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001 1 20141112 1076314429Teil 1: Begrüßung (worum geht es?)

Liebe Fans und Freunde von Driftwood Holly,
liebe Musikinfizierte, liebe Neugierige :-)

Der eine oder die andere hat es vielleicht schon mitbekommen ... Deutsche Mugge hat sich entschlossen, die Entstehung des neuen Albums von Driftwood Holly und seinen Freunden auf dieser Website mit verschiedenen Beiträgen zu begleiten. "Aura Borealis" soll das Album heißen und eine ganz besondere Aura umgibt sie auch - die Musiker und ihre Musik.

Mich selbst hat die Story um Driftwood Holly und seine Musik neugierig gemacht und ich weiß, dass es manch anderem genauso geht. Gemeinsam wollen wir deshalb versuchen, diese besondere Magie schon in der Entstehungsphase aufzuspüren und für Euch nachzufühlen. Wir werden mit ihnen zusammen auf die Reise gehen, um quasi direkt dabei zu sein und nicht zuletzt wollen wir mit den hier erscheinenden Beiträgen die Wartezeit bis zum Erscheinen des Albums im nächsten Jahr verkürzen.

Die Kurzfassung zu Driftwood Hollys "Aura Borealis" und wie seine Geschichte zu Musik wird, könnt ihr hier noch einmal nachlesen (Direktlink: HIER). Auch einen ersten Konzertbericht gibt es schon (Direktlink: HIER). Wer mehr erfahren möchte, wird in den nächsten Wochen Gelegenheit dazu bekommen. Hier wird es Storys von und mit Holly und seinen Musikern, Neuigkeiten zum Album, Interviews mit Fans und Freunden, Konzertberichte, Fotos und Videos geben. Auch über das Schlossfest am 12. Dezember 2014 werden wir natürlich berichten, denn die Uraufführung von "Aura Borealis" wollen wir uns und Euch nicht entgehen lassen.

Wenn Ihr darüber hinaus Vorschläge und Ideen zu Dingen habt, die Ihr gern hier lesen möchtet oder wenn Ihr von Eurer ganz persönlichen Begegnung mit Holly und seiner Musik berichten wollt, dann schickt uns einfach eine Mail an: auraborealis@gmx.net

Ich freue mich auf die Musik und die Geschichten, die sie schreibt
Viele Grüße,
Grit Bugasch





Teil 2: Von der besten Frau der Welt und dem Buch vom Glück

"Hinter jedem großen Mann stand immer eine liebende Frau und es ist viel Wahrheit in dem Ausspruch, dass ein Mann nicht größer werden kann, als die Frau, die er liebt, ihn sein lässt." Soweit die Feststellung von Pablo Picasso. Jetzt könnten wir sicher trefflich darüber streiten,002 2 20141117 1060609767 
was denn wohl ein "großer Mann" sei. Aber das Wörtchen "groß" ist und bleibt nun mal ein relativer Begriff, der sich auf verschiedene Bereiche oder Attribute beziehen lässt. Und genau deshalb muss jeder für sich entscheiden, wie er oder sie es am liebsten deuten mag.

Für mich ist es in diesem Falle ganz einfach: Die liebende Frau heißt Kirsten. Dass sie die beste Frau der Welt ist, hat mir Holly schon bei unserem ersten Telefonat erzählt. Und wer die beiden auf Fotos sieht, bekommt eine leise Ahnung davon, was er damit meint. Dass Kirsten ihm nicht nur den Rücken frei hält, sondern ihn auch nach Kräften unterstützt, weiß Holly sehr zu schätzen. Ihm ist klar, dass er in den geplanten drei Monaten in Deutschland mehr Zeit mit der Musik und sie mehr Zeit mit der Familie verbringen wird. Dafür gilt es allerhand vorzubereiten und so setzen sie zusammen die riesige Maschinerie in Gang, um sich gemeinsam in das Abenteuer zu stürzen. Und als wäre das nicht genug, ist Kirsten ihm auch liebevolle Beraterin, Motivationsspenderin und Inspirationsquelle. Aber das wäre schon wieder eine neue Geschichte ...

Diese Geschichte beginnt im Frühjahr 2012. Kirsten ist zu Besuch in Deutschland und trifft sich bei der Gelegenheit mit zwei Jugendfreundinnen, die in Leipzig wohnen. Die beiden Mädels sind absolute Zöllner-Fans und deshalb kürzlich bei einer der Lesungen zu seinem gerade erschienen Buch gewesen. Was sie dort hören und erleben, gefällt ihnen offenbar, denn sie kaufen ein Exemplar, um es ihrer Freundin zum Geburtstag zu schenken. Irgendwie witzig, dass ausgerechnet das Buch mit dem Titel "Die fernen Inseln des Glücks" auf diese Weise im Norden Kanadas landet, wo Kirsten und Holly ihre ganz persönliche Insel des Glücks gefunden haben.

Vielleicht macht gerade der Titel einen Teil der Anziehungskraft aus, die das Buch offensichtlich auf Holly hat. Denn er liest nur Bücher, die ihn magisch anziehen - und das kommt nicht so oft vor, wie mir Kirsten verrät. Auf jeden Fall landet dieses Buch zuerst in seinen Händen und er liest ihr immer wieder kleine Passagen daraus vor.003 2 20141117 1545870717 
So steigen sie nach und nach in die Geschichten ein und sind überrascht, wie viele Parallelen es zwischen Dirk und Holly gibt. Ein Eindruck, den ich nur bestätigen kann. Beide sind ganz besondere und sehr emotionale Menschen, die mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt gehen. Sie sind neugierig und vielfältig interessiert, auch wenn sie musikalisch eher in verschiedenen Richtungen unterwegs sind.

Es kommt, wie es kommen muss. Bei einem der gemütlichen Rotweinabende am Yukon entsteht die Idee, Dirk hierher einzuladen. Gesagt - getan. Dank moderner Kommunikationsmittel ist die Überwindung von Entfernungen kein Problem mehr und so wird per Facebook flugs eine Einladung verschickt. Was die beiden allerdings nicht wissen können, ist der Fakt, dass Dirk schon öfter ähnliche Anfragen per Facebook bekommen hat. Aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen nimmt er auch diese Nachricht nicht sonderlich ernst. Und so könnte die Geschichte an dieser Stelle schon wieder zu Ende sein, wenn das Leben nicht andere Pläne hätte ...

Zwar bringt Dirk nicht den gleichen Enthusiasmus wie Kirsten und Holly für die Einladung auf, aber ihre Neugier ist geweckt und auch Kirsten möchte das Buch im Ganzen lesen. Auf dem Weg zur Arbeit muss sie mit der Fähre über den Fluss, um in die Stadt zu kommen. Und da sie manchmal auf die Fähre warten muss, ist ihr das Buch ein guter Wegbegleiter. So landet es in ihrem Auto, wo es auf dem Armaturenbrett liegen bleibt, während sie ihrer Arbeit nachgeht. Genau das ist die Gelegenheit, bei der Jäcki Reznicek das Buch in dem einsamen Pick-Up entdeckt und im Bild festhält. Wie das Foto den Weg nach Berlin und von dort zurück nach Dawson findet, ist schnell erzählt. Jäcki schickt es per Mail an Dirk, der wiederum eins und eins zusammenzählt und seinerseits eine Mail an Holly und Kirsten schreibt.

005 2 20141117 1771327537So schließt sich der Kreis und was daraus inzwischen alles entstanden ist, lässt sich aus Kirstens Sicht nur als Fügung bezeichnen. "Das hätte man nie so planen können. Ich liebe Hollys Musik natürlich schon immer, aber irgendwie kam die in Dawson nie wirklich zur Zündung. Dort gibt es so viele Singer/Songwriter und da fällt er einfach nicht so auf. Andererseits hat er bei uns zu Hause seine erste CD aufgenommen und der Drang, die Lieder zu präsentieren, war absolut offensichtlich. So entstand der Gedanke, dass es Zeit für Holly ist, auf Tour zu gehen. Und da Kanada so riesengroß ist, hat sich Deutschland als unsere Heimat total angeboten."

Diese erste Tour findet im Herbst 2013 statt und führt Holly und seine Freunde vor allem durch sächsische Kirchen, Schlösser und Wohnzimmer. Kirsten ist von vornherein klar, dass er dieses Abenteuer allein - sozusagen ohne die Familie im Schlepptau - viel besser verwirklichen kann. Weil aber das Leben im kanadischen Winter auf der einsamen Seite des Yukon allein mit zwei Kindern ziemlich aufwendig wäre, zieht sie für diese Zeit mit den beiden Jungs in die Stadt. So weiß Holly seine Familie gut versorgt und kann die neuen Erfahrungen genießen.004 2 20141117 1237961737 
Wie genial diese Tour dann letztlich verläuft, ist vorher nicht absehbar - weder für Holly und Kirsten, noch für Pavel und Jäcki. Durch Pavels Geige bekommt die Musik eine völlig neue Dimension und dann klinkt sich kurzfristig noch Jäcki ein und die Songs fliegen plötzlich.

"Bei dieser Veränderung fällt mir am meisten auf, dass ich nicht nur dasitzen und den Klängen lauschen möchte. Ich will tanzen und hüpfen und kann dabei einfach nur grinsen. So genial." Mit diesen Eindrücken ist Kirsten nicht allein. Wer Holly und seine Freunde live erlebt hat, kann bestätigen, dass ihre Konzerte besondere Nahrung für Herz und Seele sind. "Ich freu mich für Holly. Nicht nur, dass sein ganz persönlicher Traum von der Musik wahr geworden ist. Er kann Menschen durch seine Musik besser fühlen lassen und seine Lebensfreude versprühen. Von seinem Talent als Geschichtenerzähler weiß ich natürlich schon lange. Aber unser Leben in seine Konzerte mit einzubinden, ist einfach die perfekte Kombination. Nach langer Zeit des Versuchens läuft es jetzt von allein und es macht einfach nur Sinn, diese Welle zu reiten. Und egal, wie sich alles weiter entwickelt - schon bis hierher ist es eine herrliche Lebenserfahrung." Kann es ein schöneres Kompliment von der besten Frau der Welt geben?

Dem kann ich nur eins hinzufügen: Ein herzliches Dankeschön an alle, die bisher so offen und geduldig meine Fragen beantwortet und so viele wunderbare Fotos zur Verfügung gestellt haben! Mein Dank gilt vor allem Kirsten und Holly! Und natürlich auch Jäcki und Dirk! Ohne Eure Geschichten und Euer Vertrauen könnte es diese Beiträge hier nicht geben ...




Teil 3: Manchmal findest du die Musik und manchmal findet die Musik dich ...

Es gibt Momente im Leben, da kann ich nicht anders ... Dann ist da so ein Gefühl, das mir sagt, dass ich etwas ganz Bestimmtes tun muss. Manchmal ist es eine Nachricht an einen Musiker, den ich noch gar nicht wirklich kenne. Manchmal ist es ein Konzert 350 Kilometer weit entfernt, obwohl gleich um die Ecke auch super Musiker spielen. Aber in diesen Momenten ist das Herz einfach lauter als der Kopf und wer mich kennt, weiß was das bedeutet ... Diesmal ist es der Kurort Oberwiesenthal, der mich magisch anzieht.006 3 20141125 1275159602 
Genauer gesagt, die Pension Riedel. Denn hier spielt am Samstagabend Driftwood Holly mit seinen Freunden Pavel Osvald und Jäcki Reznicek. Dass das hier eines ihrer berühmten Hauskonzerte wird, ist mir vorher nicht klar. Zum Glück, denn sonst wäre ich wohl gar nicht auf die Idee gekommen, anzufragen. Umso schöner, dass wir dabei sein dürfen, an diesem verzauberten Novemberabend. Herzlichen Dank noch einmal dafür an Uta und Peter Riedel!

Wo eine Musikverrückte unterwegs ist, sind die anderen meist nicht weit. Auf halber Strecke sammle ich Verstärkung ein und so nimmt ein ganz besonderer Abend seinen Lauf. Der erste Überraschungsgast wartet nicht ganz zufällig im Gasthof auf uns. Es wird eine Begrüßung mit strahlenden Gesichtern und großem Gelächter. Lachend entdeckt uns auch Jäcki: "Heee ... Habt ihr keen Zuhause?" Keine Ahnung, was er damit meint ... Die Musik ist doch unser Zuhause. Und als wir kurz darauf in die "Alte Schmiede" kommen, steht plötzlich Holly vor mir - zum ersten Mal live und in Farbe. Besonders überrascht wirkt er dabei eigentlich nicht. Meine Frage, ob Jäcki uns schon verraten hat, verneint Holly. "Aber ich hab mich schon gefragt, wann du auftauchst. Hab mir gedacht, lange hält sie das bestimmt nicht mehr aus", sagt er grinsend. Ich grinse zurück und frage mich: "Woher kennt mich der Typ so genau?" Bisher haben wir uns schließlich nur per Mail und Telefon ausgetauscht. Aber vielleicht ist es einfach nur die Bestätigung zu den Eindrücken, die ich bisher hatte.

Zu meiner Freude ist auch Kirsten heute mit dabei, wie ich leise gehofft hatte. Diese Ausstrahlung, das war auch so ein Gefühl ... Und tatsächlich: schon nach wenigen Sätzen fühlt es sich an, als würden wir uns eine halbe Ewigkeit kennen. Nebenbei kann ich mich ein wenig umsehen. In der "Alten Schmiede" ist es urgemütlich - im offenen Kamin knistern die brennenden Holzscheite, auf den Tischen warten rustikales Essen und Getränke, Schaffelle und Kissen auf den Bänken laden zum Bleiben ein. Irgendwie wohlig warm und erzgebirgig heimelig. Dann geht es los. Holly, Pavel und Jäcki greifen zu ihren Instrumenten und mit dem ersten Takt füllt ihr voller Klang den Raum. Es ist für Holly heute ein ganz besonderes Konzert, denn hier in Oberwiesenthal hat für ihn alles angefangen. Hier stammt er her, hier ist er aufgewachsen und hier hat er seine ersten Konzerte gespielt. Gute Freunde, Bekannte und auch frühere Lehrer sind heute dabei, so dass er schon etwas aufgeregter ist als sonst.

