Du schaffst alles was Du willst, wenn Du es nicht geschafft hast, hast Du es nicht richtig gewollt!

SIX

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Stefan Krähe (git, voc), Robert Gläser (bg, voc - Sohn von "Cäsar" Peter Gläser), Uwe Fischer (git), Andreas Giersch (key) und Michael Merkert (dr) sind die Gruppe SIX. Auf ihren Konzerten haben sie oft Gäste dabei, u.a. Anja Krabbe (voc, git), Nadine Purrmann (voc), Andy Birr (dr - Sohn von Puhdy Dieter Birr) oder Ronny Walter (voc). Manche der Gäste sind "Dauergäste", die man bei mehreren Events antreffen kann. SIX, das ist Rockmusik der Extraklasse. Seit über 15 Jahren ist die brandenburger Band mit internationalen Coversongs und eigenen Titeln auf Deutschlands Bühnen unterwegs.
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Welch geballte Power in dieser Kapelle steckt bekommt man bereits mit, wenn man ein Ohr in die Fangemeinde hält: "Die Live-Auftritte von SIX sind echt der absolute Wahnsinn. Man wird von der ersten Minute an mitgerissen. Nach 3-4 Stunden Konzert kann man immer noch nicht genug haben", schreibt ein weiblicher Fan auf ihrer privaten Homepage über ein Konzert der Band. Und das ist nur eine von vielen Tausend Stimmen, die regelmäßig zu Auftritten der Gruppe gehen. Über viele Jahre hat sich SIX auf diese Weise eine beachtlich große und sehr treue Fangemeinde erspielt. SIX macht es den Nachwuchsbands vor: Sie sind den harten und steinigen Weg gegangen, erhielten sich so eine Beständigkeit und Spielfreude, die vielen künstlich hochgezüchteten Bands schon nach nur kurzer Zeit und einer CD-Veröffentlichung flöten gegangen ist. "Deutsche-Mugge" hat Euch schon oft über die Konzerte von SIX berichtet, und eins fällt bei jedem einzelnen Auftritt auf: Die Location ist rappelvoll. Sie sind längst kein Insider-Tipp mehr, sie sind inzwischen zu einer Kultband aufgestiegen.
Wichtige Stationen der Gruppe bisher sind z.B. ihr Auftritt beim Bundesausscheid des f6-Music-Awards, bei dem sie als beste Nachwuchsband das Land Brandenburg im Jahre 2004 repräsentierten. Im Folgejahr erschien die Doppel-DVD "SIX Live", ein Jahr darauf ihre offizielle Erzgebirgshymne. Im Jahre 2008 veröffentlichte die Band auf Universal Music ihre Erfolgssingle "Geiler isses hier". Diese "Bleibehymne" (Zitat: BILD-Zeitung) avancierte zum Kultsong, der auch auf dem 2009er Studioalbum "Gefallene Engel" (Rezension: HIER ) zu finden ist.
Im September 2009 sind SIX nun endlich auch STARGAST bei "Deutsche-Mugge". Dietmar Meixner, Andreas Hähle und Patricia Heidrich trafen sich mit Stefan Krähe in der landschaftlich wunderschön gelegenen Spreewehrmühle bei Cottbus, um mit ihm über die Bandgeschichte, die neue CD und ihre Konzerte zu plaudern. Dabei bekamen sie aber noch viele weitere interessante Details von SIX zu hören...

 

