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Ein  Bericht mit  Fotos von  Dajana Gehn +  weiteres
Fotomaterial von Blue Note/Universal (Textillustration)




Genau vor einem Jahr saß ich bei Götz Alsmann im Publikum und lauschte seinem neuen Programm "... in Rom". Nebenbei erwähnte er, dass er genau am 9. März 2019 mit diesem Programm wieder in Berlin gastieren werde. Während das nächste Lied gespielt wurde, ging ich mit meinem Smartphone online und bestellte gleich Karten für dieses Konzert.

Mitte der 90er Jahre fiel mir Götz Alsmann das erste Mal auf. Seit 1996 moderierte er gemeinsam mit Christine Westermann die Sendung "Zimmer frei", die leider zwanzig Jahre später eingestellt wurde. Eigentlich kann man nicht vom Moderieren sprechen.a 20190311 1414088627 Beide lebten diese Sendung. Als Zuschauer gewann man sehr schnell den Eindruck, dass die beiden auch wirklich so im Privatleben sein müssten. So locker flockig von der Art her, immer einen lustigen Spruch auf den Lippen, für jeden Spaß zu haben. Und trotzdem gab es immer tiefgründige Gespräche. Sie waren auf ihren Gast sehr gut vorbereitet. Es gab nie irgendwelche oberflächlichen Fragen, alles war extrem gut recherchiert. 2016 war es dann endlich soweit und ich saß im Publikum von "Zimmer frei". Gast: Tom Schilling. Bevor die Sendung begann, stürmte Götz Alsmann auf die Zuschauertribüne und heizte das Publikum auf die kommende Sendung ein. Zuerst wurde der Trailer aufgezeichnet. Götz zeigte mit Händen und Füßen wie wir auf was reagierten sollten und meinte ganz verschwörerisch, wenn das nicht klappt, dann drehen wir diese Szene so lange bis sie klappt. Alles lachte. Natürlich war der Trailer nach dem ersten Versuch im Kasten. Wirklich schade, dass es diese Sendung nicht mehr gibt. Für mich war sie eine Bereicherung in der sonst so oberflächlichen und tristen Fernsehlandschaft. Ich hätte gerne bei ihnen mal als Gast auf der Couch Platz genommen.

Einige Zeit später sah ich im Fernsehen die Sendung "Kessler ist ..." Gast: Götz Alsmann. Ich war sehr gespannt wie Michael Kessler das umzusetzen vermochte und vor allem wie ein Götz Alsmann, der auf mich den Eindruck machte, schwer zu beeindrucken zu sein oder dass man ihn mal emotional ergreifen könnte, darauf reagieren würde. Aber Michael Kessler - auch ein Profi in seinem Fach und ein sehr tiefgründiger sowie extrem guter beobachtender Mensch - schaffte es. Götz Alsmann war berührt. Ein "Zwiegespräch" zwischen Michael als Götz und Götz offenbarte eine sehr sensible Seite von ihm. Eine wunderbare Sendung. 2011 erschien das Album "... in Paris", auf dem Götz und seine Band französische Chansons mit deutschen Texten sang. Eigentlich nicht meine Musikrichtung, aber Götz Alsmann faszinierte mich und ich ging zu meinem ersten Konzert mit ihm. Und von da an immer wieder, sobald er in Berlin gastierte. 2014 kam ein "Folgealbum" heraus: "... am Broadway". Einzigartig wie Götz Alsmann und Band die alten Evergreens interpretierten und auf deutsch sangen. Und nicht zu vergessen, die kleinen Anekdoten die er von ihrem Aufenthalt in den USA erzählte. 2017 wurde die Triologie mit dem Album "... in Rom" vervollständigt. Sie schrieben auf klassische italienische Songs deutsche Texte und präsentierten diese am 9. März 2018 im Berliner Admiralspalast vor einem begeisterten Publikum.

Heute am 9. März 2019 kann ich nur sagen: Vorhang auf für Götz Alsmann und seine Band mit ihrem Programm "... in Rom". Mit den Liedern "Quando, Quando, Quando" sowie "Ciao, Ciao, Ciao" begann ein sagenhaft unterhaltsames Konzert. Götz ist ein wahrer Entertainer. Er erzählte beim ständigen auf und ab Gehen, dass das Publikum das Prinzip mit den letzten drei Alben ("... in Paris", "... am Broadway", "... in Rom") durchschaut habe und es daher bei einer Triologie bleibt. Ein neues Album ist aber schon in Arbeit und er hofft, dass wir uns im nächsten Jahr mit diesem wieder hier sehen werden. Um sich optimal auf die Produktion des "... in Rom"-Albums vorzubereiten, haben sie sich alle italienischen schwarz/weißen Filme angesehen.b 20190311 1307443844 Aufgenommen wurde das Album im Studio von Enrico Morricone. Wann immer er diesen Namen aussprach, stimmte er die berühmte Sequenz von "Spiel mir das Lied vom Tod" an und das Publikum musste sie beenden. Wir wurden mit der Zeit immer besser.

