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Ein  Bericht  mit Fotos  von  Sarah Müller + zusätz-
liches Fotomaterial der Plattenfirma (Textillustration)



Bereits am Weltfrauentag, dem 8. März 2019, veröffentlichte Anna Loos mit "Werkzeugkasten" ihr erstes Soloalbum. Seit dem 21. März 2019 ist sie nun mit diesem auf Clubtour und begeistert zahlreiche Konzertbesucher. Ich durfte am 26. März 2019 im Stadtgarten in Köln dabei sein und nach einer (umstrittenen) positiven Albumrezension (Rezensionen siehe HIER) hat mich nun auch das Konzert begeistert.a Denn das für mich anfangs zu ruhige Album, bekommt durch die Unterstützung von Annas Live-Band (Conrad Oleak am Keyboard, Christian Adameit am Bass, Jakob Nebel an der Gitarre und Sönke Reich am Schlagzeug) viel "Wums" und eine ordentliche Portion Rock dazu. Doch beginnen wir am Anfang.

Gegen 18:00 Uhr erreichten die ersten Fans den Stadtgarten, dessen Eingang doch etwas versteckt war. Auch für meine Kölner Begleitung war diese Location eine Premiere, da ihr diese vorher nur als (empfehlenswerter) Biergarten bekannt war. Pünktlich um 19:00 Uhr wurden die ersten Gäste reingelassen - natürlich nur die mit dem exklusiven Armband aus Anna Loos' Fanbox - ein "Goodie", das immer mehr Künstler an ihre Fans verteilen, damit diese sich die besten Plätze in der ersten Reihe sichern können.b 20190401 1861016997 Bereits im Vorfeld habe ich erfahren, dass Anna Loos einen Voract mit dabei hat: Diane Weigmann. Ich muss zugeben, dass ich mich vorab nicht weiter mit ihr beschäftigt habe. Auf die Bühne trat eine rothaarige Strahlemaus in Begleitung von ihrem Gitarristen und fing mich direkt mit ihrem Song "9 von 10 Punkten" ein. Diane Weigmann hat eine wunderschöne herzliche Stimme, mit der sie nicht nur meine Ohren für sich gewann. Beim zweiten Song "Das Beste" erinnerte ich mich wieder, dass ich von ihr doch schon mal gehört habe. Wann und in welchem Zusammenhang - das muss ich tatsächlich noch herausfinden. Auf jeden Fall gefiel mir Diane Weigmann als Voract sehr gut und ich fand sie als Einstimmung sehr passend. Leider musste ich bisher häufig die Erfahrung machen, dass es nicht passte. Ein kleines Minus muss ich ihr jedoch geben. Vor ihrem Song "3 Akkorde und ein Herz" erzählte sie von ihrer (und meiner) Lieblingsserie "Nashville". Vor ein paar Wochen habe ich gerade meine Konzertbegleitung damit angesteckt, ebenfalls diese Serie zu schauen. Da erzählt doch Diane vom "unehelichen Kind" der zwei Hauptdarsteller und spoilerte erfolgreich für meine Begleitung, die mich daraufhin mit großen Augen ansah. Aber dies sei ihr verziehen, denn ihre insgesamt sechs Songs, die sie an diesem Abend spielte, waren für mich der perfekte Einstieg in diesen Konzertabend.

Um 20:45 Uhr platzierten sich die vier Musiker rund um Anna Loos und das Intro zum ersten Song begann. Das Publikum klatschte direkt im Takt mit und begrüßte Anna mit den ersten Jubelschreien. Sehr naheliegend aber auch sehr passend, startete Anna ihr Konzert mit dem ersten Titel des Albums: "Startschuss". Rockig und gut gelaunt steckte sie ihr Publikum an und man hörte schon einige Zuschauer laut mitsingen. Schnell wurde auch Anna warm und so warf sie schnell Glitzerjacke und Hut hinter sich zwischen Keyboarder Conrad und Schlagzeuger Sönke. Danach erklangen ruhige Töne und schnell wurde klar: es folgt "Kaputt". Ein melancholischer Song, der live noch einiges mehr an Emotionen hervorbrachte. Doch was folgte dann? Ich würde behaupten, für alle anderen Besucher, die das Album bereits kannten, waren die Melodien der zwei folgenden Songs unbekannt. "Ich bereu nichts" und "Immer, wenn es laut wird" gehören zu den vier Songs (neben "Supernova" und "Unsichtbares Band"), die zwar produziert wurden, es aber nicht auf das Album "Werkzeugkasten" geschafft haben. Alle vier sind meiner Meinung nach starke Hits und vor allem bei "Ich bereu nichts" würde ich es bereuen, dass er es nicht auf das Album geschafft hat ;-)

