driftwood2015 20150824 1474543985 Titel:
Interpret:
Label:
VÖ:

Titel:
"Aura Borealis"
Driftwood Holly
EV
21. August 2015

1. Mothers
2. Me And Lilly
3. LAFEYA
4. Dein König
5. Old World Of Mine
6. My Language
7. Little Bird
8. Take Me Home Country Roads
9. Kommt ein Vogel geflogen
10. Coffee Cup
11. Camel Bone
12. Lay With Me
13. Die wilden Jahre
14. 45 Below
15. Rattenlied
16. Come And See





"Aura Borealis" - Von der Kraft und der Magie der Musik
Noch nie habe ich eine neue CD so ungeduldig herbeigesehnt wie "Aura Borealis". Ein Problem, das mich mit anderen Hollyfizierten verbindet, wie ich weiß. Das hat vor allem mit der besonderen Musik zu tun und mit den Menschen, die uns damit verzaubern. Und es hat natürlich mit den vielen unglaublichen Geschichten um dieses Album zu tun. Noch nie habe ich das Werden und Wachsen eines Albums so hautnah verfolgen können.driftwood2015a 20150824 1267013951 Eine völlig neue Erfahrung und auch die verbindet mich mit anderen Hollyfizierten. Im Geschäftsleben würde man jetzt wohl von cleverem "Customer Relationship Management" und "Win-Win-Situation" sprechen. In diesem Fall jedoch treffen es Leidenschaft, Musikbegeisterung und Seelenverwandtschaft viel besser. Denn ohne all das würde es so nicht funktionieren.

Als Driftwood Holly, Pavel Osvald und Jäcki Reznicek im letzten Winter in Deutschland unterwegs waren, haben sie ihre Musik und ihre Botschaft unter den Menschen verbreitet und uns mit dem magischen Virus infiziert. Sie haben "Aura Borealis" in nur wenigen Tagen und vor allem Nächten im Studio in Schloss Röhrsdorf Leben eingehaucht. Und einige von uns waren dabei, als sie genau dort in einer langen und bewegenden Nacht das Licht dieser Welt erblickt, unsere Ohren und Herzen verzaubert hat. Einige Wochen später schien der ganze Rummel plötzlich vorbei, als wäre nichts gewesen. Sie war bei uns und doch wieder nicht ... Inzwischen gab es aufregende Neuigkeiten, emotionale Momente und überraschende Wendungen. Doch nun ist "Aura Borealis" endlich angekommen und verbreitet sich wie von Zauberhand. Und mit ihr das Strahlen in den Gesichtern von Fans und Freunden, wenn sie die lang ersehnte CD wie kostbaren Goldstaub in den Händen halten.

Natürlich musste auch ich mir die nagelneue CD gleich anhören. Eine lange Autofahrt ist dafür nicht gerade die beste Alternative, aber manchmal die einzige ... Obwohl ich zu den Glücklichen gehöre, die den neuen Songs schon seit Februar lauschen konnten, berühren mich die Lieder und die Geschichten drumherum jedes mal wieder neu. Mit den ersten Takten befällt mich eine satte Gänsehaut; die Nackenhaare stellen sich auf und tanzen mit denen auf den Unterarmen um die Wette. Unzählige Male ist die CD schon gelaufen - ich habe die Lieder aufgesogen und konnte doch nicht genug bekommen. Wann immer ich eine Hörpause eingelegt habe, es ist mir jedes Mal schwer gefallen. Die "Aura" hat mich absolut in ihren Bann gezogen ... und trotzdem konnte ich für meine Gedanken und Eindrücke lange nicht die passenden Worte finden. Irgendwie war ich mit diesem Album wohl noch nicht fertig. Warum das so sein musste, habe ich im Juni Schritt für Schritt erfahren. In Kanada habe ich "Aura Borealis" noch einmal neu entdeckt und erlebt; dort haben viele Songs eine neue Ebene, eine ganz neue Dimension bekommen. Nicht nur "Mothers" klingt in der Weite dieser Landschaft viel berauschender. Auch "Die wilden Jahre", "Little bird", "Old world of mine" und etliche andere wirken irgendwie stärker und gehen noch tiefer, als ich sie bisher schon empfunden habe.driftwood2015b 20150824 1678506787 Hoch oben auf dem Berg hört sich "Kommt ein Vogel geflogen" eben komplett anders an, als irgendwo in der Stadt. Mit dem Kopf in den Wolken bekomme ich ein Gefühl davon, was der Gruß von der Freiheit wirklich für mich bedeutet. Seitdem laufen in meinem Kopfkino nicht nur Bilder, sondern ganze Filme zu den Songs.

