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002 20201015 1990774837Vorverkauf für Jazzfest Berlin im November gestartet
Bereits zum 57. Mal findet am 5. bis 8. November 2020 das Jazzfest in Berlin statt. Das Jazzfest Berlin gehört zu den renommiertesten Veranstaltungen seiner Art in Europa und bietet Musikern und Musikerinnen aus der ganzen Welt eine angemessene Plattform.

Der Schwerpunkt liegt auf den kreativen Zentren in Berlin und New York, was den transatlantischen kulturellen Austausch beflügeln soll. Das Festival entwirft nach Angaben der Veranstalter rund um stilbildende Ikonen des Jazz wie auch junge Positionen aus den verschiedensten Stilrichtungen ein Programm voller kreativer Grenzgänge und kollektiver Visionen.

Die Konzerte werden überwiegend auch als Live-Stream übertragen, da noch nicht feststeht, wie viele Besucher endgültig zu den einzelnen Veranstaltungen zugelassen sein werden. Der Vorverkauf startet am 16. Oktober 2020.

Jazz-Wochenende in Berlin
Wer sich entschließt, zum Wochenende des Jazzfestivals im November nach Berlin zu kommen, der kann sich auf einige äußerst interessante Improvisationen freuen. Angefangen vom Philipp Schiepek Quartett mit "Meadows and Mirrors", dem Ana Webber Septett, Joel Ross' Good Vibes und dem Craigs Taborn New Trio aus New York oder dem Tomas Fujiwaras Triple Double.

Die Liste der Künstler ist dieses Mal besonders lang, wenngleich einige Events nur als Live-Stream auf der Bühne zu sehen sein werden. Aber auch abseits des Festivals hat Berlin mit seinen vielen Museen und Ausstellungen, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Klubs und Bars etwas zu bieten. Wer außerdem einen Besuch in der Spielbank Berlin plant, kann in den Live Roulette Casinos schon einmal üben.

Natürlich gibt es auch neben den Festival-Lokalitäten zahlreiche Jazz-Clubs und Veranstaltungen in Berlin. Hervorzuheben sind zum Beispiel der Zig Zag Jazz Club in der Hauptstraße 89 in Schöneberg, das A-Trane in der Bleibtreustraße 1 in Charlottenburg und der Jazzclub-Kunstfabrik Schlot in der Invalidenstraße 117 in Mitte.

Im Yorkschlösschen in der Yorkstraße 15 wird bereits seit über 30 Jahren Jazz gespielt. Das Highlight des Traditionslokals mit dem Fair der 70er Jahre ist der sonntägliche Brunch, der von Jazz- und Blues-Livebands begleitet wird.001 20201015 1324696649 Manchmal gibt es auch Swing oder Blues auf der Bühne. Weitere Live-Konzerte finden immer mittwochs, freitags und samstags jeweils am Abend statt. Im Winter wird auch donnerstags gespielt.

In der Oranienstraße 67 befindet sich der Jazzkeller 69. Der Klub wurde, daher auch der Name, von Jazzmusikern im Jahr 1969 ins Leben gerufen und hausierte zunächst im anderen Ostberliner Bezirk Dresden. Auch hier wird jede Woche mehrfach gejazzt. Dazu können es sich Gäste bei gutbürgerlichem Essen und einem kühlen Berliner Bier gemütlich machen. Ebenfalls ein Muss für echte Jazzfans ist der flat Accoustic Music & Jazz Club in der Dircksenstraße 40, nahe dem Hackeschen Markt. Hier gibt es sogar jeden Abend Auftritte mit Jazzmusikern. Mittwochs gibt es Jam-Sessions auf der Bühne standen bereits Jazzgrößen wie der Jazzpianist Brad Mehldau.

Wie der Jazz nach Berlin und nach Deutschland kam
Alles begann bereits in den 1920er Jahren, als verschiedene Plattenlabel die Musik aus den USA nach Deutschland brachten. Es dauerte nicht lange bis das feierlaunige Publikum auch die ersten Liveauftritte von Musikern aus den USA sehen konnten. So trat beispielsweise 1920 ein von der amerikanischen Tänzerin Fern Andra organisierte Band auftrat. Immer mehr kam Jazz in den Folgejahren in Mode.

Der Schriftsteller Thomas Mann sprach einmal von einer "Obsession" und "Ein geschlagenes verarmtes, demoralisiertes Volk sucht Vergessen im Tanz". Ab 1923 gab es dann die ersten Radiosendungen, die den Jazz auch in anderen Teilen Deutschlands populär machten.

Besonders beliebt war zum Beispiel die "Funk Stunde" aus dem Berliner Fox Haus. Nach dem legendären Erfolg von Paul Whiteman mit seinem Live Konzert in Berlin gab es Live Auftritte im Radio und es kamen verstärkt Schallplatten auf den Markt, sodass die Musik auch zu Hause im kleinen Kreis zu jeder beliebigen Uhrzeit genossen werden konnte.

In der NS-Zeit war es dann jedoch schlagartig mit den Jazz-Veranstaltungen in Deutschland vorbei. Die Musik passte nicht ins Rassen- und Kulturbild der Nazis. Viele bekannte Artisten waren zudem jüdischer Abstammung. Jazzmusik wurde vom Propagandaministerium als unerwünscht und schädlich eingestuft. Ein generelles Verbot gab es jedoch nicht, nur bestimmte Musiker unterlagen einem Abspiel und Auftrittsverbot.

In den 50er Jahren kam die Jazz- und Swing-Kultur dann langsam wieder zu alter Blüte. Es wurden in vielen Städten auf private Initiative Jazzkeller eingerichtet. Auch im Radio wurde wieder verstärkt Jazz gespielt. Vor allem in Berlin, das sich immer mehr zur Jazzhauptstadt Europas entstanden nach und nach zahlreiche Stätten mit regelmäßigem Live-Jazz.

 

 


   
   
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