000 20190621 1067707534
Ein Konzertbericht mit Fotos von Dajana Gehn + Pressefotos (Textillustration)



Am 19. Juni 2019 war es endlich soweit. Das große Saisonfinale von Arno Zillmers Open Mic fand in der Wabe statt. Open Mic-Veranstaltungen gibt es überall. Was macht diese hier so besonders? Die neuen oder auch altbewährten Talente erhalten von ihrer Performance einen professionellen Mitschnitt und sie werden fachkundig betreut,a 20190621 1082141615 d.h. erfahrene Leute stehen ihnen von der ersten Sekunde an zur Seite. An dieser Stelle muss man JustMusic sowie das Hofbräuhaus erwähnen, die Monat für Monat den Teilnehmern des Open Mic Instrumente sowie Getränke kostenfrei zur Verfügung stellen.

Im Oktober 2018 nahm alles seinen Lauf. Gemeinsam mit Marc Lippuner (Wabe) erstellte Arno Zillmer das Konzept, dass sich mittlerweile so erfolgreich etablierte. Es geht nicht um "junge" Musiker, sondern um Musiker, die ihren Weg gehen. Arno betonte gleich am Anfang, dass das keine One-Man-Show ist. Ohne diese immense Teamarbeit mit dem Team der Wabe, JustMusic, dem Hofbräuhaus, Jacob Heidel sowie Ella Morawietz und den vielen anderen Helfern hinter der Bühne, wäre das alles nicht umsetzbar. Jedes Open Mic hat einen Paten. Sie haben eine gewisse Vorbildfunktion und geben den Teilnehmern nützliche Tipps mit auf ihrem weiteren Weg. Bunt gemixt waren die bisherigen Paten: Bastian Bandt, Jade Pearl Baker, Angelika Mann, Julian Selby oder Dirk Zöllner - um nur einige zu nennen.

Arno Zillmer eröffnete mit Jacob Heidel und dem Song "Kennst du Licht" den Finalabend. Von Anfang an war die Stimmung ausgelassen und gut trotz dieser Wärme. Die beiden Paten des Abends kamen von JustMusic: Uwe Schmidt, der findet, dass Musik aus dem Bauch herauskommen und eine Seele haben muss, sowie Philipp Placek, der seine musikalischen Anfänge in der Wabe erlebte. Die Jury bestand aus dem Publikum sowie einer Fachjury mit Marc Lippuner, Ella Morawietz, Jacob Heidel, Uwe Schmidt sowie Philipp Placek. Bevor es endlich losging, erklärte Arno, dass es heute nicht darum geht den besten Künstler zu küren, denn alle auftretenden Teilnehmer sind gut. Es geht um eine Art Auftrittsmotivation. Der Act des Jahres erhält einen Vorbandauftritt (ca. 30 bis 45 Min.) am 28. September 2019 bei Arno Zillmers Bandkonzert in der Wabe, einen Gutschein von JustMusic sowie einen Unterstützungsbetrag in Höhe von 200,00 Euro.

b 20190621 1684850841Der Act des Monats April betrat als Erstes die Bühne: Clou Brio, eine Songwriter Band wie Arno sie ankündigte. Jeder Künstler bewirbt sich meistens mit einem Video oder seine Internetseite. Arno hat wohlwollend den Werdegang von Clou Brio beobachtet und gesehen, dass sie ihren Weg nach vorne gehen und viel unterwegs sind. Sie spielten zwei Songs: "Change happens" und "Weil du weintest". Wenn es nicht zu warm gewesen wäre, wäre man sofort aufgesprungen um mitzutanzen. Denn so wie es Arno danach begeistert ausdrückte: "Das sind wahnsinnig gute Handwerker", und so war es auch. Uns wurde gleich ordentlich eingeheizt.

