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THE JEREMY DAYS im Lido in Berlin
Samstag, 23. November 2019

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Foto: Dennis Dirksen


The unlikely return

The Jeremy Days sind zurück! Endgültig! Seit Mitte der neunziger Jahre hatte man nichts von der Hamburger Band gehört, die mit ihrem Debütalbum und ihrer Hitsingle "Brand New Toy" zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands der Wendejahre geworden waren. Und dann standen sie, als fast schon niemand mehr damit gerechnet hatte, Anfang des Jahres plötzlich auf der Bühne des Hamburger Clubs Docks. Ein »Triumphales Comeback nach 24 Jahren« jubelte die Hamburger Morgenpost. Das Hamburg Journal des NDR Fernsehens sprach sogar von einem Tag »für die Geschichtsbücher der Popmusik«. 1.500 Fans erlebten einen Abend der ganz großen Emotionen. So umwerfend, dass die Band sich entschloss, es nicht bei dem einen Konzert zu belassen, sondern im November eine Deutschlandtour folgen zu lassen.

»Dieses Comeback-Konzert war einfach so ein unfassbarer Spaß«, erzählt Sänger Dirk Darmstaedter, »dass wir uns schon sehr wunderten, warum wir das all die Jahre nicht gemacht haben?« Der Erfolgsdruck, der die Band nach den frühen Pop-Triumphen zerrieben hatte, sei jetzt nicht mehr da. Es gehe einfach nur noch darum, die wiedergewonnene Freundschaft zu genießen und die knapp zehnjährige Karriere mit Songs aus allen fünf Alben zu zelebrieren.

Doch nicht erst seit ihrer unerwarteten Wiederkehr, ist die Band zurück im popkulturellen Gedächtnis: »Unvergessen« stufte gerade erst 2017 die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die Jeremy Days in einem Portrait über Dirk Darmstaedter, den Sänger der Band, ein.

Die "J'Days" (wie sie von ihren Fans gerne genannt wurden) waren Ende der Achtziger mit ihrem englischsprachigen Britpop Marke The Smiths oder Lloyd Cole ± the Commotions ziemlich einzigartig in Deutschland. Niemand verband Pop hierzulande so gut mit Tiefgang.

»Eine Gratwanderung zwischen anspruchsvoller Intellektualität und luftig-leichter Unbeschwertheit« befand das Magazin concerts 1992, als die Jeremy Days die Musikmesse Popkomm eröffneten. Dabei klang ihre Musik nicht nur international, mit Clive Langer und Alan Winstanley hatte die Band tatsächlich das damals heißeste Produzentenduo für anspruchsvollen Gitarrenpop an ihrer Seite. Die beiden hatten bei einer ganzen Reihe Popalben, u. a. von Madness, Dexy´s Midnight Runners und Elvis Costello, mitgewirkt, die heute zu Klassikern ihres Genres zählen. Diese musikalische Gegenansage in einer Zeit, in der der Synthie-Pop die Welt klar in seinen Fängen hatte, wurde gehört: MTV nahm ihre Videos in die Roatation, in der Bravo fand man sie auf Postern, sie tourten durch ganz Europa, nahmen ein Album in New York auf und lebten auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gar wie einst die Beatles als Band-WG in London.
   
   
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