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Ein Bericht von Matthias Ziegert mit Fotos von Matthias
& Sebastian Ziegert,  
Mario Wollny  und  Felix Weber



Es ist Sonnabend der 26. Januar 2019 gegen 19.00 Uhr in Leipzig. Es ist finster, kalt und es regnet. Da bedarf es schon eines triftigen Grundes, um aus dem Haus zu gehen. Für uns war es das Konzert von Veronika Fischer in der Peterskirche Leipzig. Leider war es ja um die Künstlerin in den letzten Jahren, in denen sie sich eine künstlerische Pause gönnte, etwas ruhig geworden. Zur großen Freude aller Fans erschien dann im Frühjahr 2018 das neue Album "Woher wohin" (Rezension HIER),a 20190201 1477146601 dem kurz darauf das gleichnamige Buch als Fortsetzung von Veronikas Biographie "Das Lügenlied vom Glück" folgte. Beide Bücher entstanden übrigens in Zusammenarbeit mit dem Liedermacher und Texter Manfred Maurenbrecher. Am 4. Januar startete Veronika Fischer in Jena ihre aktuelle Kirchentournee mit dem Titel "Musik aus fünf Jahrzehnten", von denen ich persönlich vier Jahrzehnte miterlebt habe. Die Tour mit neun Konzerten, allesamt in Kirchen, führte ausschließlich durch die neuen Bundesländer, wobei abgesehen von Schwerin und Wismar der mitteldeutsche Raum den Schwerpunkt bildete.

In Leipzig fand das Abschlusskonzert der Tour statt, zu dem es auch Fans aus dem gesamten Bundesgebiet in die Messestadt zog. Die Besucher waren zum großen Teil über fünfzig und sicher nicht zum ersten Mal auf einem Konzert der Künstlerin. Kein Wunder also, dass kurz vor Konzertbeginn die neugotische Kirche, die sich im südlichen Zentrum von Leipzig befindet, bis zur letzten Stuhlreihe mit Fans gefüllt war. Natürlich ist es keine einfache Aufgabe, fünf Jahrzehnte musikalischen Schaffens einer so außergewöhnlichen und vielseitigen Sängerin in ein Konzertprogramm zu packen. Da kann man den Machern der Show nur großes Lob für die Titelauswahl und die Dramaturgie des Abends zollen.

Mit den Songs "Ach woher wohin", "Seltsam, dass ich weinte", "Die Mitte" und "Als ich sang" war das aktuelle Album gut im Programm vertreten. Die Titel kamen allesamt beim Publikum hervorragend an. Gewissermaßen als Gegenpol hatte "die Fischer" natürlich auch zeitlose Klassiker von ihren ersten beiden LPs mit im Gepäck. Vom Erstling aus dem Jahre 1975, eingespielt mit ihrer damaligen Band, die sie mit ihrem Komponisten Franz Bartzsch 1974 gründete, waren Hits wie "Klavier im Fluss", "Auf der Wiese", "Guten Tag" und "Dass ich eine Schneeflocke wär" mit dabei. Dieser "Fischer-Klassiker" an sich, sorgte sicher nicht nur wegen der Temperaturen im Saal, sondern vor allem aufgrund der erstklassischen Interpretation durch die Künstlerin für Gänsehautstimmung pur. Als Nachschlag gab es gleich noch das "Lied vom Schnee" vom Album "Dünnes Eis", welches von Franz Bartzsch dreißig Jahre später komponiert wurde.

Von der zweiten und 1977 erschienen LP hatte man "Hans im Glück", "Rauchiger Sommer" und "Klar werd ich warten" ausgewählt. Franz Bartzsch komponierte in den siebziger Jahren die großen Hits für die Künstlerin. Ihm und dem allseits bekannten Leipziger Texter Kurt Demmler ist es mit zu verdanken,b 20190201 1189840762 dass Veronika Fischer innerhalb kurzer Zeit zur erfolgreichsten Sängerin in der DDR wurde. Dieser Erfolg schlug sich in für DDR-Verhältnisse gigantischen Verkaufszahlen ihrer Platten und vorderen Plätzen in die den diversen Rundfunk-Hitparaden nieder. Vor allem bei den Songs aus dieser Zeit sang das Publikum äußerst textsicher mit. Andere dagegen schwelgten in ihren Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Aufgrund des zeitlichen Rahmens kamen die Lieder aus den neunziger Jahren bis zum aktuellen Album etwas zu kurz und wurden durch "Weit übers Meer" von 1995, "Frei" von 2001, "Komm Vogel komm" von 2004 und dem "Glückslied" von 2010 im Programm repräsentiert.

Wie gewohnt hatte sich Veronika Fischer wieder hervorragende Musiker mit auf die Reise genommen. Zu nennen wären Michael Lehrmann an der Akustik- und E-Gitarre, Axel Schäfer am Bass, Heiko Jung am Schlagzeug, Stefan Henning an der Akustik- und Steel Guitar sowie Simon Anke am Keyboard. Sängerin und Band harmonierten an diesem Abend hervorragend und zogen mit ihrer Begeisterung und großen Spielfreude von Anfang an das Publikum in ihren Bann, welches am gesamten Abend nicht mit Applaus sparte. Aber auch die Tontechnik machte an diesem Abend einen guten Job, der in einem solch großen, akustisch schwierigen Gebäude sicher nicht leicht war.

Als Veronika Fischer nach ca. 90 Minuten "Zeitreise" durch ihre schon fünf Jahrzehnte währende Karriere von der Bühne ging, dankte das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und Jubelrufen. Dafür gab es als Belohnung noch zwei Zugaben. Als erste Zugabe sang sie das leider immer noch aktuelle Lied von Pete Seeger "Sag mir wo die Blumen sind", das durch die deutsche Textversion von Marlene Dietrich unsterblich geworden ist.c 20190201 1644827393 Das Publikum bedankte sich wiederum mit stürmischem Applaus. Zum Abschied passend folgte mit "Nachts" ein Lied der Gruppe PANTA RHEI aus dem Jahre 1972. Bei dieser Formation stand Veronika Fischer gemeinsam mit Herbert Dreilich als Leadsängerin auf der Bühne.

Im Anschluss an das Konzert widmete sich die Künstlerin noch ihrer dankbaren Fangemeinde. Sie signierte sämtliche mitgebrachten CDs und Bücher und nahm sich auch Zeit für Gespräche mit den zum Teil weit angereisten Konzertbesuchern. An diesem Abend bewies Veronika Fischer wieder einmal, dass sie eine Sängerin ist, die in keine Schublade passt. Mit ihrer besonderen Stimme und ihrem einzigartigen Stil, in dem Musikrichtungen wie Rock, Pop, Chanson und Jazz fusionieren, ist sie immer noch eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen, spätestens am 21. September 2019 zum Jubiläumskonzert der Stern-Combo Meißen. Einen Musikwunsch hätte ich da schon ...

Danke an die Künstlerin und ihr Management, dass wir über dieses tolle Konzert berichten durften.




Termine:
• 04.05.2019 - Arnstadt - Theater im Schlossgarten
• 19.10.2019 - Stassfurt - Salzlandtheater
• 07.12.2019 - Pössneck - Schützenhaus

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos auf der Homepage von Veronika Fischer.



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Veronika Fischer: www.veronikafischer.de




 
 
 
 
 




   
   
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