Als zweites kam Zofia Charchan. Eine junge Singer-Songwriterin. Sie plauderte auch gleich los und meinte, sie habe ein großes Mitteilungsbedürfnis. Das Publikum lachte, denn sie redete wirklich frei heraus. "Again" war ihr erster Song des Abends. Eine sehr einfühlsame Stimme erklang. Nur mit ihrer Gitarre und Stimme zauberte sie eine wunderbare Atmospäre in den Raum und sorgte für den ersten Gänsehautmoment. Aber das sollte nicht der einzige bleiben, denn bereits beim zweiten Song "Paper" gelang es ihr gleich wieder. Das Lied "Paper" liegt ihr besonders am Herzen. Es handelt von der Beziehung zweier Menschen und diese ist wie Papier. Man kann sie leicht zerreißen oder einreißen. Nach ihrem Auftritt wirkte sie sehr erleichtert, leise sagte sie zu Arno, dass sie sehr aufgeregt war. Er nahm ihr gleich ihre Bedenken und sagte, man muss aufgeregt sein.

c 20190621 1543804433Während Lennard Bertzbach zur Bühne schritt, bemerkte Arno, dass hier wahnsinnig gute Musiker in der Stadt unterwegs sind. Lennard lernte Johanna Zeul (Patin November 2018) kennen und ist seither gemeinsam mit ihr musikalisch auf Tour. Heute trat mit seinen Liedern "Schade" sowie "Schöner als alles" auf. Sehr humoristische Texte, die er lässig und locker dem lächelnden Publikum präsentierte.

Während der Ukulelenprediger mit seiner Band für sich die Bühne vorbereite, erzählte Arno weiter, dass er es sehr gut findet, dass es so eine bunte Mischung ist. Und im November erlebte er ein sehr spezielles Programm. Samuel Beck ist seit 1999 Komponist im Zirkus Flic Flac. Aber natürlich ist er auch anderweitig musikalisch unterwegs. Man hing sofort an seinen Lippen. Es war anders. Irgendwie erwartete man mittelalterliche Klänge. Weit gefehlt. Es wirkte zwar recht lustig, aber beinhaltete doch eine unbestreitbare Wahrheit. Jeder möchte glücklich sein, aber ohne eine gewisse Unzufriedenheit kann man sich nicht weiterentwickeln. Anschließend bedankte sich Arno bei den Teammitarbeiter Andy (Ton) und Moritz (Licht) sowie Jacob (Instrumente, Technik). Sie stellen sich individuell auf jeden Künstler ein und bescheren uns dadurch einen unvergesslichen Abend.

Nach der Pause kam die Gruppe Plekhead (Indie-Rock) auf die Bühne. Diese Band machte wirklich sprachlos. Eine junge zierliche Frau mit ihrer Band und dann singt sie mit einer krassen dunklen Stimmfarbe.d 20190621 1628965512 Auch diese Band verstand absolut ihr Handwerk. Sie schufen einen grandiosen Übergang zwischen ihren beiden Songs. Ich wurde sofort an Heinz Haberstroh von der Gruppe Rockhaus erinnert. Der Schlagzeuger legte ein Solo hin ... einzigartig. Danach kam gleich der zweite Song, ohne Unterbrechung. Sie wirkten schon mega professionell und rissen das Publikum förmlich mit. Es gab Standing Ovations als ich mich völlig überwältigt umschaute.

Danach wurde es ein wenig ruhiger auf der Bühne. CVS kam. Ein junger Rapper dessen Fanbase gleich mit angereist war. Die Stimmung war gleich da. Er brachte zwei persönliche Songs mit. In Erinnerung blieb mir nicht nur ein toller Auftritt von einem Rapper, sondern dessen Botschaft in seinen Liedern: "Unsere Zeit auf diesem Planet ist begrenzt" - "Jede Sekunde ist ein Geschenk". Jeder auftretende Künstler trug seine Eigenkompositionen vor. Enorm was uns alles geboten wurde. Ein Mix von allem: von lustig bis tiefgründig. Querbeet.