Aufgeregt bin ich auch, wenn auch aus einem anderen Grund. Aber diese Empfindung wird schnell von anderen überlagert, denn die einzigartige Kombination aus Klang, Wärme, Emotion und Magie nimmt mich gefangen und trägt mich fort. "Leben bedeutet unterwegs zu sein, nicht möglichst schnell anzukommen." Genau dieses Gefühl klingt aus Hollys Liedern. Unterwegs gibt es so viele Dinge zu erleben.007 3 20141125 1414711568 
Lustiges und Trauriges. Alltägliches und Überraschendes. Gewöhnliches und Wundersames. Holly sammelt es ein und greift es in seinen Liedern auf. Sie erzählen von der weiten Welt und vom Zuhause. Vom Aufbrechen und vom Ankommen. Vom Licht und vom Dunkel. Auf seiner Lebensreise begegnet Holly vielen Menschen - Bekannten und Fremden, Freunden und solchen, die es durch die Episoden unterwegs erst werden. Ein Glück für uns, denn die Begegnungen mit Pavel und Jäcki sind perfekte Beispiele dafür. Drei Zauberer haben sich auf diese Weise zusammengefunden. Aber das hatten wir ja schon.

Sie passen einfach so wunderbar zusammen und ergänzen sich grandios. Hollys spezielle Art des Gesangs macht die Songs lebendig und intensiv; sein einfühlsames und gleichzeitig eindringliches Spiel auf der Gitarre verstärkt diesen Eindruck noch. Mal sanft, mal energisch, immer aber leidenschaftlich bearbeitet Jäcki seinen Akustikbass und gibt dem Ganzen damit die erdige, warme und urwüchsige Note. Ihre Flügel bekommen die Lieder schließlich durch den Klang von Pavels Zaubergeige. Ob sanft, selbstvergessen, melancholisch oder beschwingt - immer wieder entführt er uns in eine neue Dimension. Holly singt seine Lieder in deutscher und englischer Sprache und ich könnte nicht sagen, was mir lieber wäre. Muss ich auch nicht, denn beides kommt offenbar von Herzen und erreicht mich genau dort. Das gilt auch für die vielen Geschichten, die er zwischen den Songs erzählt. Genau genommen ist Holly nicht nur ein großartiger Geschichtenerzähler, sondern zuallererst ein unermüdlicher Geschichtensammler. "Mir sind schon immer so komische Dinger passiert", meint er leichthin. Manche seiner Erzählungen klingen schier unglaublich, von lustig bis unfassbar ist alles dabei. Bei einigen davon könnte man glatt geneigt sein, ihren Wahrheitsgehalt anzuzweifeln. Nicht so, wenn Holly sie live erzählt. Solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken, die schreibt nur das Leben. Und Holly hat sie aufgenommen. Erstmal noch ohne Noten und instrumentale Begleitung, aber die eine oder andere wird sicher noch diesen Weg nehmen.

Die Faszination schwingt durch den ganzen Abend. Und wenn ich zwischendrin immer wieder die Augen schließe, kann ich mich irgendwohin träumen. Egal ob in eine Holzhütte im Norden Kanadas oder ein lauschiges Stübl in der Oberlausitz. Es sind die Emotionen, die mich fesseln und die Lieder tragen. Es sind die Texte, die ich so mag,008 3 20141125 1091568429 
weil sie Raum für eigene Interpretation und Phantasie lassen. Und es sind die Musiker mit ihren Instrumenten, deren phantasievolles und beflügelndes Zusammenspiel sich in mein Ohr und mein Herz schleicht. Sie spielen und spielen und spielen und kommen natürlich trotzdem nicht ohne Zugabe davon. Irgendwann fragt Holly, was sie denn noch spielen sollen. Kirstens Vorschlag wird sofort aufgegriffen und so erlebt "Feinsliebchen" seine Live-Uraufführung. Und da Holly vorsichtshalber Kirstens Flöte immer dabei hat, kommt auch die spontan zum Einsatz. Ein Song, wie für die Beiden gemacht - etwas vorsichtig starten sie erst im Duett, werden dann immer mutiger und ausdrucksstärker. Pavel und Jäcki nehmen nach und nach die Melodie auf. Bis zu diesem einen magischen Moment, als sich Geige und Flöte im Gleichklang finden und uns eine unglaubliche Gänsehaut bescheren.

Manchmal findest Du die Musik und manchmal findet die Musik Dich - das sind die ganz besonderen Momente im Leben. Dieser Abend hat all das Besondere, das sich nicht wirklich in Worte fassen lässt. Es war so ... zauberschön und unbeschreiblich. Was bleibt, ist die Faszination dieses Abends und das wunderbare Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Irgendwann machen wir uns wieder auf den Rückweg und schwelgen in der Fülle der Eindrücke. Parallel dazu hören wir Hollys erste CD "Little Lilly Mammoth Hair" und stellen fest, dass keine CD der Welt dieses unvergleichliche Live-Erlebnis widerspiegeln kann. Wir wollen und werden also auf jeden Fall wiederkommen. Spätestens zum Schlossfest am 12. Dezember 2014 sehen wir uns zur Uraufführung von "Aura Borealis".

Fotostrecke:
Fotos: Kirsten Lorenz
 






Teil 4: "Meine Musik ist mein emotionales Tor"

"'Aura Borealis' wird eins meiner wichtigsten Projekte in meinem Leben." So sieht es Holly zwei Tage bevor er mit seinen Freunden ins Studio im Schloss Röhrsdorf einzieht. "Musik hat mich zu dem gemacht, was ich bin... jetzt mache ich Musik.009 4 20141206 1212166111 
Meine Musik hat keinen Markt, auf dem sie sich zeigen muss. Meine Musik ist mein emotionales Tor ... Mein Heiler und meine Hoffnung, dass sich Menschen wieder verlieben ... in sich selbst, in ihr Leben und in unsere gemeinsame Mutter. Ich danke euch allen, die mich bis hierher gebracht haben und verspreche euch, wenn ich am 12.12. da rauskomme, wird ihr Herz schlagen."

Inzwischen sind Holly, Pavel und Jäcki in Hollys Traumstudio angekommen und stecken mittendrin. Mittendrin im Prozess des Wachsens, Werdens und Gestaltens. Was ursprünglich nur ein Traum war, hat immer mehr Gestalt angenommen. Und nun ist es endlich soweit: Dank Sponsoren und Freunden, die an die Magie der Musik glauben, können sie sich jetzt ihrer wichtigsten und vermutlich auch bevorzugten Aufgabe widmen. Gemeinsam wollen sie "Aura Borealis" Leben einhauchen, damit sich ihr Zauber, ihre Seele entfalten und weiter auf die Reise gehen kann. Unterstützt von Gastmusikern, Toningenieuren, Tontechnikern und und und ... Lasst die Energie fließen, Jungs!!

Mehr als ein Blick durchs Schlüsselloch ist für uns zwar im Moment nicht drin, aber immerhin. Ein paar Fotos hier, ein paar Videoschnipsel dort... Umso gespannter warten wir Hollyfizierte auf das Schlossfest am 12.12. - auf den Moment, wenn "Aura Borealis" das Licht der Welt erblickt. Und vor allem auf den Moment, wenn es unsere Ohren und Herzen erreicht. Wir freuen uns drauf!!

Videoclip: HIER klicken

Fotostrecke:
Fotos: Jäcki Reznicek
 
 
 



Teil 5: Ein Sonntagnachmittag im Schloss

Am Sonntagnachmittag tut jeder vorzugsweise das, was er oder sie gern tut. Erst recht am zweiten Advent. Der eine lümmelt sich nach dem Mittagessen gemütlich aufs Sofa, um - wie mein Papa zu sagen pflegt - die Stunde der toten Augen zu genießen und sich aufs Kaffeetrinken zu freuen. Die andere setzt sich ins Auto und hört unterwegs laut Musik, um sich auf eine spontane Stippvisite im Schloss einzustimmen. Zum Glück sind die Interessen verschieden, denn es gibt Einladungen, die ich einfach nicht ausschlagen kann:

Am Schloss Röhrsdorf angekommen, suche und finde ich den Eingang - aber der ist verschlossen. Die nächste Idee führt mich zu dem Fenster aus Hollys Video. Nein, keine Angst, ich bin natürlich nicht reingeklettert, habe aber wie erhofft Holly entdeckt, der mir die Tür zum Allerheiligsten öffnet.018 5 20141208 1698435962 
Auf dem Weg ins Studio macht sich bei mir plötzlich ein leichtes Kribbeln breit ... Ich bin zwar nur auf einen Kurzbesuch hier, aber schließlich habe ich nicht alle Tage die Chance, so nah an der Entstehung eines neuen Albums dran zu sein.

Offensichtlich komme ich mitten in die Arbeitsphase hinein und halte mich erstmal im Hintergrund. Mit offenen Augen und Ohren sauge ich die ersten Eindrücke ein. Zwischendrin findet sich immer wieder Gelegenheit, mit dem einen oder anderen ins Gespräch zu kommen. Hochspannend, kann ich euch sagen! Ein bisschen komme ich mir vor, als würde ich eine verschworene Gemeinschaft stören ... Eine Kommune, eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft auf Zeit. Die Musiker und die Studiobesatzung werkeln vor sich hin und jeder bringt seine ganz speziellen Puzzleteile ins Spiel. Ich hätte ja nie gedacht, wer hier gerade alles am Werk ist: Der Chef und der Chef, Bandleader und Arrangeur, Produktionsleiter und Schnittmeister, Motivator und Kritiker, Sänger und Gitarrist, Drummer und Bassist ... und nicht zu vergessen natürlich die gute Seele des Hauses für die Versorgung und die Jazzpolizei. Ach so, ihr habt noch nichts von der Jazzpolizei gehört? Dann werde ich auch nicht verraten, was sich dahinter verbirgt. Das sollen die Jungs mal schön selbst tun - wenn sie denn wollen.

Obwohl es das neue Album und so manchen Song, der darauf zu finden sein wird, noch gar nicht gibt, scheinen sie alle einer gemeinsamen Vision zu folgen. Einem fiktiven Bild, das in ihren Köpfen und Ohren immer konkretere Gestalt annimmt. Eine imaginäre Kraft treibt sie an und gibt dem Ganzen eine Eigendynamik, die manchmal nur schwer beherrschbar scheint. Schwarze oder weiße Magie, Hexenwerk oder Zauberei - das ist hier die Frage. Ihr werdet es selbst herausfinden müssen, denn ich werde nichts preisgeben. Nur soviel: Die Auswahl ist ihnen erwartungsgemäß nicht leicht gefallen und so kommen wir in den Genuss einer recht langen Titelliste. Auf dem Album werden sich nagelneue und gut bekannte Songs finden, auch wenn letztere vielleicht nicht immer gleich zu erkennen sind. Und es wird so einige Überraschungen geben, darunter auch solche, von denen die Musiker selbst noch nichts wussten, bis es dann plötzlich soweit war.

Die Studionacht wird sicher noch lang, aber irgendwann am Abend muss ich mich dann doch wieder losreißen. Heimwärts fahre ich auf jeden Fall mit einem guten Gefühl und der stetig wachsenden Neugier aufs Schlossfest. Dabei habe ich vor allem einen bestimmten Song im Kopf, auf dessen Endfassung ich ganz besonders gespannt bin. Ich freue mich jetzt schon auf die Premiere am kommenden Freitag und sage: Dankeschön, dass ich heute nicht nur einen Blick durchs Schlüsselloch werfen, sondern euch direkt über die Schulter schauen und live dabei sein durfte!

 
 
Fotostrecke:
Fotos: Grit Bugasch
 





Teil 6: "Alles Glück dieser Welt ist nichts wert, wenn wir es nicht teilen können…"

Heute ist es soweit, der große Tag ist endlich da. Der 12. Dezember 2014 ist der errechnete Termin für "Aura Borealis" und das Schlossfest soll den passenden Rahmen für die königliche Geburt bilden. Um nichts auf der Welt würde ich mir dieses Ereignis entgehen lassen. Erst recht nicht, nachdem ich am Sonntag zuvor schon mal mit einem Auge und einem Ohr ins Studio lunschen durfte. Die Fahrt aus dem quirligen Berlin ins beschauliche Röhrsdorf ist zum Glück nicht weit und doch liegen Welten dazwischen. Die Strecke reicht gerade, um zweimal "Little Lilly Mammoth Hair" zu hören. Das ist die passende Musik, um mich auf das Kommende einzustimmen, auch wenn ich es noch nicht wirklich greifen kann. So wird es mir auch hinterher gehen ...

Schon im Vorfeld hatte Holly das Schlossfest ein Familien- und Stammestreffen genannt. Und genau so fühlt es sich an. Hier treffen sich Freunde und Familie, Fans und Wegbegleiter, Eingeweihte und Hollyfizierte. Wer heute Abend ins Schloss kommt, weiß warum und darf sich als Teil dieser verschworenen Gemeinschaft fühlen. Wir werden herzlich begrüßt, wie unter guten Freunden,019 6 20141219 1627610144 
auch wenn sich manche zum ersten Mal gegenüber stehen. Die Atmosphäre ist geprägt von Vertrauen, Offenheit und Wärme - nicht zu vergessen, eine gewisse Nervosität und Anspannung. Letzteres gilt vor allem für Holly, der so hibbelig wirkt, wie ein kleiner Junge kurz vor der Bescherung oder wie ein junger Mann, der in Kürze Vater wird. Und irgendwie ist es ja auch so.