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Wir waren ja nun als www.deutsche-mugge.de bei Eurem Geburtstagskonzert in Lübben dabei und haben auch darüber berichtet. Das war eine ganz große Sache, vor mehreren tausend Leuten. Sehr beeindruckend. Und diesmal hatte ich das Gefühl, dass Ihr irgendwie angekommen seid. Deshalb meine erste Frage: Wo siehst Du "Six" jetzt, verglichen mit den Anfängen, wenn Du mal einen Bogen ziehst?
Ich freue mich, dass Du das so siehst, dass wir angekommen sind. Aber ich sehe das komplett anders. Ich sehe eher, dass wir endlich auf dem richtigen Weg sind. Obwohl wir seit siebzehn Jahren Musik machen in der Art, in der man uns kennt. Die eigentlich aus der Not heraus geboren wurde, weil wir versucht haben, als Musiker zu überleben. Das haben wir ganz gut geschafft. Das hat also funktioniert. Aber es war auch so, dass wir in der Band immer kreative Köpfe hatten und dadurch bestrebt waren, etwas Eigenes zu machen. Der Anlass, dass wir das mit der aktuellen Platte so gemacht haben wie es jetzt ist, war der, dass wir kurz davor waren, eine Platte mit unserer Sängerin Nadine zu machen, die dann aber schwanger geworden ist. So dass wir das Problem hatten, nicht noch einmal eine neue Sängerin aufzubauen für die nächsten sieben Jahre, um ein Album zu machen. Also habe ich gesagt, dass jetzt erst mal der singt, der nicht schwanger wird, nämlich ich. Und so ist im Grunde dieses Album geworden wie es geworden ist.
Wir haben jetzt noch viel vor. Und zwar ist es so, dass "kick", das ehemalige Management von Westernhagen und Grönemeyer, jetzt heute gerade um 14.00 Uhr mit unserem Musikanwalt in Hamburg war und einen Vertrag ausgearbeitet hat, der am Montag unterschrieben wird, wodurch sich natürlich ganz andere Perspektiven öffnen. Denn hier in Brandenburg können wir zwar sehr viel erreichen, denn hier sind wir zu Hause. Aber überregional dasselbe zu leisten ist extrem schwierig. Und da kann so ein Management wie eben "kick" - aus meiner Sicht eines der besten in Deutschland - da viel Hilfe geben. Und da wird es dann auch gleich am Dienstag ein Treffen mit der "Universal" geben und abends noch ein Treffen mit den Promotern für die nächste Single. Die heißt "In Flammen" und wird nächste Woche fertig sein, dann den Radiosendern zugesteckt. Das heißt, nächste Woche geht die Promo los für unsere nächste Single und die wird dann hoffentlich auch bei "bb radio" gespielt werden. Wir hoffen natürlich, auch in anderen überregionalen Radiosendern.
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Ihr habt ja so viele Bandmitgliederwechsel gehabt. Kannst Du Dich noch an die Urband erinnern, an die allererste Besetzung?
Natürlich kann ich mich daran erinnern. Man kann vielleicht für "Six" noch eine Urbesetzung finden, aber eigentlich haben wir ja als Country-Duo angefangen. Dann haben wir uns immer mehr vergrößert, bis wir einen Bassisten hatten. Also musste noch ein Schlagzeuger dazu, dann musste ein Keyboarder her, dann musste ein Monitormann her, dann musste ein Techniker her, dazu noch ein Lichtmann und ein größerer LKW und irgendwann war die Band da, fast so wie wir sie heute kennen. Es war nur eben so, dass wir nach der Wende das Problem hatten, dass fast keine Band mehr gespielt hatte, weil die Leute nach der Wende unbedingt ihren Videorecorder brauchten. Und sie brauchten ihren Audi 80 und mussten alle mal in den Urlaub fahren. Deshalb war das Geld total knapp. Nur bei den jungen Leuten, da war das Geld extrem locker. Die hatten ja nach der Wende - wenn Ihr Euch erinnert - riesige Diskotempel mit einer Kapazität für Tausende von Menschen aufgebaut. In Dresden stand mal so ein Tempel mit siebentausend Mann Kapazität. Da mussten wir sehen, wenn wir überhaupt spielen wollten, dass wir dort spielen, wo die Leute überhaupt noch hingehen. Also mussten wir in Diskotheken spielen. Da war das dann wiederum so, dass man nicht mal Werbung für sich machen konnte. Denn wenn man Werbung machte mit einer Band als Programmteil in einer Diskothek sind die Leute ja nicht mehr gekommen. Wir mussten uns also heimlich auf die Bühne heraufschnellen, solange der Saal noch voll war und die Leute mit den ersten Titeln überzeugen. Was uns fast immer gelungen ist … Sonst war der Saal auch mal leer.

