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Ein Vorbericht von Christian Reder
Fotos: Ruhr-Nachrichten Abi Schlehenkamp,
Pressematerial (Bands), Redaktion



 

Ein etwas längerer Vorbericht ...
eine etwas traurigere Geschichte ...

Am vergangenen Samstag (15.06.2019) in der Mittagszeit hat eine Castrop-Rauxeler Familie durch einen Hausbrand unverschuldet all ihr Hab und Gut verloren. Ich saß zu dem Zeitpunkt am PC und schrieb an einem längeren Beitrag, als ich in einem sozialen Netzwerk die ersten Nachrichten dazu las. Irgendwann war mein Beitrag in den Hintergrund gerückt und ich war nur noch mit den neuen Sachstandsmeldungen im Netz beschäftigt, quasi als "digitaler Gaffer", wenn man es ganz böse mit mir meinen würde. Allerdings war das keine Faszination am Unglück anderer, sondern ein stetig steigendes Mitleid und auch Hoffnung, dass alles doch noch irgendwie gut gehen würde. Ich versetzte mich in die Lage der Leute, die von außen zuschauen mussten, wie ihr Heim mit allem, was ihnen gehört, in Flammen steht. Am frühen Nachmittag entdeckte ich einen Aufruf einer Freundin dieser Familie. Sie bat die Castrop-Rauxeler Bürger um Hilfe. Es wurde Kleidung gesucht, denn die Mitglieder der Familie ihrer Freundin hatten nichts mehr, als die Kleider, die sie gerade trugen. Ich setzte mich mit dieser Freundin in Verbindung und erfuhr, dass es sich bei der Familie um eine verwitwete Frau mit ihren zwei Töchtern samt Anhang handelt. Die eine Tochter ist 23, verheiratet und erwartet gerade ihr erstes Kind. Sie lebte zusammen mit ihrem Mann im Haus der Mutter. Die andere Tochter ist 29, hat bereits eine Tochter, und ist vor wenigen Wochen erst mit ihrem Kind zurück ins Haus der Mutter in ihr altes Zimmer gezogen, weil sie eine Aus- bzw. Weiterbildung begonnen hat. Sie alle bewohnten eine Doppelhaus-Hälfte hier in Castrop-Rauxel. Das Feuer brach am Samstagmittag in der anderen Hälfte des Hauses, also beim Nachbarn, aus und breitete sich dann rasend schnell auf das komplette Gebäude aus. Die Sache wird zusätzlich dadurch überschattet, dass der Besitzer des Gebäudeteils, in dem der Brand ausgebrochen ist, offenbar nicht versichert ist. So zumindest der derzeigite Stand der Information. Die fünfköpfige Familie war innerhalb von Minuten obdachlos, da das Haus nach dem Brand unbewohnbar ist und gleichzeitig mittellos, da sie nur die Sachen, die sie zu dem Zeitpunkt getragen und bei sich hatten, noch besitzen. Bei dem Feuer sind nicht nur materielle Dinge für immer verloren gegangen, sondern auch Erinnerungsstücke an den Ehemann, Vater und Großvater, der erst vor wenigen Monaten verstorben ist. Nachdem ich das alles erfuhr, war ich erschüttert und total entsetzt. Es war klar, dass da mehr Hilfe nötig ist, als eine Versicherung an Entschädigung oder die Stadtverwaltung als kurzfristige Hilfe leisten kann.

Fotostrecke von Abi Schlehenkamp (RN)