Mit dem Duo PianLola betrat der Act des Monats März die Bühne. Man darf es ohne Umschweifen sagen: ein Berliner Schnauze Kabarett. Beide Songs, die sie vortrugen, wurden von David Ritterbusch getextet, der auch im Publikum saß. Sie sang und parodierte die Lieder "Paule" sowie "Herr Kontrolleur", der sofort ins Ohr ging. Im Refrain sangen wir zum Schluss kräftig mit. Lola hatte Geburtstag und das Publikum sang ihr ein Ständchen.

e 20190621 1293383772Arno Zillmer erzählte von einer Begegnung, bei der jemand sein Open Mic als musikalischen bunten Bauchladen bezeichnete und er sich doch lieber auf eine Musikrichtung konzentrieren solle. Aber wir waren genauso wie Arno der Meinung, dass ein musikalischer bunter Bauchladen was super tolles ist.

Richtung Merkur, ein Duo welches an diesem Abend als Trio auftrat, betitelte ihre Musik selber als belanglose Popmusik. Aber es war alles, nur nicht belanglos. Die kleinen Frotzeleien untereinander lockten die Stimmung auf. Man spürte förmlich wie gern sich die Musiker auf der Bühne haben und wie extrem gern sie miteinander Musik machen. Sie sangen ihre Lieder "Planeten" sowie "Es gibt Tage".

Als letzter Act betrat El Grande die Bühne. Ein Beatboxer. Aber was für einer. Alleine schon sein "kurzes Einstimmen" ließ den Boden unter uns vibrieren. Das Publikum war sofort begeistert. Man hätte ihm stundenlang noch zuhören können. Eine wahre Vielfalt bot er uns allein durchs Beatboxen.

Während nun jeder im Publikum auf einem Stimmzettel seine zwei besten Acts aufschrieb, holte Arno Zillmer Burkhard von Puttkamer auf die Bühne. Vielen ist er als Bariton und von den Schleusenkonzerten bekannt. Burkhard verfolgte auf Facebook die Open Mic-Veranstaltungen und freute sich, dass sie von Monat zu Monat immer mehr Anklang fanden und mittlerweile vor vollem Haus stattfinden. Er sprach direkt zu den Künstlern und meinte, dass man den Moment auf der Bühne intensiv genießen soll, dafür lohnt sich das Leiden oder auch mal ohne Gage aufzutreten.f 20190621 2082962655 Künstler leben extrem stark den Moment. Aber auch die Organisation des Moments ist extrem wichtig (Fokussierung auf ein Ziel, hart an sich arbeiten, planen etc.). Burkhard von Puttkamer könnte wirklich Motivator sein, selbst im Publikum fühlte man sich gleich angesprochen, denn jeder verfolgt irgendein Ziel oder hat einen Traum, den es zu realisieren gilt.

Irgendwann war DER Moment des Abends da. Alle Teilnehmer standen gemeinsam auf der Bühnen und fieberten dem Ergebnis entgehen. Natürlich wurde es auch hier spannend gemacht. Die Vertreter Uwe und Philipp von JustMusic erklärten, dass es keine Verlierer gibt. Jeder erhält eine Educationcard. Ella Morawietz verkündigte nach einem grandiosen Abend den Gewinner der Saison 2018/2019: Plekhead. Sie waren sichtlich erstaunt über ihren Sieg und ihre Freude war groß. Das Publikum klatschte ganz begeistert. Alle Acts waren hervorragend. Plekhead treten nun am 28. September 2019 als Vorband bei Arno Zillmers Bandkonzert in der Wabe auf.

Ab dem 18. September 2019 geht es weiter mit der nächsten Saison vom Open Mic.



Bitte beachtet auch:
• off. Homepage vom Arno Zillmer: www.arno-musik.de
• Homepage der WABE in Berlin: www.admiralspalast.theater





   
   
© Deutsche Mugge (2007 - 2019)
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen