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Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer



Nachdem im vergangenen Jahr zum zehnten Mal auf der Erleninsel mit der bekannten Gaststätte im Spreewald bei Lübbenau "Rock in Wotschofska" stattfand, gab es am letzten Samstag mit zwei hochkarätigen Bands den Startschuss für ein neues Jahrzehnt. Schon lange waren die Tickets für diese Mugge verkauft und Samstag um 16:00 Uhr begann der Transfer der Gäste vom großen Kahnhafen in Lübbenau zur Veranstaltung.a 20190805 1953772054 Etwa eine Stunde dauerte die Fahrt im Spreewaldkahn über die Fließe, vorbei am Dorf und Museum Lehde, und nachdem man dann vor Ort angekommen war, wartete man auf die Dinge, die hier passieren sollten.

Die gastronomischen Einrichtungen hatten schon geöffnet und viele stärkten sich erst einmal. Ich selbst war vor drei Jahren das letzte mal auf der Insel und mir fiel auf, dass hier eine andere Bühne als in all den anderen Jahren stand. Die Seitenwände und die Rückwand waren aus transparentem Material, so dass man auch hier sehen konnte, was auf der Bühne passiert. Mir kamen gleich einige Ideen für ein paar ausgefallene Fotos. Außerdem stand die Bühne auf der entgegengesetzten Seite des Platzes vor der Gaststätte.

Die Spreewaldkähne kamen und die Insel füllte sich mit Menschen. Das mit dem Anlegen und Aussteigen war bestens organisiert und die leeren Kähne wurden auf der gegenüberliegenden Seite des Fließes "geparkt" bis sie für den Rücktransport wieder benötigt wurden. Um kurz nach 19:00 Uhr trat Daniel Schmidgunst, der Hauptorganisator dieser Veranstaltung, ans Mikrofon, begrüßte alle Gäste, sprach noch einige Worte zum Ablauf und zur Organisation der Veranstaltung und eröffnete den Konzertabend.

CHRIS THOMBSON und seine Band kamen auf die Bühne und legten sofort los. Als langjähriger Sänger der MANFRED MANN'S EARTH BAND ist es nicht verwunderlich, dass fast ausschließlich Titel gespielt wurden, die Thompson in dieser Zeit gesungen hat. Die Band, die CHRIS TOMBSON begleitete, bestand aus einem Gitarristen, einen Bassisten, einem Schlagzeuger und einem Keyboarder.b 20190805 1956799583 Chris selbst spielte auch Gitarre. Neben Titeln wie "For You", "Don't Kill It Carol", "Spirit In The Nigth", "You Angel You" und "Demolition Man" sang Thompson auch "Father Of Day Father Of Nigth". Diesen BOB DYLAN-Titel sang im Original bei der EARTH BAND der Gitarrist und am Anfang auch der Sänger Mike Rogers. Erst als dieser für mehrere Jahre die Band verließ, sang auch CHRIS THOMPSON diesen Titel. Mike Rogers ist aber inzwischen wieder bei der MANFRED MANN'S EARTH BAND und ich hörte ihn kürzlich erst diesen Titel singen. Der Song "You're The Voice", vor vielen Jahren ein großer Hit für den australischen Sängers JOHN FARNHAM, ist einer der Titel, die Thompson sang und der nicht von der MANFRED MANN'S EARTH BAND stammt. CHRIS THOMPSON hat diesen Titel zusammen mit JOHN FARNHAM komponiert und singt ihn daher auch in seinen eigenen Konzerten.

Das Konzert von CHRIS THOMPSON und seiner Band dauerte eine gute Stunde. Das Publikum stand dicht gedrängt bis vor die Absperrung und spendete begeistert Beifall. Dank der Unterstützung von Ernst-Albrecht Scholz, der die Künstler managt, konnten die Fotografen auch mal hinter die Absperrung oder auf die Treppe zur Bühne gehen, ansonsten wäre das fotografieren schwierig gewesen. Allmählich wurde es auch dunkel und nun kam auch das Bühnenlicht richtig zur Geltung. Gewöhnlich heben sich Künstler ihre größten Hits bis zum Schluss auf oder für die Zugabe. So war es auch hier. Bei "Blinded By The Ligth" (komponiert von Bruce Springsteen) zeichnete sich der Schluss ab. Es folgten noch "Davy's On The Road Again", "Migthy Quinn" und eine Zugabe gab es dann auch noch. Anschließend wurde CHRIS THOMPSON vom Publikum herzlich verabschiedet. Er verkaufte nachher noch CDs und signierte diese. Der Erlös sollte dem Naturschutz im Spreewald zugute kommen.

Auf der Bühne wurde umgebaut und nach dieser Aktion war es Zeit für die nächste Band. Der Umbau ging schnell und bald stand SMOKIE auf der Bühne. Die Band gründeten im englischen Bradford die drei Schulfreunde Chris Norman (voc, git), Terry Uttlkey (bg) und Alan Silson (git). In Pete Spencer fanden sie einen Schlagzeuger und in dem Songschreiberduo Nicky Chinn/Mike Chapman fand sich ein Team, welches ihnen in Folge zahlreiche Hits schrieb. Mit "If You Think You Know How To Love Me" feierte SMOKIE den Durchbruch und dann ging es Schlag auf Schlag.c 20190805 1895841154 Hits wie "Oh Carol", "Living Next Door To Alice", "Mexican Girl" oder "It's Your Life" machten die vier Musiker zu einer der erfolgreichsten Bands der siebziger Jahre. In den achtziger Jahren ebbte der Erfolg aber langsam aber sicher ab. Chris Norman verließ die Band und ist seitdem als Solokünstler mal mehr und mal weniger erfolgreich.

SMOKIE gibt es aber noch immer. Terry Uttley ist aber das einzige Gründungsmitglied, welches heute noch dabei ist, und natürlich stand er auch am Samstag mit auf der Bühne. Zu SMOKIE gehören heute Terry Uttley (bg), Mike Craft (voc, git), Mick McConnell (git), Steve Pinnell (drums) und Martin Bullard (key). Sie spielen die großen Erfolge von SMOKIE aus alten Zeiten, aber auch einige in der jetzigen Besetzung produzierte Titel sind im Programm. So erschien vor mehreren Jahren ein Album namens "Undercovered" mit Coverversionen anderer Künstler. So kam es, dass am Samstag neben all den alten Hits von SMOKIE plötzlich "Have You Ever See The Rain" von CCR gespielt wurde. Die Band spielte über eine Stunde und rockte den Spreewald. Als "Living Next Door To Alice" erklang, ging auch dieses Konzert dem Ende entgegen. "Don't Play Your Rock'n Roll To Me" war dann der absolute Rausschmeißer.

Das war "Rock in Wotschofska 2019" und auch 2020 soll hier wieder die Musik spielen. Wer dann dafür sorgen wird, dass der Spreewald wieder rockt, steht noch nicht fest, aber man wird es rechtzeitig erfahren. Während die Besucher auf ihren Kahn für die Heimfahrt warteten, wurde auf der Bühne fleißig abgebaut. Warscheinlich passierte das auch noch, als ich im Kahn saß und mich durch den nächtlichen Spreewald staken ließ.






Fotostrecke:

Chris Thompson:
 
 
 
 
 
Smokie:
 





 


   
   
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