gut laufen und alle Spaß daran haben.

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Am Wochenende stehen mit Magdeburg und Zwickau zwei weitere Termine mit der Stern-Combo an. Wirst Du die schon allein bestreiten, oder wird die Band nochmals auf Werther Lohse und/oder Bodo Kommnick von LIFT zurückgreifen?
In Magdeburg wird Werther Lohse noch mit am Start sein, Bodo's Part werde ich dann schon komplett übernehmen. Das Konzert in Zwickau werde ich dann mit der Band allein bestreiten. Mein Einstand sozusagen.

Was wünschst Du Dir persönlich für die Zukunft? Wo möchtest Du insbesondere mit der Combo hin?
In allererster Linie finde ich es wichtig, viele Konzerte zu spielen, um die musikalische Botschaft einfach am Leben zu erhalten. Außerdem finde ich es wichtig, Tradition mit Moderne zu verbinden. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, dem gerecht zu werden.

Das war's schon mit dem Interview. Du hast jetzt noch die Gelegenheit, den Fans da draußen ein paar letzte Worte mit auf den Weg zu geben...
Ich freu' mich auf Euch. Kommt einfach zu den Konzerten. Wir geben unser Bestes... In diesem Sinne, bis neulich ;-)

 

Interview: Christian Reder
Fotos: Archiv Manuel Schmid

 


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