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Ein Bericht mit Fotos von Matthias Ziegert

 

Es ist inzwischen drei Jahre her, dass ich Udo Lindenbergs große Stadion-Show in der Leipziger "Redbull-Arena" erlebt habe. Vergangene Woche begeisterte der inzwischen 73-jährige und topfitte Musiker an zwei Tagen jeweils 10.000 Fans in der kleineren "Arena Leipzig" mit einer Reise durch sein musikalisches Lebenswerk. Vom zweiten Leipziger Gig, dem "Zusatzkonzert", hier ein kleiner Bericht.

a 20190619 1405438263Die Show begann mit höllischem Lärm. Auf der riesigen Videowand im Bühnenhintergrund glühten feurige Triebwerke. Zusätzlich peitschte Feuer aus Flammenwerfern, um den Start eines Riesenjets anzudeuten. Ich dachte erst, dass die Band KISS, die Ende Mai hier gespielt hat, nicht alles abgebaut hatte oder ein paar Kisten mit Feuerwerk vergessen hatte. Doch als der Riesenjet "Panik 1" auf der Videowand landete, war alles klar. Udo kann das auch. Über eine einschwebende Gangway entstieg er dem Flieger, technisch umgesetzt durch eine Tür in der Videowand, und begrüßte huldigend die schon tobende Panikfamilie in der Arena. Nun konnte die über zweieinhalb Stunden dauernde gigantische Wahnsinnsshow endlich starten.

Das Set bestand aus 31 Songs aus dem großen Fundus von über 700 Titeln, die Udo im Laufe der Zeit geschrieben hat. Bei dieser musikalischen Reise durch das lindenbergische Musik-Universum wechselten sich die altbekannten und gut aufpolierten Rocknummern mit gefühlvollen, das Thema Liebe betreffenden und teils auch gesellschaftskritischen Songs ab. Für das aktuelle Bühnen-Programm hat Lindenberg lange nicht mehr live gespielte Nummern, die auch beim "MTV unplugged 2" zum Einsatz kamen, ins Programm genommen (siehe Setlist unten).

Das Konzert wurde durch eine gigantische Show mit bombastischem Licht, Feuerwerk, Illustrationen auf der Videowand und zahlreichen kostümierten Tänzern umrahmt. Bei "Candy Jane" sah es auf der Bühne aus wie beim Karneval in Rio. Bei seinen Shows geht Lindenberg im Gegensatz zur Politik mit gutem Beispiel voran.b 20190619 1359002265 Auf seiner Bühne ist die Frauenquote schon übererfüllt und das vor allem mit äußerst attraktiven Damen. Das gemeinsame Performen der Songs mit seinen genialen Komplizinnen Nathalie Dorra und Ina Bredehorn, die an diesem Abend nicht nur mit ihrem Gesang brillierten genoss Udo sichtlich.

Der Panikpräsident war seiner Zeit und anderen Künstlern schon immer ein ganzes Stück voraus. Bereits vor 37 Jahren schrieb er den leider immer noch aktuellen Umweltsong "Ratten" über Firmen, die sich nicht um die Natur scheren und nur aufs große Geld aus sind. Dazu gab es auf der Videowand Einspielungen von Smog, Müll, toten Fischen, Ölpumpen, Massen von Autos und verschmutztem Wasser. Bei dieser Gelegenheit bekannte sich Udo zu der Bewegung "Friday for Future", die er unterstützt. Neben der Umwelt hatte Lindenberg mit dem Frieden, noch ein anderes wichtiges Thema auf dem Schirm und dafür gleich zwei "Protestsongs" im Programm. Mit "Wozu sind Kriege da?", dem Friedenslied aus den achtziger Jahren, vorgetragen mit den "Kids on Stage", und "Wir ziehen in den Frieden" mahnte er das wichtige Thema an.

Ein bisschen war die Show auch ein Abbild von den Höhen und Tiefen aus dem Leben des Künstlers, von denen Udo zwischen den einzelnen Songs freimütig berichtete und diese dadurch gekonnt verband. Sie handeln vom prallen Leben ohne Kompromisse, Frauen, Liebe, Alkohol, Absturz und Comeback. Dabei kommt der "König von Scheißegalien" wahrhaftig und ehrlich rüber, und "Macht sein Ding" wofür seine Panikgemeinde ihn liebt und den ganzen Abend feierte.

Lindenberg und das gesamte Ensemble auf und hinter der Bühne lieferten an diesem Abend in Leipzig eine erstklassige und unvergessliche Show ab, die man sich als Rockfan unbedingt ansehen sollte. Doch selbst ein Treffen mit dem Panikpräsidenten hat einmal ein Ende. Nach etwa 150 Minuten Show wurde der sich verabschiedende "Sailor" von einer weiblichen Mannschaft vom Steg der fast zehn Meter ins Publikum reichenden Bühne abgeholt.c 20190619 1702861808 Dann begann die "Odyssee" mit Gewitter, Sturmwellen, Blitzen, Donner und einem Tornado auf der Videowand. Dabei stürzte der plötzlich ins Bild schießende "Panikflieger" ins Meer und versank. Mal sehen, wie er aus dieser Nummer wieder rauskommt und wie er für die nächsten Shows in Leipzig aus dieser Situation befreit wird? Wir alle hoffen nämlich auf ein Wiedersehen mit Udo und seiner Band hier in Leipzig - Abtauchen kommt nicht in Frage!



Setlist:
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Termine:
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• 25.06.2019 - Hannover - TUI Arena ***ausverkauft***
• 28.06.2019 - Köln - LANXESS Arena ***ausverkauft***
• 29.06.2019 - Köln - LANXESS Arena ***ausverkauft***
• 02.07.2019 - Mannheim - SAP Arena ***ausverkauft***
• 03.07.2019 - Mannheim - SAP Arena - Zusatzkonzert
• 05.07.2019 - Stuttgart - Hanns-Martin-Schleyer-Halle ***ausverkauft***
• 06.07.2019 - Stuttgart - Hanns-Martin-Schleyer-Halle - Zusatzkonzert
• 09.07.2019 - Oberhausen - König-Pilsener-Arena ***ausverkauft***
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Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos auf Udos Homepage



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Udo Lindenberg: www.udo-lindenberg.de





   
   
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