Ich muss dazu sagen, dass mir die Familie bis Samstag gänzlich unbekannt war und ich erst jetzt etwas Einblick habe. Allein die oben näher beschriebene Geschichte ließ mich am frühen Samstagnachmittag Kontakt mit ein paar befreundeten und mir bekannten Musikern aufnehmen. Die Idee in meinem Kopf wurde innerhalb von wenigen Stunden ein kleines Musik-Festival mit fünf Acts, die bei einem Benefiz-Konzert auf die Bühne gehen wollten. Der nächste Anruf ging an meinen Kumpel Marvin, der zusammen mit seiner Frau das "Tanzlokal Mythos" betreibt, in dem wir zuletzt bis zum Sommer 2018 unsere Konzerte aus der Reihe "Deutsche Mugge live..." veranstaltet haben. Ich erzählte ihm von der Situation und der Idee und keine fünf Minuten später hatte ich seine Unterstützung. Das "Mythos" stellt nicht nur den großen Saal zur Verfügung, sondern auch Licht- und Tontechnik mit samt Techniker. Einen Anteil am Getränkeumsatz des Tages würde Marvin noch obendrauf legen. Am Sonntagmorgen stand das Festival auf den Beinen. Leider gab es noch zwei Absagen eines lieben Freundes und einer Band, die schon zugesagt hatten und auftreten wollten, aber aufgrund von Terminüberschneidungen aber am Ende doch nicht können. Ich war sowieso schon arg verwundert, wieso trotz Urlaubs- und Stadtfestezeit, sowie der kurzfristigen Anberaumung dieser Mugge, bis dahin alles so glatt lief. Ein paar Anrufe weiter und diese Störung in der Planung war beseitigt. Am Montagmittag konnte die Werbung für das Benefiz-Festival mit allen daran teilnehmenden Künstlern und Bands an die Presse gehen ... Wo und wann geht das Ganze über die Bühne?

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Für die gute Sache auf die Bühne gehen werden (in der Reihenfolge ihrer Zusagen) ...

• Marwin Schoenacker & Band: "Deutschsprachige Musik feiert im Moment ein großes Comeback", mit diesen Worten leitet der junge Musiker seinen Pressetext ein. Schoenacker und und seine Band greifen diesen Trend auf und präsentieren ausschließlich Songs mit deutschen Texten. Der 24-jährige Castroper, der schon in seiner Kindheit mehr Bekannschaft mit deutschen Songs gemacht hatte, als mit englischen, möchte den Menschen zeigen, wie wichtig die deutsche Musikkultur eigentlich noch ist. Sein Programm reicht von aktuellen Chartstürmern wie Johannes Oerding und Max Giesinger bis hin zu altbekannten Vertretern dieses Genre wie Peter Maffay. Aber auch Lieder unbekannter deutscher Künstler gibt es zu hören. Als Highlight präsentiert Marwin Schoenacker Songs aus eigener Feder wie zum Beispiel seinen neuen Song "Puzzle". Jeder darf sich auf ein humorvolles und energiegeladenes Konzert mit ihm und seiner Band freuen.

• 4-4-U Timejumper: Die Band, in der u.a. mein Kumpel Dietmar Sobanski und seine Schwester Irene mitspielen, habe ich selbst schon mehrfach live erlebt. Ein Auftritt ist mir dabei besonders im Gedächnis geblieben, nämlich das im Februar 2016 in der Castroper "Klappsmühle". Mit akustischen Instrumenten (Bass, Gitarre, Flöte, Akkordeon, Percussion) erzeugt das Quartett einen eigenen Sound und lässt damit alte Songs aus den 60ern und 70ern zu neuem Leben erwachen. Nicht zuletzt auch eine Höfner 500/1 Bassgitarre, wie sie Paul McCartney einst bei den BEATLES gezupft hat, gehört zum Instrumentarium der Kapelle und sorgt mit für eben näher erwähnten Sound. Mit den "Timejumpern" kann man eine Reise zurück in die Zeit unternehmen, als Cat Stevens, die Bellamy Brothers, die Beatles, der junge Billy Joel, Gordon Lightfoot oder Crosby Stills Nash & Young die Charts und die Herzen der Teenager im Sturm eroberten. Das Lebensgefühl von einst gleich mittransportierend.

• Chris T. Ian: Mein Schulfreund, der schon 2017 im "Mythos" zusammen mit Potsch Potschka aufgetreten ist. Nach einer Pause ist er jetzt mit neuem Bühnenprogramm, das am 14. Juni 2019 erstmals aufgeführt wurde, wieder unterwegs. "Acoustic Blues & Roots" heißt dieses Programm und er kehrt damit auch ein Stück weit zu seinen eigenen Wurzeln zurück, die bereits im zarten Alter von 9 oder 10 Jahren für eine gesunde Bodenhaftung bei im sorgten. Chris T. Ian ist echt, rau und hat sich nie verbiegen lassen. Dabei verfügt er über das seltene Talent, ein ihm völlig unbekanntes Publikum, das ihn auch nicht kennt, komplett in Brand zu setzen. Sein Spiel auf der Gitarre ist ebenso mitreißend wie seine kraftvolle und markante Stimme. Der Künstler kommt mit eigenen Liedern, hat aber auch Klassiker aus der Rock- und Bluesgeschichte im Gepäck, die er auf eine ganz eigene Art interpretiert. Es ist zu befürchten, dass Chris nach dem Konzert am 30.6. mit neuen Fans die Bühne wieder verlassen wird!