Wie fließend war denn der Übergang zwischen "Scout" und "Six"?
Als dann irgendwann die Leute nach langer Abstinenz wieder zu unseren Konzerten gekommen sind, waren nun da auch diejenigen Leute, die unsere Vergangenheit als Countryprojekt nicht kannten. Die kannten uns als Coverband. Was daran lag, dass wir in den Diskotheken ein anderes Programm gespielt haben. Denen konnte man mit Country nicht kommen. Wir haben dann versucht, Konzerte zu geben, die beiden Lagern gefallen. Das ist uns überhaupt nicht gelungen. Wir mussten uns also entscheiden: Entweder machen wir wieder solche Musik wie früher, also Country, dann aber in etwas gehobenerem Niveau. Also nicht so die Yippie-Yeah-Variante. Wir hatten da schon eher die "Eagles" im Auge und so etwas. Oder wir machen das, was wir in letzter Zeit gemacht hatten. Und wir hatten auch sehr viel Spaß damit. Wir hatten da eine Konstellation mit einem Mädel am Schlagzeug, Tatjana, die aber sang wie ein Mann und von der Stimme her haargenau so klang wie der Typ von "Mr. Big". Und da hatten wir gesagt: Okay, das machen wir weiter, aber wir brauchen einen neuen Namen. Da waren wir gerade in einer Diskothek in Königs Wusterhausen, die hieß damals "Six" und haben da nach einem Namen gesucht und ich war der Ansicht, da muss unbedingt ein "x" drin sein, das war damals modern wie zum Beispiel "Extreme" oder so etwas.

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Ihr hättet Euch ja auch "Sex" nennen können.
Ja, das wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Hätte aber vielleicht unnötige Hoffnungen geweckt! Und da sagte der Betreiber der Diskothek SIX, "Dann nennt Euch doch 'Six'. Jeder, der schon mal bei Euren Konzerten war, der kann sich diesen Namen merken".

Ist denn von der Urbesetzung jemand heute noch in der Band?
Der einzige, der heute noch da ist, das ist der Uwe Fischer (Gitarre). Und alle anderen sind irgendwann dazugekommen. Wir haben eine Zeitlang sogar ohne Keyboarder gespielt, weil Uwe alles ergänzt hat. Das ist so ein guter Gitarrist, der hat quasi alles gemacht.

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Obwohl Ihr sehr viele eigene Songs habt, bezeichnet man "Six" doch immer noch als Coverband, wenn auch als sehr gute. Wie seht Ihr Euch denn? Ärgert Euch das, wenn man Euch als Coverband bezeichnet?
Wir haben ja nicht nur gecovert, weil wir Geld verdienen mussten. Wir haben natürlich auch gecovert, weil es uns Spaß gemacht hat. Dass es uns Spaß gemacht hat, kann man vielleicht daran erkennen, dass wir uns intensiver mit den Songs befasst haben als andere Coverbands vielleicht. Mit dem Ergebnis, dass wir das auch anders wiedergeben als manch andere. Wir versuchen, originalgetreuer an die Songs ranzugehen und sie zu leben, nicht nur einfach zu singen. Wir sehen uns natürlich immer noch als eine Coverband. Wir werden wahrscheinlich bei den Leuten auch noch eine ganze Weile eine Coverband bleiben. Wir haben damit auch gar kein Problem, solange es so ist wie jetzt, dass ein Aussenstehender nicht mehr merkt: Welche Songs sind denn jetzt gecovert und welche Songs sind denn eigene? Die Leute gehen mittlerweile bei den eigenen Songs genauso mit wie bei den gecoverten und ein größeres Kompliment kann man eigentlich nicht mehr bekommen. Wer hat denn schon so einen Luxus? Wir können jeden Song vor dem Publikum testen. Wir haben wirklich, bevor das Album da war, die Songs bei den Leuten getestet. Gerade die Tatsache, dass wir eine Coverband waren, führte zu dem Ergebnis, das wir jetzt haben: Dass die eigenen Titel durchgängig gut ankommen. Man hört die Scheibe halt gerne. Natürlich sind da eine ganze Menge Erfahrungen aus der Coverzeit da mit hinein geflossen. Ich glaube, zumindest heute, dass ich bei einem neuen und unbekannten Song erkennen kann, dass es ein Hit wird. Und da stand für mich die Frage: Wenn ich bei einem fremden Song erkennen, dass es ein Hit ist, kann ich da nicht auch selber einen Song schreiben, der ein Hit wird? Oder erkenne ich das bei meinen Mitmusikern, wenn die einen Song schreiben, ob das ein Hit wird? Nach dieser Fragestellung sind wir vorgegangen und das aktuelle Album zum Beispiel ist dabei herausgekommen.

