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Ein Konzertbericht mit Fotos von Dajana Gehn + Pressefotos (Textillustration)



Am 26. April 2018 war ich in der Berliner WABE zu "Koris Maskengespräche". Kordula Ullmann ist Maskenbildnerin und kommt dadurch mit den Künstlern ins Gespräch. Daraus entstand die Idee für diese neuartige Form der Talkshow. Kordula lädt sich aus den unterschiedlichsten Genres Prominente ein,a-long diese setzen sich in die Maske und plaudern über neue Projekte, eine kleine Anekdoten aus ihrem Leben und Kori "gestaltet" die Künstler nebenbei um. Jeden anders und immer etwas bunt. Jedenfalls nahm ich an dieser Veranstaltung teil. Gäste waren Arno Zillmer, Erna Pachulke sowie Angelika Mann. Auf den ersten Blick wusste man nicht so recht, was diese drei ganz unterschiedlichen Künstler miteinander verband. Schnell erfuhr man, dass sie gemeinsam an dem Album "Ost West Rock" von Arno Zillmer arbeiteten. Mit diesem Projekt tourten sie durch die verschiedensten Städte und immer nahm ich mir vor, wenigstens zu einer Veranstaltung zu gehen. Leider klappte es nie. Als es dann hieß, dass Arno Zillmer am 22. Februar 2019 sein großes Bandkonzert zur neuen Tour "Grenzgänger" in der Wabe geben würde, war die Karte ganz schnell gekauft.

b 20190223 1463377440Gegen 20:10 Uhr leuchtete die Bühnenwand auf und ein Einspieler wurde gezeigt: Das große Bandkonzert mit Special Guests. Ella Morawietz - Arnos Managerin - kam und stimmte uns richtig auf das bevorstehende Konzert ein. Sie stellte fest, dass man von der Bühne aus das Publikum nicht sehen kann, weil die Scheinwerfer so blenden. Sie war eine richtig gute Anheizerin. Ella meinte, dass wir uns einfach vorstellen sollten, dass wir hier in der WABE genau so viele Zuschauer wie in der Mercedes Benz Arena seien und genauso klatschen und schreien sollten, als seien wir 17.000 Menschen. Gesagt, getan. Arno und seine grandiose Band betraten die Bühne und das Publikum klatschte und pfiff. Gleich der erste Song schlug schon richtig ein.

Von Anfang an waren zwei Schlagzeuger am Start. Das ließ die WABE beben. Danach ging es gleich weiter mit "Macht euch frei" sowie "Unvollständig". Arno Zillmer erzählte, dass man in seinem Leben immer sehr viel anstrebt, aber letztendlich bleibt man unvollständig. Arno Zillmer fegte wie ein Wirbelwind über die Bühne. Es war schwer ihn mit der Kamera einzufangen. Er lebte in seiner Musik so sehr auf, dass er hüpfte und von einer Seite der Bühne zur anderen mit seiner Gitarre oder nur mit dem Mikrofon lief. Er war stets und ständig in Bewegung, dass ich total erstaunt war, dass er nicht aus der Puste kam und seine Songs so gekonnt singen konnte, ohne dass ihm die Luft wegblieb. Das eine oder andere Mal mischte er sich unters Publikum. Eine Wahnsinnsshow, die er und seine Band ablieferten.

Arno Zillmer erklärte, dass es am Freitag ein sehr spezieller Abend für ihn sei, denn er habe alle Künstler eingeladen, die ihn schon beim "Ost-West-Rock" Projekt unterstützten und ihn nun bei seiner neuer "Grenzgänger" Tour ebenfalls unterstützen. Es gab auch nachdenkliche und sehr emotionale Momente. Bei dem Song "Dein Licht" geht es um die Trauerbewältigung. Man sollte das huldigen, was man gemeinsam erlebte: "... lass uns deine Wolke sein ... Du wirst Sternenstaub, wenn du fällst, fang ich dich auf ...". Im Background sang Ulrike Weidenmüller - die Tochter von Angelika Mann - gefühlvoll mit. Sie gab den Songs noch einmal eine ganz besondere Note und unterstrich mit ihrer weichen Stimme, die emotionalen Akzente. Für den Song "Schön, dass du älter geworden bist" holte er sich Angelika Mann auf die Bühne. Arno Zillmer erzählte, dass er im Sommer 2017 eine Künstlerin gesucht hätte, die die Musik von Ost und West miteinander verbinden kann, und da gäbe es nur Angelika Mann. Anschließend sang Angelika noch ihr "Champagnerlied".

