dasgezeichneteich 20121220 1362415910 Titel:
Label:
VÖ:

Titel:

"Das gezeichnete Ich"
EMI
25. Juni 2010

1. Innen
2. Halleluja
3. Du, es und ich
4. Unsichtbar
5. Beste Zeit
6. Durch die Blume
7. Nebel
8. High
9. Vergangenheit
10. Lichtjahre
11. PC/Mac Track


Allein der Name des Künstlers "Das gezeichnete Ich" macht schon neugierig. Der Musiker hat sich nach einer Zeile aus Gottfried Benns Gedicht "Nur zwei Dinge" benannt, und hinter dem Pseudonym steckt ein bisher unbekannter Sänger und Komponist aus Brandenburg, der seinen bürgerlichen Namen nicht preis gibt. Der Scheitel frisch gezogen, adrett in Anzug und schwarze Lederhandschuhe gekleidet und in menschenleerer Landschaft stehend, so zeigt sich der namenlose Mann auf dem Cover der CD "Das gezeichnete Ich", seinem Debüt-Album.

Insgesamt 10 hitverdächtige Popsongs der anderen Art finden sich auf dem Silberling wieder. Das gezeichnete Ich verbindet anspruchsvolle deutsche Texte mit einer Mischung aus Pop, Klassik und Chanson. Erfrischend anders klingen seine Lieder. Der Deutsche sortiert ja gerne in Schubladen, daher beginne ich mal anders, die Musik dieses Künstlers zu beschreiben. Das gezeichnete Ich war 2009 im Vorprogramm der Pet Shop Boys. In diesem Jahr spielte er als Support für "Ich + Ich" und im Sommer ist er Anheizer für A-ha. Alles klar? Wunderschöne Arrangements mit klassischen Elementen (Piano + Streicher) hüllen die vom Künstler mit sanfter und zerbrechlicher Stimme vorgetragenen Texte ein. Texte, denen man nicht immer sofort die Botschaft abhören kann. Mit seinen wundervollen Pophymnen legt er die Latte für alle ihm folgenden Singer/Songwriter verdammt hoch. Das Album "Das gezeichnete Ich" erfüllt alle Kriterien, ein großer Erfolg in seinem Genre zu werden.

Einzelne Lieder hervorzuheben ist fast unmöglich, denn jedes einzelne ist eine Perle. Als Beispiel für den Tiefgang soll uns an dieser Stelle "Beste Zeit" dienen. Der Song erzeugt Gänsehaut. Jeder, der schonmal eine große Liebe verloren hat, wird diesen Song als Hymne für sich ausmachen. Voller Melancholie stellt der Künstler gleich zu Beginn fest: "Du warst die beste Zeit meines Lebens", "Da geht sie, die beste Zeit meines Lebens". Mit "Ich male mir ein Bild von Dir in den hellsten Tönen" zeigt er dann deutlich, wie gern er an diese Beziehung zurück denkt. Auch die darauf folgende Liebeserklärung "Durch die Blume" fesselt einen schon nach den ersten Takten. Dabei fällt hier ebenso der poetische Text auf, in dem es heißt: "Einst blass und nun voll Farbe / Dein Antlitz mich regiert / Mein Herz trag ich zu Grabe / Denn Deins mir nun diktiert / Den Takt der in mir schlage / Frei nicht oktroyiert". Und noch ein drittes Beispiel: "Der Tag am Traumfriedhof fängt an / Hier liegen die / Grossen Ideen / von denen nur Worte übrig stehen", heißt es in der beschwingt und flott arrangierten Nummer "Halleluja", deren Botschaft im Refrain "Wir haben überlebt, nur der Traum ist tot" dann doch sehr deutlich heraussticht.

"Das gezeichnete Ich" trifft garantiert den Nerv seiner Hörer. Die Kompositionen und Texte gehören eindeutig in die erste Liga, verlangen aufmerksames Zuhören und Mitdenken und belohnt gleichzeitig mit wunderschönen Melodien und Arrangements. Es ist schön zu sehen (und hören), dass es sowas noch gibt und auch in den Charts landen kann (die CD ist auf Platz 31 gestartet).
(Christian Reder)

 


   
   
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