Ihr seid jetzt siebzehn Jahre auf Tour. Wann kam denn die Idee, eigene Titel zu machen?
Dadurch, dass wir immer viel gespielt haben und auch leben konnten von unserer Musik, haben sich immer gute Musiker dafür begeistert, in unserer Band mitzumachen. Das hatte natürlich die Konsequenz, dass richtig gute Musiker sich nicht wohl fühlen, wenn sie immerzu nur Westernhagen nachspielen dürfen. Die haben natürlich auch mal eigene Ideen. Das begann mit unseren ersten Alben, so um 2000 herum, denke ich.

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Jetzt gibt es aber eine neue CD, die unterscheidet sich von den anderen doch eher dadurch, dass es da einen Frontmann gibt, einen Sänger.
Ja, wir hatten das tatsächlich früher immer so gemacht, dass jeder auf den Alben gesanglich vertreten war, der auch auf der Bühne gesungen hatte. Was zur Folge hatte, dass die Leute aus der Plattenindustrie gesagt haben: Was soll denn das, das klingt doch wie ein Sampler? Ihr habt mehrere Sänger, Ihr habt mehrere Rhythmen, Ihr habt mehrere verschiedene Stilistiken. Das ist sicher ein Superalbum für Eure Fans, die werden sich freuen. Aber du wirst damit nicht viel weiter gehen können, denn sobald du einen Hit hast und danach den nächsten auskoppelst und plötzlich singt ein anderer Sänger oder gar eine Sängerin, dann weiß keiner mehr so richtig, welche Band das nun ist. Da haben wir diesmal gemeint, wir packen mal alle Fehler, die wir gemacht haben, zusammen, legen die beiseite und versuchen diesmal, etwas Richtiges zu machen.

Kannst Du noch mal Eure ganzen Veröffentlichungen sagen?
Also angefangen haben wir mit "Sixappeal" (2001), dann kam "Sixsense" (2002) und zwischendurch kamen noch Singles wie "Warum bist du gegangen" (2002)... da musst Du Robert fragen, der hat die alle im Kopf.
(Roberts schriftliche Auskunft: Alben bzw CD's: "Keine Wunder" Maxi-CD (1996), "Lisa" Maxi-CD (1997), "Sixappeal" CD (2001), "Sixthsense" CD (2002), "Gefallene Engel" CD (2009), "Sixlive" DVD (2005) - Singles: "So viel mehr noch" (2001), "Warum bist du gegangen" (2002), "SixErzgebirgshymne" (2007), "Geiler isses hier"(2008).)
Eine DVD ist auch dabei, die ist vier Stunden lang. Deshalb haben wir auch nicht ausreichend Material, um ein adäquates neues Produkt zu liefern. Da sind verschiedene Konzertmitschnitte drauf. "Six" im Knast zum Beispiel. Da haben wir auch schon gespielt.

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Ihr habt ja nun, im Vergleich zu manchen anderen Bands, sehr moderate Eintrittspreise. Das macht Ihr bewusst, oder?
Richtig. Weil wir zwar genau wissen, wir könnten zwar mehr nehmen und es würden sicher auch Leute kommen für mehr, aber die Masse ist halt leider nicht in der Lage, das zu deckeln. Und schon gar nicht des Öfteren. Wenn es mit dem "kick"-Management dazu kommen sollte, dass wir auch mehr in anderen Gegenden auftreten und weniger hier spielen, dann könnte man vielleicht auch darüber nachdenken, das moderat zu erhöhen. Es wird sicherlich so sein, dass bei der nächsten Preisgestaltung das Management sehr viel mitreden wird, aber da wir keine Band sind, die in der Gaststätte "Zur scharfen Kurve" von Ragösen zufällig entdeckt worden ist, sondern ein gewachsenes Unternehmen, werden die sicherlich auch darauf hören, was wir sagen. Und es wird immer Kompromisse geben.

Aber die Eintrittspreise stellen doch schon auch eine Art Bindung dar?
Es ist halt auch so: Dadurch, dass die Konzerte immer voller werden, haben wir das Problem, dass wir auch einen Vorverkauf machen müssen. Weil die Leute ja sonst sagen, da brauchen wir gar nicht erst hingehen, da kommen wir sowieso nicht mehr rein. Alleine dadurch erhöht sich das ja auch etwas, denn die Vorverkaufsgebühren kommen ja noch dazu und die Karten müssen erstellt werden.

Ihr habt ja tatsächlich unbeschreiblich großen Zuspruch bei den Fans. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, es hakt noch ein wenig bei den Medien.
Es ist schon sehr viel besser geworden. Wenn man bedenkt, dass mir noch vor einem Jahr alle einen Vogel gezeigt haben, als ich gesagt habe, ich will mit dieser Platte ins Radio. Und ich hätte mich gefreut, wenn wir zum Beispiel bei "bb radio" in der Woche wenigstens einmal gespielt worden wären, vielleicht, wenn es hoch kommt, zweimal. Jetzt sind wir 27mal die Woche gesendet worden. Selbst in Sachsen waren wir auf Platz 2 in den Charts. Das lag daran, dass gerade in dieser Zeit "Rosenstolz" eine neue Nummer herausbrachte. Aber es ist auch so, dass die allermeisten Radiosender ihre festen Strukturen haben und jeder Song, den die Leute nicht kennen, für die ein Risikofaktor ist. Die Hörer könnten ja dann umschalten. Und alles, was die nicht wollen ist, Songs zu spielen, bei denen die Leute umschalten. Das leuchtet ein, wenn man weiß, dass deren Werbeeinnahmen ganz stark an ihre Quote gekoppelt sind und es für ptivate Sender ein hartes Geschäft ist.

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Ihr wart doch schon mal im Fernsehen. Bei so einer Schneehüttensendung.
Da haben wir wirklich reingepasst wie "Metallica" bei einer Weihnachtsfeier. Im Grunde war das so eine Sendung mit Mallorca- und Apres-Ski-Hits. Universal hat aus "Geiler isses hier" einen mallorca- oder apres-ski-artigen Sound gemacht und ich dachte erst, "Ach du sch...", aber der war richtig gut. Ich dachte erst, "du kannst doch nicht plötzlich Schlager singen", aber als ich das gehört habe, war ich völlig platt. Damit sollten wir dann in dieser besagten Sendung auftreten, aber kurzfristig haben die beschlossen, dass wir dann doch die Rockversion singen. Und damit haben wir eben gepasst wie "Metallica" auf der Weihnachtsfeier. Allerdings haben wir auch damit heraus gestochen. Das Problem war nur, wir waren auf diesem Apres-Ski-Sampler gar nicht drauf. Jeder, der diesen Song gesehen hat und ihn vielleicht gut fand, hatte nun das Problem herauszufinden: Wie hieß die Band und wie kriege ich den Song? Also da ist viel schief gelaufen. Aber aus Fehlern lernt man.

Man kann nach allem sagen, was ich vorhin so mitbekam, Ihr habt Euern Kreis in Brandenburg geschlossen.
Wir kommen nicht raus aus diesem Kreis, solange wir von unseren Muggen leben. Wir haben über fünfzig Wochenenden, dementsprechend viele Tage, an denen wir spielen können und wenn du in einer bestimmten Region vertreten sein willst, musst du so und so oft in dieser Region sein. Daraus ergibt sich, dass dein Territorium begrenzt ist. Du kannst mal nach Schwäbisch Hall fahren, was wir auch gemacht haben und was sehr interessant war. Wir haben einen Tag vorher in Luckenwalde gespielt vor viertausend Leuten und dementsprechend CD´s verkauft und man weiß ja nicht, ob man die CD´s nun verkauft, weil man schon siebzehn Jahre am Start ist und die Leute dich kennen oder ob du sie überzeugt hast mit deiner Musik. Dann sind wir, wie gesagt, nach Schwäbisch Hall gefahren. Da waren ungefähr fünfhundert oder sechshundert Menschen. Mehr waren da nicht. Man kannte uns da ja nicht. Aber wir haben dort ähnlich viele CD´s verkauft wie am Tag vorher in Luckenwalde. Da haben wir wirklich glauben dürfen, dass wir die Leute von uns überzeugt haben.

