Im Duo: Baumert / Heckel
(aus Melodie & Rythmus 3/1989)

 

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Gitarristische Duokombinationen aus dem Bereich des Jazz genießen in demselben meist wenig Ansehen - warum auch immer... So haben Fred Baumert und Jürgen Heckel sich das Etikett Jazz gar nicht erst als Ausschließlichkeitssymbol auf die Fahne geheftet. Zumal diese strenge Kategorisierung weder ihrer Musik noch jenem idealistischen Gedanken gerecht würde, der auf die Kraft handgemachter Musik vertraut, auf die Anziehungskraft musikalischer Virtuosität und musikantischer Kreativität auch bei einem Publikum, das durch Disko-Trott und Computer-Sound entwöhnt wurde.

Die ersten Konzerte des Duos Ende des vergangenen Jahres haben das bewiesen. Freilich, Baumert und Heckel sind keine Neulinge und als Gitarrenfüchse bekannt. Seit 1970 ist Fred Baumert Mitglied der Günther Fischer Band, arbeitete daneben als Studiomusiker, war als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" tätig und sammelte u.a. mit seinem ehemaligen Schüler Hansi Benicke Duo-Erfahrungen, deren Ergebnis auf der (Gitarren-)"Kleeblatt"-LP von AMIGA nachzuhören ist. Jürgen Heckel, Leiter, Komponist und Gitarrist der Gruppe "Bajazzo", hatte erst 1988 mit eigener LP ("Fasten Seat Belts!" - feat. Pascal von Wroblewsky) nach zehnjähriger Bandarbeit AMIGA-Debüt und daneben in verschiedenen Live-Kombinationen Jazz-Erfahrungen gesammelt.

Es war ein langes Kennen und zögerliches Aufeinanderzugehen. Nicht zuletzt, weil die Bandarbeit weiterhin Hauptbestandteil ihrer gitarristischen Aktivitäten bleiben wird. Baumert / Heckel - eine Duokombination, die auf der Basis gleicher musikalischer Intentionen ein Konzept verwirklicht, das nicht nur bei Gitarrenfreaks Zustimmung findet. Stil- und Genregrenzen spielen wohl auch kaum eine Rolle, wenn musikantische Meisterschaft, musikalischer Erfindungsreichtum, anregende, sensible Dialoge und bestechende Soli ein Konzert bestimmen: vor allem Eigenkompositionen aber auch Bearbeitungen u.a. von Chick Correa- oder Herbie Hancock-Titeln. Faszinierend welchen Klangreichtum sie auf zwei akustischen Gitarren entwickeln. Wie sagte doch John McLaughlin: "Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten auf der akustischen Gitarre. Man kann noch so unendlich viel auf ihr tun... Es ist fast wie ein Kult der Einfachheit. Einfach die Gitarre und sonst gar nichts".


Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus"


   
   
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