000 20181128 1246598097
Ein Konzertbericht von mit Fotos von Antje Brandt



a 20181128 1904230582Wenn man über etwas berichten möchte, ist es manchmal schwer einen Anfang zu finden. Zum einen, weil man selbst etwas nicht toll findet und dennoch sachlich schreiben möchte. Zum anderen, weil man extrem begeistert ist und nicht weiß, wie man die ganzen Eindrücke beschreiben soll. Ich lasse zunächst mal offen, welcher Fakt bei mir zutraf.

SALTATIO MORTIS habe ich schon im letzten Jahr live erlebt. Damals waren sie mit ihrer Scheibe "Zirkus Zeitgeist" unterwegs und spielten unter anderem "in Castellis", also im Ambiente von tollen Schlössern. So wurde auch das Wasserschloss Klaffenbach ausgewählt, um dort zu spielen. In diesem Jahr folgte mit "Brot und Spiele" bereits die nächste Platte der Spielmannsleute. Kurz die Tourdaten gecheckt - juhu, der Termin in Dresden passt. Dieses Konzert war, wie manch andere innerhalb der Tour auch, übrigens ausverkauft. Das merkte ich schon deutlich bei der Ankunft. Ich war schon einige Zeit vor dem geplanten Einlass vor Ort. Dennoch wartete bereits eine lange Schlange vor der noch verschlossenen Tür. Etwas ärgerlich fand ich, dass manche einfach an der Schlange vorbei liefen und sich dann an der Tür rein drängelten.

Die Wartezeit verging zum Glück schnell. Gegen 20:00 Uhr startete die Vorband. FIRKIN ist eine ungarische Gruppe. Ihr Sound lässt sich als eine Mischung zwischen Punk und Irish Folk beschreiben, die mit einer tollen Geige überzeugt. Eröffnet haben sie den Abend mit der Titelmelodie der Serie "Game of Thrones". Auf jeden Fall lohnt es sich, sich mit dem Schaffen der Gruppe zu beschäftigen. Die Pause während des Umbaus auf der Bühne währte doch einen längeren Moment. Doch nicht alle pilgerten zur Bar oder in das Raucher-Ghetto. Nein, die Masse blieb doch in der Halle. Währenddessen wurde der Punk gefeiert. Und wie.b 20181128 1834242176 "Schrei nach Liebe" der Ärzte und "Hier kommt Alex" von den Toten Hosen wurden mitgegröhlt. In meiner Nähe war eine Frau, die im Rollstuhl saß, nebst Begleitung. Trotz ihrer Behinderung war sie voll dabei und lebte die Musik förmlich mit. Ja manchmal sind es Momente und Eindrücke abseits des Geschehens auf der Bühne, die einen Konzertabend auch besonders machen.

Um 21:00 Uhr starteten dann die Spielmannsleute von SALTATIO MORTIS. "Große Träume" war der Starter auf der Setliste. "Dorn im Ohr" sowie "Wo sind die Clowns" folgten. Dann begrüßte Sänger Alea der Bescheidene das Publikum. "Willkommen Dresden. Ihr habt es heute schwer, denn wir feiern den vorläufigen Abschluss der Tour." Da das Publikum einmal aufmerksam lauschte, nutzte Alea die Gelegenheit und heizte zum Springen ein. Natürlich folgte die Masse gern. "Wachstum über alles" war der Song, der folgte. Anschließend sprach Schlagzeuger Lästerbalk der Lästerliche zum Publikum. Ich durfte schon im September ein Interview mit ihm führen und habe dabei schon festgestellt, dass er sehr deutliche Worte zur aktuellen politischen Lage im Land findet. "Besorgte Bürger" war das Lied, das als nächstes an der Reihe war. Es wurde von den Fans fleißig mitgesungen. Mein persönliches und sehr emotionales Highlight war der Song "Spur des Lebens".

"Europa", "Nie wieder Alkohol" und "Ich werde Wind" von der neuen Platte waren unter anderem auch an dem Abend zu hören. Vom "Zirkus Zeitgeist" war auch der "Rattenfänger" dabei. Dabei ließ sich Alea vom Publikum eine Runde durch den Saal tragen. Nach gefühlt gut einer Stunde wollten die Mannen an den Feierabend denken. Doch nicht mit dem Publikum! "Früher war alles besser", "Mittelalter" und "Spielmannsschwur" waren unter anderem die Zugaben. Nach insgesamt drei Stunden fand der Abend dann doch ein Ende.c 20181128 1486995544 Eigentlich schade, von mir aus hätte ich noch mindestens eine Stunde länger das Konzert genießen können. Ich mag an SALTATIO MORTIS besonders, dass sie eingängige Texte mit klaren Worten kreieren, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.

Akustik und Bühnenshow waren einfach klasse. Dank einiger Feuer-Einlagen musste niemand frieren. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass der Alte Schlachthof nicht nur ausverkauft, sondern nahezu überfüllt war. Der ständige Durst und Bewegungsdrang mancher Besucher machten das Gefühl nicht unbedingt besser. Lobend hervorheben muss ich auch die günstigen Ticketpreise, die im Gegensatz zu den überteurten Karten mancher Weltstars wirklich erschwinglich sind. Wenn man am Tag nach dem Konzert bereits den nächsten Besuch plant, hat die Band wohl einiges richtig gemacht. Damit wäre die eingangs von mir offen gelassene Frage wohl beantwortet.



Termine:
• 01.12.2018 - Dortmund - PLWM
• 22.12.2018 - Dortmund - PLWM

Alle Angaben ohne Gewähr!



Bitte beachtet auch:
• Homepage von Saltatio Mortis: www.saltatio-mortis.com
• Interview mit der Band (09/2018): HIER klicken











   
   
© Deutsche Mugge (2007 - 2018)
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen