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Heavy Metal | Hardrock







 

 

 

Die Musiker
001a 20200303 1145596922 001b 20200303 1314841298


Letzte Besetzung
• Martin Kotte (g, voc) 2000 bis 2006 | 2010 bis 2019
• Daniel Werner (g, voc) 2012 bis 2019
• Detlef Kotte (bg, voc) 1980 bis 2019
• Stephan Wocko (dr) 2012 bis 2019

Ehemalige Musiker:
• Jerry (voc) 1980 bis 1983
• Michaela "Micky" Burkhardt (voc) 1985 bis 1988
• Tom Browski (voc) 1990 bis 1994
• Micha Fritz Müller (voc) 2000 bis 2012
• Ecki Bartzsch (g) 1980 bis 1983
• Gerd "Wolle" Wollermann (g) 1982 bis 1990
• Martin Kotte (g) 2000 bis 2006
• Uwe Rublack (g) 1985 bis 1990
• Micha Jurischk (g) 1990 bis 2000 | 2006 bis 2009
• Uli Schenker (key) 1980 bis 1982
• Andreas Dunkel (key) 2006 bis 2010
• Micha Bronke (dr) 1980 bis 1982
• Ulrich "Ulli" Ulbrich (dr) 1982 bis 2011








Die Biographie


002 20200303 1672247240Bandgeschichte
PLATTFORM wurde im Frühjahr 1980 aus den bestehenden Cottbuser Bands SEGUIN und NOVATIV gegründet. Jerry (voc), Ecki Bartzsch (g), Detlef Kotte (bg, voc), Uli Schenker (key) und Micha Bronke (dr) probten fleißig und spielten dann ab Pfingsten des Jahres auf den Bühnen um Cottbus Songmaterial von ELP, MANFRED MANN, TOTO sowie diverse Blues-Rock-Sachen. Die Techniker Uwe Fabiunke, Dietmar Schulze und Ulli Dümke waren damals in Cottbus die ersten, welche mit einer vom Saal aus gesteuerten Ton- und Lichtanlage arbeiteten. Die Band kam bei den Fans gut an und der Aktionsradius wurde immer größer, so dass mit vielen Anträgen und Genehmigungen ein "LO" (LKW) angeschafft werden musste, damit die immer größer werdende Anlage transportiert werden konnte.

Die Band wurde jedoch im Herbst 1982 zerrissen, denn die "Nationale Volksarmee" holte sich Keyboarder Uli zum "Ehrendienst". Einige Bandmitglieder wollten dann etwas härtere Musik machen, so dass sich Jerry, Ecki und Kotte zwei neue Mitstreiter suchten. Mit Gerd "Wolle" Wollermann (g) und Ulrich "Ulli" Ulbrich (dr) wurde die Besetzung vervollständigt und musikalisch orientierte man sich jetzt an RORY GALLAGHER, ZZ TOP und ähnlichem. Der Bassist und organisatorische Leiter, Detlef Kotte, schrieb die ersten eigenen Songs der Band, zu denen Jerry die Texte beisteuerte. "He Doktor" wurde im Studio des ehemaligen PUHDYS-Schlagzeugers Gunter Wosylus produziert und man legte diesen Titel dem "Lektorat" (einer Zensur-Behörde für Texte in der DDR) vor, um Airplay zu erhalten.003 20200303 1401161216 Der Text handelte davon, dass ein Typ abends immer in der Kneipe mit den Kumpels beim Bierchen saß und am nächsten Morgen nicht aus dem Bett kam. Also ging er zum Arzt und wollte sich einen Krankenschein erschleichen. Das war natürlich überhaupt nicht im Sinne der Funktionäre und somit kam der Song nie in die Medien.

In den Sälen der Republik wurden PLATTFORM immer angesagter, unter anderem weil die Musik immer härter wurde. Doch auch diese Besetzung wurde durch die Armee auseinander gerissen. Jerry wollte beim Blues Rock bleiben und nicht in den Heavy Metal abdriften, so dass die Band im Herbst 1983 zerfiel und es nicht gleich nahtlos weiterging. Detlef überbrückte die Wartezeit bei einer anderen Band und wartete auf das Ende des Wehrdienstes von Wolle und Ulli.

Wolle wurde vorzeitig aus der NVA entlassen, so dass er und Detlef das neue Programm vorbereiten konnten, welches sich nun am Heavy Metal a la JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN orientierte. Die zweite Gitarre wurde vom Neuzugang Uwe Rublack bedient und Pfingsten 1985 fand der erste Auftritt in der neuen Besetzung statt. Dieses Konzert hätte aber beinahe ausfallen müssen, da Drummer Ulli wegen Aufmüpfigkeit nachdienen musste. Detlef merkte bald, dass er diese Songs nicht durchweg singen konnte, so dass man sich nach einem Sänger umsah. Weil diese Suche aber erfolglos blieb, fanden die Cottbuser dann in Michaela "Micky" Burkhardt eine geeignete Frontfrau.

