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Ein Bericht von Dajana Gehn mit Fotos von Dajana Gehn und Andrea Kähler



Im Oktober 2018 erlebte ich mein erstes UNBEKANNT VERZOGEN-Konzert auf dem Kunsthof in Köpenick. Alleine der Name machte schon neugierig. Schon damals wusste ich, wenn sich erneut die Gelegenheit ergeben sollte, werde ich dabei sein. Diese kam schnell. Am 15. März 2019 traten UNBEKANNT VERZOGEN im Neu-Helgoland auf. Sie brachten sich musikalische Verstärkung mit.a 20190316 2041510433 Kurz nach 20:00 Uhr begrüßte uns Karsten Schützler und teilte uns mit, dass sie liebe Freunde eingeladen haben, die sie unterstützen würden: Die FUCHSTAL-CHAOTEN. Der Name sagte alles oder auch nichts. Das ließ die Spannung, was uns nun erwarten würde, steigen. Karsten fasste es kurz zusammen: Sie spielen rockige Interpretationen von Gundermann Songs.

Die FUCHSTAL-CHAOTEN sind Mario (Gesang, Gitarre), Silvio (Schlagzeug), Stephan (Gitarre) sowie Frank am Bass. Über eine Stunde spielten sie einen Gundermann-Song nach dem anderen in ihrer ganz eigenen Version und trotzdem blieb es Gundermann. Mario kündigte ein Lied als das Bekannteste von Gundi an und wundert sich dabei, warum das nie ein Riesenhit wurde: "Hier bin ich geboren". Es folgten weitere Songs wie "Schwarze Galeere", "Mein Herzblatt" sowie "Keine Märchen mehr". Und Karsten hatte nicht zu viel versprochen. Es waren rockige Nummern. Mit einem weiteren Lied huldigten sie einen anderen Mann, der dieses Jahr noch einmal auf Tournee geht: Neil Young. Sie sangen "Kopf aus Holz". Die Zeit verging wie im Fluge, schon war es kurz nach 21:00 Uhr und nach einer Zugabe verabschiedeten sich die FUCHSTAL-CHAOTEN von der Bühne. Sie fuhren noch am gleichen Abend wieder zurück nach Thüringen.

Vor und auf der Bühne lagen acht geöffnete und von der Künstlerin Ute Bella Donner gestaltete Regenschirme. Jeder einzelne ein Unikat und mit seiner eigenen UNBEKANNT VERZOGEN-Geschichte. Besonders einer gefiel mir gut, weil er mit seiner Aussage irgendwie den Kern des Abends erfasste: Wer uns findet, findet uns gut.

Mit "So viele Jahre" eröffneten Patti und ihre Band das Konzert mit über 20 Songs. Die Geschichte zum Stück "Göttlicher Blues" brachte Gelächter hervor, aber eigentlich sind es sehr wahre Worte. Patti erzählte, dass sie vor Jahren mal mit dem Zug fuhren, wo es noch gestattet war zu rauchen. Sie waren durchgefroren vom Warten auf die Bahn und freuten sich als sie endlich in einem warmem Raucherabteil Platz nehmen und eine Zigarette rauchen konnten.b 20190316 1051780443 Es betraten drei Nonnen das Abteil und baten sie, weil sie sich ja nun alle dieses Abteil teilen würden, mit dem Rauchen aufzuhören, da auch Passivrauchen schädlich ist. Die fragende Nonne bekam eine sehr schlagfertige Antwort: Nur wenn sie dann auch so lange nicht glauben, denn auch Passivglauben ist schädlich.

Die Atmosphäre wirkte sehr gelockert und entspannt. Hier und da gab es kleinere Scherze untereinander, z.B. als Karsten bemerkte, dass Patti knapp anderthalb Jahre Keyboard-Unterricht nahm und im kommenden Song nur ganz kurz auf den Tasten spielen würde. Die Band (Karsten Schützler, Thomas Eichler, Gerald Zaczyk, Patricia Heidrich) spielte Songs aus ihrem umfangreichen und abwechslungsreichen Repertoire bestehend aus Liedern Gerhard Gundermanns und eigenen Kompositionen von ihren beiden Alben "Piratenbräute" (2011) und "Probeleben" (2017), z.B. "Vergrabene Träume", "Die Suchende" oder "Sag wolltest du nicht noch". Patti erwähnte fast beiläufig, dass viele Leute glauben, sie seien eine reine Coverband. Aber das sind sie nicht. Sie haben eigene Songs, die entweder Patti textete oder Andreas Hähle sowie Henry Martin Klemt für sie schrieben.

Im Jahre 2012 fand eine Gedenkfeier zum 60. Geburtstag von Tamara Danz statt. Diese einmalige und unnachahmliche Sängerin verstarb leider viel zu früh im Jahr 1996. Patricia schrieb ihr zu Ehren den Song "Tamara". Man saugte jedes gesungene Wort in sich auf und erinnerte sich an eine große Sängerin. Andrea Hähle schrieb den Text zum Stück "Oskar und Ursula" nach einer kleinen und wahren Geschichte, die ihm erzählt wurde. Patti entdeckte in einem recht ruinösen Gebäude die Zahlen 7, 44 und wie bei Robinson Crusoe etliche Tagesstriche.c 20190316 1358801234 Daneben standen die Namen Oskar und Ursula. Sie stellte sich die Frage, was im Kriegssommer 1944 geschehen sein mag. Andreas Hähle fand die passenden Worte sowie Gefühle und schrieb einen wunderbaren Text.

"Das Hände weg Lied" basiert auf dem Klassiker "Whisky in the jar". Spätestens ab jetzt war die Tanzfläche in Dauerbenutzung. Egal ob noch ruhigere Songs folgten oder nicht. Es wurde getanzt, gelauscht, geschunkelt und mitgesungen. Ohne Pause spielten UNBEKANNT VERZOGEN 22 Lieder. Da eine gewisse Zeit nicht überschritten werden durfte, erfolgte eine Zugabe und dann verließen die Musiker endgültig die Bühne. Leider halfen da auch keine weiteren Zugaberufe. Jeder wusste, dass die Band sehr gerne noch länger gespielt hätte, aber es war mittlerweile nach 23:00 Uhr und die "Ruhezeit" musste eingehalten werden.

Wer von Patti noch mehr hören möchte, sollte sich das Benefizkonzert für Andreas Hähle am 22. März 2019 in Berlin nicht entgehen lassen. Dort treten Patricia und Karsten als STEINLANDPIRATEN auf.



Termine:
• 13.04.2019 - Kremmen - Tiefste Provinz
• 26.04.2019 - Potsdam - Bürgerhaus Stern*Zeichen
• 27.04.2019 - Cottbus - Fauler August
• 15.05.2019 - Ummanz/Rügen - Holger Biege Liedfestival
• 14.06.2019 - Neuruppin-Buskow - BODONI Vielseithof

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos und weitere Termine auf der bandeigenen Homepage


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von UNBEKANNT VERZOGEN: www.unbekannt-verzogen.net
• Homepage des Neu-Helgoland in Berlin: www.neu-helgoland.de





Fotostrecke:


 
Vorprogramm: Fuchstal-Chaoten

 
 
 
 
 






   
   
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