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Ein Konzertbericht von Dajana Gehn mit Fotos von Reinhard Baer


Eigentlich hatte ich für den 23. November 2018 Karten für ein anderes Konzert. Aber als ich erfuhr, dass INKA an diesem Tag in Berlin ein Konzert geben würde, stand für mich sofort fest, dass zu ihr gehe. Seit 33 Jahren bin ich INKA-Fan und verfolge aus der Entfernung ihren Weg über die Medien. Als sie die Moderation für "Bauer sucht Frau" übernahm, freute ich mich sehr über ihren Erfolg.a 20181124 1706972298 INKA war für mich immer mehr als der Song "Spielverderber". Ich mochte ihre zweite LP, die in ihrer Studienzeit entstand, ein wenig mehr. Vor allem die Lieder "Schritte", "Uhlala" sowie "Tränen". In einer der letzten FRÖSI-Ausgaben im Jahr 1990 gab es eine Aktion, bei der sie der Ausgabe Postkarten mit den Bildern von verschiedenen DDR-Künstlern beilegten. Man konnte auf der Rückseite Fragen stellen, dann schickte man die Post an die angegebene Adresse und erhielt diese mit einem Autogramm versehen zurück. Die Frage wurde vom Künstler beantwortet. Ich habe meine INKA Autogrammkarte natürlich noch. Unverstellbar, aber wahr: am 21. November 2018 wurde INKA schon unglaubliche 50 Jahre jung. Wir hatten das große Glück, dass sie ihren Geburtstag mit uns im Admiralspalast nachfeierte. Ihre Familie, Freunde und Wegbegleiter kamen. Man konnte Petra Zieger, Jörg Stempel, Siggi Trzoss und viele andere bekannte Gesichter sehen.

Pünktlich um 20:00 Uhr wurde ein kleines Intro eingespielt und die Band sowie INKA betraten die Bühne. Ich war total aufgeregt. Endlich konnte ich sie wieder live erleben. Im Hintergrund gewährte sie über eine Leinwand sehr private Einblicke. Nach zwei Songs erzählte sie von ihrer Kindheit. "Es war nicht alles schlecht. Wir erinnern uns nicht an die DDR, sondern wir erinnern uns an unsere Kindheit." Sie sang kurz "Kam ein kleiner Teddybär" oder "Brüder zur Sonne zur Freiheit" an. Ein Großteil des Publikums konnte natürlich mitsingen und INKA meinte, "Das wird heute wie ein wunderbarer Pioniernachmittag.". Sie sang ein kleines Medley ihrer Lieblingslieder aus den 80er Jahren wie z.B. von den Puhdys, IC oder Rockhaus. Nebenbei erfuhren wir, dass sie mit Andy Birr von ihrem 8. Lebensjahr bis zur Jugendzeit zusammen war. Im Hintergrund wurde eine ältere Aufnahmen von den beiden gezeigt. Und dann kam schon der Hit von ihr, den viele erst in der Zugabe erwarteten "Spielverderber". Wir sangen selbstverständlich lauthals mit. Danach folgte gleich - aus der gleichen Zeit - "Ist das Liebe".

Es gab aber auch ganz emotionale Momente, wenn sie z.B. von ihrer Liebe und Beziehung zu Hendrik Bruch erzählte oder von den letzten Augenblicken mit ihrem Vater. Mit "Solang ich lebe" (eigentlich von Jürgen Walter gesungen) wurde es ruhig im Publikum. Man konnte ihre Gefühle fast mit den Händen greifen, die sie beim Singen empfand.b 20181124 1283496559 INKA ging zu André Kunze ans Keyboard und meinte, "Jetzt müssen sie was spielen, um aus dieser bedrückten Stimmung wieder zu kommen." Es erklang "Biene Maja" und wir sangen fröhlich mit. Sie erzählte auch von der Zeit um die Wende und danach, wo keiner mehr an ihr interessiert war. Aber Martina Körbler vom MDR glaubte fest an INKA, und so erhielt sie die Chance für den MDR Sendungen zu moderieren. Mit einem Augenzwinkern meinte INKA, dass man in der heutigen Zeit keine Sendung mehr findet wie "Ein Kessel Buntes". Heutzutage wird nur ein Bereich abgedeckt, aber beim Kessel gab es Comedy oder einen Warkus, der mit Gläserrändern Klänge erzeugte, eine Rockband, Monika Herz und Jiri Korn. Kurz darauf sang sie von zuletzt Genanntem den Hit "Yvetta". Den folgenden Song wollte ihre Band wohl gar nicht spielen. "So eine Schmonzette". Aber es blieb ihnen nichts anderen übrig: Von den Roten Gitarren "Weißes Boot". Das Publikum war begeistert und INKA freute sich, weil sie genau das ahnte.