004 20200303 1187943262WARLOCK, LITA FORD und DAVID CHASTIAN dienten nun als Vorbilder und es entstanden ziemlich schnell eigene Songs. Die Zahl der PLATTFORM-Fans in der "Deutschen Demokratischen Republik" wurde auch stetig größer, so dass die Cottbuser Musiker und ihre Techniker Micha Barber, Carino Plohmann, Frank Köhler, "Leibwächter" Kutschick und Dieter Wallenberg nun eine Managerin benötigten.

Die mittlerweile als "Amateurband der Sonderstufe" agierende Gruppe bewarb sich mit den im April/Mai 1986 aufgenommenen Demo-Songs "Zieh Leine" und "Fliegen" erfolgreich um einen Auftritt bei der "Öffentlichen Beatkiste", welche am 13. Juni in Görlitz stattfand. Mit Unterstützung der FDJ-Bezirksleitung konnten im August desselben Jahres zwei Titel aufgenommen werden, welche sich in der Wertungs-Sendung "Beat-Kiste" des "Jugendradios DT 64" platzieren konnten. Die "Heavy Braut" schaffte es durch das Hörervotum im Oktober bis auf die vordersten Plätze, "Haut und Haar" stieg im Dezember sogar gleich von Null auf Eins in die Wertung ein und konnte diese Position bis zum Ende behaupten.

Es folgten die in der DDR üblichen Schritte auf der Karriere-Leiter: "Delegation" zur FDJ-Werkstattwoche in Suhl im Oktober 1986, TV-Auftritte bei "rund", "klick" und "STOP! Rock", sowie die Teilnahme an der im Januar 1987 letztmalig stattfindenden Aktion "Rock für den Frieden". Dazu kamen zwei mehrwöchige Tourneen in Polen und der Slowakei.

005 20200303 1130243817Im März 1987 wurden die Songs "Lichter der Nacht" und "Feuer" produziert und noch im selben Jahr wurde "Abgehaun" (auf Geheiß des Lektorates musste dieser Titel in "Sechzehn" umbenannt werden) sowie eine neue Version der "Heavy-Braut" aufgenommen. Diese vier Songs erschienen dann auch auf dem AMIGA-Sampler "Kleeblatt Nr. 22 - Hard & Heavy".
Anfang 1988 entstanden dann noch der Titel "Gefahr" und das Instrumental "Orient-Express" (welches dann später unter dem Titel "Truck" Airplay erhielt), bevor sich die Band von Sängerin Michaela Burkhardt trennte, welche fortan unter dem Pseudonym MICKY BURGK eine Solo-Karriere versuchte.

PLATTFORM machte mit einem Sänger weiter und konnte in dieser Besetzung 1989 abermals zwei Songs aufnehmen. Doch mit der Wende zerfiel auch diese Besetzung, denn Wolle und Uwe gingen in den Westen. Detlef und Ulli fanden in Micha Jurischk (Ex-PHARAO) einen neuen Gitarristen und änderten die Schreibweise des Bandnamens in PLATVORM.

Micha und Detlef hatten zwar nicht die gleiche Wellenlänge und es gab oft Ärger, aber es funktionierte zehn Jahre lang und war aus Detlefs Sicht die musikalisch wertvollste Zeit in der Band-Geschichte. Es entstanden etliche neue Songs, zu denen der neue Sänger Tom Browski die erstmals englischen Texte schrieb.

006 20200303 2087900741Namhafte Produzenten fanden die Musik zwar handwerklich gut gemacht, aber von der Stilistik nicht mehr zeitgemäß. Demzufolge wollte keine Plattenfirma das Material veröffentlichen. So beschlossen die Cottbuser, nur noch Cover-Versionen zu spielen, um als Band zu überleben. In der Nachwende-Zeit hatten PLATVORM - wie übrigens alle Bands der ehemaligen DDR - nur wenig Auftritte (unter anderem mit SLADE, BACHMANN TURNER OVERDRIVE, MOUNTAIN und HANK DAVIDSON), doch schon 1992 ging es wieder bergauf.

Die Band tingelte mit ihrem Techniker Lutz Schmidt mehr oder weniger unspektakulär durchs Land und die Bandmitglieder wurden immer unzufriedener mit der Situation, so dass es im Jahr 2000 erneut zu einer Umbesetzung kam. Micha Fritz Müller (voc) und Detlefs Sohn Martin Kotte (g) vervollständigten die Besetzung um Detlef und Ulli, jedoch verließ Martin Kotte Ende 2006 die Band wieder.

Detlef hatte aber "keine richtige Lust mehr, wieder neue Leute einzuarbeiten und wieder einen riesigen Probenaufwand betreiben zu müssen", doch Ulli und Micha wollten PLATVORM nicht sterben lassen, und dazu bot der ehemalige Gitarrist Micha Jurischk seine Dienste wieder an.007 20200303 1787631956 Die Breite der Titelauswahl machte es erforderlich, dass die Band nun einen Keyboarder benötigte, der in Andreas Dunkel gefunden wurde. In dieser Besetzung ging es bis 2009 weiter, dann erkrankte Micha Jurischk so stark, dass er keine Musik mehr machen konnte. Ein Jahr darauf kehrte Detlefs Sohn Martin wieder zu PLATVORM zurück.

