Resüme: 6 Jahre Bayon
(aus Melodie & Rythmus 2/1977. Autor: Claudia Ninnig)

 

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Sechs Jahre wird sie in diesem Jahr alt. Sicher kein Jubiläumsdatum, aber auch nicht weniger ein Grund, diese musikalisch so interessante Gruppe einmal vorzustellen. Welche Musiker gehören heute zu Bayon? Da ist der Leiter und Mitbegründer Christoph Teusner - er spielt Gitarre, betätigt sich an den Rhythmusinstrumenten und singt. Die beiden Kambodschaner Sam Ay Neou und Sonny Thet - Absolventen der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar - spielen Violine bzw. Cello, singen und machen Percussion. Reiner Petzold steht an der Bassgitarre. Sie haben ihrer Gruppe den Namen einer kambodschanischen Gottheit gegeben: Bayon; diese Tempelfigur sieht mit vier Köpfen in jede der vier Himmelrichtungen.

Schlüsse auf universelle Musik?
Man lässt sich von guter und interessanter Musik beeindrucken und beeinflussen. Erst die Umsetzung in das eigene musikalische Bild macht deutlich, was Bayon-Musik von üblicher Popmusik unterscheidet. So ist Bayon auch keine Popgruppe. Das fängt bei der kammermusikartigen Besetzung an, geht über das Bemühen, den technischen Aufwand so gering wie möglich zu halten, und hört bei dem konkreten Titel auf. Kambodschanische und lateinamerikanische Einflüsse werden spürbar. Der Blues, der die einzelnen Entwicklungsetappen von Bayon immer wieder mitzeichnete, wie ein roter Faden durch die Musik geht, hat seinen Stammplatz. Die Art der Behandlung klassischer Musik unterscheidet Bayons Adaptionen von denen anderer Gruppen. Hier werden nicht große Orchesterwerke verkleinert - was in diesem Fall nicht als musikalische Wertigkeit, als Qualitätsminderung verstanden werden soll -, Bayon macht seine Adaptionen von Solostücken aus der Klassik, z.B. der "Cello Suite" oder einem Satz aus der "Lauten Suite" von Bach.
Sie lassen sich die Möglichkeit offen, Stimmen nach eigener Farbe und eigenem Geschmack hinzuzufügen - allerdings auf der Grundlage ihrer guten Kenntnisse von klassischer Musik.

Der musikalische Alltag?
Erarbeitetes will vorgetragen werden. So stehen Konzerte in allen Teilen der Republik auf dem Programm, Film- und Fernsehmusiken werden komponiert - und das mit großem Erfolg. Die erste Kunstkopfproduktion des Rundfunks wurde mit Bayon aufgenommen. Zwei interessante Bossa Nova aus eigener Feder dienten im positiven Sinne als Versuchsobjekte.
Das sich Bayon gerade in letzter Zeit mit ihren Titeln gut in den Wertungssendungen des Rundfunks platzieren konnte, ist nicht nur für die Gruppe ein Erfolg, ist auch Ansporn und macht Mut, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.


Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus"


   
   
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