Titel:
Interpret:
Label:
VÖ:

"25 Jahre Songs an einem Sommerabend"
diverse
Buschfunk
13. Januar 2012
 
25songs 20121015 1688523800
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Titelliste:
CD 1: "Das Konzert 2011"
1. Bodo Wartke - Guten Abend
2. Dominik Plagger - Als ich ein Junge war / Blowin in the wind
3. Bodo Wartke - Ein Lied...
4. Reinhard Mey - Wir sind eins / Danke, liebe gute Fee
5. Bodo Wartke & Viva Voce - Belive in Steve
6. Viva Voce - Banz Song
7. Klaus Hoffmann - Bäng Bäng / Jedes Kind braucht einen Engel
8. Klaus Hoffmann & Reinhard Mey - Schenk mir diese Nacht
9. Fred Ape - Flügel und Wurzeln
10. Bodo Wartke - Architektur in Deutschland
11. Arlo Guthrie & WENZEL - In meiner schwarzen Stunde / Kamille und Mohn / My Peace
12. Reinhard Mey und ALLE - Gute Nacht, Freunde
13. Konstantin Wecker & Hannes Wader - Kein Ende in Sicht
 
CD 2:
1. IRISHsteirisch - Bian Bam Beitl Buam
2. Timon Hoffmann - Dutzi Dutzi
3. Lutz Amoi - Hex Du Gfoist Ma
4. Max von Milland - So Viel Mehr
5. Dominik Plangger - Der Künstler
6. Stefan Ebert - Forteman
7. Pension Volkmann - Traumtänzer
8. Hubert Wolf - The Speisewagenschaffners
9. Wacholder - Das Dorf
10. Carolin No - Hear Of Silence
11. Vocal-Dente - Juegalo
12. Rainer Schulze - Heldenmarsch Der Abiturienten
13. Alea - Erster Flieder
14. Andi Weiss - Zuhause Zu Sein
15. muSix - Flieg
16. Aluna - Serenade
17. Diesteinbach - D'sau
18. Schariwari - Wer Weiß A Antwort
19. Bodo Wartke - Ja, Schatz
20. Gerhard Schöne - Der Wunsch Des Filmprojektors
 
 
Eine Meinung der Redaktion:
Ein großes Festival feierte 2011 Geburtstag. Die "Songs an einem Sommerabend" wurden 25. Wenn vielleicht auch nicht ganz so bekannt wie das "TFF" in Rudolstadt und nicht so hoch angebunden wie der Weltmusikpreis "Ruth", ist "Songs", wie das Festival liebevoll genannt wird, doch eine alljährliche Großveranstaltung mit mehreren 1000 Zuhörern, bei der sich seit 1986 das "Who is Who" der deutschsprachigen Liedmacherszene (einschließlich der aus der DDR) im Kloster Banz bei Bad Staffelstein die Klinke in die Hand gibt.
2011 adelten gestandene Barden wie Reinhard May, Klaus Hoffmann, Arlo Guthrie und Wenzel, die alte und neue Lieder sangen, das Festival. Neben diesen namhaften Vertretern der Sparten Songwriter, Liedermacher und Poeten wurde - wie alljährlich - auch wieder vielversprechender "Liedermachernachwuchs" eingeladenen. Dem Jubiläum trägt Buschfunk in diesem Monat nun nachträglich die hier vorliegende Doppel CD bei.
 
Für die erste CD, "Das Konzert 2011", wurde das Jubiläumskonzert mitgeschnitten und in Ausschnitten veröffentlicht. Für die zweite CD, "Das Beste aus 25 Jahren", stellte man Titel von 20 verschiedenen Interpreten zusammen, die in der Vergangenheit beim "Songs" auftraten, so dass diese CD in gewisser Weise einen einmaligen Querschnitt über 25 Jahre deutschsprachige Liedermacherszene darstellt. Einige der hier auf CD 2 veröffentlichten Lieder sind überhaupt erstmals erhältlich und auf einem Tonträger zu hören. Die Krönung beider CDs sind die jeweiligen Bonustracks. Auf der ersten CD ist das der Mitschnitt des gemeinsamen Auftritts von Konstantin Wecker und Hannes Wader auf dem Festival im Jahre 2010. Auf der zweiten CD ist es der Titel "Der Wunsch des Filmprojektors" von Gerhard Schöne, der 1991 Preisträger des "Songs" Festival war. Doch beide CDs haben weit mehr zu bieten...
 