c 20190401 1737023980An diesem Abend gab es noch einen ganz besonderen Song - der auch nicht auf der Setlist zu finden war. Annas Keyboarder, Conrad Oleak, hatte an diesem Tag Geburtstag und so stimmte Anna zusammen mit dem Publikum ein herzliches "Happy Birthday" an. Insgesamt ließ die 48-Jährige nicht nur mit ihren Songtexten tief in ihr Privates schauen, sondern auch durch manche Erzählungen zwischen den Nummern. Vor "Paris" erzählte sie beispielsweise von ihrer Sehnsucht nach Freiheit, die sie zu ihrer Flucht aus der damaligen DDR trieb. Auch die Inspiration zu "Was ich dir noch sagen wollte" erzählte sie an diesem Abend ihrem Publikum: Immer wieder kommt es vor, dass man liebe Menschen immer wieder vertröstet, weil man keine Zeit hat. Genau dies bereut sie besonders bei einem Menschen, den sie viel zu früh in ihrem Leben verloren hat und den sie vorher viel zu lange nicht mehr gesehen hat, eben weil sie immer "keine Zeit hatte". Dies hat ihr bewusst gemacht, wie wichtig es ist, seinen Liebsten zu zeigen, wie wichtig sie einem sind und ihnen Zeit schenken sollte. Auch das ernste Thema "Depression" sprach Anna Loos an. Leider wird - ihrer (und auch meiner) Meinung nach - dieses Thema noch viel zu sehr unter den Teppich gekehrt und verharmlost. Doch sollte das Thema nicht verharmlost werden. Auch ein Familienmitglied von ihr leide darunter und diesem widme sie "Ich will, dass du weißt".

An diesem Abend gab es einen Gast, über den sie sich besonders gefreut hat. Ihr Ehemann Jan Josef Liefers dreht aktuell für den neuen Tatort in Köln und ließ es sich nicht nehmen, seine Frau auf der Bühne anzusehen. Dabei hielt er sich hinter der Theke im Hintergrund auf. Einer meiner Highlights ist die Umsetzung von "Werkzeugkasten". Ich muss zugeben, es gehört nicht zu meinen Lieblingen auf dem Album. Live hingegen hat es mich gefesselt. Besonders der "Freeze"-Moment in der zweiten Hälfte, in dem alle fünf Musiker auf der Bühne einfroren, um nach einer kurzen Pause wieder gemeinsam einzusteigen. "Hier" schien wohl der Favorit des Publikums zu sein, denn es sang laut mit. Doch auch bei allen anderen Songs passte die Stimmung und die gute Laune war nicht nur auf der Bühne zu spüren. Es wurde nicht nur in der ersten Reihe mitgesungen, geklatscht und getanzt.

Als Zugabe gab es dann "Mut von Helden". Von Anfang an eins meiner Favoriten und so passte in meinem Fall: "Das Beste kommt zum Schluss". Insgesamt kann man sagen, dass es ein tolles Konzert mit einer gut gelaunten und entspannten Anna war, die sich super Musiker an ihre Seite geholt hat.d 20190401 1251787936 Es war ein privates und sehr intimes Clubkonzert, das aber absolut nicht ruhig oder langweilig war. Nach dem Konzert nahm sich Anna noch für jeden Interessierten Zeit für Autogramme, einen kurzen Plausch und Fotos.

Und ja, ich habe irgendwie ein weinendes und ein lachendes Auge, wenn ich an das Konzert zurückdenke. Als SILLY-Fan ist es schon ein komisches Gefühl, Anna mit "neuen Jungs" auf der Bühne zu sehen. Die altbekannte Formation fehlte und brachte hin und wieder ein flaumiges Gefühl. Anna jedoch so glücklich zu sehen, freute mich natürlich auch für sie. Ihr "Werkzeugkasten" ist gerade das, was sie glücklich macht. Am Ende des Tages sollte jede(r) das tun, was ihn/sie glücklich macht. Und ich wünsche es Anna sowie den SILLY-Jungs, dass - egal wie es weitergeht - sie am Ende des Tages glücklich sind.



Termine:
• 03.04.2019 - München - Ampere/Muffatwerk
• 04.04.2019 - Leipzig - Täubchental
• 05.04.2019 - Hamburg - MoJo Club

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos auf Annas Homepage.



Bitte beachtet auch:
• off. Homepage von Anna Loos: www.anna-loos.de
• off. Homepage von Diane Weigmann: www.dianeweigmann.de
• Homepage vom Stadtgarten in Köln: www.stadtgarten.de











   
   
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