Eine Reihe erwartungsfroher Geburtshelfer ist extra angereist, um dabei zu sein, wenn "Aura Borealis" das Licht der Welt erblickt. In der Schlossschänke stimmen wir uns bei einem Glas Wein oder Bier auf den Abend ein und tauschen uns zu den Erlebnissen mit Holly und seinen Freunden und natürlich zu ihrer Musik aus. Irgendwann steht Holly plötzlich auf einem Stuhl und damit er sich nicht so allein fühlt da oben, hat er sich seine Gitarre umgehängt. Im Zeitraffer erzählt er uns, wie er die letzten beiden Wochen im Studio erlebt hat. "Ich fühle mich, als hätte ich einen Elefanten über die Alpen getragen." "Das war ein Mammut", ruft jemand dazwischen. Ich meine, es könnten durchaus mehrere gewesen sein, aber zum Glück hat Holly gute Freunde an der Seite, die ihm dabei geholfen haben. Seien es seine inzwischen erprobten Mitstreiter Pavel und Jäcki; zahlreiche, teils auch überraschend eingesprungene Gastmusiker, die sich auf dem Album verewigt haben; seine Familie, die ihm den Rücken freihält und ihn unterstützt; die großartige Studiobesatzung um Arno Jordan, die dafür gesorgt hat, dass die Chemie stimmt und die musikalischen Energien fließen können und natürlich die vielen Fans und Freunde, die aus der Ferne mitfiebern. Holly dankt allen, die das was hier passiert ist, möglich gemacht haben. Menschen, die ihre - sei es finanzielle oder emotionale - Energie in dieses Projekt investiert haben, weil sie an die Magie der Musik glauben.

Beim Schlossfest dabei und somit ganz nah dran zu sein, sorgt bei etlichen in der Runde für leuchtende Augen - nicht nur bei den Musikern. Aber weil sich so eine Geburt durchaus über einige Stunden hinziehen kann, stärken wir uns zuerst am Buffet mit sächsischen Leckerbissen. Während wir es uns gut gehen lassen, steigt bei anderen die Aufregung. Ich glaube, Holly hat keinen einzigen Bissen runter bekommen. Doch dann kommt das Signalwort und prompt stehen alle parat. Es geht ins Allerheiligste, ins Studio. Der Weg dorthin führt uns durch eine große Instrumenten-Schatzkammer und so mancher würde sich gern mal versehentlich einschließen lassen. Hier könnte ich mich gut und gern die ganze Nacht beschäftigen und bräuchte nicht raus, weder durch die Tür noch durchs Fenster. Die wenigsten von uns kennen sich wohl in Musikstudios aus, erst recht nicht in diesem, von dem Holly immer so geschwärmt hat. Also nutzen wir die Chance zur Besichtigung so ausgiebig wie möglich. Es hat etwas von werdenden Eltern, die den Kreißsaal inspizieren, in dem ihr Baby das Licht der Welt erblicken soll. Wir dürfen alles genauestens ansehen und bestaunen, manches ausprobieren und testen, neugierig fragen und andächtig den Erzählungen von Holly, Pavel, Jäcki und Arno lauschen.

022 6 20141219 1192613772Bis zu dem Moment, wo sich alle im Kontrollraum sammeln - und jetzt wird es wirklich andächtig. Dicht an dicht gedrängt stehen und sitzen wir zusammen, um drei Songs in der Rohfassung zu hören. Irgendwie unglaublich. Die Spannung ist fast greifbar, keiner will auch nur einen Ton oder eine Textzeile verpassen. Während "Lafeya", "Mothers" und "Kommt ein Vogel geflogen" erklingen, ist jeder in seiner eigenen Welt. Pavel steht mit verträumtem Blick an einer Box und kaut andächtig auf der Lippe rum. Holly hält sich versteckt im Hintergrund und tänzelt unruhig wie ein kanadischer Bär zwischen Boxen und Neve Board hin und her. Nur Jäcki wirkt - zumindest äußerlich - ziemlich ruhig, schließlich ist er der Studioerfahrenste unter den Dreien. Hier mit all den anderen stehen und lauschen zu dürfen, das ist unbezahlbar. Vor allem "Mothers". Das ist nicht einfach ein Song, das ist mein magischer Moment des Abends ... In meinen Augen steigt das Hochwasser und läuft gnadenlos über ... Gänsehaut überzieht meinen Körper vom Scheitel bis zum kleinen Zeh ... Das bleibt tief im Herzen!

Ein wunderschönes Baby ist "Aura Borealis" und verzaubert uns vom ersten Augenblick. Wie in Trance stehen wir da und genießen den Moment. Doch plötzlich werden wir in der Wirklichkeit wach und was wir befürchtet haben, wird Gewissheit. Bis "Aura Borealis" in die Welt entlassen wird, müssen wir noch ein paar Monate warten. Ja, es ist ein Mädchen und wie es sich gehört, wird sie in den nächsten Wochen noch weiter herausgeputzt. Mixing und Mastering heißen die Zauberworte, die dafür sorgen sollen, dass jede einzelne ihrer zauberhaften Facetten zur Geltung kommt und im schönsten Licht schillert. Erst wenn alle Songs eine ausgewogene Balance finden, kann das Album als Gesamtwerk glänzen. Und schlussendlich braucht es noch das passende Kleid, denn ohne Cover könnten wir uns das Album ja nicht signieren lassen.

Die nächste Überraschung führt uns wieder in die Schlossschänke, wo Mario Goldstein uns aus seiner Welt erzählt. Vom Aussteigen aus dem Alltag, vom Umbau eines Wasserwerfers für eine Friedensmission, von seinem Treffen mit dem Dalai Lama und und und ... Und vor allem davon, dass alles Glück dieser Welt nichts wert ist, wenn wir es nicht mit anderen teilen können.021 6 20141219 1477799936 
So lässt er uns auch an seinen speziellen Begegnungen mit Holly teilhaben und an dem, was daraus geworden ist. Hier und jetzt bescheren sie uns eine weitere Uraufführung. In Hollys Hausboot auf dem Yukon haben sie im letzten Jahr ein Video zu "Into the wild" gedreht. Es wirkt, wie aus der Zeit gefallen und bringt das Goldrauschflair des frühen 19. Jahrhunderts vom Yukon ins Schloss.

Der Song und die Bilder wirken noch nach, während wir ins Musikzimmer wechseln. Denn wo sonst sollten die Yukon-Boys heute Abend ihre Live-Uraufführung zu "Aura Borealis" starten. Das Musikzimmer war es auch, das Holly schon bei seiner ersten Begegnung verzaubert hat. Uns geht es nicht anders - sie beginnen zu spielen und der Goldfunke zündet von Anfang an. "Die wilden Jahre sind vorbei, die Welt ist nicht mehr riesengroß ..." Irgendwie vermag ich diese Textzeile gerade nicht mit Holly in Verbindung zu bringen, aber das ist ja das Schöne an seinen Liedern ... Jeder kann raushören, hineindeuten oder mitnehmen, was er mag. Trotz der Sitzplätze, mit denen ich mich nicht richtig anfreunden kann, sorgt die Musik überall für Bewegung. Köpfe wippen und Füße tänzeln, Oberkörper wiegen sich und Hände klatschen. Keiner vermag wirklich still zu sitzen. Hier und da wird mitgesungen, wo sich Neues mit Bekanntem mischt. Am meisten tut sich allerdings in den Gesichtern - rundum strahlende Augen und lachende Münder, dazu weit aufgesperrte Augen und Ohren.

Das traumhafte Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Geige versetzt uns in einen rauschartigen Zustand. Sie spielen, als gäbe es kein morgen und mit jedem Titel scheint ein Stück der Anspannung von ihnen abzufallen. Wir kommen voll auf unsere Kosten, denn heute dürfte jeder seine Lieblingssongs hören. Ob "Die wilden Jahre", "Into the wild", "Wanderratten", "Lafeya", "Mouse", "Dein König" oder oder oder ... Die Schatzkiste scheint endlos. Zwischendrin vermitteln uns Hollys verrückte Geschichten und witzige Episoden ein Bild von der Studioatmosphäre. Dass er hin und wieder beim Bassprofessor antanzen durfte und dass Jäcki häufiger die Stirn runzeln musste, erzählt Holly grinsend. "Aber heute Abend trägt er das Stirnband, damit man das Runzeln nicht sieht." Auch dass Pavel ständig von einem Weihnachtsmarkt zum anderen unterwegs war, um seinen Stand auf- oder abzubauen, erfahren wir. Und zwischendrin, als wäre es nichts, ist er mit seiner Zaubergeige ins Studio eingetaucht und hat seine Stücke eingespielt. Sie haben sich offensichtlich nicht nur aufeinander eingelassen, sondern sind noch enger zusammengerückt und ich werde das Gefühl nicht los, dass wir noch einiges von ihnen erwarten können.

Zwischendurch gönnen sie sich ab und an mal eine Pause und ein frisches Bier. Aber ansonsten scheinen Holly, Jäcki und Pavel genauso wenig aufhören zu wollen, wie wir. So mancher Song kommt unerwartet. "Kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf mein' Fuß. Hat ein' Zettel im Schnabel, von der Freiheit einen Gruß." Musik hat so viele Gesichter, wie die Menschen, die sich für sie begeistern. Alle hier in der Runde haben auf ihre Weise zum Wachsen und Werden von "Aura Borealis" beigetragen. Das ist den Dreien sehr bewusst und so werden sie nicht müde, es uns auf ihre Art zu danken. Bis sie schließlich sogar ihr bisher gut gehütetes Geheimnis verraten - den Coversong. Irgendwie passt es zu Holly, dass er nicht vermeintlich einfachen Weg geht, nicht das Naheliegende wählt. Wer einen Neil Young Coversong erwartet, kann ihn sich abschminken. Mit dieser neu arrangierten und sehr persönlichen Version von "Country roads" hätte wohl niemand gerechnet.

Als Holly irgendwann seinen früheren Gitarrenlehrer im Publikum fragt, wie denn sein Tuning sei, sorgt die Antwort für großes Gelächter: "Spiel einfach weiter, das hört keine Sau." Zum Dank dafür darf er zeigen, was er selbst drauf hat und so bekommen wir doch noch Neil Young zu hören. Für den spontanen Einsatz mit "Keep on rockin in a free world"020 6 20141219 1838250048 
holt Arno extra die passende E-Gitarre und die Box aus dem Studio. Dieser Song ist unsterblich und alle haben sichtlich Spaß dabei. Neu weil Musikerhände eben nicht unsterblich, sondern nach zwei Wochen Studio und einem solchen Abend einfach kaputt gespielt sind, muss selbst dieses Konzert enden. Aber vorher krönen sie die gigantische Livesession mit ihrem einmaligen Instrumentalsong namens "Liebeslied" und beweisen, dass er völlig zu recht von Pavel auch "O(h)rgasmus" genannt wird.

Heute haben wir die urwüchsige Kraft der Musik deutlich spüren können - weil wir alle es wollten. Weil wir uns auf die unglaubliche Intensität dieser Musik eingelassen und ihre Wärme aufgesogen haben. Weil wir ihre Magie gespürt und uns von den Emotionen tragen lassen haben. Noch viele Geschichten dieses Abends müssen unerzählt bleiben. Nicht, weil ich sie nicht verraten wollte, aber es sind einfach sooo viele. Sie finden ihre Fortsetzung bei einer glückstrahlenden und völlig entspannten Runde in der Schlossschänke. Denn hier wird weiter erzählt und gelacht bis in die frühen Morgenstunden.

Dieser Abend hatte alles. Mal war die Anspannung fast schmerzlich spürbar und im nächsten Augenblick schien die Stimmung entspannt wie nie zuvor. Es gab tränenreiche Momente und in der nächsten Sekunde haben wir vor Lachen flach gelegen. Es war ein emotionales Feuerwerk, wie es der Geburt eines Königskindes wie "Aura Borealis" gebührt. Doch von diesem Feuerwerk bleiben nicht nur dicht vernebelter Rauch und der fade Beigeschmack, sinnlos Geld verpulvert zu haben. Was uns von diesem grandiosen Schlossfest bleibt, ist weit mehr. Die Wärme und Herzlichkeit der Menschen, die traumhafte Musik und die Gewissheit, etwas absolut Einzigartiges erlebt zu haben. Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die gerade in dieser hektischen Welt anders leben wollen und das auch tun. Und es ist großartig, die Energie der Musik zu spüren, die uns verbindet. Das einzige, was ich vermisst habe, ist die Resettaste. Nur zu gern würde ich diesen Abend noch einmal auf Anfang zurücksetzen ... Allein die faszinierenden Bilder, Klänge und Emotionen dieses Abends bleiben unvergesslich ...

 
Fotostrecke:
Fotos: Grit Bugasch
 





Teil 7: Nichts passiert ohne Grund - ein Gespräch mit Anja Blaue

So eine Idee, wie die zu diesen Beiträgen hier auf Deutsche Mugge, ist leicht in die Welt gesetzt. Aber dann fragt man sich schnell, womit die Reihe gefüllt werden könnte oder sollte ... Was könnte potenzielle Leser interessieren? Da ich auch Musikliebhaber bin und nur aus Spaß an der Musik in meiner Freizeit darüber schreibe,023 7 20150106 1181216342 bin ich einfach von mir ausgegangen. Was interessiert mich neben der Musik selbst, habe ich mich gefragt. Die beteiligten Personen natürlich, Hintergründe und Geschichten zum neuen Album, die Motivation und der Entstehungsprozess, Gespräche mit Fans und Freunden ...
Als ich dann die ersten Ideen mit Holly besprochen habe, hat er meinen Vorschlägen schnell zugestimmt. 
Auch bei der Frage, mit wem ich sprechen oder wen ich interviewen könnte, waren wir einer Meinung. Eine, die unbedingt dazugehören sollte, ist Anja Blaue. Ein Superfan, wie Holly sie genannt hat. Eine, die nicht nur einfach Hollys Musik hört, sondern zusammen mit ihrem Mann zur weiteren Verbreitung beigetragen und auch bei der Kickstarter-Aktion zur Finanzierung des neuen Albums wertvolle Unterstützung geleistet hat. So habe ich irgendwann einfach eine Nachricht an Anja geschickt und sie gefragt. Und da sie zugesagt hat, könnt ihr hier die Geschichte ihrer persönlichen Hollyfizierung nachlesen. Vielen Dank dafür, Anja!