Inzwischen hatten alle Musiker von PLATVORM auch musikalische Nebenprojekte laufen, so dass es nicht einfach war, alle unter einen Hut zu bekommen. Das war auch der Grund, warum die Band nur noch wenige Auftritte hatte. Im Jahre 2011 stieg Schlagzeuger Ulrich "Ulli" Ulbrich dann komplett aus. Wieder einmal musste Detlef Kotte seine Band neu aufstellen. Er und sein Sohn Martin fanden in Stephan Wocko (Schlagzeug) und Daniel Werner (Gitarre) neue Bandkollegen, und in dieser Quartett-Besetzung rockten die Mannen von PLATVORM ab 2012 wieder die Bühnen des Landes. Ganze sieben Jahre bestand die Band danach noch weiter. Nach fast 40 Jahren ihres Bestehens hat sich PLATVORM am 25. Dezember 2019 vom Publikum verabschiedet und sich aufgelöst.

 

Stand: 03/2020
Autor: Detlef Kotte, Hendrik Rosenberg, Christian Reder
Fotos: Pressematerial Band, Redaktion, Gundolf Zimmermann


Plattform/Platvorm im Internet:
• off. Homepage der Band: www.platvorm.de








Die Diskographie


lp1 20200303 1421834439Titel: "Kleeblatt No. 22 (Hard & Heavy)"
Interpret: Diverse
Format: Kopplung (LP)
Label: AMIGA (DDR)
Katalognummer: 8 56 329
Erschienen: 1987
Anmerkung: Kein reines Plattform-Album sondern eine sogenannte Splitt-LP mit mehreren Bands auf einer Schallplatte. Die Gruppe Plattform ist auf dieser Kopplung - neben Liedern der Gruppen MCB und COBRA - mit ihren Titeln "Heavy Braut", "Feuer", "Lichter der Nacht" und "Sechszehn" vertreten.


dvd 20200303 2091426434Titel: "25 Jahre Platvorm"
Interpret: Platvorm
Format: Video (DVD)
Label: TK Records (D)
Katalognummer: n.b.
Erschienen: 2005
Inhalt: Live-Konzert mit eigenen und Coversongs. Leider liegt uns diese Veröffentlichung nicht vor, so dass wir über den genauen Inhalt und andere Details keine Angaben machen können (kann jemand helfen?)


lp2 20200303 2099672236Titel: "Heavy-Braut (1983-1989)"
Interpret: Plattform
Format: Album (CD)
Label: German Democratic Recordings (D)
Katalognummer: GDR003
Erschienen: 2009
Anmerkung: Ausschließlich auf CD erschienen.

Titel:
"He Doktor (Der Simulant)", "Zieh Leine", "Fliegen", "Heavy Braut", "Haut und Haar", "Lichter der Nacht", "Feuer", "Abgehaun", "Gefahr", "Heavy Braut (live)", "Fieber (live)", "Der Schweinehund (live)", "Shout It Out (live)", "Abgehaun (live)", "Haut und Haar (live)", "Bloodstone (live)", "Orient Express (Instrumental)", "Stapellauf", "Kalt und heiß"


lp3 20200303 1392630076Titel: "Hard and Heavy (Vol. 1)"
Interpret: Diverse
Format: Kopplung (Kassette)
Label: Agony Records (D)
Katalognummer: TON 001
Erschienen: 2020
Anmerkung: Kein reines Plattform-Album sondern ein sogenanntes Splitt-Tape mit mehreren Bands auf einem Tonträger. Die Gruppe Plattform ist auf dieser Kopplung - neben Liedern der Gruppen DOCTOR ROCK, COBRA, MEPHISTO, PHARAO, BIEST und MERLIN - mit ihren Titeln "Sechzehn", "Haut und Haar" und "Bloodstone" (einer Judas Priest Coverversion) vertreten. Ausschließlich auf Kassette erschienen. Limitierte und nummerierte Auflage.



Produktionen beim Rundfunk der DDR:
"Heavy Braut", "Haut und Haar" (beide 1986), "Truck", "Gefahr" (beide 1988), "Kalt und heiß" (1989)

Unveröffentlichte Songs:
"Verschlafen", "Müller Meier Lehmann" (alle 1983), "Zieh Leine", "Der Schweinehund", "Fliegen", "Mein Lied", "Das hebt mich an", "Entwachsen" (Ur-Version von Feuer), "Träumer" (Ur-Version von Gefahr), "Fieber" (alle 1986), "Stapellauf" (1989)

Demo-Aufnahmen (1990-2000):
"True & Down", "Listen To The Voice", "Return", "Pull The Strings", "Josephine", "Talk To The Wind"
 


 
 
 
 
 




Videoclip:




 
 
 
 
 
 
 
 




Fotos/Autogramme:

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