Mit "Mambo Italiano", "Che Bambola" und "Ciao, Ciao, Bambina" folgten gleich die nächsten drei italienischen Schlager. Italien ist bekannt für große Emotionen. Götz Alsmann versuchte uns den italienischen Mann zu erklären. Dieser wird geradezu geboren, um Komplimente zu machen. Er kann gar nicht anders, dass ist in seiner DNA tief verwurzelt. Und er macht dabei auch keine Unterschiede, ob eine Frau blond ist oder groß oder klein. Die Komplimente werden einfach jeder Frau angepasst. Besonders herzhaft lachen musste das Publikum, als er den deutschen Mann in Sachen Komplimente oder beim Versuch, einer Frau was Nettes zu sagen, beschrieb. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, dass die wunderbare Band komplett ohne einen Gitarristen auskommt. In so gut wie jeder Band ist ein Gitarrist. Hier nicht und er fehlt auch gar nicht. Besonders heraus stechen das Vibraphon und das Klavier. Die anderen Instrumente sind völlig unaufdringlich im Hintergrund, aber ohne sie hätte diese Musik nicht diesen eigenen Charme.

Als sehr angenehm empfand ich, dass Götz Alsmann bei jedem Applaus immer seine Band mit einbezog. Sie sind eine Band und jeder trägt seinen Teil zum Gelingen eines Liedes bei. Die kleinen Geschichten von Götz zwischen den Songs waren sehr erfrischend. Er erzählte uns, dass man die Kultur eines Landes anhand seiner Schlagerfestspiele erkennen kann und diese werden in San Remo seit 1951 durchgeführt. Sie finden an fünf Tagen statt und sind das Ereignis in Italien. Natürlich durften die italienschen Klassiker wie "Azzurro" oder "Marina" nicht fehlen. Peggy March sang 1971 einen deutschen Text darauf: More (Das kann ein Anfang unserer Liebe sein).

1971 entdeckte Götz Alsmann die Mandoline für sich. Er war fasziniert von diesem Instrument und nahm Unterricht. Peter Alexander sang drei "Mandoline Chanson" ("Mandolinen und Mondschein", "Mandolinen um Mitternacht", "Plim-Plim! Plum-Plum!"). Man konnte Götz im Gesicht förmlich ansehen wie amüsiert er über diese Songs war und er ließ es sich auch nicht nehmen das Lied "Plim-Plim! Plum-Plum!" anzusingen. Dann hielt er abrupt inne und meinte: Wir aber wollen schöne Musik auf die Bühne bringen. Er schnappte sich seine Mandoline und sang "Schau dir den Mond an".c 20190311 1510171811 "O solo mio" ist ein Lied was jeder mit Italien verbindet, aber entstanden ist es in Odessa. Das neapolitanische Orchester befand sich auf Konzertreise und einer der Musiker verspürte solch ein Heimweh, dass er dieses Lied komponierte. Götz Alsmann fand dafür sehr poetische Worte: "Er goss seine Sehnsucht in eine unvergessliche Melodie."

Anschließend bedankte sich Götz bei seinem Publikum. Er trete seit 1985 jährlich und manchmal mehrmals im Jahr in Berlin auf und komme immer wieder sehr gerne hierher zurück. Er und seine Band verabschiedeten sich mit "Il nostro concerto". Dabei machte er einen ganz verträumten Eindruck. Ein nicht enden wollender Applaus setzte ein. Die Band war sichtlich gerührt. Götz Alsmann betrat allein mit seiner Mandoline die Bühne und sang "Ich fand ein Herz in Portofino" sowie "Ich fahr ans Mittelmeer". Zum Abschluss kam die komplette Band auf die Bühne und spielte, wie Götz sie nannte, die Hymne der deutsch-italienischen Freundschaft: "Caprifischer".

Götz Alsmann und Band wollten gerade die Bühne verlassen, als der Chef ihrer Plattenfirma diese betrat. Sie waren mehr als erstaunt. Sie erhielten eine Platin Platte für über 200.000 verkaufte Alben. Götz und seine Band waren total gerührt. Das Publikum pfiff und stampfte mit den Füßen vor Begeisterung. Was für ein fulminanter Abschluss eines einzigartigen Abends. Mit einigen Ohrwürmern mehr verließ man restlos begeistert den Admiralspalast und fiebert schon dem nächsten Konzert entgegen.



Termine:
• 23.03.2019 - Espelkamp - Neues Theater (in Rom) | ausverkauft!!!
• 24.03.2019 - Euskirchen - City Forum (in Rom)
• 28.03.2019 - Lüneburg - Kulturforum (in Rom)
• 07.04.2019 - Essen - Philharmonie (... ins Konzert) | ausverkauft!!!
• 09.04.2019 - Lünen - Heinz-Hilpert-Theater (in Rom)
• 04.05.2019 - Wilhelmshaven - Kulturzentrum Pumpwerk (in Rom)
• 11.05.2019 - Dresden - Staatsoperette (Evergreens von Michael Jary) | ausverkauft!!!
• 16.05.2019 - Düsseldorf - Savoy Theater (in Rom)
• 17.05.2019 - Düsseldorf - Savoy Theater (in Rom)
• 19.05.2019 - Essen - Philharmonie (... ins Konzert)

Alle Angaben ohne Gewähr! Die Tour wird fortgesetzt
Nähere Infos und weiter Termine auf Götz' Homepage.



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Götz Alsmann: www.goetz-alsmann.de
• Homepage des Admiralspalastes in Berlin: www.admiralspalast.theater
• Homepage von Roof Music: www.roofmusic.de











   
   
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