Jetzt habe ich die "Aura"-Songs wieder im Ohr, im Kopf und mehr denn je im Herzen. Diesmal mitten in Deutschland und ihre Magie betört mich erneut. Ich lege mich auf den Boden, um die Songs ganz bewusst aufzunehmen und ruhig zu genießen. Und wieder einmal halte ich es nicht aus, weil mich diese Musik bewegt und ich mich zu ihr bewegen muss. Später sitze ich mit dem Booklet auf dem Balkon, um in den Geschichten zu stöbern, die Holly seinen Schätzen mit auf den Weg gibt. Aber ich komme nicht weit, denn nach einigen Sätzen muss ich erstmal alles aus der Hand legen. Trotz Sonnenschein und 28 Grad geht es schon wieder los mit der Gänsehaut und dem Yukon-Wasser, das aus den Augen rinnt ... noch nie habe ich mich einem Album so nah gefühlt! Und dabei war ich mir erst gar nicht sicher, ob ich überhaupt wissen möchte, was dort geschrieben steht ... ob ich die Lieder, die mich im Herzen treffen, wirklich erklärt haben möchte. Aber für mich hat sich das Booklet als absoluter Gewinn erwiesen, denn wer sich dafür öffnet, wird darin so manche Anregung und doch genug Spielraum für eigene Interpretationen finden. Das magisch-grüne Cover gibt dem Ganzen ein passendes Gewand; es wirkt nicht nur geheimnisvoll und strahlend, sondern birgt jede Menge liebevoller Details. Und im Inneren glüht das Feuer - was könnte also passender sein.

In diesen Songs kann ich die Leidenschaft der Musiker hören und spüren. Am Anfang war es die Zaubersaat aus Hollys Ideen, Träumen und Visionen, die in seine Lieder geflossen und zu seiner Passion geworden sind. Doch im Laufe der Zeit und einer Reihe unglaublicher Begegnungen - denn Zufälle gibt es nicht, wie wir ja wissen - hat sich all dies auf andere übertragen und potenziert. Inzwischen kann und mag ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie das Album ohne die anderen klingen würde ... Nicht ohne Jäckis Bass, der die Lieder mit seinen tiefen dynamischen Tönen erdet und ihnen gleichzeitig unglaubliche Wärme und Nachdruck verleiht. Nicht ohne Pavels Zaubergeige, in der so viel Seele steckt, dass sie uns zu den Wolken und noch weiter fliegen lässt. Nicht ohne Janas Stimme, die zart wie der Morgennebel über die Wiesen schwebt oder uns intuitiv und eindringlich in die Glieder fährt. Nicht ohne Bastis Trommeln, deren gefühlvolle Kraft und imposanter Druck die spirituelle Energie der Lieder so wunderbar verstärken. Nicht ohne all die anderen, die sich in dieses Projekt eingebracht, es zu ihrem und somit einzigartig gemacht haben. Und natürlich nicht ohne Holly, den Kern und die Seele dieser Musik, mit seinen Murmeln im Kopf, dem Herzen und der Gitarre in der Hand.

Wer sich zum ersten Mal in dieses Album vertieft, der sei zumindest gewarnt. Auch wenn mein CD-Player anzeigt, dass die Gesamtspielzeit 70:27 Minuten betragen würde, schaffe ich es nie in dieser Zeit. Es gibt kaum einen Titel, den ich nicht mehrmals hören muss. Ich liebe "Lafeya", das zauberhafte elfengleiche Wesen, das über die Meere und die Berge schwebt. Ich liebe die grandiose Version von "Take me home country roads", vor allem die Stellen, an denen der Bass die Melodie übernimmt und den Moment,driftwood2015c 20150824 1600775204 in dem die Gitarre zu ihrem wundervollen Solo anhebt und die anderen zu einem genialen Instrumentalteil mitreißt. Ich liebe "Die wilden Jahre", der für mich DER Song zu meiner, unserer Kanada-Reise geworden ist. Ich liebe die urwüchsige Dynamik von "Mothers", die treibenden Klänge der Instrumente, den aufsteigenden Chor und die Kraft der Trommeln, die besonders den pointierten Schlussakkord tragen. Ich liebe das zigeunerhafte Geigenspiel von "Camel bone", mit dem ich mich in die weite freie Steppenlandschaft der Nomadenvölker träumen kann. Ich liebe das "Rattenlied" mit seinem rauen Charme, weil es so vieles erzählt und doch nicht alles verrät. Ich liebe die widerstreitenden Gefühle in "Little bird", die die Nähe von Freud und Leid spiegeln und dass es immer darauf ankommt, was wir daraus machen. Ich liebe die mädchenhafte Anmut von "Me and Lilly", die für mich mehr als ein Fantasiewesen ist. Ich liebe "Dein König", das Lied um Schein und Sein, um Licht und Schatten. Ich liebe den satten Sound von "My language", die druckvolle Kombination von Gitarre, Drums und Geige - bis zu dem genialen Moment, wo sie singt wie im Stimmbruch und alle zusammen abheben. Und so könnte ich weiter machen ...

In diese Lieder kann ich eintauchen und mich fallen lassen. Ich kann mich verlieren und mich finden. Ich kann meiner Phantasie folgen und in der Realität wieder auftauchen. Für mich ist "Aura Borealis" ein Kleinod, ein Schatz geworden - geheimnisvoll, betörend, spannend, magisch. Mag sein, dass ich in diesem Falle voreingenommen bin. Aber wer ist das nicht, wenn er sich einmal auf etwas so besonderes und dessen Zauber eingelassen hat? In diesem Album stecken so viele einzigartige Details, dass man über jeden Song eine Geschichte oder gar ein ganzes Buch schreiben könnte. Wer zumindest einen Teil davon hören mag, sollte sich Driftwood Holly und seine Freunde live ansehen und anhören. All jene, die schon ein Konzert mit den Jungs erlebt haben, wissen was ich meine und wer noch nicht dabei war, sollte es unbedingt nachholen. Gelegenheit dazu bietet sich im Dezember/Januar, wenn sie wieder in Deutschland auf Tour sind.
(Grit Bugasch)

 


   
   
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