Kurz vor der Pause fragte sie uns: "Habt ihr heute noch was vor? Nee, oder? Der Abend ist eh versaut." Sie ist so herrlich normal. Sie erzählte von der Talentebude im DDR Fernsehen und entließ uns mit dem wunderbaren Lied "Eine Lady sein" in die Pause. Dieses Lied hatte ich schon ewig nicht mehr gehört und trotzdem war ich immer noch textsicher. Ich war von mir selbst erstaunt. INKA nahm sich in der Pause viel Zeit für ihre Fans. Sie meinte, da sie heute nach dem Konzert mit der Familie, ihren Freunden, Wegbegleitern und Bekannten ihren 50. Geburtstag feiere, hat sie viele Dinge schon vorab signiert und würde jetzt nur Selfies machen. Sie bat uns um Entschuldigung, dass sie sich dieses Mal nicht so viel Zeit nehmen kann wie sonst. Wir verziehen.

c 20181124 2035019424Nach der Pause kam sie umgezogen auf die Bühne und sang den Song von Udo Lindenberg "Mein Ding". Er malte ihr zu ihrem 40. Geburtstag ein Bild, welches im Hintergrund erschien. Man konnte anhand dieser Zeichnung zwar keine INKA erkennen, aber es war zweifellos ein Lindenberg. INKA sagte, im Westen gebe es auch ganz tolle Sängerinnen und kam auf Nena zu sprechen. Sie interpretierte den Song "Wunder geschehen". INKA stellte uns ihre Band vor und erzählte vorher, dass sie eigentlich Jens Büssow am Bass haben wollte und schon alles abgesprochen war. Aber leider verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Sie freute sich ganz doll, dass er trotzdem am heutigen Abend als Gast im Publikum war.

Vor der Pause hörten wir Songs, die noch zu DDR-Zeiten entstanden. Danach ging es mit Liedern aus der Zeit nach der Wende los. Sie erzählte, dass wir Verständnis haben sollten für die Wessis, weil es auch für sie die erste Wende war und keiner so recht wusste, wie es nun weitergeht. Dann sang sie mein absolutes Lieblingslied "Schritte". Die gleichnamige LP hüte ich bis heute noch wie meinen Augapfel. Danach kam "Aber du". Mit diesem Song trat sie 1990 in der ZDF Hitparade auf und erreichte dort den dritten Platz. Im Jahr 1996 erblickte ihre Tochter Anneli das Licht der Welt. INKA erhielt im selben Jahr die Chance bei den Deutschen Schlager Festspielen unter der Moderation von Dieter Thomas Heck aufzutreten. Als einzige DDR Künstlerin. Bei der Wertung erhielt sie von den Öffentlich-Rechtlichen Null Punkte, aber von ihren Fans so viel Punkte, dass sie noch den dritten Platz erreichte. Ihren größten Hit nach der Wende bescherte ihr das Lied "Florian", von dem sie anfangs aufgrund ihres Alters noch nicht so überzeugt war. Aber ihr Vater meinte, dass wird ein Hit. Und sie machte es.

d 20181124 1695205439Mit den beiden Liedern "Mein Herz bleibt bei dir" sowie "Gold in deinen Augen" erinnerte INKA an ihren Vater. Wir alle mochten seine Kompositionen und pflichteten ihr bei, als sie erwähnte, dass ihr Papa der erfolgreichste Komponist in der DDR war. Ja, das war er. Mit einem spitzbübisches Lächeln meinte INKA, es sei ihr egal, ob die Texte oder Lieder zu ihr passen oder nicht, aber jetzt singt sie Schlagerhits der 70er und 80er Jahre, weil sie die mag. Sie sang von Monika Herz, Frank Schöbel und natürlich von ihrer Henne ein Lied. Dieses Jahr erschien ihr neues Album "Mit offenen Armen". Darauf befindet sich auch ein Song für ihre Tochter. Sie wollte nicht singen, wie sehr sie sie liebt. Sie gab ihr sozusagen einen Plan mit auf den Weg ins eigene Leben, und dass man nach vorne schaut - eine andere Alternative gibt es nicht.

Leider endete dieser Abend viel zu schnell. Mit u.a. "Es ist Sommer" und "Spielverderber" als Zugabe verabschiedeten sich INKA und ihre Band von der Bühne. Wir begleiteten das mit nicht enden wollendem Applaus.



Termine:
• 30.11.2018 - Erfurt - Alte Oper
• 03.02.2019 - Schwerin - Das Capitol

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos und weitere Termine auf Inkas Webseite



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Inka Bause: www.inka-bause.de
• Homepage des Veranstalters Zahlmann: www.concertbuero-zahlmann.de
• Interview mit Inka (09/2018): HIER klicken
• Rezension zum Album "Mit offenen Armen" (09/2018): HIER klicken







   
   
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