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Als Egon Linde vor etwas über 3 Jahren das Comeback der Gruppe TRANSIT bekannt gab, hätten wohl nur die optimistischsten Fans damit gerechnet, dass in dieser kurzen Zeit bis heute gleich zwei neue Alben erscheinen würden. Nach der CD "Über's Meer" (2010) erschien in diesem Sommer schon die neue CD "Durchs Leben". Auch in Sachen Konzerte ist die Band wieder das ganze Jahr unterwegs. Dabei fällt auf, dass Transit im Gegensatz zu vielen anderen Bands ihres Genres sich nicht selbst covert, sondern immer wieder für neue Titel im Live-Programm sorgt. Selbst die Klassiker klingen heute live anders als früher. Die Band klingt härter und gereifter, was sich insbesondere auch in den neuen Songs auf den eben erwähnten Alben widerspiegelt.
In diesem Monat kommt es zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Die Fans können in Sachen Konzert nochmal weit in der Zeit zurückreisen. Am 29. September präsentieren TRANSIT in Hagenow zuerst den Mitschnitt eines Konzerts aus dem Jahre 1983, den das DDR-Fernsehen damals in der Reihe "In Konzert" ausgestrahlt hat. Im Anschluss hat man dann den direkten Vergleich, denn die Band wird nach der Filmvorführung ein Konzert mit dem aktuellen Programm spielen. Wir hatten also zwei Gründe, Frontmann Egon Linde nach 2008 und 2009 erneut zu einem Interview einzuladen...
 
 
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Es gibt gleich zwei Gründe, warum wir Dich mal wieder zu einem Interview auf den Seiten der Deutschen Mugge begrüßen dürfen. Zum einen möchte ich mit Dir gerne über Eure neue CD plaudern, aber anfangen wollen wir mit einem vor uns liegenden Event. Ist das okay, oder wäre es Dir anders herum lieber?
Das ist schon okay.

Am 29. September plant Ihr in Hagenow eine besondere Veranstaltung. Dort wird im "Mecklenburger Hof" ein TRANSIT-Konzert aus dem Jahre 1983 gezeigt, welches seinerzeit in Hagenow vom DDR-Fernsehen mitgeschnitten wurde. Anschließend gebt Ihr ein Live-Konzert, auf dem Ihr Eure neue CD vorstellen und sicher auch ein paar alte Hits spielen werdet. Das klingt nach einer richtig fetten Party.
Du hast es schon gesagt, in Hagenow fand damals ein Live-Konzert von uns statt, welches vom Fernsehen übertragen wurde. Das war eine richtig gute Sache und wir waren hochmotiviert, hatten auch richtiges Lampenfieber. Es ist alles super gelaufen. Die Leute waren vermutlich angelernt, was das Applaudieren angeht... Wir haben nur eigene Titel gespielt, bis auf eine Zugabe, die eine Coverversion war. Ich betone das so, weil es zu DDR-Zeiten nicht unbedingt normal war, nur eigene Songs zu spielen. Wir selbst waren auch nicht anders, haben ungefähr das halbe Programm Lindenberg-Titel gecovert, die andere Hälfte waren unsere Titel. Klar waren unsere eigenen Nummern gut, wenn ich so an "Ich fahr an die Küste", "Bernsteinhexe" oder "Ein Mädchen wie du" denke, aber die Leute wollten natürlich trotzdem lieber die Lindenberg-Sachen hören. Es gab aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel spielten wir mal in einem kleinen Ort, ich weiß leider den Namen nicht mehr, da fragten uns hinterher einige Fans, warum wir so viel Udo-Titel gespielt hätten. Die wollten eben lieber unsere Transit-Nummern hören, was mich sehr überrascht, aber auch mächtig gefreut hat.

Wer kam auf die Idee zu der Veranstaltung, und wie seid Ihr überhaupt in den Besitz dieser alten Aufnahme gekommen?
Es gibt da einen Peter aus Weißenfels, der macht so was ähnliches wie rockradio.de. Der hat uns die alten Bänder mal zugeschickt. Der hat das Konzert auf DVD und da waren außerdem noch verschiedene Fernsehauftritte von uns in "rund" usw. drauf. Ich selbst habe nach der Wende auch versucht, mal alte Auftritte von uns zu kriegen. Da gibt es ja irgendwo so ein Archiv, an das man sich wenden kann. Aber leider hatten die kaum was von uns und das, was sie hatten, war so unverschämt teuer, dass ich es erst mal sein gelassen habe. Doch die Sache ist nicht aus der Welt, vielleicht greife ich das Thema ja noch mal auf. Auf jeden Fall finde ich es richtig toll, dass der Veranstalter in Hagenow sich an dieses Konzert damals erinnert und uns darauf angesprochen hat.

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Ist das Ganze als Open Air geplant? Und macht es Sinn, am 29. September spontan nach Hagenow zu reisen? Oder sind die Platzkapazitäten beschränkt, so dass man sich bereits im Vorfeld um ein Ticket bemühen sollte, wenn man der Veranstaltung beiwohnen möchte?
Keine Ahnung. Karten im Voraus zu kaufen, ist natürlich immer empfehlenswert (lacht).

Wird dieser historische Konzertmitschnitt irgendwann mal für jedermann verfügbar sein?
Ich glaube eher nicht, denn da wird es große Probleme geben. Ich merkte das vor einiger Zeit schon bei unseren eigenen Titeln, die wir auf myspace einstellten. Wir bekamen sofort irgendwelche Anzeigen. Aber nicht etwa von der GEMA, wie man denken könnte, sondern in unserem Fall von SONY Music. Die hatten nämlich die Rechte an unseren Titeln von AMIGA gekauft. Ich telefonierte dann mit den Verantwortlichen von SONY und die sagten, wir können Titel reinstellen, aber nur kurze Schnipsel von 30 Sekunden. Das wussten wir vorher nicht, wir wunderten uns nur, warum die Titel gesperrt wurden. Deshalb wird es wohl auch keine Veröffentlichung dieses alten Konzertes geben, zumal ich im Moment auch gar nicht weiß, bei wem die Rechte für den Mitschnitt liegen.

Nun aber endlich herzlichen Glückwunsch zur neuen CD "Durchs Leben", die seit ein paar Wochen auf dem Markt ist. Am Erscheinungstag der CD habt Ihr in Warnemünde unterm Leuchtturm die neuen Titel live präsentiert. Wie lief die Veranstaltung?
Eigentlich ganz gut. Wir sagen zu solchen Veranstaltungen ja immer "Bockwurst-Mugge", weil da ganz viele Leute sind, die zufällig auf dem Weg vom oder zum Strand an unserer Bühne vorbeikommen und stehen bleiben, oder Touristen, die mit einer Bockwurst in der Hand gerade da lang schlendern. Die wirklichen, echten Fans sind bei solchen Events jedenfalls in der Minderheit. Es ist quasi so eine Art Laufkundschaft. Aber das ist völlig in Ordnung, wir wissen das ja vorher. Weißt Du, das wichtigste an Livemusik ist für mich das Gefühl, ich spiele mit meiner Band und es klingt gut. Dann macht es mir Spaß, meinen Kollegen ebenfalls. Genau das kriegen die Leute vor der Bühne mit und reagieren absolut positiv darauf. Wenn dann noch einige Leute darunter sind, die die Texte können und Deine Lieder mitsingen, dann ist das noch mal eine schöne Steigerung und Unterstützung für uns. Was gibt es schöneres, als zu merken, was Dir selber gefällt, gefällt auch anderen. Wenn ich Musik produziere, eine Idee habe, diese Idee zum Klingen bringe und hinterher gefällt mir das Ergebnis, dann macht mich das total glücklich. Eine Steigerung dieses Glücks ist dann eben die Livepräsentation. Wenn ich dort merke, ich bin nicht der Einzige, der es gut findet, dann weiß ich, warum ich Musik mache.

Mit dem Titel des Comeback-Albums "Über's Meer" habt Ihr Eurer ewigen Liebe zum Meer und zur Seefahrt Ausdruck verliehen. Das neue Werk trägt den Titel "Durchs Leben" und lässt zu Recht vermuten, dass Ihr Euch diesmal eher den weltlichen Dingen zuwendet. Bedeutet das eine Abkehr von TRANSITS bisheriger maritimer Grundausrichtung, oder ist es einfach nur die Aufarbeitung anderer Themen, die Euch beschäftigen?
Mein Leben war, ist und bleibt maritim. Deshalb sind ja auch auf der neuen Scheibe "Durchs Leben" wieder maritime Texte enthalten, manchmal aber nur als Metapher. Wir werden diese Themen nie ablegen, denn TRANSIT ist ja nun mal eine Band von der Küste. Zumindest die beiden Schöpfer, also Siggi Scholz und ich, kommen von der Küste. Das spiegelt sich in unserer Musik und in unseren Texten wider. Was ich allerdings niemals selber gemerkt habe, aber was mir andere immer wieder sagen: Ich hätte eine norddeutsche Melancholie. Das ist wohl so, nur war mir das nie bewusst. Es wird also keine Abkehr von der Seefahrt und diesen ganzen Dingen geben, denn das ist mein, das ist unser Leben.

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Welche Hoffnungen knüpfst Du an das neue Album? Wollt Ihr damit vielleicht auch neue Zielgruppen erschließen?
Na ja, mein Wunschtraum wäre, mit dem Album eine Million zu verdienen (großes Gelächter), damit ich mich endlich befreien kann von meiner existentiellen Not. Ja, Du lachst, aber es ist doch heutzutage wirklich so! Ich bin selbständig, ich muss mein Leben lang arbeiten, denn nur von meiner Rente könnte ich nicht leben. Mein körperliches Gefühl ist zwar okay, aber mein emotionelles nicht, weil man ständig an die Existenz denken muss, man sich nicht befreien kann von diesen Gedanken. Deshalb käme mir ein ordentlicher Verkauf des Albums sehr entgegen. Natürlich, ich bin Optimist und hoffe, mir auch später noch ein paar Wünsche erfüllen zu können. Ich wollte mit meinem Boot z. B. schon immer zur Blauen Lagune, da war ich nun schon. Aber ich möchte gerne noch mal eine Weltumsegelung machen.

Sind die Songs auf "Durchs Leben" wirklich alle neu, oder hast Du die eine oder andere Nummer schon seit Jahren in der Schublade liegen?
Du vermutest richtig, ein Teil der Titel war bereits vorhanden. "Back again" stammt von 2009, "Mein Dörfchen" zum Beispiel ist schon vor der Wende entstanden, der "Rock 'n' Roll Zigeuner" ebenfalls, aber den haben wir zu DDR-Zeiten nicht durch das Lektorat gekriegt. "Sein Leben ist Rockmusik" stammt auch noch aus den alten Zeiten, doch den haben wir gar nicht erst beim Lektorat eingereicht, weil wir wussten, der geht sowieso nicht durch. Das war dann letztendlich auch der Grund, warum man in der DDR irgendwann die Kreativität aufgab, keine Lust mehr hatte. Das Genre Rockmusik wurde ja praktisch durch dieses Lektorat vergewaltigt. Rockmusik hat durchaus was Revolutionäres und Kritisches, und das durfte halt zu DDR-Zeiten nicht sein. Alles musste immer positiv dargestellt werden. Also hat man sich, wie wir zum Beispiel, hinter irgendwelchen Sagen und Legenden versteckt. Aber wir DDR-Bürger waren ja durchaus geschult, wir konnten mit zwei Ohren hören. Wo ein Wessi nicht lachen konnte, hat der Ossi trotzdem gelacht, weil er etwas verstanden hat.

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Es ist in Mode gekommen, sich bei CD-Produktionen Gastmusiker einzuladen. Könnt Ihr damit auch aufwarten, oder hat Egon Linde sogar wieder alles im Alleingang eingespielt?
Nö, wir hatten nur uns selber. Also die ganze Wahrheit ist ja die: Wenn ich einen Titel produziere, dann hat man ja heutzutage unglaubliche technische Möglichkeiten. Nachdem wir 2009 wieder auf die Bühne gingen, begann ich mich plötzlich wieder für all die Dinge zu interessieren, die mir schon vor 20 Jahren Spaß machten. Ich kaufte mir entsprechende Programme für den Computer, mit denen ich dann unsere erste CD, also die "Über's Meer", produziert habe. Früher hatte man Tonstudios mit 16-Spur-Bandmaschinen, Mischpulte usw. Heute hast Du das alles auf dem Computer. Du hast ein Aufnahmeprogramm, Du hast so und so viel Sounds und Samples, es ist der pure Wahnsinn. Ich mache das so, dass ich den Gesang und die Gitarre live spiele, alles andere spiele ich über Keyboard ein. Egal, ob das die Drums sind, die Streicher, oder der Bass. Dazu verwende ich dann am Keyboard die entsprechenden Sounds, also z.B. den Drum-Sound oder den Bass-Sound, alle möglichen Synthie-Sounds oder auch die Hammondorgel und was man sonst noch so in den Titeln benötigt. So entsteht irgendwann ein fertiger Song, und das spiele ich dann meinen Kollegen vor und frage sie, ob sie die eine oder andere Idee haben, wie ich die einzelnen Parts noch besser, passender machen kann. Dann antwortet mir z.B. der Drummer: "Der Break da bei 1:20 Minute gefällt mir nicht, mach den mal so und so." So wird heute Musik produziert. Natürlich kann man auch die althergebrachte Methode wählen und mit der Band live im Studio produzieren. Doch diese von mir verwendete Variante ist nicht nur deutlich billiger, man spart auch ungeheuer viel Zeit. Guck mal, wenn ich so viele Titel produziere, weiß ich doch noch gar nicht, ob irgendein CD-Verlag meine Titel haben will. So vermögend bin ich nicht, dass ich sage: "Leute, wir mieten schnell mal ein Studio und spielen ein paar Titel ein. Das kostet nur ein paar Tausender." Das geht einfach nicht. Also mache ich alles selber, spiele alles eigenhändig ein und mit Hilfe meiner Bandkollegen wird es verbessert und optimiert. Aber der alles entscheidende Mann, der das i-Tüpfelchen auf die Produktion setzt, das ist Eghard "Ege" Schumann. Egge betreibt ein professionelles Tonstudio, produziert eine ganze Menge fürs Fernsehen und diverse andere Künstler. Er bekommt von mir die vorproduzierten Titel und mixt dann alles, bis es perfekt klingt. Egge ist also der Endproduzent, er hat einen entscheidenden Anteil am fertigen Sound. Deshalb wird Egge Schumann auch im Covertext separat unter "Produktion und Mitbearbeitung" aufgeführt, denn ich finde, wenn jemand so entscheidend mitarbeitet, soll er auch genannt werden. Genau dasselbe gilt für unseren ehemaligen Bassisten Manfred Hecht, der den Fretless-Bass live bei mir im Studio eingespielt hat.

Wie sieht die generelle Arbeitsweise an neuen TRANSIT-Songs aus? Entsteht zuerst der Text und darauf wird dann eine passende Melodie geschrieben, oder favorisiert Ihr den umgekehrten Weg?
Das ist unterschiedlich. Nimm nur mal den Text zu "Burnout". Dazu wurde ich durch einen Freund inspiriert, der unter dieser Krankheit gelitten hat und immer noch leidet, aber glücklicherweise in deutlich reduzierter Form. Da wache ich nach einer schlechten Nacht morgens auf und plötzlich spukt mir ein solcher Text durch den Kopf. "Die Nacht, ein finsterer Traum..." - und schon lässt es mich nicht mehr los. Ich gehe runter in mein Studio, setze mich an meine Klampfe und versuche, was daraus zu machen. Das ist aber eher eine seltene Sache, dass ich eine spontane Idee gleich so umsetzen und zum Klingen bringen kann, den Refrain und die Strophen dazu finde usw. Natürlich arbeite ich dann noch weiter an den Texten und der Musik, aber die Grundidee zu dem Song kam mir eben ganz spontan.

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Mit dem von Dir genannten Titel "Burnout" greift Ihr ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf. Da Ihr den Song in der "Ich"-Form, also aus der Sichtweise eines Betroffenen interpretiert, liegt die Frage nahe, ob Ihr vielleicht selber Erfahrungen mit dieser Burnout-Sache sammeln musstet.
Ich persönlich habe zum Glück noch nicht unter dem Burnout-Syndrom gelitten. Natürlich hat jeder Mensch mal depressive Stimmungen, das geht heutzutage ja sehr schnell. Aber weißt Du, ich möchte für mich eigentlich immer nur ein schönes, glückliches Leben. Ich sage mir immer, das Leben ist doch irgendwann zu Ende. Warum also verbringst Du Deine Zeit damit, Dich aufzuregen? Die meisten Sachen kannst Du eh nicht ändern. Genieß doch Dein Leben, alles andere ist Zeitverschwendung. Aber das schafft man einfach nicht, irgendeiner spuckt Dir immer in die Suppe. Doch ich arbeite daran und möchte das irgendwann mal für mich erreichen ("Der Weg ist das Ziel"). Von Burnout hatte ich jedenfalls noch nie etwas gehört, bis ich meinen Freund fragte: "Was hast Du denn für eine Krankheit? Ah, Burnout-Syndrom...". Dann bekam ich aber mit, dass es ein ungeheuer populäres, zeitgemäßes Thema war. Als ich das Lied schrieb, hörte ich plötzlich im Radio was darüber, im Fernsehen erzählte man pausenlos über Burnout, und im Internet liest man auch ständig etwas dazu.

Was hat Euch dazu bewogen, das PETER HACKS-Gedicht "Mein Dörfchen" zu vertonen? Wie soll man die von Dir dazu gedichtete Strophe deuten?
Ich fand einfach den Text schön und gut. "Mein Dörfchen, das heißt DDR, hier kennt jeder jeden. Wenn Sie in Rostock flüstern, Herr, hört Leipzig, was sie reden." Genau so war es doch! Alles, was Du gemacht hast, war bekannt. PETER HACKS ist eben ein toller Dichter. Man sollte auch nicht alles so wörtlich nehmen, manchmal steckt auch mehr eine Metapher dahinter. "Das Mädchen, das zu lieben lohnt, kennt auch Ihr Freund genauer..." Die Vergangenheitsform habe ich, nach einigen Jahren der Wende mit seiner Erlaubnis gewählt - das ist eben PETER HACKS. Ich finde ihn als Dichter genial, bin ein großer Bewunderer von ihm und seinen Werken. Deswegen habe ich den Text sehr gerne vertont. Zu der extra Strophe kam ich, weil 2009, als der Titel entstand, der Mauerfall gerade zwanzig Jahre her war. Und viele Leute leiden ja tatsächlich unter dieser Ostalgie. Das ist aber mehr eine Frage der Generation, irgendwann ist es damit also vorbei. Man sollte das aber keinesfalls als Anklage verstehen, dass die Ostalgie eine Art Jammern ist. Jeder hat das Recht auf eine persönliche Einstellung zu seinem Leben. Gerade jetzt, wo wir eine sogenannte Demokratie haben, müssen wir mit extrem Andersdenkenden fertig werden. Es geht heutzutage ganz viel um Rechtsradikalismus. Ich bin wirklich ein Gegner von Hitler, den Nazis und diesem ganzen Scheiß. Aber man muss trotzdem akzeptieren, dass es auch heute noch Menschen gibt, die diese Scheißgedanken haben. Trotzdem kann man z.B. auf die NPD nicht einfach mit Verboten reagieren. Das bewirkt nur das Gegenteil von dem, was man eigentlich damit erreichen will. Man muss mit diesen Leuten reden, muss sie von besseren Alternativen überzeugen. Auf jeden Fall aber muss man die Meinungsfreiheit akzeptieren. Natürlich kann man nichts dulden, was die Demokratie zerstören will. Dafür haben wir unsere Gesetze. Da geht es ja nicht nur um Rechtsradikalismus, sondern auch um Diebstahl, Mord und die ganze Palette. In erster Linie geht es für mich aber darum, dass man sich mit allen Andersdenkenden demokratisch auseinandersetzt, denn dafür leben wir in einer Demokratie. Anderenfalls wäre es eine Diktatur und die haben wir hinter uns. Zu DDR-Zeiten war ich auch nicht für die Diktatur, die da vorherrschte. Ich habe auch damals schon immer von einer Demokratie geträumt und habe mich für Politik interessiert. Eigenartigerweise hat jetzt, wo wir die Demokratie haben, das Interesse für Politik bei mir aufgehört. Natürlich nicht ganz, aber im Vergleich zu früher doch schon sehr stark. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns doch wieder mehr zur Diktatur hin bewegen. Früher hatten wir die Diktatur der Bonzen, heute haben wir die Diktatur des Geldes.

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Noch mal kurz zurück zu PETER HACKS. Was verbindet Dich mit ihm ihm?
Ich habe für PETER HACKS diverse Balladen vertonen dürfen. Wenn man sich überhaupt mal damit beschäftigt, stellt man fest, dass unendlich viele HACKS-Texte in Lieder verwandelt wurden. Dadurch, dass er mich mit diesen Dingen beauftragt hat, habe ich natürlich auch viel von ihm gelesen. Ich habe auch heute noch Kontakt zu PETER HACKS' Freundin Karin Gregorek. PETER HACKS war für mich ein väterlicher Freund, den ich - wie gesagt - kennen gelernt habe durch seine Bitte, eines seiner Gedichte zu vertonen. Wir wollten eigentlich auch mal einen kleinen Schlager zusammen machen. Der Titel hieß im Original "Jimmy go home". Weißt Du, worum es in dem Titel ging? Um Jimmy Carter! Also, es war beileibe kein Liebeslied. HACKS konnte den Carter nicht leiden, deshalb auch "Jimmy go home". Also sinngemäß: "Lass mich mit dir in Frieden, geh nach Hause." Das hat natürlich kein Mensch verstanden. Der Titel musste natürlich auch durch das berüchtigte Lektorat. Ich habe mich heimlich schief gelacht, als die damalige Vorsitzende GISELA STEINECKERT sagte: "Ich werde doch keinen Text von PETER HACKS ablehnen!" Wir haben den Titel dann produziert. Als ich dann merkte, den Titel versteht immer noch keiner, dachte ich so bei mir, die Leute müssen ja denken, ich wäre schwul! Das wäre ja auch kein Problem, aber ich bin es nun mal nicht, sondern ich bin absolut hetero. Deshalb machte ich bei Liveauftritten daraus immer "Jenny go home". Für mich ist es auch immer noch "Jenny go home", denn ich bin ein totaler Frauenliebhaber! (lacht herzlich)

Das Album klingt über weite Strecken sehr rockig, was mir persönlich entgegenkommt. Eine dieser Rocknummern heißt denn auch passenderweise "Sein Leben ist Rockmusik". Als ich diesen Titel zum ersten Male hörte, dachte ich spontan: Das könnte auch eine LINDENBERG-Nummer aus den 80er Jahren sein. Liege ich damit richtig, darf man den Song als Hommage an UDO verstehen?
Da hast Du absolut Recht. Die Ähnlichkeit zu UDO wird daran liegen, dass ich die Musik zu einer Zeit geschrieben habe, als wir noch sehr viel LINDENBERG gecovert haben. Ich habe die alte Originalfassung für unser neues Album ja noch mal bearbeitet, damit sie etwas frischer und zeitgemäßer klingt. Wir durften damals den Titel nicht veröffentlichen und so ruhte er vor sich hin. Davon gab es einen ganz alten Livemitschnitt und den hat mir jemand zugeschickt. Dadurch habe ich ihn nach vielen Jahren mal wieder gehört und dachte mir: "Mensch, der ist doch gut, den nehmen wir mit rauf." Aber bis dahin hatte ich die Nummer total vergessen. Im ersten Moment dachte ich wirklich: "Mensch, das ist doch LINDENBERG!" Unser Fanclub sieht das heute übrigens völlig anders, die hören in der neuen Version keinen LINDENBERG mehr raus. Vielleicht habe ich früher auch mehr seinen Klang, seine Stimme imitiert, während ich heute ja doch viel persönlicher singe, mehr nach Egon Linde klinge.

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Neben den maritimen Titeln wart Ihr auch all die Jahre bekannt für die Verwendung historischer Themen wie das "Hildebrandslied", die "Bernsteinhexe", "Ritter Kahlbutz" usw. Mit dem "Schimmelreiter" gibt es endlich wieder einen solchen Titel. Greifst Du wahllos ins Bücherregal, oder nach welchen Kriterien sucht Ihr Euch die Themen für diese Nummern aus?
Der "Schimmelreiter" war bereits 2009, als ich "Über's Meer" produziert habe, eine Idee von mir. Aber ich habe ihn nicht mit drauf genommen, sondern habe ihn liegen lassen. Irgendwann kramte ich ihn wieder hervor und habe ihn so fertig geschrieben, wie er jetzt zu hören ist. Da er aber von der Thematik her auch nicht unbedingt "Übers Leben" handelt, ist er ebenfalls ein Bonustitel geworden. Doch der Titel rockt, und deshalb sollte er diesmal mit rauf auf die CD. Wenn ich mich recht erinnere, wollten wir den "Schimmelreiter" sogar schon mal zu DDR-Zeiten vertonen, aber irgendwie fiel uns damals kein passender Text ein.


Zwei Texte des neuen Albums stammen von unserem Deutsche Mugge-Kollegen ANDREAS HÄHLE. Wie habt Ihr zueinander gefunden?
ANDREAS HÄHLE habe ich über das "Wahl-Lokal" auf rockradio.de kennengelernt. Ich kannte ihn vorher nicht, er mich aber schon. Als wir uns dann ein bisschen unterhielten, kam unter anderem heraus, dass er Texte schreibt. Also bat ich ihn, mir mal ein paar Proben zu schicken. Letztendlich war es aber so, dass nicht er mir einen Text schickte, sondern ich ließ ihm eine Musik zukommen und zwar die musikalische Idee zu unserem Kuschelrock "Wenn ich geh". Zu dem Song inspirierten mich meine Keyboard-Sounds, mit denen ich gerade rum experimentierte. Daraus entstand dann die Melodie, die mir sehr gut gefiel und das gab ich ihm. Er schrieb den Text darauf, der jetzt auf der CD zu hören ist. ANDREAS schickte mir noch einen zweiten Text, der hieß "Willkommen in der DDR - wir hatten uns ja lang nicht mehr". Jetzt fragst Du Dich sicher, wo ist der geblieben? In diesem Lied ging es nicht wirklich um die schöne DDR, sondern die DDR war in dem Fall nur eine Metapher. Eigentlich ging es im Text um den immer wieder passierenden Machtmissbrauch. "Doch jetzt haben wir es geschafft und uns ganz Deutschland ran gerafft...", lautet eine Textzeile. Die Idee von ANDREAS HÄHLE dahinter war die, dass wir eine Bundeskanzlerin aus der ehemaligen DDR haben und wir haben einen Bundespräsidenten aus der ehemaligen DDR. Aber es ging ja nicht um diese beiden Personen direkt, sondern um den Missbrauch der Macht, um das Entsenden von Soldaten nach Afghanistan, um die momentanen Geldgeschichten usw. Den genauen Text habe ich jetzt nicht im Kopf. Ich spielte den Song meinen Freunden (Musikern und Fanclub) vor und die meisten maulten rum, was der Scheiß soll, "Willkommen in der DDR", das will doch keiner mehr hören. Nicht viele haben den wirklichen Sinn des Titels verstanden! Ganz wenige nur waren in der Lage, den Text so zu deuten, wie er gemeint war und die äußerten sich unglaublich positiv darüber. Die meisten jedoch hielten es für eine Lobeshymne auf die DDR, das war es jedoch überhaupt nicht. Also schlug ich ANDREAS vor, wir machen da was anderes draus, wir schreiben den Text um. Ich schickte ihm ein paar Grundideen. Es ging dabei natürlich wieder um das Meer, diesmal aber eher metaphermäßig, dann ging es um die Liebe und das dritte Thema war, wie man z.B. in der Textzeile "Wie fremde Menschen unsere Herzen schleifen..." heraushört, wieder der Machtmissbrauch. Daraus machte ANDREAS den Text zu "Lange her", der also diese drei genannten Themen vereint. So wurde aus "Willkommen in der DDR" der neue Titel "Es ist schon ziemlich lange her". Wir haben inzwischen ein total freundschaftliches Verhältnis, wollen auch künftig zusammen arbeiten, und haben uns auch gerade wieder im "Wahl-Lokal" getroffen. Andreas stellte dort unsere neue CD vor und spielte auch zwei Nummern.

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Mit "Burnout" hattet Ihr dort sogar eine recht gute Platzierung erreicht, wenn ich mich recht erinnere...
Ach weißt Du, eigentlich bin ich überhaupt nicht scharf darauf, in Wertungssendungen mitzumachen. Mit zwei Titeln waren wir schon vertreten. Der erste war "Das Meer ist ganz anders", der kam sogar auf den ersten Platz und in der Jahreswertung wurden wir damit Zweiter. Also ein gutes Ergebnis. Aber mittlerweile misstraue ich dieser ganzen Geschichte, weil da sicher einiges krumm läuft. Guck mal, das war doch schon in der DDR bei Sendungen wie der "Beat-Kiste" so, dass gemogelt wurde. Die Bands haben auf ihren Konzerten vorgeschriebene Postkarten verteilt, auf denen sie für ihre eigenen Titel gestimmt haben, und die Fans haben diese Karten dann in den Briefkasten geworfen. Beim Wahl-Lokal sind zwar inzwischen die Schummelmöglichkeiten stark eingeschränkt, so dass man nicht mehr zwanzig Mal am Stück auf seinen Lieblingstitel klicken kann, aber dennoch traue ich dem Ganzen nicht. Aber gut, wer da gerne mitmachen will, soll es machen, ich jedenfalls brauche diese Wertungssendungen nicht. Wenn jemand meine Musik mag, freut mich das, aber es muss nicht unbedingt in einer Sendung darüber abgestimmt werden.

Bleiben wir noch kurz bei den Texten: Die Geschichten, die Ihr in den Liedern erzählt, klingen sehr persönlich. Trägt denn tatsächlich das eine oder andere Lied autobiographische Züge?
Lass mich überlegen... Nein, eigentlich nicht. Man könnte es vielleicht vermuten bei "Sein Leben ist Rockmusik". Die Geschichte dazu ist echt witzig. Der Text stammt von Siggi Scholz und hieß "MEIN Leben ist Rockmusik". Da habe ich dann aber gestreikt und gesagt: "Meiner Mutter tue ich so was nicht an." Die war nämlich nicht so, wie im Lied beschrieben. Deshalb wurde aus "Mein Leben..." dann "Sein Leben...". Meine Mutti war total lieb, eher war es mein Vater, der mit meinem Entschluss, Musiker zu werden, nicht so gut klar kam. Als ich dann aber im Fernsehen auftrat und Erfolg hatte, war er auch absolut stolz und glücklich. Auch der "Rock'nRoll Zigeuner" ist kein autobiographisches Lied, sondern das beschreibt eher das Musikerleben im Allgemeinen. Ich selbst war noch nie so extrem, wie in dem Titel beschrieben, so dass der Text nicht auf mich passt.

Auf der letzten CD war für mich das Einbinden von zwei alten TRANSIT-Titeln die eigentliche Überraschung. Diesmal gibt es als Bonustitel eine englischsprachige Version von "Burnout". Meine persönliche Meinung, die Du mir hoffentlich verzeihen wirst, lautet schlicht und einfach: Das war unnötig. Warum habt Ihr Euch für diese Variante mit englischem Text entschieden?
Das war für mich eine Herausforderung. Die Bezeichnung Burnout-Syndrom ist ja eigentlich englisch. Da dachte ich mir, dass man auch mal einen englischen Text drauf machen kann. Zumal der Text ja fast wörtlich vom Deutschen ins Englische übersetzt wurde. Wir hatten zwar solche Art Krankheiten schon immer, nur dass es da Depression hieß, aber auf Englisch klingt das natürlich gleich ganz anders. Ich hatte schon immer mal Lust, einen englischen Text zu singen, wenn sich das Thema dazu anbietet. Okay, Dir gefällt die Version nicht, aber es ist ja auch nur ein Bonustitel, quasi eine Zugabe. Du schreibst in Deiner CD-Rezension: "Egon Linde auf Englisch, das klingt einfach nicht". Klar, es ist ungewohnt. Würde Egon Linde aber immer englisch singen, würdest Du das wahrscheinlich auch anders sehen, weil es dann normal wäre. Vor allem kann ich später sagen: Ich habe auch mal einen englischen Text aufgenommen! So ein bisschen Eitelkeit gönne ich mir (lacht).

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Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie viele Musiker unseres Landes der Meinung sind, die deutsche Sprache wäre sehr schwer anwendbar für Liedtexte. Dieser Meinung bist Du wohl nicht, oder?
Nein, absolut nicht. Der erste, der mich überzeugt hat, deutschsprachige Rockmusik zu machen, war UDO LINDENBERG. Wobei ich das heute sehr ungerecht finde, dass wir immer den Blick in Richtung Westen hatten, was gewisse Trends anging. Wir hatten so gute deutsche Texte bei uns im Osten. Das ist mir allerdings erst nach der Wende aufgefallen. Da bekam ich von einem Verlag eine gemischte CD zugeschickt, auf der auch Titel von TRANSIT drauf waren. Ich hörte mir die Sachen an und war erstaunt, wie gut das war und was ich alles gar nicht kannte aus früheren Zeiten. Dadurch hat sich meine Einstellung grundlegend geändert. Aber damals ging mein Blick halt nur nach Westen und dabei hauptsächlich zu UDO. Es gab zwar auch solche Bands, wie TON STEINE SCHERBEN, aber das war irgendwie alles nicht so meins. Einzig UDO LINDENBERG hatte die Musik und die Art Texte, die zu mir passten.

2009 seid Ihr zurückgekehrt und jetzt erschien bereits Euer zweites neues Album. Man könnte meinen, Ihr wollt mit Macht die fast dreißigjährige Pause aufholen. Woher kommt diese unglaubliche Lust auf neue Songs?
Wahrscheinlich liegt es an den zurückliegenden Jahren der Enthaltsamkeit. Heute wieder Musik zu machen, ist wie ein Erwachen. Ich weiß zwar noch nicht, wie es jetzt mit uns weiter geht, auf jeden Fall gibt es aber noch einen weiteren Titel, der richtig schön nach TRANSIT klingt, aber den haben wir nicht mehr rechtzeitig zum Erscheinen des Albums fertig bekommen. Der bleibt also liegen. Es geht für mich und meine Kollegen auch nicht darum, dass wir unbedingt weiter machen müssen. Nein, was ich mache, mache ich aus Lust oder aus Spaß an der Freude. Aber nicht, weil ich damit Geld verdienen will oder muss oder das Bedürfnis habe, mich zu präsentieren. Ich bin lange weg davon, zu sagen: "Guckt mal, hier bin ich!" Das war ja auch mit ein Grund dafür, dass ich keine Musik mehr machen wollte. Ich habe keine Eitelkeit mehr, irgendwelchen Leuten auf der Bühne etwas beweisen zu müssen. Natürlich war das früher anders, da war ich eitel, wollte mit der Gitarre um den Hals den Mädels imponieren. Und reich und berühmt werden logischerweise auch. (lacht)

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Kann man überhaupt konkret sagen: So, jetzt planen wir ein neues Album, lasst uns mal neue Songs entwickeln? Oder entstehen die Ideen für neue Lieder spontan, jederzeit und überall?
Also, wie ich eben schon sagte, fühlen wir uns nicht verpflichtet, irgendwas zu machen. Was wir machen, geschieht aus Lust und Laune. Im Moment jedenfalls weiß keiner bei uns so richtig, was als Nächstes kommt. Sicher wird es auch bald wieder neue Ideen geben. Dann überfällt es mich oder uns, dann haben wir wieder eine Textidee, oder mir fällt eine neue Melodie ein und schon hast Du wieder den Ehrgeiz, alles zum Klingen zu bringen und es so perfekt wie möglich zu machen. Aber eine Planung dafür gibt es nicht. Ich bin ja auch kein Berufsmusiker. Ein Schriftsteller muss jeden Tag um acht oder neun Uhr an seinem Schreibtisch sitzen und an seinem Buch schreiben. Bei mir ist es so, wenn mich die Muse anstößt, das kann auch mitten in der Nacht sein, oder meinetwegen auch zwischen zwei Konzerten, dann gebe ich dem nach und setze mich an die Arbeit. Aber das passiert keineswegs diszipliniert und professionell.

