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Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer



Im März 2015 besuchte ich bereits ein Konzert der Band PANGEA im Neu-Helgoland in Berlin. Ich war begeistert, wie diese vier Musiker aus Tschechien die Zeit zwischen 1961 und 1970 für etwa zwei Stunden in den Saal der Gaststätte am kleinen Müggelsee zurückholten. In dieser Zeit gab es THE BEATLES und die Musik sowieso, aber auch das Äußere der vier Musiker aus Prag,a 20170321 2015119208 die Frisuren, die Kleidung und das gesamte Band-Equipment entsprach fast haargenau dem, was die vier Musiker aus Liverpool vorgaben. Genau das selbe Equipment stand auch am letzten Sonnabend wieder auf der Bühne. Für jeden Gitarristen gab es einen VOX-Gitarrenverstärker, einen Verstärker für die Bassgitarre, diverses Instrumentarium, ein Schlagzeug und Mikrofone.

Kurz nach 20:00 Uhr war über die Lautsprecher zu hören, wie jemand am Sendersuchlauf eines Radios drehte. Das was da zu hören war, bewegte sich über die 80er und 70er Jahre zurück in die Zeit der BEATLES. Kurz darauf standen dann Petr John (alias John Lennon - Gesang, Gitarre, Keyboards), Stepan Drabek (alias Paul McCartney - Gesang, Bass, Gitarre), Zdenek Blek (alias George Harrison - Gesang, Gitarre) und Ondrej Kollar (alias Ringo Starr - Schlagzeug) auf der Bühne, und mit "She Loves You" begann ein Reigen von über 90 Minuten Beatles-Songs.

Man glaubte stellenweise, die Originale da auf der Bühne stehen zu sehen. Der Bassist spielte sogar - wie Paul McCartney - einen Linkshänder-Hofer-Violinbass. Erst als er "Yesterday" sang und dazu Akustik-Gitarre spielte, bemerkte man, dass er diese als Rechtshänder spielte. Den Linkshänder-Bass hatte er sich "aufgedrückt", was sicherlich nicht ganz einfach war. Zdenek Blek spielte bei einigen Songs ("A Hard Day's Night", "If I Need Someone", "Eight Day A Week", "I Call Her Name" u. a.) eine Gitarre der Marke Rickenbacker 360/12. So eine Gitarre bekam George Harrison 1964 beim ersten Gastspiel der BEATLES in den USA von Vertretern der Firma Rickenbacker geschenkt. Es handelte sich damals um ein völlig neues Modell mit 12 Saiten, und diese Gitarre hatte die Fertigungs-Nummer 2.b 20170321 2059239327 Später legten sich auch andere Künstler so eine Gitarre zu, z. B. von THE BYRDS, THE SEARCHERS und TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS. Die Pilzkopf-Frisur der BEATLES hatte die Hamburger Fotografin Astrid Kirchherr bereits kreiert, als die Musiker noch im Star-Club spielten. Zur Bühnengarderobe gehörten damals Lederjacken. Als die Band dann nach England zurückgekehrt war, kleidete der Manager Brian Epstein, der die vier unter Vertrag hatte, seine Schützlinge komplett neu ein. Ordentliche Anzüge, weiße Hemden und Krawatten sollten nun das Erscheinungsbild aufwerten. Solche Anzüge trugen auch die vier Musiker auf der Bühne im Neu-Helgoland, und zusammen mit entsprechend gekämmten Haaren (oder waren es Perücken?) gaben sie dem ganzen den Anschein, als stünden hier wirklich die "Fab Four" auf der Bühne.

PANGEA spielte nicht nur Songs der BEATLES aus der Zeit, in der die Band noch live spielte. Bekanntlich fand das letzte Live-Konzert von THE BEATLES bereits 1966 statt. Ein BEATLES-Konzert dauerte zur damaligen Zeit maximal 30 Minuten und es war oftmals von Krawallen begleitet. Manchmal ging da auch etwas zu Bruch. An all dem hatten die BEATLES nicht mehr so recht Spaß und man wollte fortan hauptsächlich im Studio arbeiten. Viele Ideen ließen sich beim damaligen Stand der Technik auch live nicht umsetzen. Diese Lücke füllt nun die Gruppe PANGEA, die auch Titel aus der späteren Zeit, also nach 1966, im Programm hat. So spielte man "Get Back", "Don't Let Me Down", "Stg. Pepper", "Let It Be" und - da muss ich sagen: ganz große Klasse - von George Harrison den Titel "Something".

c 20170321 1261243909Mit einer Unterbrechung - die Band machte am Samstag gegen 22:00 Uhr eine Pause - gaben die vier Tschechen ordentlich Gas. Am Ende ihres regulären Sets kündigte PANGEA mit "Hey Jude" den letzten Titel an. Dies ist ja bekanntlich ein etwas längerer Song, und an dessen Ende sollte Schluss sein. Natürlich hatte man aber auch noch Zugaben parat, und die gab es am Ende dann auch, u.a. "Twist And Shout" und "Slow Down".

Am ganzen Abend ist vor der Bühne tüchtig getanzt worden. Ich kann mich noch erinnert, dass der Saal vor zwei Jahren nicht so richtig voll war. Das war an diesem Abend anders. Der große Konzertsaal des Neu-Helgoland und auch zum großen Teil der Laubengang waren voll besetzt, und die Service-Kräfte des Restaurants hatten alle Hände voll zu tun. Die Musiker bekamen viel Beifall und sie wurden - nicht nur von mir - viel fotografiert. Einige Gäste ließen sich auch noch mit den Musikern zusammen fotografieren. Endlich konnten die vier dann auch mal zur Theke gehen und sich ein Bier genehmigen, während die Besucher langsam den Saal verließen. Ich hatte an diesem Abend viele positive Stimmen zum Konzert gehört. Es gibt ja einige ganze Menge BEATLES-Tribut-Bands, und darunter auch viele, die man sich besser spart. PANGEA ist aber eine der originellsten und besten dieser Kapellen.


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von THE PANGEA: www.beatles-revival.cz
• Homepage des "Neu-Helgoland" in Berlin: www.neu-helgoland.de




Fotostrecke:

 
 
 



   
   
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