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Interview mit Egon Linde:

Am Rande des Konzerts der Gruppe Transit auf dem Schönauer Parkfest am 21.08. hatte ich die Gelegenheit mit dem Frontmann der Band, Egon Linde ein kurzes Gespräch über Transit, ein Jahr nach dem Comeback, über laufende und kommende Projekte, die Störtebecker Suite und einige andere Themen zu sprechen. Das Interview ist hier nachzulesen.

Egon, es ist nun etwa ein Jahr her, dass Ihr zurück auf den Bühnen seid. Wie ist es Euch ergangen? Was überwiegt Lust oder Frust?
Ganz klar - Lust! Es stimmt. Vor gut einem Jahr haben wir uns entschlossen, wieder zusammen zu spielen und auf Tour zu gehen. Seither ist einiges geschehen. Die Band hat im Vergleich zu den ersten Auftritten vor einem Jahr eine positive Entwicklung genommen. Ich denke, das kann man auch hören. Wir haben eine Reihe von Konzerten gespielt, neue Lieder geschrieben, an einem neuen Album gearbeitet und viel Zuspruch bekommen. Vieles hat wirklich Spaß gemacht. Das meiste war und ist richtig toll. Natürlich gab es auch einiges, was wir uns doch etwas anders vorgestellt haben und was nicht so gut lief. Aber unter'm Strich überwiegt ganz klar nach dem Jahr das Positive. Vor allem ist es immer wieder schön zu sehen, dass unsere Musik immer noch beim Publikum ankommt, dass man unsere Geschichten noch hören mag und wir dem Publikum etwas rüber bringen können. Dass das auch für die neuen Sachen gilt, macht mich besonders glücklich. Wie gesagt: Es macht uns unverändert Spaß auf die Bühne zu gehen. Was wir an Resonanz auf unsere ehrliche Arbeit zurück bekommen, bestärkt uns, weiterzumachen.

Beim heutigen Konzert sah allerdings Transit etwas anders aus, als vor einem Jahr. Wo sind Siggi und Lutz?
Das ist keine wirklich schöne Geschichte. Beide sind krank. Lutz hatte einen schweren Unfall und dabei fast sein Auge verloren. Er musste sich einer komplizierten Operation unterziehen und wir hoffen, dass das alles gut ausgeht. Mit dem Handicap kann er allerdings nicht spielen. Es wäre viel zu gefährlich und könnte seine Genesung gefährden. Daher mussten wir uns am Schlagzeug nach Ersatz umsehen und haben ihn in Hans-Jürgen Beier gefunden. Und Siggi hat es leider auch wieder erwischt, so dass er auf den längeren Weg nach Leipzig verzichtet hat. Er wird aber sicherlich wieder zur Band stoßen, wobei noch offen ist, ob und wann er die längeren Touren mitmacht. Für Lutz hoffen wir auf gute Genesung, und dann werden wir sehen wie wir gemeinsam weiter arbeiten. Da gibt es sicher unter Umständen auch Aufgaben neben der Bühne über die man nachdenken kann.

Wenn Lutz und Siggi jetzt fehlen - wie geht es mit dem neuen Album weiter, von dem Du während des Konzertes mehrfach sprachst?
Das Album ist schon recht weit gediehen. Es wäre alles vielleicht schon fertig, aber unser Produzent ist zwischenzeitlich ausgefallen und so hat sich alles etwas verzögert. Das Album - es soll "Mare Transit" heißen - ist im Wesentlichen eingespielt und muss im Prinzip jetzt noch gemastert werden. Darüber hinaus haben wir uns um den Vertrieb für das Album gekümmert und sind guter Hoffnung, dass das Album noch in diesem Jahr auf den Markt kommt.

Wenn ich das richtig verstehe, warst Du also auf PR Tour. Was sagen die Radiostationen zum Thema? Einige Titel halte ich für überaus radiokompatibel.
Ja, wir haben ein paar Gespräche mit allen möglichen Leuten gehabt und sind jetzt soweit, dass wir dem ein und anderen ein paar Demos zusenden werden. Interesse ist schon da, aber was am Ende wirklich gespielt wird, das wird man hören, wenn die Platte da ist. Gespräche gibt es vor allem mit dem MDR und dem ORB, wo ja noch einige Leute sind, die uns noch aktiv kennen.

 

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Und im Norden? Das Thema Meer bietet sich ja geradezu an...?
Das stimmt zunächst mal. An der Küste kommen wir mit unseren Themen besonders gut an. Wir hatten vor ein paar Tagen ein Konzert in Barth. Das war Klasse! Da hat einfach alles gestimmt. Das Programm, das wir in etwa auch heute gespielt haben, kam beim Publikum super an. Da kam dann entsprechend viel an Stimmung und positiver Resonanz wieder zurück. Sowas gibt natürlich Hoffnung, dass das neue Album dann auch angenommen wird. Wobei das nicht auf eine Region beschränkt ist. Denen, die heute vor der Bühne standen, hat es wohl auch gefallen, obwohl wir wenig Zeit für den Soundcheck hatten und der Sound wohl nicht perfekt war. Die Stimmung war jedenfalls nicht schlecht. Es hätten zwar noch ein paar mehr Gäste sein dürfen, aber die die da waren, hatten wie wir Spaß an der Mugge. Wir haben unser Soll mehr als erfüllt, weil es uns einfach Spaß gemacht hat zu spielen. Und das kam im Publikum an.

Im vergangenen Jahr erzähltest Du davon, dass es ein Traum wäre, die Störtebecker Suite zum Beispiel in Ralswieck aufführen zu können. Gibt es dazu Neuigkeiten? Bist Du an dem Projekt noch dran?
Ich hab zu dem Thema mit dem Intendanten der Festspiele in Ralswieck, Peter Hick, gesprochen. In den eigentlichen Aufführungen, wo jetzt Wolfgang Lippert mit seinen Balladen auftritt, ist Rockmusik völlig ausgeschlossen. Man müsste eine Möglichkeit suchen, das Stück separat neben dem Schauspiel aufzuführen. So wie jetzt die Flugschau mit den Greifvögeln. Aber den Gedanken haben wir nicht vertieft und auch nicht intensiv weiter verfolgt. Im Augenblick waren und sind uns andere Dinge wichtiger. Wir sind dennoch im Kontakt, schon weil unser neuer Schlagzeuger mit Peter Hicks noch aus Schulzeiten bekannt ist. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Bleibt mir noch eine Frage - was macht das Boot und der Skipper Egon Linde?
Das Boot liegt im Hafen. Im Augenblick fehlt ein wenig die Zeit dafür. Die Band, meine Firma, mit der ich ja meinen Lebensunterhalt verdiene, und ein paar andere Dinge haben das Boot in diesem Jahr etwas in den Hintergrund treten lassen. Aber mein Wunsch wäre es schon, auf dem Boot zu leben und nebenher Musik zu machen. Doch das muss noch ein wenig warten. Die nächsten Ziele sind jedenfalls die CD gut an den Start zu bringen und weiter mit Transit zu touren. Zwei Sachen auf die ich mich freue.

Interview: Fred Heiduk
Bearbeitung: kf, cr
Fotos: Gundolf Zimmermann
 
 

   
   
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