Habt Ihr 2010 auf dem Comeback-Album einen Songüberschuss gehabt? Einige der Titel von der neuen CD spielt Ihr nämlich bereits sehr lange auf Euren Konzerten, so dass man beinahe annehmen könnte, sie hätten schon auf "Über's Meer" erscheinen können.
Klar hatten wir mehr Titel, als nötig, aber dass wir auf den Konzerten so viele unveröffentlichte spielen, liegt einfach daran, dass wir live natürlich nicht so viel langsame Songs bringen können, da schlafen uns die Leute ein. Also müssen wir rocken, rocken, rocken und deshalb kommt schon mal der eine oder andere Titel mit rein, der noch nicht auf dem Album zu hören war.

Warst Du mit den Verkaufszahlen von "Über's Meer" zufrieden?
Ja, sehr sogar. Die CD wurde fast so oft verkauft, wie sie verlegt wurde, es gibt kaum noch Restexemplare. Die genauen Verkaufszahlen liegen mir aber nicht vor.

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Gesetzt den Fall, das Album wäre gefloppt und hätte niemanden interessiert - wäre die neue CD "Durchs Leben" dann überhaupt entstanden?
Sicher hätte es "Durchs Leben" gegeben, aber wir wissen natürlich nicht, ob wir die CD dann selber hätten verlegen müssen, oder ob sich ein Verlag gefunden hätte. Aber dadurch, dass BuschFunk mit der "Über's Meer"-CD erfolgreich war, haben wir BuschFunk natürlich auch für die aktuelle CD angesprochen und Klaus Koch sagte sofort zu. Klaus Koch ist übrigens auch ein großer Fan von der ANDREAS HÄHLE-Nummer "Wenn ich geh", fällt mir nebenbei gerade so ein.

Egon, Du hast in einem früheren Interview mal gesagt, Du kehrst in erster Linie aus reinem Spaß an der Musik mit TRANSIT zurück ins Rampenlicht. Wie wichtig ist Dir bzw. der Band überhaupt kommerzieller Erfolg?
Es gibt drei Dinge, die wichtig sind: Gesundheit, Liebe, Geld. Gesund bin ich, über alles andere will ich nicht so gerne reden. Okay, also Liebe habe ich auch und Geld habe ich zu wenig. Kommerzieller Erfolg... hmmm... natürlich wäre es schön, wenn man von der Musik leben könnte. Das wäre super. Es ist ja so, wenn Du ein kreativer Mensch bist, egal ob nun Dichter, Komponist oder Musiker, dann verkaufst Du etwas. Und natürlich sollen die Leute Deine Ware dann auch kaufen, ohne dass sich eine der beiden Seiten wie ein Ausbeuter fühlen muss. In der DDR war ich ja auch selbständiger Musiker, aber da hatte ich niemals existentielle Sorgen. So was kannte ich gar nicht. Und heute wachst Du mitten in der Nacht auf und Dir gehen Scheißideen durch den Kopf... Wir konnten also im Osten ganz gut von der Musik leben. Natürlich hatte keiner ein Riesenkonto, bis auf wenige Ausnahmen, die ich aber nicht namentlich nennen möchte. Wir haben eben das Geld, was wir verdienten, immer gleich wieder investiert in neue Instrumente, in die Anlagen usw. Das musste ja alles aus dem Westen beschafft werden. Ich hatte mir z.B. mal meine "goldene" Gibson gekauft, für das Geld hätte ich in der DDR ein Auto bekommen! Und dann musste man immer höllisch aufpassen, dass einen die Stasi nicht erwischte.

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Da hast Du ja scheinbar Glück gehabt...
Nein, mich hat man auch angeschissen. Ich wurde bei der Stasi angezeigt, weil ich angeblich meine Auslandsgastspiele dazu nutzen will, die Republik zu verlassen. Das war eine totale Lüge. Und trotzdem haben die mich von da an nicht mehr ins Grenzgebiet gelassen und ich durfte nirgendwo mehr hinfahren, wo ein Visum benötigt wurde. Damals war ich gerade bei HORST KRÜGER in der Band und durfte durch diesen Mist nicht mit auf das geplante Auslandsgastspiel gehen. Du kannst Dir vorstellen, dass ich sehr darunter gelitten habe. Aber ich habe denen, die mich angezeigt haben, verziehen.

Wenn Du auf die letzten vier Jahre zurückblickst, würdest Du dann sagen, der Neuanfang 2009 war die richtige Entscheidung?
Es war nicht nur die richtige Entscheidung, sondern es war ein echtes Geschenk! Ich hätte nie geglaubt, dass mich Musik noch einmal so glücklich machen kann. Der musikalische Neuanfang hat mein Leben unwahrscheinlich bereichert. Und ich merke ja auch, wenn ich auf der Bühne stehe, wie gut es mir dabei geht.

Was ist Dir in dieser Zeit in besonders guter Erinnerung geblieben, woran denkst Du weniger gern zurück?
Das ist ganz schwierig zu beantworten, da im Moment einfach jedes unserer Konzerte ein Erfolg ist. Aber dass wir 2009 wieder auf die Bühne gelockt wurden, das ist natürlich meine absolute Nummer 1, auch wenn das natürlich ein ganz simpler Trick des Veranstalters war. Der schrieb mich an und fragte, was ich von einer Veranstaltung unter dem Motto "LINDENBERG Ost trifft LINDENBERG West" halten würde. Ich war Feuer und Flamme, denn natürlich wollte ich UDO endlich mal kennenlernen, mit ihm reden, ihm die Hand geben. Und wer stand letztendlich auf der Bühne: UDO's Gitarrist HANNES BAUER. Das wusste ich vorher natürlich nicht und so kam es, dass ich auf den Trick rein fiel und TRANSIT wieder anfing, zu spielen. Aber schon bei den Proben merkte ich, wie viel Spaß es mir machte, endlich wieder Musik zu machen. Inzwischen wird es aber immer schwieriger mit der Ostalgie und dem Ostrock. Es gibt zwar einen eingeschworenen Fankreis, aber es sind keine Massen. Und da die Veranstalter natürlich auch immer mehr aufs Geld schauen müssen, wird es immer schwerer, auftreten zu können. Die einzige Chance, die man hat, wäre die, einen Hit zu schreiben, der in den Medien richtig präsentiert und groß gemacht wird.

