000 20190215 1070123039
Ein Konzertbericht von Dajana Gehn + Pressefotos (Textillustration)


Seit vielen Jahren verfolge ich den Werdegang von Max Raabe. Besonders in Erinnerung blieb mir immer seine Rolle als Attila im Film "Charleys Tante" von 1996, in dem er seine frühere Sandkastenliebe wieder treffen möchte. Natürlich kommt es in diesem Film zu reichlich Verwechslungen bis zur Auflösung bei einer Party. Dort spielt Max sehr überzeugend den betrunkenen Attila.a 20190215 1189343545 Herrlich. Wenige Jahre später erlebte ich Max Raabe das erste Mal live im Berliner Wintergarten. Ich war so fasziniert von ihm und seinem Orchester, dass ich von da an jedes Konzert von ihm besuchte, welches er in Berlin gab. Man kann sich an Max Raabe und seinem Palast Orchester nicht satt hören oder sehen. Jedes Konzert ist in seiner Art einzigartig. Erst vor einigen Jahren besuchte ich ein Konzert von Götz Alsmann. Er und seine Band ziehen einen genauso in ihren Bann. Für mich würde sich ein kleiner Traum erfüllen, wenn Max Raabe und Götz Alsmann etwas musikalisch zusammen machen würden. Beide auf ihre Art würden etwas Großartiges entstehen lassen.

Am 13. Februar 2019 öffnete sich im Berliner Admiralspalast pünktlich um 20:00 Uhr der Vorhang und Max Raabe und sein Palast Orchester begrüßten uns mit ihrem Song "Guten Tag, liebes Glück". Max fasste in wenigen Worte zusammen, was uns heute erwarten wird: Ein Programm, das die wichtigen drei Fragen des Lebens beantwortet: 1.) Wie findet man sich? - 2.) Wie lernt man sich kennen? - 3.) Wie wird man sich wieder los? Ein herzhaftes Lachen schallte aus allen Reihen. Als ein sehr guter Entertainer erklärte Max, wovon der kommende Song handelte. "Du stehst nicht im Adressbuch". In seiner ruhigen, entspannten und trockenen Art erzählte er, wie das damals noch vonstatten ging, mit einem Adressbuch. Man ging hin, klappte es einfach auf, suchte den Namen und fand die Telefonnummer. Es lief ohne Akku und man musste es nicht ständig in der Hand haben. Im Hintergrund waren zu manchen Liedern kleine Sequenzen zu sehen, wie z.B. ein tanzendes Paar bei "Ich möchte nicht tanzen" aus dem Jahr 1934, welches er in englischer Sprache vortrug, oder ein mal einfach ein Mond oder Max, der eine Leiter trägt.

b 20190215 1231086805Mit dem Song "I´m singing in the rain" wurde die Pause eingeläutet. Max Raabe und sein Palast Orchester spielten die Ursprungsversion von 1928. Er betonte immer wieder und mit seiner unbestechlichen Mimik, dass er den Song nicht wie Gene Kelley vortragen würde. Im kleinen Einspieler am Schluss sah man, wie Max bei stürmischen Wind mit seinem Regenschirm kämpfte. Wunderbar parodiert. In der Pause lief ein kleiner Film im Hintergrund. Es öffnete sich nacheinander die Garderobentür der einzelnen Mitglieder und "offenbarte", wie sie ihre Zeit verbrachten. Zum Beispiel mit bügeln, baden, zaubern, stricken, golfen, malen oder sogar sporteln.

Die erste Halbzeit verging wie im Fluge und man hatte das Gefühl, dass wir in dieser ersten Stunde mehr Songs hörten, als andere Künstler in einem ganzen Konzert spielen. Was sicherlich daran liegt, dass die meisten Lieder nicht so lang sind. In all den Jahren erlebte ich auch nie, dass Max Raabe einen Texthänger hatte - und das bei der Menge an Texten, die er im Kopf abrufen muss. Sein internationales Orchester stellte er zwischen den einzelnen Songs vor. Das war sehr angenehm. Nach der Pause betrat das Orchester die Bühne und spielte ein Instrumental. Alle waren umgezogen und seine Violonistin Cecilia Crisafulli trug nun anstatt dem wunderschönen langen weißen ein rotes Kleid, welches ihr sehr gut stand - sie kam auch mit einer anderen Frisur zurück. "Kein Schwein ruft mich an" wurde in einer sehr langen Version mit verschiedenen instrumentalen Passagen gespielt. Max Raabe kommentierte gelassen: "Mit dem Schwein um die Welt."

Überwiegend hörten wir Songs aus den Jahren um 1920 bis 1936. Aber natürlich hörten wir Songs aus dem Album "Der perfekte Moment wird heute verpennt" wie z.B. den Titelsong, "Fahrrad fahr´n" oder "Du bist viel zu schön für einen Mann". Sehr gewaltig war das Lied "Salome" aus dem Jahre 1920.c 20190215 1726523213 Max erzählte zuvor von einigen Frauen aus der Geschichte, die die Schwächen ihrer Männer herausfanden und sie ihrer "Kräfte" beraubten. Das sagte er so ruhig und gelassen, dass man gar nicht anders konnte, als zu lachen.

"Over my shoulder" war der letzte Song eines wunderbaren Konzertes. Obwohl bis dahin das Publikum zwar immer gut applaudierte, sprangen sie jetzt von ihren Plätzen und klatschten und pfiffen vor Begeisterung. Natürlich kamen Max Raabe und sein Palast Orchester wieder auf die Bühne und Max meinte ganz trocken: "Selbstverständlich geben wir eine Zugabe, wenn sie gewünscht ist." Und wie sie gewünscht war. "Dort Tanzt Lu-Lu! (A-Ha-Ha! U-Hu-Hu!)" traf genau den Nerv. Es war lustig, witzig und das ganze Palast Orchester war in der Performance involviert. Als krönenden Abschluss durfte natürlich nicht "Der kleine grüne Kaktus" fehlen. Danach verließen sie alle unter tosendem Applaus die Bühne. Aber das Publikum gab keine Ruhe. Es klatschte, rief, trampelte mit den Füßen und so kamen alle Herren aus dem Orchester plus Max erneut auf die Bühne und sangen ein gemeinsames Lied. Gänsehaut pur. Danach schloss sich der Vorhang und Max Raabe und sein Palast Orchester verschwanden in die Dunkelheit der Bühne.



Termine:
• 16.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 17.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 19.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 20.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 21.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 22.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 23.02.2019 - Berlin - Admiralspalast
• 24.02.2019 - Berlin - Admiralspalast

Alle Angaben ohne Gewähr! Tournee wird fort-
gesetzt. Nähere Infos auf der off. Homepage


Bitte beachtet auch:
• off. Homepage vom Palast Orchester: www.palast-orchester.de
• Homepage vom Admiralspalast: www.admiralspalast.theater




Fotostrecke:
 
Während der gesamten Veranstaltung war das Fotogra-
fieren nicht erlaubt, darum gibt es leider keine Bilder ...
 
 
 
 
 
Videoclips:





 

 


   
   
© Deutsche Mugge (2007 - 2019)
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen