Manuel Schmid: "Seelenparadies" (CD Album)

lp02 20160613 1243903003VÖ: 01.07.2016; Label: A&O Records/edel: Kultur; Katalognummer: 1060001AUO; Produzenten: Manuel Schmid, Marek Arnold; Bemerkung: CD im aufklappbaren Digipak;

Titel:
Der Tag erwacht • Das Paradies • Also was soll aus mir werden (Album Version) • Glaube mir • Hüte deinen Traum • Elena • Worte sind wie Bilder • Liebe • Geld • Seelenlieder I • Seelenlieder II • Vorbei • Seelengarten • Das Ende vom Lied


Rezension:
Seit 2012 ist Manuel Schmid Sänger der legendären Band Stern-Combo Meißen. Dennoch findet er nebenher Zeit für viele andere musikalische Projekte. So ist er beispielsweise noch im Altenburger Gospelchor Colours of Soul anzutreffen, bei der Progrockband Cyril wirkt er seit 2014 mit Gesang und am Keyboard mit und auch als Singer/Songwriter ist das Altenburger Ausnahmetalent erfolgreich. Mit "Seelenparadies" brachte er 2016 nun sein zweites Solo-Album raus. Das Album besteht aus Liedern, die "durchlebt" wurden, Tiefe zeigen und Songs, in denen man sich selbst wiederfinden kann. Für sein zweites Album holte sich Manuel namhafte Gastmusiker wie Dirk Zöllner, Rainer Oleak und Peter Rasym mit ins Boot, ebenfalls die Band Cyril. Deren Keyboarder Marek Arnold (Ex-Stern-Meißen-Mitglied) beteiligte sich an mehreren Kompositionen und Arrangements, und begleitete Manuel am Keyboard und Saxophon.

Der erste Song ist ein entspannter Einstieg ins Album, ist ein Instrumental und heißt "Der Tag erwacht". Wenn man die Augen schließt, erinnert einen das Stück an einen erwachenden Morgen, szenisch auf dem Klavier nachempfunden.
"Das Paradies": eine melancholische Ballade, die von Marek Arnold am Sopransaxophon begleitet wird und damit das "Gefühl" in den Lyrics und der Stimme von Sänger Manuel Schmid noch mehr trägt. Der Song baut sofort eine Stimmung auf, bei der man merkt "da kommt was!" - die Spannung steigt!
"Also was soll aus mir werden": Im Original wurde dieser Song im Jahr 1980 von der Artrock-Band Stern-Combo Meißen veröffentlicht. Noch nie wurde der Titel aber bisher gecovert. Er beginnt druckvoll mit einem schönen tanzbaren, jugendlich-modernen Beat und wird durch den deutlichen Klang der Drums dominiert. Einfach ein großartiger Titel!
"Glaube mir": Etwas sanfter beginnend mit einer dennoch sehr eingängigen Einleitung. Und dann verdichtet sich der Song wieder - sehr schön arrangiert und durch Marek Arnolds Klarinettenspiel und der einzigartigen Stimme von Manuel ist dieser Song eine Riesen-Nummer!
"Hüte deinen Traum": Eine klare Stimme, klasse Beats und ein sehr eingängiger Sound. Der Song wächst sekündlich bis zum Refrain, um dann letztendlich regelrecht zu explodieren. Durch die klaren Vocals bekommt er zusätzlich Farbe.
Den Song "Elena" schrieb Manuel für die Taufe seines Patenkindes. Das Lied handelt von der innigen Mutter-Kind Beziehung und als kleines Highlight konnte sich Manuels Patenkind dann sogar akustisch im Song verewigen.
"Worte sind wie Bilder": Der siebte Track beginnt ruhig, baut sich aber sofort rhythmisch auf, um sich zu einem der rhythmischsten Stücke zu entwickeln. Der mitreissende Slap-Bass von Peter Rasym liefert sich mit virtuosem Sopransax und Manuels grooviger Cajon und Piano ein Duell, um im Refrain wieder fast melancholisch ruhige Teile einzuleiten, wobei wieder stark der klare Gesang im Vordergrund steht. Man versinkt in der gefühlvollen und teilweise leidenden Stimme Manuels, fühlt seinen Schmerz und möchte ihm laut zurufen "Alles wird gut"!
"Liebe": Der Song geht direkt ins Ohr. Irgendwie cool, brav, entspannt und treibend gleichzeitig. Komplett acapella umgesetzt, verbreitet er eine ganz neue Stimmung, macht gute Laune und treibt zum Bewegen an.
"Geld": Wieder ein Song, der ruhig anfängt, der sich zum Refrain hin steigert und immer "härter" wird. Komponiert wurde dieser großartige Song von Marek Arnold, Denis Strassburg und Manuel. Eingespielt wurde es in Bandbesetzung (Cyril) und mit Altsaxophon, ebenfalls von Marek Arnold gespielt. Es wird mit dem ruhigem Anfang zur "lauten" Pop-Nummer gepusht und ist damit perfekt für laue Abende geeignet. Jedoch nicht, ohne textlich deutlich Kritik am "Geld" als Lebensmittelpunkt zu üben.
"Seelenlieder I" / "Seelenlieder II": Komponiert wurde auch dieser Song (hier in zwei Teilen angeordnet) von Marek Arnold und Denis Strassburg, instrumental eingespielt aber bereits 2013 für das erste Album der Band Cyril. Die "Seelenlieder" sind emotionale Höhepunkte dieser Platte, denn sie wurden dem ehemaligen Stern-Combo-Meißen-Sänger Reinhard Fißler gewidmet. Im Song "Seelenlieder II" ist obendrein Dirk Zöllner als Gast-Sänger dabei und verleiht dem tief emotionalen Lied mit seiner erotisch-rauchig klingenden Stimme noch eine zusätzliche Komponente, die zum impulsiven Höhepunkt des Albums wird.
Im Lied "Vorbei" wird es sehr emotional und tief. Es geht um eine zerbrochene Beziehung und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle. Von Marek Arnold komponiert und eingespielt (Keyboards, Sopransaxophon), kann dieser Song Manuels Stimme wundervoll Freiraum bieten. Keines der Instrumente dominiert hier. In diesem Lied herrscht eine Art Symbiose. Eine sanft treibende Melodie, die durch tolle instrumentale Klänge verstärkt wird.
"Seelengarten" ist wieder eine starke instrumentale Nummer, ein Song, sehr sphärisch und wie aus einer anderen Welt, der ins Ohr geht und zum Träumen einlädt.
"Das Ende vom Lied", komponiert und am Piano durch Marek Arnold begleitet, ist ein Song, der emotional sehr tief geht und seine Zuhörer eventuell an eigene erlebte Situationen erinnert. Frei nach dem Motto "tiefer geht es nicht - jetzt kann es nur noch bergauf gehen", handelt dieses Lied vom Ende einer - beispielsweise - schlimmen Zeit, das Ende des Liebeskummers, einer Trauerphase usw. Es geht um den Lichtblick am Horizont nach einer dunklen Zeit im eigenen Leben.

Fazit: Das Album "Seelenparadies" kann man als Art Rückblick oder auch als musikalische Biografie beschreiben. Dem Pop und Rock zugewandt, gelang es Manuel Schmid ein zeitlos schönes Album mit vielen Feinheiten aufzunehmen. Eine Mischung, die sich zwischen pulsierenden und tanzbaren Hits und nachdenklichen, romantischen Songs bewegt. Es ist wunderbar, wenn verschiedene Stile ausprobiert und die Grenzen der Kompositionen ausschöpft werden. All dies sehr stimmig und reif. Die ruhigen Songs wechseln sich mit tanzbaren Elementen und verschiedensten Stimmungslagen ab, und hinterlassen einen mitreissenden Gesamteindruck. Der Sound ist transparent und kommt sehr klar aus den Boxen. Was das Album als Ganzes so gut macht, sind die tollen Melodien, die direkt ins Ohr gehen und dort haften bleiben. Das Album kann ich definitiv empfehlen! Ebenso empfehlenswert ist es, Manuel Schmid solo oder mit Band einmal live zu sehen.
(Franzi Münch)

 




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