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Apropos Rückblick: Das Ende von TRANSIT wurde ja Mitte der 80er Jahre mehr oder weniger erzwungen, nachdem UDO LINDENBERG durch den "Sonderzug nach Pankow" bei den DDR-Oberen endgültig in Ungnade fiel und TRANSIT aus fadenscheinigen Gründen so gut wie keine Auftritte mehr bekam. Wie hat man Euch diesen Unsinn damals eigentlich erklärt und inwieweit hast Du daran heute noch zu knabbern?
Unser Pech war, dass wir sozusagen als LINDENBERG-Coverband gehandelt wurden. Dass wir nach dem "Sonderzug" und LINDENBERGs Verbot in der DDR kaum noch Auftritte bekamen, hat natürlich unsere Spiellust enorm gemindert. Also haben wir notgedrungen unsere Aktivitäten immer weiter reduziert und am Ende nur noch als Duo gespielt. Aber das ist für mich erledigt und interessiert mich nicht mehr. Heute habe ich ganz andere Sorgen.

Viele Bands aus der ehemaligen DDR haben längst aufgegeben. Dann gibt es unter den "alten" Bands aber auch genügend Beispiele für ungebrochene Kreativität und Schaffenskraft. So haben beispielsweise ROCKHAUS, PANKOW, CITY, die STERN-COMBO, SILLY oder auch TRANSIT mit ihren neuen Alben in den letzten Jahren bewiesen, dass im Ostteil unseres Landes nach wie vor absolut hörenswerte und hochwertige Rockmusik gemacht wird. Ist es da nicht frustrierend, zu wissen, dass man dennoch niemals eine gesamtdeutsche Akzeptanz erlangen wird?
Natürlich hast Du Recht, uns kennt da keiner. Trotzdem haben wir auch schon im Westen gespielt. Wir hatten zum Beispiel ein Privatkonzert in Aachen, da waren immerhin 200 Leute da. Die meisten fanden es auch wirklich ganz toll und die wollten uns dann sogar zum nächsten Stadtfest haben. Die haben gestaunt, was für gute Texte wir haben, die Musik gefiel ihnen auch, nur die kannten uns eben bis dahin nicht. Da wir ja nun noch diese maritimen Themen besingen, haben wir wenigstens noch die Chance, mal zum Hamburger Hafenfest oder zur Kieler Woche eingeladen zu werden. Da steht dann eben "Die Band von der Küste" auf den Flyern, und nicht zuallererst "Ostrock". Aber ich will mal ganz klar sagen, ich bekenne mich dazu, ein Ostrocker zu sein. Darauf bin ich stolz. Na ja, "stolz" ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber das ist halt mein Leben gewesen, dazu stehe ich. Ich wäre auch niemals drüben geblieben! Was hätte ich da als Musiker machen sollen? Klar, für den Moment wärst Du der Exot, der Rocker aus dem Osten. Aber wenn der erste Sturm sich gelegt hätte, wärst Du weg gewesen vom Fenster. Da gibt es ja genügend Beispiele von DDR-Musikern, die es nicht geschafft haben.

TRANSIT ist keine Band, die zum Erscheinen einer neuen CD mal schnell 6 Wochen auf Tour geht und sich dann zurückzieht. Vielmehr seid Ihr das ganze Jahr über unterwegs und immer präsent auf den Bühnen dieses Landes. Dabei habt Ihr ja alle ein ausgefülltes Leben abseits von TRANSIT. Wie kriegt Ihr all das unter einen Hut?
Das ist doch nichts Besonderes mehr, heute haben doch viele Leute mehrere Beschäftigungen oder Jobs. Gerade wir als Musiker müssen natürlich sehr gut organisiert sein, damit sich Beruf und Musik miteinander verbinden lassen. Da kann man sich keine Überschneidungen leisten. Wir bei TRANSIT haben so einen gemeinsamen Google-Kalender, wo jeder seine Abwesenheiten oder "Ich-kann-nicht-Termine" einträgt. Wenn der Bassist oder der Keyboarder mal nicht kann, kriegen wir das schon ausgefüllt durch eine Zweitbesetzung.

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Hin und wieder spielt TRANSIT in einer kleinen Besetzung Unplugged-Konzerte, die bei den Besuchern sehr gut ankommen. Wollt Ihr diese Variante auch künftig beibehalten? Wer entscheidet darüber, welche Art Konzert Ihr spielt?
Na klar. Welche Art Konzert wir spielen, hängt in erster Linie von der Größe der Location ab. Das wird alles vorher mit dem Veranstalter geklärt. Diese Unplugged-Muggen sind mal eine schöne Abwechslung, auch wenn ich eigentlich kein Freund von stromlosem Spiel bin, was unsere Musik betrifft. Also spiele ich auch bei Unplugged mit Stecker in der Steckdose.

Wie siehst Du persönlich die Zukunft von TRANSIT? Ich frage auch deshalb, weil sich 2014 ein Jubiläum ankündigt, nämlich der 40. Jahrestag der Bandgründung. Hast Du Dich damit schon befasst und gibt es möglicherweise sogar schon vage Pläne, wie Ihr als Band dieses Ereignis begehen wollt? Vielleicht mit der Wiederaufführung Eurer "Störtebeker-Suite"?
Das kann ja gar nicht sein, weil wir ja zwischendurch über zwanzig Jahre nicht gespielt haben!

Es geht ja auch um den 40. Jahrestag der Bandgründung, nicht um das Alter der Band!
Wenn Du das so siehst... Da habe ich jedenfalls überhaupt noch nicht dran gedacht. Demzufolge gibt es auch noch keinerlei Pläne. Was ich vielleicht mal machen möchte, wäre ein Wiedersehen mit allen Musikern, die jemals bei TRANSIT gespielt haben. Das wollten wir schon im vergangenen Jahr mal machen, aber das fiel dann aus irgendwelchen Gründen leider ins Wasser. Und was die "Störtebeker-Suite" angeht, so würde ich die auf jeden Fall erst noch mal neu vertonen, bevor sie wieder auf die Bühne kommt. Dann muss man sich ums Bühnenbild kümmern usw. Es ist also ein Heidenaufwand. Außerdem braucht man dann möglichst eine gesicherte Anzahl an Fans und Zuschauern, damit die Kosten wieder eingespielt werden. Aber das ist alles noch nicht angedacht.

Hast Du eigentlich einen persönlichen TRANSIT-Lieblingshit?
Da könntest Du mich jetzt auch fragen: Egon, hast Du ein Lieblingskind? Meistens ist es der Song, den ich zur Zeit gerade bearbeite. Von den alten Liedern mochte ich vor allem das "Hildebrandslied", "Winter an der See", "Ich fahr an die Küste", "Sturmflut"... Eigentlich bewegen sich alle Titel auf einer Linie, da kann man keinen raus nehmen. Es gibt aber durchaus auch Nummern, die ich nicht mehr mag und die wir live auch nicht mehr spielen. Aber die meisten sind alle meine lieben Kinder.

Wäre es für Dich mal eine Option, bei solchen Projekten wie "Ostrock in Klassik" oder - wie im Herbst 2012 geplant - "Ostrock in Konzert" gemeinsam mit anderen Ostbands im Rahmen einer kleinen Tournee auf der Bühne zu stehen?
Aber klar doch, sofort! Was gibt es schöneres, als gemeinsam mit anderen Ostrockern diese Musik wieder aufleben zu lassen? Es hat sich nur leider noch nicht ergeben.

