wenzelmasken 20130104 1474749336 Titel:
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"Masken - Wenzel singt Christoph Hein"
Matrosenblau / Indigo
24.04.2009
4047173278126

1. Meine Masken
2. Lied von der Haltbarkeit des Geldes
3. Ich frage nicht, ob du mich liebst
4. Ich sah
5. Der kleine Prinz
6. Der alte Herr
7. Lag ein Schnee
8. Sie kannte nicht die Lieder
9. Madame Welt
10. Dunkler Tag
11. Erinnern
12. Zwillingsbruder
13. Um eine Stunde nur
14. Kehraus


Wenzel singt Christoph Hein heißt das Programm, das auf der CD "Masken" morgen (25.04.) bei der Release-Party vorgestellt wird. Wer Wenzel ist, dürfte unseren Lesern klar sein, haben wir ihn inzwischen schon öfter mal live begleitet. Christoph Hein dagegen ist vielleicht nicht jedem bekannt. Hein ist ein deutscher Schriftsteller, der auch als Übersetzer tätig ist. Größere Bekanntheit erlangte er im Jahre 1982, als in der DDR seine Novelle "Der fremde Freund" erschien.
Auf "Masken" befinden sich nun 14 von Christoph Hein geschriebene Texte, vertont von Hans-Eckardt Wenzel, kurz Wenzel genannt. Der mit dem DDR-Schallplattenpreis für Chanson und dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnete Musiker interpretiert die Lieder mit seinem bekannt verschmitzten und augenzwinkernden Unterton und Humor. Einige der Texte liefern ihm dafür natürlich die Steilvorlage. So singt er uns z.B. das "Lied von der Haltbarkeit des Geldes", das inhaltlich aktueller gar nicht sein kann. Auch das erste Lied der CD, das mit "Meine Masken" betitelt ist, zeichnet ein plastisches Bild über die Verhaltensweise unserer Gesellschaft, in der viele Menschen nur noch Masken tragen und nie öffentlich ihr wahres Gesicht zeigen wollen oder können. Bei "Ich sah" singt er über Dinge, die man eigentlich gar nicht sehen kann und behauptet trotzdem, er habe sie gesehen. So reiht sich ein interessanter, manchmal skurriler Text an den anderen. Dabei ist der Hörer stets aufgefordert, die Ohren zu spitzen und die oftmals versteckten Botschaften zu entschlüsseln. Eine anspruchsvolle Aufgabe also, die man heute in der Musik nicht mehr allzu häufig finden kann.
Die Instrumentalisierung ist schlicht. Mal nur Gitarre, mal plätschert im Hintergrund eine Orgel mit Percussion, ein anderes Mal hört man Klavier und Gitarre als stille Begleiter zu Wenzels Stimme... im Vordergrund steht immer die Aussage des Textes und das Hauptinstrument des Künstlers: Seine Stimme. Wozu braucht man Effekthascherei, wenn man doch etwas auszusagen hat? Welche musikalische Kraft in den von Wenzel interpretierten Songs liegt, die nur von Gitarre, Klavier oder Akkordeon begleitet werden, kann man sich seit vielen Jahren schon auf seinen Live-Konzerten anschauen und anhören. Dieser Musiker braucht kein großes Beiwerk und kann auch mit sparsamer Instrumentalisierung den Hörer in seinen Bann ziehen. Auf "Masken" beweist er das jetzt auch mit Texten, die nicht aus seiner Feder stammen. Für die Aufnahme dieses Albums hat sich Wenzel Zeit gelassen. Wie man der CD entnehmen kann, hat er zwischen Januar 2007 und März 2009 an den Songs gearbeitet und gefeilt, ehe sie jetzt als fertiges Produkt vorgestellt werden können. Und Wenzel zeigt sich auch hier als vielseitiger Künstler, denn das komplette Album wurde von ihm allein eingespielt. Aber so ganz allein war Wenzel dann doch nicht... Beim Song "Lag ein Schnee" hört man Karla Wenzel singen, ihn selbst nur im "Background".
Schon beim ersten Hören hat der Autor dieser Zeilen seine Favoriten festgemacht. Dazu zählen eindeutig "Meine Masken", "Madame Welt" und "Um eine Stunde nur".
"Masken" ist ein sehr abwechslungsreiches Album, das durch seine starken Texte und durch die Interpretation von Wenzel besticht. Freunde von Liedermacher-Musik und Chansons werden an der CD ihre helle Freude haben. Aber auch dem einen oder anderen Nicht-Fan kann man diese CD ans Herz legen, denn es ist der Inhalt und die fantastische Umsetzung durch den Musiker, die mit Sicherheit auch Genre-fremde Hörer überzeugen wird. Es würde auch nichts schaden, wenn sich vielleicht mal ein Radio-DJ dazu durchringen könnte, zu gegebener Zeit ein Lied von dieser CD in seiner Sendung zu spielen. Von ein klein wenig Anspruch ist noch kein Hörer am Gerät verstorben!
(Christian Reder)

 


   
   
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