Lindenberg! Mach Dein Ding (Film)

lindenbergfilmKinostart: 16.01.2020; Verleih: DCM Filmdistribution; Genre: Drama, Biograpie; FSK: ab 12 Jahren; Darsteller: Detlev Buck, Jeanette Hain, Julia Jentsch, Ella Rumpf, Ruby O. Fee, Max von der Groeben, Martin Brambach, Jan Bülow, Christoph Letkowski, Charly Hübner; Laufzeit: 135 Minuten;


Rezension:
Statt zu einem Konzert verschlug es mich am vorletzten Samstagabend mal ganz woanders hin. Wohin? In den ausverkauften Saal 2 des Kinos "CineStar" nach Leipzig ... Mit Musik hatte dieser Kinobesuch dennoch zu tun, denn präsentiert wurde der am 16. Januar 2020 gestartete Film "LINDENBERG! Mach dein Ding".

Im Vorfeld las ich den offiziellen Pressetext zum Film:

Von seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973; von seinen Anfängen als hochbegabter Jazz-Schlagzeuger und seinem abenteuerlichen Engagement in einer US-amerikanischen Militärbasis in der Libyschen Wüste, über Rückschläge mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie "Mädchen aus Ost-Berlin" oder "Hoch im Norden" und "Andrea Doria": LINDENBERG! MACH DEIN DING erzählt die Geschichte eines Jungen aus der westfälischen Provinz, der eigentlich nie eine Chance hatte, und sie doch ergriffen hat, um Deutschlands bekanntester Rockstar zu werden - ein Idol in Ost und West.
Mit über 4,4 Millionen verkauften Tonträgern ist Udo Lindenberg die Ikone der deutschen Rockmusik. Es gibt keinen bekannteren deutschen Star, der heute noch Stadion um Stadion ausverkauft. Dies ist der Anfang seiner großartigen Geschichte.


Der Text machte mich neugierig, gab es doch gerade in den vergangenen Jahren einige interessante Biographien auf der Kinoleinwand zu sehen. Ich denke da beispielsweise an "GUNDERMANN" oder auch "BOHEMIAN RHAPSODY", um nur zwei von ihnen zu nennen ...

Nun also UDO LINDENBERG.

Wie im Pressetext beschrieben, handelt der Film von UDOs jungen Jahren und beleuchtet sein Suchen und Finden der Musik, die er machen wollte. Dies geschah über einige Umwege, ich wusste bis zu diesem Film beispielsweise nicht, dass UDO neben seiner Tätigkeit als Jazz-Schlagzeuger in diversen Bands nach einer abgebrochenen Kellnerlehre sogar auf einem US-Stützpunkt in Libyen trommelte, um die dort stationierten Truppen zu unterhalten. Ebenso unbekannt war mir, dass UDO es war, der Anfang der 70er den Schlagzeug-Part bei den Aufnahmen zu Klaus Doldingers Titelmelodie zur TV-Krimiserie "Tatort" im Studio einspielte. Wieder was gelernt ...

Zeitlich betrachtet präsentiert Regisseurin Hermine Huntgeburth eine Story, welche sich zwischen 1946 und 1973 bewegt und gekonnt drei verschiedene Zeitebenen miteinander verbindet. So gibt es immer wieder Rückblicke in UDOs Kindheit, die vom trinkenden Vater Gustav (dargestellt von Charly Hübner) sowie seiner äußerst liebevollen Mutter Hermine (dargestellt von Julia Jentsch) geprägt sind, aber auch von seiner Begeisterung für die Musik der Jazzband von Glenn Miller.

Ein weiterer Hauptstrang des Films beschäftigt sich intensiv mit der Freundschaft zwischen UDO und dem Bassisten STEFFI STEPHAN (grandios dargestellt von Max von der Groeben), welcher - mit einer Unterbrechung von 1989 bis 1995 - noch heute zur festen Besetzung des PANIKORCHESTERs gehört. Dass in dieser Freundschaft nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen" war, wird besonders in den Szenen des Zoffs und des "sich gegenseitig Verlassens und Verachtens" deutlich. Dennoch sind beide, kommt es darauf an, wieder unzertrennlich Seite an Seite.

Ebenso interessant und spannend eröffnen sich dem Zuschauer die ganz offensichtlich unüberwindbaren Barrieren, in den frühen 70er Jahren - abgesehen von Schlagern - Songs in deutscher Sprache (damals für viele noch die "Sprache der Täter") veröffentlichen zu können. Weder die damalige Band, noch die Plattenfirma TELDEC wollten sich von UDOs Ideen überzeugen lassen. Er jedoch sollte recht behalten: Das erste, im Jahr 1971 englischsprachig aufgenommene Album floppte, erst mit der Single "Hoch im Norden" gelang der Durchbruch. Mit ihm allerdings auch die Tatsache, dass Erfolg oftmals mit nicht ganz unwesentlichen Schattenseiten daherkommt: Mit Alkohol, mit Drogen und dem knallharten Musikbusiness an sich.

Der junge UDO LINDENBERG wird verkörpert von Jan Bülow, der nicht nur die Hauptrolle übernahm, sondern auch sämtliche im Film gespielten Songs selbst singt. Überaus wohltuend dabei, dass er - zumindest spürte ich davon nichts - nicht versucht, UDO zu kopieren. Weder beim Sprechen, beim Gesang und auch nicht in seiner ihm ganz eigenen Mimik und Gestik. Eine hervorragende und den gesamten Film über fesselnde schauspielerische und künstlerische Leistung.

Selbstverständlich spielt die Musik im Film eine nicht unentscheidende, wenn nicht eben doch die wichtigste Rolle: Neben Musik von T. REX, SHOCKING BLUE, BLACK SABBATH gesellen sich unter anderen UDOs legendäre Klassiker "Alles klar auf der Andrea Doria", "Hoch im Norden", "Wir wollen doch einfach nur zusammen sein (Mädchen aus Ost-Berlin)" oder auch das unvergessene und geniale "Cello" hinzu und zeichnen - im Einklang mit herrlich farbenfrohen und detaillierten Szenen - ein Spiegelbild dieser frühen 70er Jahre. Schmunzelnd nahm ich wahr, dass sogar "Wenn ein Mensch lebt" der PUHDYS im Soundtrack des Films enthalten ist.

Es wären durchaus noch weitere Details zu erwähnen, die darf aber jeder, der interessiert ist, selbst auf sich wirken lassen, noch läuft der Film in vielen Kinos. Eine spannende und höchst unterhaltsame Story mit einem brillant agierenden Schauspieler-Ensemble, verbunden mit vielen unvergessenen und nach wie vor gegenwärtigen Songs, wird zum Ende des Films mit einem ganz besonderen Sahnebonbon garniert. Lasst Euch überraschen!

Ich kann "LINDENBERG! Mach dein Ding" empfehlen und bedanke mich an dieser Stelle noch mal bei Steffi, Matthias und Sebastian für ihre wirklich gute Idee, mich ins Leipziger "CineStar" einzuladen ...
(Mike Brettschneider)





Trailer:








   
   
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