Wie seid ihr euch begegnet? Was war dein erster Eindruck von Holly?
Bei uns zuhause, vor unserer "Foxhill-Cabin" ... Mein Mann ist Fahrlehrer und wir sind Alaska-Fans. Von einem Fahrschulprüfer bekam Frank den Tipp, sich mal im Facebook das Profil von seinem "verrückten Bekannten" anzuschauen, der im Yukon-Territory lebt. Das tat er dann auch und nahm Kontakt zu Holly auf.
Etwa ein halbes Jahr später kam Hollys Video mit der Info, dass es nun an der Zeit ist, "die Musik freizulassen" und der Aufruf, ihm zu helfen, kleine Gigs zu organisieren. Wir überlegten nicht lange und Frank schrieb Holly, ob er denn Lust hätte, in unserer Blockhütte zu spielen. In genau der Sekunde, als die Nachricht zu Holly unterwegs war, kam eine Nachricht aus dem Yukon ... "Na Frank, wie sieht's aus ... bei dir in der Hütte?" Das war im Frühjahr 2013.024 7 20150106 1419935419 Das Jahr verging wie im Fluge und plötzlich stand er vor der Tür. Sprühend vor Energie und Lebensfreude hatte er den damals noch recht schüchternen Pavel im Gepäck. Beide waren uns auf Anhieb ans Herz gewachsen und Hollys besondere, tiefgründige Art hatte von Anfang an einen Zauber, der bis heute anhält. In unserer hektischen und oberflächlichen Welt, hier in Mitteleuropa, gelingt es ihm, uns zu erden. Zeit mit ihm verbringen zu dürfen, ist sehr wertvoll für uns.

Wann und wie hast du Holly zum ersten Mal live erlebt? Und wie findest du die Band, die inzwischen mehr oder weniger zufällig entstanden ist?
Da wir bis zum Konzert in unserer Hütte noch nicht viel von seiner Musik gehört hatten, wussten wir im Grunde nicht, auf was wir uns "da eingelassen" hatten. Die 16 qm große Blockhütte füllte sich zusehends und mit 37 Personen war dann auch kein Zentimeter verschenkter Platz mehr zu finden. Eine kleine Husche im Ofen machte eine kuschelige und urige Atmosphäre in den selbst gezimmerten Wänden. Holly fand es sehr angenehm, nach Kirchen und Betonhäusern mal in einem Holzhaus mit einer zentralen Heizquelle zu spielen, ganz wie zuhause im Yukon. Dann begannen die beiden, alle in der Hütte zu verzaubern.
Nur Kerzenlicht erhellte den kleinen Raum und die Musik begann zu fliegen. Einige begannen zu weinen, andere zu träumen. Bei seinen Geschichten gingen wir vor Lachen zu Boden. Genau diese Mischung machte es so besonders. Irgendwie magisch und spirituell und alle waren verzaubert. Nicht zuletzt von Pavels Geige, die alles noch perfekter machte und dem Zauber noch die Krone aufsetzte.026 7 20150106 1224851440 Er ist mit so viel Leidenschaft am Spielen, dass man das Gefühl hat, er bekommt ringsherum überhaupt nichts mehr mit. So ein wunderschönes melancholisches Geigenspiel, einfach phantastisch. Nach dem Konzert, was übrigens viel zu schnell verging, stand für uns alle fest, dass es eine Wiederholung geben muss. Die beiden mussten wiederkommen. Und noch eines stand für uns fest: Bei unserem nächsten Besuch in Alaska werden wir uns auf den Weg über den Top of the World Highway nach Kanada, zu Holly nach Dawson City machen, um ihn und seine Familie zu besuchen. Das haben wir dann im Juni 2014 auch getan, aber das ist eine andere verrückte Geschichte ;-)
Als es hieß, Holly geht wieder auf Tour und diesmal kommt zu Pavel auch noch Jäcki dazu, waren wir natürlich sofort wieder im Fieber und konnten die Zeit bis zum grauen November gar nicht erwarten. Denn wir wussten, die drei machen uns den November bunt! Als die Jungs dann am Vorabend vom Konzert in unserem Wohnzimmer saßen, ging die Post ab. Jäcki passt so wunderbar zu den beiden und wirkt wie ein warmer Fels in der Brandung. Er kam zur Tür herein und nahm mich in den Arm, als würden wir uns schon Jahre kennen. Einfach genial und irgendwie vertraut.
Da uns nur 12 cm Ziegelwand von unseren Nachbarn trennen, kamen die natürlich auch gleich bis 3:00 Uhr früh in den Genuss, Holly und den berühmten Jäcki Reznicek live zu hören, ohne es zu wissen. Auch bei dem zweiten Konzert blieb kein Auge trocken und als Ehrengast durften wir sogar noch Jäckis Schwiegermama mit in unserer gemütlichen Runde begrüßen, die zufälligerweise nur ca. 5 km von uns entfernt wohnt. Wie klein doch manchmal die Welt ist.
Dass sich die drei gefunden haben, ist schon ein kleines Wunder oder nennen wir es lieber Schicksal, denn nichts passiert ohne Grund. Ich glaube, sie werden noch große Dinge zusammen bewegen und ich freue mich, dann sagen zu können, wir waren dabei, als alles begann.

025 7 20150106 1550866472Was macht Hollys Musik für dich besonders, was bedeutet sie dir ganz persönlich?
Hollys Musik bedeutet für mich Entspannung und Rückzug aus dem Alltag. Am besten im Winter, in meiner Hängematte in der Blockhütte. Draußen Schnee, drinnen ein warmer Ofen, Kerzenschein, eine Tasse Birkenpilztee aus dem Sunnydale von Dawson City und Hollys CD "Little Lilly Mammoth Hair" in Endlosschleife. Das kann ich gut und gern ein paar Stunden aushalten :-)

Welche Hoffnungen oder Erwartungen verbindest du mit "Aura Borealis"?
Von "Aura Borealis" wünsche ich mir noch ein paar mehr deutsche Titel zum Mitsingen, quasi lebendige Geschichten, wie beim König. Übrigens eins meiner Lieblingslieder auf der ersten CD, neben Lilly natürlich, Mouse, Momentinium, The Grace of a Saint, Hometown, Mind Rain und und und ... Seit einem Jahr kann ich mich nicht entscheiden, welches mein absoluter Favorit ist. Ich freue mich einfach auf die grandiose Fortsetzung von "Little Lilly Mammoth Hair" und ich freue mich auf die tollen Frauenstimmen.
Das besondere an Hollys Musik ist, sie hautnah erleben und spüren zu können. Live ist das natürlich immer noch krasser, mit Entenfell und so ... Wir freuen uns auf jedes seiner Konzerte, bei dem wir dabei sein dürfen und hoffen jedes Jahr, wenn es langsam grauer wird in der Natur, dass diese drei Goldjungs uns die Farbe zurückbringen.
Ich wünsche Holly, Pavel und Jäcki noch viele magische Momente auf ihren Konzerten, die uns allen Gänsehaut bescheren!




Teil 8: Wenn Musik Flügel bekommt ...

Wenn Musik Flügel bekommt, steckt meist etwas ganz besonderes dahinter. In diesem Falle ist es der Klang von Pavels Geige, die Hollys Songs fliegen lässt. Als ich sie das erste Mal live erlebe, wird mir schlagartig klar, weshalb soviel von Pavel und seiner Zaubergeige die Rede ist ...027 8 20150113 1691413855 Er taucht wie wir in die Musik ein und nimmt sie in sich auf. Aber im Gegensatz zu uns, die wir es dabei belassen, setzt er noch eins drauf. Er lässt seinen Bogen über die Saiten tanzen - mal schwebend und leicht, mal selbstvergessen und melancholisch, mal nachdrücklich und intensiv - und uns die Seele der Musik spüren.

Wer die Geschichten um Holly und seine Musik hier verfolgt hat, weiß bereits um das Buch am Ende der Welt und darum, wie sich Holly und Jäcki begegnet sind. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass sich die Wege von Holly und Pavel gekreuzt haben? Genau das wollte ich auch gern wissen und habe deshalb bei Pavel nachgefragt. Und er hat es mir verraten.

Es ist schon einige Zeit her, vielleicht neun Jahre oder so, da ist Pavel mit seinem Stand wieder einmal auf dem Oberwiesenthaler Weihnachtsmarkt. Er verkauft dort Obstweine aus eigener Produktion, aus der Fruchtwein Manufaktur "Alles in Gärung". Und weil wir inzwischen gelernt haben, dass es keine Zufälle gibt, muss es wohl Fügung sein, dass sich Pavel und Holly genau dort begegnen. Holly ist mit dem Fahrrad unterwegs und hat seine beiden Jungs dabei. Zuerst fährt er einfach nur den Berg hinunter und über den Marktplatz, später taucht er noch einmal dort auf. Pavel erinnert sich daran, dass Holly sich eine Bratwurst holt und ihn damit ziemlich irritiert. Weil Pavel zu der Zeit selbst Vegetarier ist, geht er einfach davon aus, dass alle bunten Menschen auch Vegetarier sein müssen ... Dem ist offensichtlich nicht so. Doch zum Glück hat Pavel diesen Schock inzwischen überwunden. Und als Holly im Laufe des Tages ein weiteres Mal bei ihm aufkreuzt, trinken sie zusammen ein Gläschen Wein und erzählen und erzählen ...

Schon nach kurzer Zeit stellen sie fest, dass sie beide ein Instrument spielen und spätestens in dem Moment platzt wohl der Knoten. Und wie das so ist im Leben ... es dauert nur ein paar Tage, bis die beiden zum ersten Mal zusammen auf der Bühne stehen.028 8 20150113 1596172080 Es ist Pavels erster großer Auftritt und schon deshalb einfach grandios. Auch wenn er zuerst gar nicht recht weiß, was er eigentlich spielen soll. Bis dahin hat Pavel bei Valium - einer tschechischen Alternative-Rockband - eher hausgemachten Rock gespielt. Aber das Zusammenspiel mit Holly passt offensichtlich von Anfang an, denn trotz längerer Unterbrechungen verlieren sie sich auch nachher nicht aus den Augen.

Es dauert etwa drei Jahre, bis die Zeit für ein Wiedersehen reif und Holly wieder in Oberwiesenthal ist. Diesmal haben sie sogar nur ein paar Stunden, aber in genau dieser gemeinsamen Zeit entsteht der "König". Sie nehmen den Song in Hollys Holzhütte in Oberwiesenthal auf und niemals wieder hat er ihn so gespielt wie damals, meint Pavel heute. Nach dieser Begegnung folgt abermals eine längere Pause, bis sich Holly schließlich im Jahr 2013 wieder bei Pavel meldet. Im Herbst 2013 sind sie dann zum ersten Mal zusammen auf ihrer Schlüssel- und Schlosstour unterwegs, die sie vor allem durch sächsische Wohnzimmer, Kirchen, Kneipen und Schlösser führt. Rückwirkend betrachtet sagt Pavel, dass er das damals gar nicht richtig wahrgenommen hat, aber es waren tatsächlich 20 Konzerte in nur einem Monat. Eine außergewöhnliche Tour und aus Pavels Sicht eine große Chance und gleichzeitig ein super Schule.

Bei dieser Tour ist auch Jäcki erstmal bei einigen Konzerten dabei. Und weil sie so wunderbar zusammenpassen, fliegen sie ein paar Monate später direkt zu Holly nach Dawson City. Zuerst im kanadischen Winter, im Februar/März 2014, wo sie die Konzerte in Peggys Pub und das Album Release Konzert zu "Little Lilly Mammoth Hair" spielen und nebenbei die unglaubliche Winteratmosphäre genießen. Und dann kommt das Dawson City Festival im August und natürlich die Gigs im Westminster Hotel und im legendären Palace Grand Theatre.029 8 20150113 1969862264 Sie haben offenbar viel Spaß und verbringen eine großartige Zeit zusammen - das zeigt schon ein Blick auf die Fotos, die wir zu Gesicht bekommen. Und in echt ist es sicher noch um Längen besser.

Auf die Frage, was Hollys Musik für ihn so besonders macht, sagt Pavel: "Ich glaube, ich kann ihn richtig gut fühlen, seine Rhythmen, das Gefühl ... es ist für mich voll intim ..." Schön zu wissen, dass es sich auf der Bühne genauso gut anfühlt, wie für unsereinen. Aber andererseits auch nicht wirklich überraschend, denn das faszinierende Zusammenspiel zwischen den Jungs kann man nicht nur hören, sondern auch spüren. Er sei in der letzten Zeit, auch Dank Holly und seiner Musik, sehr gewachsen, meint Pavel noch. Im Gegensatz zu früher spielt er jetzt in verschiedenen Bands - bei der schon erwähnten Rockband Valium, bei der Folk-Akustikband Pološero, neulich mit seinen Brüdern bei Vnukové dédy Lebedy, dazu noch bei der Fish Flesh Field & Henry Dollar Band ... einfach, weil die Musik so viel Spaß macht. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Gefühl noch lange anhält, denn uns geht es nicht anders mit der Musik von Holly und seinen Freunden.




Teil 9: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben"

Drei Monate sind eine lange Zeit – vor allem, wenn sie so schön und jungfräulich in der Zukunft vor einem liegen. Man kann wunderbar in Plänen und Ideen schwelgen, sich tausend Dinge überlegen, die passieren könnten oder sollten. Dann plötzlich steckt man mittendrin und die Zeit ist gefüllt mit unheimlich vielen Erlebnissen, Begegnungen und Emotionen – geplanten und ungeplanten. Mit musikalischen und persönlichen Highlights bei etlichen Konzerten, dem Zusammentreffen mit vielen verschiedenen Menschen und nicht zu vergessen, der ganz besonderen Zeit im Studio im Schloss Röhrsdorf. Schon aus meiner Perspektive war es eine unglaublich intensive Zeit… Wie mag es dann erst für Holly, Jäcki und Pavel gewesen sein? Und wie für all die anderen Freunde, Bekannten, Musiker, Familie? So viele Menschen, die sie in dieser Zeit getroffen haben, um mit ihnen gemeinsam zu musizieren, zu feiern, zu genießen – eben das Leben mit all seinen Facetten zu zelebrieren.