Genau darauf wollte ich hinaus, dass Ihr als Nächstes vorhabt, diesen Kreis zu öffnen.
Wir müssen ja die Band und die Musik irgendwie bekannt machen. Es gibt ja nichts Schöneres, als mal vor neuem Publikum zu spielen. Wenn du in Cottbus spielst, weißt du genau, die kennen dich. Das ist geil. Aber noch geiler ist es, wenn du einen Platz von ein paar tausend Menschen vor dir hast, auf irgendeinem Stadtfest oder so, und die alle erst mal ganz skeptisch dastehen. Und danach, wenn du gut bist, wollen die eine Zugabe nach der anderen. Da fährst du aber ganz stolz nach Hause. Man freut sich auf neues Publikum wie Sau.

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Ihr werdet also weiter an neuen Songs arbeiten. Wieder mit einer Sängerin?
Nein, wir wollen an dem Konzept, welches wir jetzt haben und wie es auf der neuen CD zu hören ist, nichts mehr ändern. Das bleibt genauso wie es jetzt ist. Auf dem neuen Album ist also auch die "Six"-Stilistik von morgen zu hören.

Aber im Konzert habt Ihr ja noch eine Sängerin. Wegen der optischen Wirkung oder warum?
Na klar. Wir haben uns gedacht, "wir brauchen eine Sängerin, die ordentlich Sex versprüht", und da war Nadine und wir haben uns gesagt: "Das ist es". Nein, im Ernst. Der Hauptgrund ist der, dass wir, wenn wir vier Stunden spielen, auch ein bisschen musikalische Abwechslung bringen müssen. Wenn du es geschafft hast, in der dritten Runde den Saal leer zu räumen, dann hast du etwas falsch gemacht. Je mehr Abwechslung also, desto besser. Einen anderen Sänger haben wir ja auch noch dazu.

Es war ja bei den Sängerinnen aber schon ein krasser Sprung gewesen von Nadine zu Anja Krabbe.
Du, die unterscheiden sich super. Schlimm wäre es ja, wenn gar nicht zu merken wäre, dass heute mal eine andere Sängerin da ist. Umso krasser die sich unterscheiden, aber gut sind, umso interessanter ist es ja für uns und für das Publikum. Du weißt ja selbst, es gibt viele Sänger, die alle gut sind, sich aber kaum unterscheiden. Für uns ist das so schön, wie es ist, auch spannend und gar nicht eintönig.

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Ich muss noch mal auf Euer aktuelles Album zu sprechen kommen. Das lief ja etwas eigenartig. Erst habt Ihr eine Release-Party gemacht, dann kam der Verkauf auf Euren Konzerten und dann kamen sie erst in die Läden, aber auch ganz durcheinander. Warum läuft denn das so komisch?
Das hat mit der Industrie zu tun. Nun ist es so, dass die Single "geiler isses hier"ja im Juni 2008 kommen sollte. Im Juni war aber die EM. Da hat die "Universal" gesagt: Halt, Kommando zurück, wir machen das im September. Dann kam der September und da hat Stefan Raab angerufen und gesagt, er will uns haben beim "Bundesvision Song Contest". Also wurde die Single verschoben, denn der Song durfte erst im Januar erscheinen, wenn wir beim "Bundesvision Song Contest" dabei sein wollen. Dann war es November und da wurde gesagt: Raab nimmt uns doch nicht oder der entscheidet sich nicht, also wird die Single am 23. November veröffentlicht.
Beim Album war es ähnlich. Ende Mai war es fertig aber der Vertrieb braucht 8 Wochen um es in den Handel zu bringen und es bei den Onlineportalen wie ITunes anzubieten. Nun da unser neues Mangement mit im Boot ist, gibt es einen neuen Plan. Die Veröffentlichung des Albums soll gekoppelt werden an einer stärkeren öffentlichen Präsenz. (TV Auftritte, Tourbegleitung eines größeren Acts, Radiopräsenz. Es ist also wie es immer war. Es gibt momentan keinen Termin für eine offizielle Veröffentlichung, den ich bekannt geben könnte. Aber es dürfte nicht mehr lange dauern.