• Acoustic Ramblers: "Männer, Möwen und Milieu" - unter diesem Motto steht das aktuelle Programm der Acoustic Ramblers. Lieder über Stammkneipen, Sehnsucht nach der Nordsee und trübe Novembertage. Alles in der klaren Sprache des Ruhrgebiets. Mit Gitarre, Bluesharp, zweistimmigem Gesang im charakteristischen groovenden Ramblers-Sound präsentiert. Das Fachmagazin Folker urteilte treffend: "Folk wie er heute sein muss." Dazu befinden sich wie immer Klassiker von Hannes Wader bis Simon and Garfunkel in ihrer Setlist. Die Ramblers - diesmal als Trio mit Oliver Ilgner an Bass und Mandoline - kommen auch ins "Mythos" und spielen für die in Not geratene Familie. Sie freuen sich dabei auf neue und alte Freunde.

• Chris Kramer: Der rast- und ruhelose Vertreter in Sachen Rock und Blues, dem man nur eine Mundharmonika in die Hand drücken muss und mit dem man am Ende einen elektrisierten Saal mit begeistertem Publikum hat. Klingt groß und wie eine Übertreibung, ist aber Tatsache und kann mit Zeugenaussagen belegt werden. Sogar bis in die Südstaaten der USA hat es ihn mit seiner aktuellen Band BEATBOX'N'BLUES verschlagen und es ist ihm dort gelungen, dem sachkundigen und durch fast nichts mehr zu beeindruckenden Publikum die Kinnlade aufzuklappen und in Staunen zu versetzen. Trotz vollem Terminkalender (Chris ist ja nicht nur Musiker) hat er für diese Sache hier Zeit und kommt am 30.6. auch ins "Mythos". Mal sehen, was er uns mitbringt und zeigen wird, denn seine Auftritte sind immer anders und immer exzellent.

Wir veranstalten dieses Konzert zwar als Unterstützung für die Familie, deren Schicksal ich eingangs so ausführlich geschildert habe, aber wir werden von Euch kein Eintrittsgeld für dieses Festival verlangen. Darum gibt es auch keinen Vorverkauf und keine Kartenreservierungen! Wir werden am Tag der Veranstaltung im Eingangsbereich aber einen Eimer aufstellen, in den jeder Konzertbesucher den Betrag hinein werfen kann, den er möchte. Also nur das an Kohle, was ihm/ihr die Sache wert ist. Wer sich am Einlass noch nicht dazu entschließen kann, wieviel er bezahlen möchte, kann dies dann auch noch im Saal später tun, denn dort werden im Verlauf des Abends noch Helfer mit dem Hut herum gehen und weiter Spenden sammeln.

Also, "kommt zusammen" (wie 2raumwohnung das mal so treffend formuliert hat), feiert das Leben mit toller Musik und netten Menschen, und tut dabei noch etwas Gutes.
Euer
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Bitte beachtet auch:
• Beitrag der Ruhrnachrichten zum Brand und den Folgen: HIER
Veranstaltungsseite bei Facebook: HIER
• Off. Homepage von Chris T. Ian: HIER
• Off. Homepage von Chris Kramer: HIER
• Off. Homepage der Acoustic Rambler: HIER
• Off. Facebook-Seite von Marwin Schoenacker: HIER
• Off. Facebook-Seite von 4-4-U Timejumper: HIER

Info: Für Presse-Anfragen nutzen Sie bitte die Redaktions-Adresse redaktion(at)deutsche-mugge.de oder die persönliche Adresse von mir cr(at)cr-cr.de. Für Rückfragen und Akkreditierungswünsche stehe ich jederzeit zur Verfügung!




   
   
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