Es war von vornherein klar, dass diese drei Monate irgendwann vorbei sein würden. Auch wenn es im Moment irgendwie unfassbar scheint, dass Holly und Kirsten und ihre Jungs jetzt wieder über das große Wasser zurück nach Hause reisen. Doch auch wenn sich mancherorts leise Wehmut breit macht, weil sich unsere Wege jetzt räumlich trennen,030 9 20150128 1991821123 haben wir doch eure Musik und ihren Geist im Herzen. Es ist also kein Ende, sondern vielmehr ein neuer Anfang. "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.", wusste schon Hermann Hesse. Es ist der Zauber von "Aura Borealis", der uns zusammengeführt hat und uns begleiten wird. Obwohl wir auf das neue Album noch ein Weilchen warten müssen, wissen wir ganz genau, dass es sich lohnt. Wir haben ihren Lebenshauch ja schon beim Schlossfest im Dezember spüren und einige Songs bei den Konzerten live hören können.

Wie viele Konzerte die Jungs in den vergangenen drei Monaten tatsächlich zusammen gespielt haben, wissen nur sie selbst. Wir haben sicher gar nicht alle Hauskonzerte oder kleinen Gigs mitbekommen. Doch eins weiß ich – die Konzerte, die ich selbst erlebt habe, waren jede einzelne Sekunde des Hörens und Spürens, jeden einzelnen Kilometer Fahrt und jede einzelne Begegnung mit ganz besonderen Menschen wert. Was wir alles erlebt haben – die familiären, seelenwarmen Hauskonzerte, das mystische Konzert in der Kirche in Rohrbeck (Stichwort Oma Schmidt), das für mich emotionalste Konzert (weil mein erstes) in der Pension Riedel in Oberwiesenthal, das magische und unvergessliche Schlossfest in Röhrsdorf, das Zeitreisen-Konzert im Schuppen in Oberwiesenthal, das geilste Konzert (O-Ton Holly) in der Alten Feuerwache in Loschwitz, das hochfliegende Konzert in der St. Barbara-Kirche in Lichtentanne, das Konzert mit der gefeierten Support-Band in Ebersbrunn, das vermutlich längste Konzert im Potsdamer Club Charlotte, das wohl lauteste Konzert zum Tourabschluss im Bräustübl in Friedrichshagen und und und… Und jedes dieser Konzerte war mit Sicherheit einzigartig und auf seine Art unbeschreiblich.

Bei den Konzerten mit Holly, Jäcki und Pavel ist kein Abend wie der andere. Weil die Stimmung nie gleich ist, weil die Menschen im Publikum andere sind, weil die Musiker anders drauf sind, weil sie nie die gleichen Songs spielen, weil die Geschichten neu oder anders sind… Wir haben still und andächtig gelauscht, wir haben mitgesungen und getanzt, wir haben vor Lachen flachgelegen, wir haben vor Freude oder vor Rührung Tränen vergossen, wir haben Neues für Herz und Hirn gelernt, wir haben Freundschaften geschlossen und uns mit Seelenverwandten verbündet… Wir haben gesehen, gehört, gefühlt und all die Seelenwärme aufgesogen, die die drei Yukon-Boys mit ihrer Musik und ihrer Art verbreitet haben.

Zum Tourabschluss hatte ich das Glück, die Jungs an drei Abenden hintereinander zu erleben. Ein grandioser Endspurt. Am Donnerstag beim Benefizkonzert "Welcome – Künstler für Frieden und Toleranz" in der Friedrichshagener Christophoruskirche meinte Holly zum Publikum: "Eigentlich hatte ich mir geschworen, bei meinen Konzerten in Deutschland kein politisches Statement abzugeben. Und jetzt sitze ich hier mit den Jungs…" Ich frage mich, ob ihm wirklich nicht bewusst ist, dass sein politisches Statement längst im Raum steht. Sein Plädoyer für Wärme und Menschenliebe, für Achtsamkeit und Offenheit, für Rücksichtnahme auf unser Umfeld und unsere Umwelt, gegen Kälte und Rücksichtslosigkeit, gegen Krieg und Umweltzerstörung klingt längst aus seinen Liedern und aus ihm selbst. Es ist, wie ich finde, ein Teil des Zaubers, der von Holly und seiner Musik ausgeht.

Ich mag Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, ohne sich in irgendwelche Schubladen pressen oder bestimmte Regeln aufdrücken zu lassen. Unser verrückter Yukoner und seine Freunde sind ein wunderbares Beispiel dafür, dass es derlei gar nicht braucht. Egal wie unterschiedlich die Hintergründe oder Erfahrungen sind – wer eine verbindende Idee hat und gemeinsam etwas auf die Beine stellen will,031 9 20150128 1400854055 der macht es einfach. Ob allein, zu zweit, zu dritt, zu viert oder wie auch immer, wer sich einmal auf Holly und seine Freunde eingelassen und sie live erlebt hat, kann sich ihrer Magie und ihrem Charme kaum entziehen. Es ist genau die vermeintlich ungewöhnliche Mischung, die den speziellen Reiz ausmacht.

Pavel mit seiner Zaubergeige, die im hohen Mittelschiff der Christophoruskirche einen besonders klangvollen Raum findet, um ihre Töne schwebend zu entfalten und sich in unseren Herzen festzusetzen. Jäcki, der mit gutem Grund in dieser Band in der Mitte sitzt und mit seinem Akustikbass den Songs nicht nur das Rückgrat einschraubt, wie Holly sagt, sondern sie mit einem maßgeschneiderten, warmen, volltönenden Charakter veredelt. Oder Basti, der – wenn auch nur bei einigen Konzerten – voll mit einsteigt, um mit kleinem oder großem Drumset den urwüchsigen Groove zu verstärken und dafür zu sorgen, dass jedes einzelne Härchen im Takt vibriert. Und natürlich Holly, der Weltenwanderer, der uns mit seinen Geschichten und Liedern, mit seiner Stimme und seiner Gitarre, mit seiner offenen und freimütigen Art stets in seinen Bann zieht, uns seine Musik genießen und über seine Geschichten nachdenken lässt. Ganz zu schweigen von den diversen Gastmusikern, die sich in das Projekt eingeklinkt haben. Wenn auch mancher offenbar erst verkraften muss, dass sich die Fans für seine Vorband begeistern und von dieser mehrere Zugaben fordern.

Bei den Konzerten von Driftwood Holly und seinen Freunden habe ich – das kann ich zumindest für die diejenigen sagen, mit denen ich gesprochen habe – viele Menschen getroffen, die sich nicht nur durch diese Musik sondern auch durch eine gewisse Lebenseinstellung verbunden fühlen. Das führt dazu, dass man allerorts auf Wiederholungstäter trifft, die von Ingelheim nach Dresden, von Köthen nach Lichtentanne, von Halberstadt nach Potsdam, von Berlin nach Oberwiesenthal oder wohin auch immer reisen, um die Konzerte nicht nur vor der eigenen Haustür zu erleben. Wer also einmal dabei war, darf immer wieder damit rechnen, bei den Konzerten bekannte Gesichter zu treffen – Menschen, die sich ohne diese Musik womöglich nie getroffen hätten. Und das Schöne dabei ist, dass nicht nur die Fans und Freunde im Publikum hollyfiziert sind, sondern wohl auch Holly, Jäcki und Pavel der gleichen Sucht anheim gefallen sind. Manchmal scheint es, als ob sie selbst auch nicht aufhören wollten… So geschehen am letzten Freitag in Potsdam – fast dreieinhalb Stunden haben sie gespielt, erzählt, gefrotzelt, gelacht und uns auf ein faszinierendes Stück Lebensreise mitgenommen. Sie schaffen es jedes Mal wieder, die Lieder und Geschichten in den schönsten Farben schillern zu lassen, uns zu überraschen und zu faszinieren.

Das was wir in den letzten drei Monaten erlebt haben, war einmalig – es war wunderschön, grandios, zauberhaft, gewaltig, herzlich, seelenwarm… Sie geben so viel, was sich nicht in Worte fassen und erst recht nicht im Laden kaufen lässt. Ich kann nur wiederholen, was andere schon gesagt haben: "Wir Deutschen haben so viele verschiedene Worte für 'schön', doch keines davon drückt auch nur annähernd aus, was in uns allen passiert ist im vergangenen Vierteljahr." Und nach all dem Schönen gab es noch ein allerletztes Hauskonzert,032 9 20150128 1891364496 das sie an ihrem allerletzten Abend in Deutschland gespielt haben – Holly mit seiner Gitarre und Kirsten mit ihrer Flöte, die bei einigen Liedern erklang. Tatsächlich bekamen wir einige neue Songs erstmals live zu hören, unter anderem "Mothers". Es war das berühmte Tüpfelchen auf dem "i". Und auch wenn die beiden anderen Yukon-Boys nicht live dabei waren, hatten wir oft genug Pavels Geige im Ohr und Jäckis Bass im Blut… Und zur Krönung hat Holly dann noch den Telefonjoker gezückt, um sicherzugehen, dass er die richtige Tonart spielt. Dieser Abend hat mein persönliches Holly-Erlebnis rund gemacht. Es war so wunderzauberseelenschön… Dabei war es doch erst das erste Kapitel, dem mit Sicherheit noch einige folgen werden.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Wenn ich von Driftwood Holly und von der Magie seiner Musik spreche, meine ich natürlich auch Pavel und Jäcki. Denn die Drei gehören inzwischen unbedingt zusammen, sie sind wie eine Symbiose und ohne einander irgendwie nicht mehr vorstellbar. Auch wenn Holly hin und wieder damit droht, er würde sich eine neue Band suchen, wenn die Jungs nicht spuren. So richtig und vor allem dauerhaft ernst nehmen wir diese Drohung nicht. Aber das ist halt der Nachteil, wenn zwischen den Proberäumen einige tausend Kilometer liegen. Dann müssen zumindest die Auftrittsorte so gewählt werden, dass sie zeitlich und organisatorisch für alle passen. Was bei unseren drei Helden nicht immer ganz einfach ist. Aber dafür sind sie im Herzen beieinander. Und ich glaube, wir dürfen gespannt sein, ob es nicht doch noch die eine oder andere Überraschung zum Thema Record-Release geben wird. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Thema nicht nur durch unsere Köpfe schwirrt. Aber wie auch immer, zuerst einmal werden wir in der nächsten Zeit das genießen, verarbeiten und im Herzen bewahren, was wir in den letzten drei Monaten zusammen erleben durften. Das ist und bleibt unbezahlbar – egal, was noch kommt.

 

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Fotos: Grit Bugasch

 




Teil 10: Liebe Freunde und Hollyfizierte, liebe Neugierige :-)

Schon seit einiger Zeit grassiert der Yukon-Musik-und-Geschichten-Virus, der sich in den letzten drei Monaten mit verstärkter Intensität ausgebreitet hat. Der Virus kombiniert verschiedene Einflüsse, vor allem deutsch-kanadisch-tschechischen Ursprungs, und zeigt schon nach kurzer Inkubationszeit die typischen Symptome. Wer Holly, Jäcki und Pavel live erlebt und sich von ihnen verzaubern lassen hat, weiß wovon die Rede ist ...

Kurz vor Hollys Heimreise hat es auch Sandy erwischt. Was für uns von Vorteil ist, denn sie hat die Jungs bei den Konzerten in der Christophoruskirche und im Bräustübl mit ihrer Kamera eingefangen. Also liebe Leute, so lange wir "Aura Borealis" noch nicht in den Händen halten, schiebt "Little Lilly Mammoth Hair" in den CD-Player, seht euch die Fotos von Sandy an und träumt vom nächsten Konzert mit Holly und seinen Freunden ... Viel Spaß dabei!

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Fotos: Sandy Reichel






Teil 11: Die Energie der Trommeln - Fragen an Basti Reznicek

Driftwood Holly ist ein Geschichtenerzähler, ein Romantiker, ein Besessener. Das was er will, das will er ganz ... So steht es in meinem allerersten Beitrag über Holly geschrieben. Und ich finde, es stimmt mehr denn je. Er hatte schon damals tausend Pläne und Ideen für "Aura Borealis", seinen Traum und sein Baby.033 11 20150214 1193044049 So wollte Holly neben Jäcki und Pavel, seinen Brüdern im Geiste, von vornherein noch einige andere Musiker am Album beteiligen. Er wollte einfach alles was es braucht, um die besondere Magie seiner Musik zu entfalten und "Aura Borealis" zum Leuchten zu bringen.

Neben den speziellen Ideen braucht es natürlich immer den richtigen Moment und das passende Händchen ... und ein bisschen Glück kann auch nicht schaden. Wenn dann alles zusammenpasst, kann es an die Umsetzung gehen. So wie in diesem Fall. Als Holly damals erzählt hat, dass Basti mit von der Partie ist, habe ich mich doppelt gefreut. Weil ich die Wärme und Kraft seiner Trommeln sehr mag und seine Art zu spielen sowieso. Und weil ich meine, dass Holly und Basti auch sonst so einiges gemeinsam haben, was sie quasi zu Verbündeten macht. Ich kann mich sogar noch an meinen spontanen Kommentar dazu erinnern. Aber den werde ich hier nicht verraten :-)

Nur soviel: Das was ich damals im Hinterkopf hatte, scheint sich bewahrheitet zu haben. Bei meiner Stippvisite im Studio habe ich es aufblitzen sehen und auch live habe ich es erlebt. Und ich kann es auf "Aura Borealis" hören und spüren. Mit der Musik ist es wie mit uns Menschen - wir brauchen Flügel und auch Wurzeln, um uns einerseits lebendig und beseelt und andererseits friedlich und geerdet zu fühlen. Die Energie aus Bastis Trommeln vermag sowohl das eine als auch das andere.

Auch Basti hat sich die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten und zu verraten, wie das alles war beim ersten Treffen, im Studio und bei den Konzerten. Vielen lieben Dank dafür!


Wie kam es zur Zusammenarbeit und was hat dich überzeugt, bei Hollys neuem Album-Projekt dabei zu sein?
Eines Tages fragte mich mein Papa, ob ich mir den musikalischen Kram seines Buddyzzz Holly näher anhören könnte ... Die Zwei hatten sich auf schicksalhafte Weise am anderen Ende der Welt in Kanada gefunden und ineinander verliebt. Dieser Zustand wurde sofort vor Ort, gemeinsam mit Hollyzzz altem Freund und Weggefährten an der Geige, Pavel, musikalisch ausgelebt.034 11 20150214 1510593456 
Nun ging es darum, ob ich mir vorstellen könnte, eins/zwei Trackzzz auf seinem neuen Album (welches Holly in Deutschland aufnehmen wollte) einzumeißeln. Wenn mir etwas gefällt, mich inspiriert und ich die Zeit sowie das Gefühl habe, etwas beitragen zu können, bin ich prinzipiell für jedes musikalische Abenteuer zu haben. Für mich waren im Fall Driftwood Holly all diese Kriterien erfüllt und somit konnte ich ganz entspannt, gespannt auf diesen Ausflug sein.

Wie und wann seid ihr euch zuerst begegnet und was war dein erster Eindruck von Holly? Wie hast du eure ersten gemeinsamen Konzerte erlebt?
Als Holly dann rübersetzte, um in seiner alten Heimat für drei Monate zu touren und nebenbei sein Album auf Schloss Röhrsdorf (bei Dresden) aufzunehmen, setze mein Papa bei sich zuhause gleich mal für alle Beteiligten ein kleines Treffen mit einem gemeinsames Essen an ... um uns gegenseitig besser kennenzulernen und in den Genuss seiner Kochkünste zu kommen. Mit an Bord war u.a. auch Jana von Bell Book & Candle, die ggf. gerne mit auf die Reise kommen sollte und dann auch wollte. Denn, wie sollte es anders sein, die gereichten Speisen waren vor- und die Stimmung anzüglich ;-)
Kein nordisches Eis, das es von meiner Seite aus zu brechen galt. Für Holly war es sicherlich etwas aufregender ... es ging ja quasi darum, welche Hebammen bei der Geburt seines zweiten Albums eventuell mithelfen würden. Und nebenbei wurde unverbindlich festgelegt, dass ich die Jungs bei zwei/drei Gigzzz spontan am Drumset unterstütze.
Da ich zu den vorgeschlagenen Terminen ausnahmsweise mal nicht mit unserem Stamping Feet-Trommelzirkus unterwegs war, nahm ich die Gelegenheit gerne an und sprang ins kalte musikalische Yukon-Wasser. Ich merkte ziemlich schnell, dass wohl jede Holly-Mugge ein kleiner Sprung ins angenehm Ungewisse bleibt ... und zwar für alle. Für's Publikum, für die Bandmitglieder und vor allem für Holly. In unterschiedlichster Weise ist das ja immer so. Beim Songwriting, auf Konzerten, bei der Studioarbeit und sogar im Probenraum lässt man sich doch gerne auch vom Unvorhersehbaren treiben. Das ist sogar einer der Punkte, die ich im Allgemeinen mit am meisten an der kreativen Arbeit schätze.

036 11 20150214 1100299574Wie war die Zeit im Studio für dich und vor allem wie war die Zusammenarbeit mit der Band, die inzwischen entstanden ist?
Die Zeit auf Schloss Röhrsdorf habe ich sehr genossen! Ich liebe geschmeidiges und sogleich konzentriertes Arbeiten. Gemeinsam mit begeisterungsfähigen, musikalischen Freigeistern fokussiert tolle Lieder in Szene setzen zu dürfen und dann auch noch in solch zauberhaftem Ambiente, mit einer Fülle an Möglichkeiten und hochwertigsten Equipment aller Zeitepochen und Klangwelten, war ein Träumchen für den kreativen Output!!! Sehr sehr geil!!! Außerdem war es für mich mal wieder eine Chance, in eine für mich bis dahin noch nicht selbst ausgelebte, neue musikalische Welt einzutauchen (die Welt der Folkmusic), jede Menge Erfahrungen zu sammeln und mit angenehmen Menschen zusammen zu kommen.

Welche Hoffnungen oder Erwartungen verbindest du mit "Aura Borealis"? Habt ihr irgendwelche Ideen oder Pläne für die Zeit nach der Albumveröffentlichung?
Ich erwarte gar nichtzzz ... Ich hoffe, dass es uns gelungen ist, die Charaktere der jeweiligen Songs in ihren individuellen Ästhetiken auf's Band zu bringen. Und ich hoffe, dass alle Mitwirkenden zufrieden sagen können: "Ok, jetzt seid ihr alt genug und an Bord dieser Platte ... Geht raus in die Welt und erzählt jedem, den Ihr trefft, eure Geschichten."

Was macht Hollys Musik für dich besonders, was bedeutet sie dir ganz persönlich?
Sie holt mich ab und nimmt mich mit :)


Fotos: Jäcki Reznicek




Teil 12: Gespräch mit Holly, Jäcki und Pavel im Potsdamer Club Charlotte am 23.01.2015

Auf ihrer "Schlüssel- & Schlosstour" waren die Drei viele Kilometer zusammen unterwegs, haben gemeinsam eine sehr intensive Zeit verbracht und jede Menge Erlebnisse miteinander geteilt. Sie haben in Kirchen, Schlössern, Cafés, Pubs und Wohnzimmern gespielt, haben ihre Lieder und Geschichten in die Welt getragen und neue erlebt. Sie haben Fans und Infizierte in ihren Bann gezogen und viele Seelen verzaubert. Sie haben alte Freunde wiedergetroffen und neue dazu gewonnen. Im Tonstudio im Schloss Röhrsdorf haben sie aus Hollys Traum ein gemeinsames Projekt gemacht und "Aura Borealis" in nur zwei Wochen Leben eingehaucht. Dass sie durch all das Erlebte noch enger zusammengewachsen und aufeinander eingespielt sind, konnte man nicht nur auf der Bühne hören und sehen, sondern auch am Umgang miteinander spüren. Kurz vor dem Abschluss der Tour - vor dem vorletzten gemeinsamen Konzert im Club Charlotte in Potsdam - hatte ich Gelegenheit, mit Holly, Jäcki und Pavel gemeinsam ins Gespräch zu kommen und zu hören, wie sie die letzten Wochen erlebt haben ...

Zum vollständigen Interview: HIER entlang ...






Teil 13: "Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten"

So wusste es schon Friedrich Schiller zu verkünden. Wie recht er doch hat - und das, obwohl er Holly und seine Freunde noch gar nicht kennen konnte ;-) Oft genug haben wir es selbst spüren oder bei anderen erleben können, was Musik bewegen kann. Und weil es so wunderbar ist,037 13 20150324 1686562826 wenn die Musik uns tief berührt und wir dabei in eine andere Welt abtauchen können, haben einige Hollyfizierte ihre Eindrücke und Empfindungen festgehalten. Als kleines Dankeschön an Holly, Pavel und Jäcki. Danke für eure einzigartige Musik! Danke für die Magie, die Freude und die Wärme, die ihr uns schenkt!


Frank: "Vom Yukon kam ein warmer Wind in unsre kalte Welt. Zwei Knaben, beide nicht mehr Kind, haben sich dazu gesellt. Mit Schlingen menschlicher Gefühle fingen sie unsre Herzen ein, wir fanden Freunde, es sind sehr viele, wir werden immer bei euch sein ..."

Grit S.: "Wenn dich jemand bei der ersten Begegnung herzlich in die Arme nimmt, weißt du, dass dir da ein ganz besonderer Mensch gegenübersteht. Und wenn er dann auch noch so wunderbare Geschichten erzählen kann, sei es mit Worten oder mit seinen Liedern, dann tut sich eine neue Welt auf. Begleitet von zwei, drei, vier ... tollen Musikern, die ihr Handwerk verstehen und einen träumen, fliegen, beben lassen. Danke, dass ich dabei sein darf!"

Simone: "Aura Borealis - eine Reise in eine andere Welt. Schließt die Augen und genießt es. Lasst euch verzaubern von Hollys Geschichten, Jäckis Bass und Pavels Geige. Unbeschreiblich."

Conni & Holgi: "Es war schon fast das Ende der Schlüssel & Schloss Tour, als wir in Potsdam mit dem Driftwood Holly Virus infiziert wurden. Mit seinen Geschichten aus dem Leben hat er uns berührt und mit in seine Welt genommen. Zusammen mit Jäcki am Bass und Pavel an der Geige hat Holly das Publikum verzaubert. Nun warten wir sehnsüchtig auf das neue Album 'Aura Borealis' und darauf, wie die Reise weitergeht!"

Annett: "Einmal live erlebt, gehen Geschichten und Musik sofort in Herz und Bein! Sogar für meinen pubertierenden Teenager ein schwer beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis!"

038 13 20150324 1354472680Katrin: "Dr Gung, sei Musik un de Virtuosen bringe de Leit zam, machen glücklich un Familie, aafach esu. Was kaas schenners gabn? Herzdank!!!"

Geli: "Leider durfte ich Driftwood Holly & Co. ja nie so richtig live erleben ... aber Holly und die liebe Kirsten bei einem kleinen, aber feinen Hauskonzert ;) Danke dafür, Susan ... Ich war von Anfang an in dieser Aura gefangen und total begeistert ... von der Musik und Hollys Geschichten ... einfach großartig ... freue mich auf das neue Album!"

Bine: "Holly - der Murmeltiermann, also von dem Moment an, wo man ihm begegnet oder die Musik Kopf und Herz erreicht, ist man auf wundersame Weise gefangen. Ein Kurzurlaub für die Seele - ein Wellnessurlaub für das Herz. Ihr steckt Menschen an mit kunterbuntem Frohsinn und ungebrochener Lebensfreude."

Lutz: "Als ich Holly und Pavel und Jäcki 2013 das erste Mal gehört habe, dachte ich: Hey, die holen dich mit ihrer Art und Musik genau dort ab, wo du gerade bist, nehmen dich einfach auf ihre Reise mit und es geht dir gut dabei. Und genau das war bei jedem ihrer Auftritte, wo ich war, genauso. Egal, ob beim Hauskonzert, auf kleiner oder großer Bühne oder heute bei Hollys Live Skype Auftritt - und das muss man erstmal leisten."

Anja K.: "Holly, Pavel und Jäcki ... Es ist wie fliegen und nach Hause kommen, wenn Hollys Stimme erklingt, Pavels Geige sämtliche Blockaden löst und das Gefühl durch den Körper rauscht. Stärke und Sicherheit, wenn Jäcki den Takt mit seinem Fuß in den Boden stapft und sein Bass warm klingt. Geborgenheit,039 13 20150324 1288168673 wenn man mit geschlossenen Augen auf dem Boden sitzt und sich an die beste Freundin anlehnen kann. Ein Gefühl von Familie, wenn man spürt, was in den anderen Menschen vor sich geht. Fremde Menschen gibt es nicht mehr ... es ist einfach unbeschreiblich!!!"

Susan: "Die Magie der ersten Töne, die ich von Holly gehört habe, die positive Energie, das Gefühl und die Freude beim miteinander Spielen von Holly, Jäcki und Pavel im Konzert, das berührt und regt an, über das eigene Leben nachzudenken. Und diese Magie ist auch in der 'Aura Borealis' zu spüren, dieses Leben, das ihr der Musik gegeben habt. Danke Jungs, das habt ihr gut gemacht!"

Anja B.: "So, nu isses soweit ... ich wusste genau, welches meine zwei Lieblingslieder auf der CD sind. Und nu ... hab ich 16 Lieblingslieder ... von 16. Das habt ihr Drei ja fein hinbekommen. Also, jetzt wird Musikgeschichte geschrieben, Driftwood Holly, dann wird ein Film über dein Leben gedreht und irgendwann wird dein Buch mal alle Rekorde brechen. Die wilden Jahre gehen gerade erst los ..."

Kerstin: "Aura und ihre Menschen haben schon bei unserer ersten Begegnung eine wohlige Wärme in mein Herz gezaubert und mich auf eine einzigartige Entdeckungsreise mitgenommen. Dafür bin ich unendlich dankbar ..."

 

Album Trailer:






Teil 14: Das Glück heißt Ohrenschmaus und Seelenmassage - Eindrücke von Sylvia Hennig

Musik, auf die wir uns mit ganzem Herzen einlassen, kann uns vieles geben. Schönes sowieso, Vertrautes natürlich und auch Überraschendes. Wir können besondere Momente und außergewöhnliche Eindrücke sammeln. Wir können Menschen treffen, die uns sonst vielleicht nie begegnet wären und uns doch schon nach wenigen Sätzen vertraut fühlen. All das können wir in uns aufsaugen, in Kopf und Herz speichern und in weniger sonnigen Zeiten Kraft daraus schöpfen.040 14 20150410 1167800488 Dass die Musik von Holly, Pavel und Jäcki diese besondere Energie in sich birgt, haben so einige schon selbst erlebt oder von anderen gehört. Neue Freunde und Bekannte haben sich durch die Konzerte gefunden. Und auch ich hatte Gelegenheit, mich mit einigen Hollyfizierten über ihre Eindrücke und Konzerterlebnisse auszutauschen. Die eine oder andere Gelegenheit habe ich nutzen können, um ein paar Fragen loszuwerden und daraus einen Beitrag für diese Reihe zusammenzubasteln. So auch diesmal - Sylvia Hennig verrät uns, wie sie sich mit dem musikalischen Yukon-Virus infiziert hat. Vielen Dank dafür, liebe Sylvia!

Wie bist du Holly zum ersten Mal begegnet und was war dein erster Eindruck von ihm?
Ich habe Holly das erste Mal vor etwa fünf Jahren in unserem Schullandheim getroffen, das ich zu der Zeit mit einer Freundin betrieben habe. Mein erster Gedanke war: "Hoppla, was ist das für ein witziger bunter Vogel." So was braucht die Welt viel öfter. Er und auch Kirsten waren so herrlich gechillt. Sie feierten irgendetwas, sicher mehrere Geburtstage nachträglich. Unser Haus war für ihn genial, am Wald gelegen mit großem Außengelände, alles schön unkompliziert. Auffallend war für mich zu der Zeit, dass er mit den Kids unbedingt unter freiem Himmel schlafen wollte. Und das, obwohl die Nächte nicht warm und extrem feucht waren. Er ist mir damals schon als Naturbursche durch und durch aufgefallen. Erst da erfuhr ich, dass er eigentlich im Yukon lebt. Ich fand die Familie saucool und interessant.