Nun ist es ja so, dass die Fans doch einiges für Euch machen. Die drehen Filme, kümmern sich um Plakate und konnten sogar über den Titel des aktuellen Albums abstimmen. Ändert sich mit dem neuen Management auch diese Mitbestimmung der Fans?
Die Mitbestimmung kommt ja durch uns. Und das Management nimmt uns ja so wie wir sind. Und ich glaube auch nicht, dass es da große Änderungen geben wird, es sei denn, diese Änderungen müssen sich ergeben, aus welchen Gründen auch immer. Aber solange wir darüber entscheiden können, wollen wir alles gerne mit unseren Fans gemeinsam machen. Und wenn wir darüber diskutieren, wie wir eine Scheibe nennen wollen, gibt es in unserer Band ganz viele verschiedene Meinungen und alle haben irgendwie recht. Also haben wir uns gedacht, fragen wir doch die, die die Platte kaufen sollen. Und die haben sich doch ganz gut entschieden, wie ich empfinde.

Aber Ostthemen, so richtige, habt Ihr nicht wirklich auf dieser Platte.
Nein, ich finde, es sollte aufhören mit diesem Ost/West Gequatsche. Unsere Themen gelten für Cottbus genauso wie für Bochum.

Ihr hattet eine Erzgebirgshymne, eine Energie-Cottbus-Hymne und jetzt "Eiskalt" für die "Eisbären".
"Eiskalt" läuft als Einlauf-Hymne bei den "Eisbären", aber nur die Musik ohne Gesang. Wir sind am 5. September in der O2 World, da ist Tag der Offenen Tür und wir stellen unser Album auf dem Vorplatz vor. Während des Spiels der "Eisbären" sind wir im ersten Drittel auf der Eisfläche und stellen den kompletten Song "Eiskalt" vor.

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Wer macht bei Euch Texte und wer macht die Musik für die eigenen Titel?
Gute Texte zu finden ist sehr schwierig und wir sind da dankbar für jede Unterstützung. Aber gute Texte zu finden ist für deutsche Musik eigentlich die Herausforderung. Auf Englisch kannst du singen, was du willst. "Beautifull Baby" klingt besser als "wunderschöner Säugling" Wenn die Musik stimmt, klingt das immer geil. Ansonsten kriegen wir sehr viel von außen, was wir dann in der Band bearbeiten, aber es kommt auch sehr viel aus der Band selbst heraus. Das ist das Gute dabei. Auch beim Musik komponieren. Da sind richtig kreative Leute in der Band und ich denke, das wird uns weiter bringen. Schwierige Menschen, komplizierte Menschen. Aber es nützt ja nichts, Soldaten zu haben, die immer bereit sind, aber unkreativ.

Jetzt haben wir interessanterweise, ohne es zu wissen, dieses Interview zu einem für Euch sehr wichtigem Zeitpunkt geführt. Alle Karten liegen offen auf dem Tisch und wollen neu verteilt werden...
Genau. Alle Regler sind gestellt.

Wird es denn noch mal eine Aufführung mit Euch und einem Sinfonieorchester geben?
Es gibt mehrere Ideen. Im Gespräch ist ein Konzert im März 2010 in der Stadthalle Cottbus

So, jetzt musst Du, wie wir sehen, leider - für uns - zum Soundcheck. Vielen Dank, Stefan, für dieses sehr aufschlussreiche Interview und viel Erfolg noch weiterhin.

Konzertbericht: Nach dem Interview haben sich Patti, Andreas und Dietmar noch das komplette Konzert in Cottbus angeschaut. Dietmars Bericht und seine Fotos von diesem Event könnt Ihr jetzt HIER lesen und anschau'n.

 

Interview: Andreas Hähle, Dietmar Meixner
Bearbeitung: kf, cr
Fotos: Patricia Heidrich, Dietmar Meixner, Archiv SIX

 

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