Wie üblich bei Liedermachern kommt es auf's Zuhören an. Dann sind vor allem die beeindruckenden Texte zu erhören, in denen man gelegentlich auch verbale "Zwischentöne" heraushören kann. Bei einigen Titeln darf gelacht werden, bei anderen muss man sich eine Wehmutsträne verkneifen. Wie vielfältig Lied sein kann, ohne dabei banal, oberflächlich und vordergründig kommerziell zu sein, zeigen zum einen die verschiedenen Interpreten, aber gerade auf der ersten CD auch die Überleitungen von Bodo Wartke. Er moderiert, sozusagen durch Songs, die auf den jeweils folgenden Künstler hinweisen. Dabei gestaltet er eigene großartige Titel wie z.B. "Belive in Steve", ein musikalisch recht anspruchsvolles Stück schwärzester Ironie als Ode auf Steve Jobs, den Apple Gründer. Dem gegenüber stehen auf der CD hoch lyrische Titel wie Reinhard Meys "Wir sind eins", "Schenk mir diese Nacht" (gemeinsam mit Klaus Hoffmann) oder der echte Liedermachersong von Fred Ape "Flügel und Wurzeln". Mey darf sich allerdings mit seinem "Danke, liebe gute Fee" auch als Liederclown zeigen, indem er auf seine geniale, altbewährte Art erzählt, warum es sehr gut ist, dass die gute Fee nicht immer alle Wünsche erfüllt. Einfach köstlich. Zudem wird gerade bei Mey deutlich, dass Erfolg auch immer etwas mit Ehrlichkeit zu tun hat. Mey mit unverwechselbarer Stimme, oft mehr im Sprechgesang als wirklich singend, eine gute aber gewiss nicht überragend gezupfte Gitarre spielend, ist über Jahre hinweg trotz seines überschaubaren musikalischen Vermögens der unübertroffene Meister des Genres geblieben und es macht unverändert Spaß, seinen Weltbetrachtungen zu lauschen, gleich ob die lustig oder verkopft sind. Er ist authentisch und kann mit wenigen Tönen, mit ganz bewusst gesetzten Tempi und je nach Bedarf langen oder kurzen Noten Stimmungen erzeugen, wie kaum ein anderer. Genau das wird mit seinen beiden ersten Titeln demonstriert. Dazu kommt mit seinem "Gute Nacht Freunde" eines der Überlieder der Liedermacherszene, das durch alle Festivalteilnehmer im Finale gemeinsam gesungen wird. Ein weiteres musikalisches Highlight der ersten CD ist "Bäng Bäng" von Klaus Hoffmann. Das ist eine mit Jazz-Elementen gespickte Bluesnummer mit großem Text, die ihresgleichen sucht und die im krassen Gegensatz zu seinem zweiten Titel steht, der eine ganz große Ballade ist und der - großartig gespielt und gesungen - musikalisch aus der gesamten ersten CD herausragt. Auf der ersten CD gibt es zudem noch zwei besondere, emotionale Höhepunkte. Zum einen sind einige Titel vom gemeinsamen Auftritt Arlo Guthries mit Wenzel zu hören, und zum anderen der Titel "Kein Ende in Sicht", den Konstantin Wecker und Hannes Wader 2010 gemeinsam in Banz gesungen haben. Abgerundet wird die CD von solchen Titeln wie Dominik Planggers "Blowing in the wind"-Fassung in deutsch, italienisch und englisch, oder dem fantastischen Satzgesang der Vokalgruppe Via Voce. Die Organisatoren des 2011er Jubiläumsfestivals "Songs an einem Sommerabend" haben ein großartiges Lineup auf die Banzer Bühne gestellt, und die Buschfunk CD gibt das eindrucksvoll wieder.
 
Die Jubiläums CD ist in gewisser Weise kaum mit der zweiten CD, dem Querschnitt aus 25 Jahren "Songs", zu vergleichen. Zum einen liegt das am angesprochenen Querschnitt über Länder und Zeiten. Zum anderen vielleicht auch daran, dass auf dieser CD Raritäten wie die Aufnahmen von Wacholder ("Das Dorf"), Schariwari, Gerhard Schöne und - für mich besonders überraschend - Pension Volkmann ("Traumtänzer") zu finden sind. Allein dafür lohnt dem Liederfreund und Folkfan der Kauf der Doppel CD. Außerdem kommt auch immer wieder musikalische Klasse zu den Texten dazu. Besonders positiv fielen mir dabei muSix ("Flieg") und das klassische Chanson mit Tangoeinschlag von die Steinbach (D'Sau) auf. Letztlich kommt man aus dem Staunen ob so viel guter Musik kaum wieder heraus und fragt sich, warum das Genre heute eher eine Randerscheinung ist.
 
Doch wenn man fair ist muss man eingestehen, dass diese Musik bei aller Klasse nicht vordergründig zur leisen, unterschwelligen Berieselung angetan ist, so dass 2 Stunden Konzentration notwendig sind, um die Doppel CD zu hören. Auch wenn der Querschnitt ausgezeichnet ist - ob und wenn ja, wie oft man das macht, darüber möchte ich gar nicht tiefer sinnieren. Für Freunde des Liedes und des Folk ist die CD ein Kleinod. Andere werden einige hervorragende, sehr eingängige Titel finden, die man gut und öfter hören kann. Dennoch ist diese CD sicher nicht das Non plus ultra für jeden Musikfreund. Man muss sich mit ihr auseinandersetzen, doch dann wird sie ausnehmend gut gefallen. Das positive Gesamtbild der CD wird durch das ansprechende Digipak vervollständigt, dem ein Booklet beiliegt, in dem alle Musiker und Bands kurz vorgestellt werden, und das ein paar exzellente Fotos zu bieten hat.
(Fred Heiduk)

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