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Bestehen Deinerseits überhaupt noch Kontakte zu anderen Musikerkollegen aus den alten Zeiten?
Ja klar, meistens über facebook. Ab und zu taucht auch bei unseren Konzerten jemand aus alten Zeiten auf. Ansonsten hat sich das meiste mit der Zeit verlaufen. Wem ich aber gerne noch mal die Hand schütteln würde, wäre KLAUS LENZ. Bei dem in der Band habe ich viel gelernt, das war besser, als jede Musikschule. Deshalb würde ich Klaus gerne danken dafür. Obwohl das ja damals eine sehr stressige Zeit für mich war. Aber es hat mir eine Menge gebracht.

Was hörst Du eigentlich persönlich für Musik?
Privat höre ich ganz wenig Musik. Im Auto dudelt meistens Inforadio. Oder auch mal ein Jazz-Sender, aber auch sehr gerne türkische Musik auf "Radio Metropol". Ich verstehe das zwar nicht, aber vielleicht war ich ja in einem früheren Leben mal Moslem oder so was, keine Ahnung. Ich mag jedenfalls diese arabische oder orientalische und Flamenco-Musik mehr, als z.B. Blues. Das ist eigenartig, ich weiß. Klar ist es super, mal so eine richtig fette Bluesgitarre zu hören, aber ich brauche das nicht unbedingt. Letztendlich höre ich wenig andere Musik, weil ich mich musikalisch immer auf mich selber beschränkt habe. Ich mache meine Musik so, wie sie mir gefällt, schreibe meine Texte so, wie ich sie empfinde. Klar fließt auch mal ein Einfluss von dieser oder jener anderen Musikrichtung mit ein, aber das ist mehr unbewusst. Manchmal denke ich: Mensch, Du müsstest Dir wirklich mal ein bisschen mehr Heavy Metal oder überhaupt was Rockiges anhören, aber ich komme einfach nicht dazu. Natürlich stehe ich sehr auf klassische Musik. RICHARD WAGNER beispielsweise liebe ich sehr, weshalb ich auch oft "Klassik-Radio" höre. Die normalen Popsendungen kenne ich dagegen gar nicht, weil mich diese Musik total nervt. Und bevor Du mich danach fragst: Eine CD-Sammlung an sich habe ich nicht wirklich zuhause, sondern eher zusammengeschnittene Musik, die mein Sohn für mich aufbereitet. Zur Zeit z.B. höre ich viel und gerne DREAM THEATER. Das sind für mich musikalische Artisten. Auf keinen Fall ist es so wie früher, wo ich jede Platte von UDO LINDENBERG gekauft habe, da bin ich heute total von weg. Natürlich würde ich ihn trotzdem liebend gerne mal treffen, mit ihm sprechen.

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Egon Linde singt nicht nur ständig vom Meer, den Wellen und der Seefahrt, sondern seine zweite Leidenschaft gehört tatsächlich dem Segeln. Lässt Dir die mittlerweile doch recht umfangreiche Arbeit mit TRANSIT noch Zeit für Dein Hobby?
Das mit dem Hobby ist so eine Sache. Ich betreibe diese Sache seit der Wende, habe alle möglichen Scheine gemacht und war viel unterwegs. Weißt Du, diese Sehnsucht nach dem Meer, nach anderen Welten und Kontinenten... Wenn Du alles mal kennengelernt und gesehen hast, relativiert sich vieles, und Du verlierst irgendwann diese Sehnsucht. Natürlich würde ich gerne noch mal eine Weltumsegelung machen. Aber diese frühere Geilheit, dieses unbedingte Bedürfnis, endlich wieder raus zu müssen aufs Meer, das habe ich heute nicht mehr. Gerade in diesem Jahr merke ich es ganz extrem. Wenn es heißt, wir fahren raus zum Boot, dann sage ich mir: Na ja gut, lass uns mal zum Boot fahren. Vor ein paar Jahren noch habe ich in solchen Momenten regelrecht gezittert und gefiebert, wenn es wieder raus ging. Klar verdiene ich auch ein bisschen Geld damit, doch auch das hat nachgelassen, weil ich mich in letzter Zeit mehr um andere Dinge gekümmert habe. Eine Zeit lang übernahm mein Sohn meine Firma, während ich draußen auf dem Wasser war, das war dann für mich okay. Aber wenn Du dann immer mehr verschiedene Dinge um die Ohren hast, kannst Du Dich notgedrungen um manches nicht mehr so intensiv kümmern und das ist im Moment die Segelei. Ich habe zwar hier und da noch einen Auftrag, aber das ist deutlich weniger geworden. Früher machte ich sogar noch Schiffsüberführungen mit, damit konnte man gutes Geld verdienen und es machte richtig Spaß. Da müsste ich mich mal wieder drum kümmern, aber ich weiß eben, ich habe nicht die Zeit dafür. Mein anderer Job ist existentiell sicherer, also bleibe ich an Land. Die Musik kommt natürlich auch noch dazu, da kann ich nicht schnell mal vier Wochen irgendwo in der Weltgeschichte rumschippern, weil das den Bandkollegen nicht zu vermitteln wäre. Also habe ich die Charterei für den Moment beiseitegelegt.

Letzte Frage, ganz anderes Thema: Wie stehst Du zu dem Euro-Dilemma? Empfindest Du das Festhalten an der gemeinsamen Währung und vor allem die deutschen Milliardenhilfen als sinnvoll?
Natürlich bin ich kein kompetenter Gesprächspartner für ein solches Thema. Aber mein Gefühl sagt mir, dass das Ding schief läuft, dass zumindest Griechenland nicht zu retten ist. Mit den anderen Staaten... Ich weiß es nicht. Rein gefühlsmäßig jedenfalls habe ich ganz viel Misstrauen zu dieser ganzen Finanzgeschichte, zu den Banken und den ungeheuer großen Summen, die da rein gepumpt werden, um sie zu retten. Warum macht man das? Keine Ahnung, ich bin kein Finanzexperte. Aber als Außenstehender kommt mir das schon recht komisch vor und das Vertrauen zu unseren Politikern verschwindet immer mehr. Um mein eigenes Geld habe ich keine große Angst, denn da kann nicht viel verloren gehen. Aber letztendlich zahlen wir kleinen Steuerzahler die Zeche, und das ärgert mich.

Dann wünsche ich Euch im Namen aller TRANSIT-Fans viel Erfolg für das Album und für die Zukunft alles Gute. Vielleicht finden ja doch entgegen dem Trend manche Radiostationen Gefallen an den Songs und spielen die eine oder andere Nummer. Und schon sind wir am Ende unseres Interviews, für das ich mich herzlich bedanke.
Ich bedanke mich auch bei Dir für Dein Interesse. Und bestelle den Deutsche Mugge-Lesern herzliche Grüße von mir!

 


Interview: Torsten Meyer (August 2012)
Ausarbeitung: Torsten Meyer
Bearbeitung: mb, cr
Fotos: Lutz Kulas, Volker Tonn, Gundolf Zimmermann, Torsten Meyer, Archiv TRANSIT
 
 

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