Wann und wie hast du Holly zum ersten Mal live erlebt? Und wie findest du die Band, die inzwischen mehr oder weniger zufällig entstanden ist?
Im Herbst vor zwei Jahren stieg ich von Selbständigkeit auf Festjob um. Da mein derzeitiger Job als Erzieherin im Mutter-Kind-Haus erst im November startete, arbeitete ich im September/Oktober in einer Familienwohngruppe. Meine Chefin dort war Tina, eine super enge Freundin von Holly. Sie erzählte mir, dass Holly auf dem Weg nach Deutschland ist, dass er dort zum ersten Mal auf Jäcki treffen wird und schon ganz aufgeregt sei. Sie selbst machte sich auf den Weg nach Berlin, um Holly in Empfang zu nehmen und mit ihm gemeinsam ein Konzert in Berlin zu besuchen. Danach wollte sie mit Holly nach Zwickau kommen. Holly hatte letztes Jahr bei seinem Besuch bei Tina gewohnt. Somit erfuhr ich täglich im Job von Hollys Konzertprojekten in der kurzen Zeit. Gleichzeitig waren alle überrascht, dass der "große" Jäcki einfach so unseren Holly auf ein paar ausgewählten Konzerten begleiten wollte. Wie cool ist das denn?? Das waren unsere Gedanken.041 14 20150410 1428091163 Tina bot sich an, die Konzerte zu koordinieren und gab ihre Telefonnummer in der Öffentlichkeit an. Bald schon merkte sie, dass sie die "Büchse der Pandora" mit Hollys Konzerten geöffnet hat. Keiner, nicht einmal Holly selbst, hat mit soviel Zuspruch und Wohnzimmern gerechnet, welche seine Töne in ihre Räume holen wollten. Ich selbst hatte dann das Glück, diesen Ohrenschmaus und die Seelenmassage im Schullandheim Kleeblatt in Ebersbrunn zu erleben. Pavel und Jäcki im Schlepptau. Es war mein erstes Konzert mit den Dreien und ich wusste, ich will und brauche mehr davon :-)

Was macht Hollys Musik für dich besonders, was bedeutet sie dir ganz persönlich?
An diesem Abend kaufte ich gleich seine erste CD und die lief ständig rauf und runter. Ja, aber das Warten dauerte zum Glück nicht zu lange. Bald kamen die Drei ja gemeinsam zurück in die Erzgebirgswelt und halfen uns im Herbst letzten Jahres unsere Seelen wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Für mich war jedes Konzert ein Highlight, jedes Konzert war anders und jedes für sich war wunderschön - ob im kleinen Rahmen, in der Kirche oder auch im großen Saal mit der Siegel Band. Es hat mir geholfen, den Kummer kurzzeitig zu vergessen und einfach in die Holly-Pavel-Jäcki-Welt einzutauchen. Sie schaffen es, einen "abzuholen".

Welche Hoffnungen oder Erwartungen verbindest du mit "Aura Borealis"?
"Aura Borealis" - Was erwarte ich?? Ganz ehrlich?? Eigentlich nichts anderes, als das, was die Menschen, welche an der CD beteiligt sind, sowieso schon sind und ausstrahlen. Ich erwarte eine Gedankenreise in wunderschöne Konzertmomente und Zeit, mich mit geschlossenen Augen in den Schaukelstuhl zu setzen und beim Anhören der CD zu träumen. Und ich erwarte, dass gaaaaaanz schnell die Zeit da ist, dass ich die Platte kaufen kann…

Fotos: Sylvia Hennig




Teil 15: It's magic ...

042_15Heute gibt es mal kein Interview und keine langen Texte ... sondern magische Neuigkeiten vom Yukon - direkt von Driftwood Holly:

"Dr. Dazey und Driftwood Holly ... ein Foto unseres epischen Hausberges von Marc Adamus ... alle Geister wach und anwesend ... eine Skype-Standleitung vom Klondike nach Hawaii und dann beginnst du sie einzuladen ... die Aura ... die Muse ... Nächte lang ... viele Nächte lang ... noch eine ... und nochmal ... aufgeben ... aufgegeben, weitergemacht und wieder dran geglaubt. Dr. Dazey in absoluter Hochform und dann ... BOOOM!!! ... betritt sie das Bild ... und ist von da an nicht mehr wegzudenken ... einfach nicht mehr wegzudenken. Ladies and Gentleman ... "AURA BOREALIS"!

Wir sind geehrt, unser Cover zuerst auf Deutsche Mugge vorzustellen ... DM ist eine Riesenhilfe für Musik und Menschen, die Musik machen. Thankx!"

Anmerkung: Für eine größere Ansicht bitte auf das Cover klicken.




Teil 16: "Seine Lieder sind mit guten Erinnerungen verknüpft" - Gedanken von Mario Goldstein

Auch wenn ich schon so einige Leute zu ihrer Begegnung und ihren Erlebnissen mit Holly befragen konnte, fehlen noch mindestens zwei, die ich von Anfang an in der Runde dabei haben wollte. Mario Goldstein ist einer davon - zu erfahren, wie ein Weltenbummler den anderen sieht, fand ich doch gar zu spannend. Beim Schlossfest im Dezember konnte ich dann mit Mario sprechen und auch er hat das Interview glücklicherweise spontan zugesagt. Dass der Beitrag etwas länger auf sich warten ließ, war nicht seine Schuld, denn die Antworten von Mario habe ich schon vor einiger Zeit bekommen.043 16 20150430 1494057844 Aber irgendwie war die Zeit noch nicht reif und der Beitrag noch nicht an der Reihe, denn er musste in meine gedankliche Reihenfolge passen :-) Aber jetzt ist es soweit! In den letzten Wochen haben viele der Fans täglich für "Lafeya" gevotet und was könnte da passender sein, als das Gespräch mit Mario, der beim Videodreh für "Lafeya" in Dawson dabei war. Herzlichen Dank noch einmal, Mario, für dein Bild- und Textmaterial und für deine Geduld!

Wie seid ihr euch das erste Mal begegnet?
Holly bin ich das erste Mal 2013 während meiner Reise zur Beringsee in Dawson City begegnet. Den Kontakt zu ihm hatte ich allerdings bereits in Deutschland geknüpft. Von einem Bekannten war mir Holly als Anlaufpunkt in Kanada genannt worden. Schnell stellte ich fest, dass Holly und ich einige Gemeinsamkeiten hatten und natürlich haben mich diese Parallelen besonders gereizt, um ihn kennenzulernen.
Er war früher ja ein erfolgreicher Unternehmer und Skispringer gewesen, bevor er den Ausstieg wagte. Wir beide sind Menschen, die sich für die Freiheit entschieden haben, weil wir gemerkt hatten, dass Geld alleine nicht glücklich macht. An Hollys Lebensweg hat mich vor allem interessiert, wie er aus dem klassischen Besitztum herausgefunden hatte. Vielleicht, so meine Überlegung, konnte ich noch von ihm lernen. Hollys Lebensmittelpunkt - Dawson City - war übrigens die letzte Station auf unserer Reise vor dem Sprung in die wahre Wildnis Kanadas. Holly war damit auch unser letzter Kontakt innerhalb der Zivilisation, um uns auf das kommende Abenteuer einzustimmen.

044 16 20150430 1906463652Was war dein erster Eindruck von Holly?
Holly hat, wie bereits gesagt, sehr viele Parallelen zu mir, auch was die Charaktereigenschaften betrifft. Für mich ist er ein Vordenker, vor allem in spiritueller Form. Das Leben im Einklang mit der Natur liegt ihm wahrhaftig am Herzen und ist für ihn nicht nur eine hohle Phrase. Wir beiden haben gespürt, dass unsere Existenz keine natürliche Symbiose mehr zwischen Mensch und Natur ist - wie es ja eigentlich sein sollte. Und so haben wir daraus unsere Konsequenzen gezogen.
Man muss sich vor Augen führen, dass Holly nicht einmal richtig in der ohnehin kleinen Stadt Dawson City wohnt. Sein Haus steht abseits, auf der anderen Seite des Yukon. Dort aber gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Und die Toilette befindet sich 10 bis 20 Meter vom Haus entfernt. Daran alleine sieht man schon, dass er sehr naturverbunden und bescheiden lebt - zumindest, wenn man unseren gewohnten Lebensstandard zu seinem ins Verhältnis setzt. Holly und seine Frau haben uns sehr herzlich empfangen. Während unseres Aufenthalts haben wir viel Zeit zusammen verbracht und konnten so unmittelbar an ihrem Alltag teilhaben.

Wann und wie hast du Hollys Musik zum ersten Mal live erlebt?
Das war im Sommer 2013 - also direkt als wir bei ihm waren. Er hat abends bei Kerzenschein in seiner Blockhütte für uns Gitarre gespielt und dazu gesungen. Es war ein magischer Moment, seine Musik hat mich vom ersten Ton an verzaubert. Vor allem seine Lieder "König" und "Kommt ein Vogel geflogen" haben mich gefangen genommen. Es ist die Ursprünglichkeit, die man unmittelbar fühlen kann, die Hollys Musik für mich so besonders macht - und auch die Tatsache, dass sie fernab vom Mainstream ist.

045 16 20150430 2087200794Wie findest du die Band, die inzwischen entstanden ist?
Das, was da entstanden ist, finde ich einfach genial; auch, weil so etwas im Leben nicht oft passiert. Holly, der Träumer, Abenteurer und Weltverbesserer, hat musikalische Mitstreiter gefunden. Das Zusammenspiel der drei Bandmitglieder macht für mich Hollys ursprüngliche Musik erst vollkommen. Pavel mit seiner Geige verleiht den einzelnen Liedern eine unbeschreibliche Klangfarbe und Jäcki bringt eine enorme Erfahrung und auch Professionalität mit. Die Musik der Band Driftwood Holly setzt - so ist zumindest mein Eindruck - eine Energie frei, die das Potenzial hat, die Massen zu begeistern.

Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit?
Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und haben schnell an eine Zusammenarbeit gedacht. Mein Aufenthalt in Kanada und die damit verbundene Arbeit an der Reportage hat ganz ausgezeichnet mit Hollys wirklichem musikalischen Start zusammengepasst - sozusagen wie die Faust auf's Auge. Holly wirkt in meiner neuen Live-Reportage mit und gibt seine Erfahrungen an die Zuschauer weiter. Und dann haben wir auch noch das Musikvideo zu "Lafeya" gemeinsam bei ihm in Kanada gedreht.

Habt ihr Pläne oder Ideen für zukünftige gemeinsame Projekte?
Ja, das haben wir - vielleicht schon im nächsten Jahr. Hollys Musik soll nach Möglichkeit einen Platz in meinem neuen Vortrag bekommen. Und wenn er wieder in Deutschland unterwegs ist, sind auch gemeinsame Live-Auftritte möglich. Die wunderbaren Bilder und Geschichten der Wildnis passen einfach mit Hollys Musik zusammen.

047 16 20150430 1779930121Was macht Hollys Musik für dich besonders, was bedeutet sie dir ganz persönlich?
Als Holly in mein Leben kam, habe ich gerade einen sehr großen Schritt gewagt. Die Gefühle, die Holly mit seiner Musik, vor allem aber mit seinen eigenen Liedern wachruft, haben mich tief in meinem Inneren getroffen. Seine Lieder sind bei mir durchweg mit guten Erinnerungen verknüpft. Wenn ich Hollys Musik höre, befinde ich mich für den Augenblick wieder in Kanada, diesem unheimlich magischen Land.
Hollys Melodien machen mir in gewisser Weise auch deutlich, dass es Wichtigeres als das Materielle in unserem Leben gibt. Sie rufen dazu auf, in sich zu gehen und zurück zur Naturverbundenheit zu finden. Ich denke oft, ein Schritt zurück würde uns einen Schritt nach vorn bringen. Wir Menschen sind einfach zu weit gegangen.

Welche Hoffnungen oder Erwartungen verbindest du mit "Aura Borealis"?
Das Album "Aura Borealis" wurde unter höchsten Anstrengungen auf hohem musikalischem Niveau produziert und ist mit nahezu magischer Energie in Deutschland entstanden. Ich hatte die unglaubliche Ehre, den Platz, das Studio, in dem das Album geboren wurde, mit eigenen Augen sehen und fühlen zu dürfen. Das gewählte Studio war meiner Meinung nach die ideale Brutstätte für die Musik von Driftwood Holly. Die Band möchte mit ihren Liedern ja nicht nur die Leute begeistern, sondern sie wollen auch eine Botschaft vermitteln.
Kurzum: Ich bin wirklich sehr gespannt auf das Album und hoffe, dass ich das, was ich damals bei Holly in der Blockhütte gefühlt habe, beim Hören von "Aura Borealis" wieder empfinden werde. Ich hoffe, er kann mit seiner Musik Gefühle nach Deutschland, ins Radio, in die Wohnzimmer und letztendlich in die Köpfe der Menschen bringen. Die Musik von Driftwood Holly hat das Potenzial, etwas zu bewegen.

Alle Fotos in diesem Beitrag: Mario Goldstein




Teil 17: "Irgendwann wird es eine gemeinsame Zeit auf der Bühne geben. Es wäre mir eine Freude, dabei zu sein." (Impressionen von Jana Groß)

Wer die Beiträge bis hierher verfolgt hat, weiß genau, dass in dieser Reihe noch mindestens eine wichtige Person fehlt. Richtig - es ist Jana Groß, die Sängerin von Bell Book & Candle, die an zwei Tagen im Studio im Schloss Röhrsdorf mit an Bord war. Sie ist die weibliche Stimme, die nicht nur "Lafeya" und "Mothers", sondern auch einigen anderen Songs auf "Aura Borealis" eine neue Facette gegeben hat.048 17 20150520 1857362605 Schon bei unserem ersten Telefonat hat mir Holly davon erzählt, dass er für das Album gern eine Sängerin mit dabei haben möchte. Nicht irgendeine, sondern eine ganz bestimmte Stimme hatte er dabei im Kopf, auch wenn er mir das damals nicht verraten hat. Die Stimme, die ihn in "Time to rise" - dem Song, den Alf Ator und Jana für das aktuelle Knorkator-Album geschrieben haben - vom Hocker gerissen hat, sollte es sein. Wieder eine dieser unglaublichen Geschichten - aus einer Idee, einem Traum wurde Realität. Wer diesmal seine Finger im Spiel hatte und wie es dazu kam, dass Jana einverstanden war, bei dieser eher ungewöhnlichen Produktion dabei zu sein, hat sie mir bzw. uns im folgenden Beitrag erzählt. Und so erfahren wir endlich auch, weshalb sie überhaupt zugesagt hat, obwohl sie - wie Holly immer wieder betont hat - vorher wohl gar nichts von ihm gehört hat bzw. hören wollte.
Vielen lieben Dank also an Jana, die ich im März 2015 nach einem Bell Book & Candle Konzert in Neuenhagen spontan gefragt und die genauso spontan zugesagt hat, für die Unterstützung hier in Form von Wort und Bild!


Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit und was hat dich überzeugt, bei Hollys neuem Album-Projekt dabei zu sein?
Eines Abends erhielt ich einen Anruf von Jäcki. Er fragte, ob ich Lust hätte, auf dem ersten Album eines befreundeten Musikers, der in Kanada wohnt und den er schon längere Zeit am Bass begleitet und auch sehr schätzt, mitzusingen. Ich sagte spontan zu, da ich wiederum Jäcki sehr schätze und ihm bzw. seiner Meinung voll vertraue. Er konnte sich Hollys Musik mit meinen stimmlichen Beiträgen gut vorstellen und hatte nun wohl auch Holly von dieser Idee begeistert - was sollte mich da noch bremsen?049 17 20150520 1385503854 Daraufhin rief Holly mich an und wir konnten uns zumindest telefonisch schon ein wenig kennenlernen. Er erzählte sehr leidenschaftlich von seiner Vision zum Album und machte mich neugierig. Ich schaute mir also Videos auf youtube an und fand die Musik im positiven Sinn irgendwie aus der Zeit gefallen. In etwa, als ob Neil Young in der Wildnis auf Leonard Cohen getroffen wäre. Es gab übrigens damals schon eine Version des Songs "Lafeya" und der passte schon super zu meiner Stimme und meinen Vorstellungen. Holly schickte also Demos, ich schrieb ihm meine Gedanken dazu und dann kam er nach Deutschland.

Wie und wann seid ihr euch zuerst begegnet und was war dein erster Eindruck von Holly?
Es gab ein Abendessen bei Jäcki. Dessen Sohn und mein Kumpel Basti Reznicek, der beim Holly-Projekt Schlagzeug spielen sollte, war ebenfalls dabei und wir lernten Holly als einen sehr sehr liebenswerten, ehrlichen und durchgeknallten Musiker kennen.

Wie hast du eure Zeit im Studio erlebt, vor allem die Zusammenarbeit mit der Band, die inzwischen entstanden ist?
Einige Wochen später fuhr ich nach Schloss Röhrsdorf, wo schon Holly, Jäcki, Basti, Geiger Pavel und die beiden Produzenten Arno und Jonas am Aufnehmen waren und sofort legte Holly mit seinen Ideen und ich mit der Umsetzung los. Unterbrochen nur von einem herrlichen vorweihnachtlichen Essen in der Schlossküche, ging das also bis 4 Uhr früh und wir hatten meine stimmlichen Parts im Kasten. Holly wurde einfach nicht müde, sprang immer noch herum und wollte mehr und mehr und mehr. Doch selbst Basti, bekannt als Lange-Musizierender-und-Aushalter strich die Segel und schloss sich an, ins Bett zu gehen. Am nächsten Morgen - Holly war wie erwartet schon wach - ging es nach dem Frühstück weiter und wir bekamen Besuch von seiner Frau Kirsten und einem hervorragenden Gitarristen namens Steffen Siegel,050 17 20150520 1331079567 um mit diesen beiden neuen Menschen zusammen die "We's" zu "Mothers" einzusingen. Ein sehr schöner und gewaltiger Chor! Eigentlich wollte ich danach weiter, doch Holly spielte noch etwas vor, das Lied von der Wanderratte. Ich tu mich immer schwer, deutsche Texte zu singen. Es passt meiner Meinung nach irgendwie nicht zwischen uns ... Doch er fand die Idee einer zweiten weiblichen Stimme so gut, dass ich darauf also auch sang. Und ich muss gestehen, dass das Lied einfach ein Besonderes ist. Es trifft! Die Verabschiedung war dann ein bisschen wie Ferienlagerende - man kann sich in zwei Tagen schon sehr lieb gewinnen.

Welche Hoffnungen oder Erwartungen verbindest du mit "Aura Borealis"? Hast du eventuell irgendwelche Ideen oder Pläne für die Zeit nach der Albumveröffentlichung? Wird es vielleicht mal gemeinsame Live-Aktionen geben?
Für sein Album wünsche ich Holly den wirklich verdienten Erfolg in Form vieler Menschen, die zuhören und ihn und seine Musik in ihre Herzen lassen. Ich denke auch, dass es Termine geben wird, die uns allen passen, und dann wird es eine gemeinsame Zeit auf der Bühne geben. Es wäre mir eine Freude, dabei zu sein.

Alle Fotos in diesem Beitrag: Kirsten und Jana




Teil 18: "Die Musik wirkt wie die Sonne, die alle Blumen des Feldes mit ihrem Strahlen zum Leben erweckt."

Zum Vergrößern der Bilder bitte auf das jeweilige Foto klicken.



Eines meiner Lieblingszitate von Khalil Gibran bringt es auf den Punkt. Musik kann so viel für uns sein und so viel für uns tun. So viele wunderbare und einzigartige Momente können wir erleben - durch und mit Musik. Wir können sie mit Gleichgesinnten teilen und genießen, wir können andere Musikverrückte treffen, unseren Horizont und im besten Falle unseren Freundeskreis erweitern.051_18 Menschen, die mit Musik nicht viel am Hut haben, werden vermutlich nie nachvollziehen können, was Musik alles vermag… Aber wenn wir mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und uns auf Neues einlassen, kann so vieles passieren. Wir können uns überraschen und neugierig machen lassen. Wir können uns verzaubern und mit neuen Musikviren infizieren lassen ...

In diesem Falle begann die akute Infektion vor allem mit einigen immer wiederkehrenden Bassakkorden in Verbindung mit Fotos und Videoschnipseln vom Yukon, die mich neugierig gemacht und in meinem Kopf festgesetzt haben. Schnell stellte sich heraus, dass ein gewisser Driftwood Holly hinter der Sache steckt - einer, der mit seiner Musik und seiner Art schon andere Musiker und Musikverrückte infiziert hatte. Auch ich war gegen diesen Virus offenbar nicht immun. Er befiel mich schneller als gedacht und schon steckte ich mit drin in einer verrückten Geschichte, von der ich nicht zu träumen gewagt hätte.

Im Zeitalter der modernen Medien ist es ein Leichtes, mit anderen Menschen - auch über große Entfernungen - Kontakt aufzunehmen und in Verbindung zu bleiben. Zuerst war es nur eine simple Freundschaftsanfrage per Facebook, die ich Holly geschickt habe. Und da ich die 2013er Tour leider verpasst hatte, aber neugierig auf die nächsten Konzerte war, schickte ich den Vorschlag hinterher, irgendwann mal einen Konzertbericht für Deutsche Mugge zu schreiben, wenn er wieder in Deutschland unterwegs sein sollte.052_18 Daraus wurden ein paar Nachrichten, die hin und her über das große Wasser gingen und auf einmal stand die Idee im Raum, am besten gleich und sofort einen Beitrag für Deutsche Mugge zu schreiben - über den ausgewanderten Erzgebirgler, der schon seit 15 Jahren mit seiner Familie am Yukon lebt und nun seinen musikalischen Traum wahr machen möchte. Zur Finanzierung des neuen Albums und des hierfür geplanten Kickstarter-Projektes kam etwas mediale Unterstützung wohl gerade recht.

Da ich nun einmal neugierig war auf Driftwood Holly und seine Musik habe ich zu Hollys Vorschlag spontan "Ja" gesagt, ohne auch nur zu ahnen, was daraus werden würde. Ziemlich schnell kam die Geschichte ins Laufen. Dann schlug Holly auch noch vor, dass wir doch mal telefonieren sollten - und das zu einem Zeitpunkt, als ich noch gar keinen Plan hatte, was und wie ich über sein Projekt schreiben sollte. Ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich telefonieren will... Was sollte ich den Typen denn fragen? Was soll ich sagen: Natürlich haben wir miteinander telefoniert - gute drei Stunden hat es gedauert. Und ich brauchte gar nicht viel zu fragen. Schnell wurde mir klar, Holly hat so viel zu erzählen, dass es nicht nur für einen Artikel sondern für ein ganzes Buch reichen würde… oder auch zwei ... oder drei ... Er zieht die Geschichten an und die Geschichten ziehen ihn an. Nach dem Gespräch schwirrte mir der Kopf und ich hatte Mühe, die Informationen und Eindrücke erstmal halbwegs zu sortieren. Und gleichzeitig hatte ich das seltsame Gefühl, diesen verrückten Typen schon länger zu kennen ...

053_18Parallel dazu hatte ich bereits bei Jäcki Reznicek und Dirk Zöllner angefragt - schließlich waren beide nicht ganz unschuldig an der unglaublichen Geschichte und den neuesten Entwicklungen. Per Mail bzw. Telefon haben sie mir erzählt, wie die verrückte Kennenlern-Geschichte aus ihrer Sicht klingt. Schlussendlich brauchte ich die einzelnen Puzzleteile nur noch zusammenzusetzen und nach zwei langen Nächten am Computer stand mein erster Entwurf. Per Mail ging der Beitrag an Holly und ich wartete den ganzen Tag gespannt auf seine Antwortmail - vergebens… Als ich am Abend nach Hause kam, verstand ich warum. Seine Antwort kam per Telefon und das schon am frühen Morgen - allerdings kurz nachdem ich das Haus verlassen hatte. Am Abend hörte ich dann Hollys Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Mein Entwurf war "genehmigt" und für gut befunden. Und mir fiel ein Stein vom Herzen.

Einen Tag später erschien der Beitrag in der Rubrik "Zeitzeugen" auf Deutsche Mugge und ich meinte, damit sei das Ganze für mich erstmal erledigt. Aber nicht für Holly. Er hatte offenbar einen weitergehenden Plan im Kopf - auch wenn ich davon zu diesem Zeitpunkt noch keinen blassen Schimmer hatte… Es dauerte nicht allzu lange, bis Holly sich wieder bei mir meldete. Ich war einigermaßen überrascht von seinem Vorschlag - ein längeres Projekt, eine ganze Beitragsreihe sollte es sogar werden. Keine Ahnung, wie er sich das vorstellte, schließlich hatte ich so etwas noch nie gemacht. Wieder gingen einige Nachrichten hin und her. Und wieder folgte ein längeres Telefonat, in dem wir erste Ideen diskutiert haben. Irgendwie passten unsere Vorstellungen auch diesmal gut zusammen und so kam, was vermutlich kommen musste ...

Es ging nicht nur weiter, sondern es wurde noch viel mehr daraus. Ihr habt die Geschichten ja hier mitverfolgen können. In dieser Zeit sind nicht nur Holly, Jäcki und Pavel zusammengewachsen, sondern auch eine ganz besondere hollyfizierte Fangemeinde, die in den nächsten Monaten mit Sicherheit noch größer wird.054_18 Für mich war es ein spannendes Experiment und gleichzeitig eine ganz besondere Erfahrung - die Verbindung von Musik und Wort, von Neugier und Kreativität, von sympathisch verrückten Musikern und den passenden Musikverrückten : Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hatte viel Spaß dabei. Wir haben jede Menge Musik und Geschichten (mit)erlebt. Es gab viele interessante Begegnungen und wir haben viele spannende Menschen getroffen. Und ganz nebenbei haben wir auch noch einiges gelernt - zum Beispiel, dass es gar nicht immer auf die Wahrheit, sondern auf die Geschichte ankommt :-) Verrückte Welt. Schöne Welt.

Unglaublich viel hat sich in den vergangenen Monaten getan, aber etwas bleibt immer gleich - das Warten und die Ungeduld. Aufgeregt haben wir die Nachrichten und das Ergebnis des Kickstarter-Projektes abgewartet. Die Entwicklungen im Studio und auch die Schlüsselgeschichten haben wir gespannt verfolgt. Jedes einzelne Konzert und vor allem das Schlossfest haben wir ungeduldig herbeigesehnt. Wir haben "Lafeya" bei ihrem Flug in die große weite Welt unterstützt und jegliche Neuigkeiten um "Aura Borealis" neugierig aufgesogen. Und nun warten wir darauf, das Album endlich in den Händen halten, in den CD-Player schieben und Tag für Tag hören zu können so oft wir nur wollen. In der letzten Zeit hat uns Holly fast täglich über den aktuellen Stand informiert. Wir wissen also, es kann nicht mehr allzu lange dauern, bis es soweit ist… Aber glaubt bloß nicht, dass es danach besser wird. Im Gegenteil - dieser Virus ist nicht heilbar, sondern nur durch geeignete Maßnahmen therapierbar.055_18 Und deshalb werden wir weiter ungeduldig warten - auf das nächste Lied, auf das nächste Stammestreffen, auf die Wiedervereinigung unserer drei Helden in Dawson City, auf das nächste Konzert mit Holly und seinen Jungs… Um es mit Hollys Worten zu sagen: "Es bleibt aufregend :" Oder, wie Anja so schön sagte: "Die wilden Jahre gehen gerade erst los ..."

Auf die kommenden aufregenden Zeiten freue ich mich. Auf die Konzerte mit den Jungs, auf das Wiedersehen mit den Hollyfizierten, auf neue Begegnungen, auf neue verrückte Geschichten… Bis dahin bleiben uns ja zumindest erstmal die erlebten Abenteuer im Kopf und im Herzen. Und auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: Für diese Zeit und diese Erfahrungen sage ich von Herzen Danke! Dankeschön vor allem an Holly, Kirsten, Jäcki und Pavel! Und Dankeschön natürlich auch an alle anderen direkt oder indirekt Beteiligten! Danke dafür, dass ihr mich so nah an euch und eure Musik ran gelassen habt! Ich habe dieses gemeinsame Experiment sehr genossen!!

Wir sehen und hören uns - ob virtuell oder in echt, ob bei den Stammestreffen oder bei den Konzerten ... Macht's gut und bis bald!!



 

 


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