Bei einigen Liedern wurde Arno Zillmer von Delle Kriese am Schlagzeug unterstützt. Delle kennt man von Rio Reiser, Cäsar Peter Gläsers Band oder der Gruppe RENFT. Ganz großartig war, als alle drei Schlagzeuger gemeinsam ein Instrumental spielten. Was für ein Sound.c 20190223 1968652617 Arno meinte, dass ein Song bei keinem seiner Konzerte fehlen darf: "Superstar". Im Publikum saßen auf jeden Fall viele seiner Fans, die ihn schon länger begleiten, denn sie sangen textsicher mit und waren ganz euphorisch.

Nach der Pause wurde es erst einmal ruhiger. Eine Chance für mich ihn zu photographieren. Aber selbst bei langsamen Liedern fegt er hier und da über die Bühne. Meine Chance sollte aber kommen. Arno setzte sich mit seinem Keyboarder Stefan "Paule" Fege und Gitarristen Jacob Heidel auf den Bühnenrand. Er wollte, dass ein wenig Usedomer Feeling aufkommt. Gerade am Lagerfeuer, wenn man gemütlich zusammensitzt, entstehen Ideen für neue Lieder. Ein Beispiel dafür ist "Kennst du Licht". Anschließend teilte Arno mit, dass Erna Pachulke leider kurzfristig erkrankt sei. Nun sang er mit Angelika Mann als deren Vertretung "Berlin - Light my fire". Die WABE tobte. Das war mehr als eine perfekte Symbiose zwischen Arno und der Lütten. Das hat gerockt. Und da kamen die ersten Zugaberufe.

Delle Kriese kam erneut auf die Bühne. Er spielte damals mit Rio Reiser und war bei der Entstehung des Song "Für immer und dich" dabei. In seiner ganz eigenen Version performte er mit seiner Band dieses Lied. Arno selbst hat ein Lied in seinem Repertoire, welches er liebt, aber stimmlich nicht mehr so singen kann wie in jungen Jahren, wie er uns erklärte. Darum sang Ulrike Weidenmüller "Unendlich". Ein wahrer Gänsehautmoment. Als begeisterter Zuschauer bemerkte man bei jedem seiner Songs, die Leidenschaft für seine Musik. Er singt nicht einfach alles runter, er fühlt, lebt und liebt seine Texte und die Musik. Unterstützt wurde er auch von Christian Kühn sowie Georg Lenhardt (Die Apokalyptischen Reiter) an den Schlagzeugen. Die Band war eins und das spiegelte sich durch das ganze Programm wieder. Sie schenkten uns wunderbare Musik und einen sehr musikalischen Abend und wir gaben die Liebe und Begeisterung wieder an sie zurück.

Natürlich durften sie ohne eine weitere Zugabe die Bühne nicht verlassen. Es gab gleich drei Zugaben. Angelika Mann sang "Highway to hell". Obwohl singen nicht das richtige Wort ist. Das beschreibt es nicht im Geringsten. Gerockt. Alle die bis dahin noch in ihren Stühlen saßen, standen spätestens jetzt auf. Alle sangen im Refrain mit, klatschten und tanzten.d 20190223 1962664108 Gegen 22:45 Uhr wurde es wieder ruhig in der WABE. Im Foyer gab Arno Zillmer noch Autogramme oder führte das eine oder andere Gespräch. Obwohl es mein ersten Konzert von ihm mit seiner Band war und ich keins seiner Lieder kannte, konnte ich trotzdem schnell mitsingen. Es war alles neu - oder gar fremd und doch so vertraut. Man fühlte sich schnell in die Texte und Stimmungen ein. Das war auf jeden Fall nicht mein letztes Konzert von Arno Zillmer.



Termine:
• 13.03.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 19.04.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 02.05.2019 - Berlin - Zimmer 16 (Arno & Jacob)
• 03.05.2019 - Glashütte - Scheune 19 (Arno & Jacob)
• 15.05.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 19.06.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 24.08.2019 - Glashütte - Scheune 19 (Bandkonzert)
• 07.09.2019 - Stralsund - Jacobi (Bandkonzert)
• 18.09.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 28.09.2019 - Berlin - WABE (Bandkonzert)
• 05.10.2019 - Waren/Müritz - Kulturkneipe FloMaLa (Bandkonzert)
• 30.10.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 13.11.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)
• 18.12.2019 - Berlin - WABE (Arno Zillmers Open Mic)

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos auf Arnos Homepage



Bitte beachtet auch:
• off. Homepage vom Arno Zillmer: www.arno-musik.de
• Homepage der WABE in Berlin: www.admiralspalast.theater




 
 
 

   
   
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