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Ein Bericht mit Fotos von Petra Meissner

Beinahe wäre es für mich und viele andere Fans so gekommen: Der Termin um den PUHDYS-Geburtstag in Freiberg im Jahre 2018 wäre das traurigste Jubiläum seit vielen Jahren geworden. Um den 19. November herum pilgern die PUHDYS-Jünger in Scharen nach Freiberg. So war es immer, so wird es hoffentlich weiterhin sein, auch wenn die Fantastischen Fünf längst ihre gemeinsame Bühnenpräsenz beendet haben. Selbst der gutwilligste Fan kann daran nichts ändern. Aber es war wenigstens so, sie erschienen um diesen Termin dann eben mit ihren Soloprojekten im Tivoli. Dieses Jahr sollte es ein ganz besonderes Bonbon geben. Die Macher der Tour BONFIRE & FRIENDS - A Night with Rocklegends hatten sich Quaster als Verstärkung ausgewählt. Station sollten sie am 17. November im Tivoli Freiberg machen.a 20181119 1402485776 Es war Quaster eine Ehre, mit BONFIRE zu spielen. Hatte er doch im Jahre 1969 im Tivoli seine Kariere bei den PUHDYS gestartet. Damals spielten die PUHDYS die großen Hits nach. 49 Jahre später sollte er selbst mit etlichen Rocklegenden auf der Bühne des Kreißsaals der PUHDYS stehen. Das hatte schon was von historischer Dimension. Deshalb war es besonders bitter, denn die Tour musste vorzeitig abgebrochen werden. Die Freunde von mir, die die Gigs gesehen hatten, waren total begeistert und auch sehr traurig, dass gerade auch in Freiberg diese Veranstaltung gecancelt wurde. Zu den Gründen später hier an dieser Stelle mehr.

Aber dann erschien ein Leuchtfeuer am Horizont in Form einer Einladung von QUASTER. Er weiß genau, wie enttäuscht die Leute waren. Es ging ihm ja nicht anders. Deshalb entschloss er sich, mit Familie und seinem Bühnenpartner und Freund nach Freiberg zu fahren. Auf Facebook erläuterte er den Fans, dass sie in Freiberg im Hotel Kreller in ganz kleinem Rahmen spielen werden. Einfach so, als würden sie am Lagerfeuer sitzen. Jedermann war eingeladen, also nicht nur erlauchte Kreise. Hut ab Quaster und Schatten, so eine Aktion hat sicher noch kein Künstler bei Konzertausfall hinbekommen. Jeder der Gäste war von dieser noblen Geste mehr als gerührt. Quaster spielte ohne Eintritt. Wo hat man schon mal als "Normalsterblicher" die Chance, seinen Idolen so nahe zu sein? Es war eine total lockere und familiäre Atmosphäre. Ungefähr 45 Fans waren der Einladung gefolgt.

Privat hatte die Absage meine Planung ganz schön durcheinander gebracht. Bei Facebook hatte ich den Sohn unserer "Westverwandtschaft" ausfindig gemacht. Wir kannten uns bis dahin nicht persönlich. Über die Jahre stellten wir fest, wir sind in vielen Fragen auf der gleichen Wellenlänge. Nur auf einer nicht: Beim Musikgeschmack. Der Klaus Michael ist ein Hardrock-Fan und Kenner, ich bin nur Ostrock-Fan. Beide haben wir von der Musik des jeweils anderen keine Ahnung. Genau das wollten wir wenigstens ein wenig ändern. Extra aus Hamburg reiste Klaus Michael zum BONFIRE-Konzert und zum persönlichen Kennenlernen an. Richtig toll, als er meinte, "Ich komme auch, wenn sie nicht spielen." Nun blieb ihm nichts anderes übrig, er musste mit zu Quaster. Hinterher konnte er sagen: "Ich bereue nichts".

b 20181119 1002825051Die Tagesordnung dieses Treffens, was als öffentliche Probe deklariert war, enthielt drei Punkte. Erstens Musik, zweitens Talk und drittens Spaß. Im musikalischen Teil wollte uns Quaster zuerst weis machen, "Ich sitze an der Bar und habe kein Geld." Das hatte er für Gabi ausgegeben, denn er sang dann "Für Gabi tu ich alles". So weit zu den 60ern. Ein Medley führte dann in die 70er. Bei "In the Summertime" durfte sein Freund und Bühnenpartner Schatten mitwirken. Nach dem Ausflug in die Rockgeschichte landete Dieter Hertrampf bei den Liedern, über die er definiert wird. Er sagte dazu, es ist die Gründung, die 46 Jahre gehalten hat. Für die letzten Mohikaner, so bezeichnete Quaster treffend die Besucher, gab es einen bunten Strauß von PUHDYS-Melodien. Mit dabei "Geh zu ihr", "Regen" und "Keiner weiß, was morgen kommt". Zu letzterem meinte er, Meyer hätte jetzt gesagt, "Wer weiß, wozu es gut ist." Es war echt ein Wunder, wenigstes für einige der Leute, die ins Tivoli wollten, wurde der Abend gerettet. "Die Welt ist ein Wunder" sang Dieter ganz passend. Bei diesem Titel fiel mir besonders auf, dass Quaster Spaß an dem hat, was er tut. Es kam einfach von Herzen.

Aber ein Highlight hielt der Abend für uns noch bereit. Es war der Titel "Es war schön". Mir schrieb Ines Colditz dazu, "Es war für mich ein Abend mit Herz und Seele." Recht hat sie. Als ich Quaster singen hörte, "Es war schön, einfach schön. Endgültig vorbei, aber schön", sah ich uns im Geiste vor dem Tivoli stehen und zwei Stunden auf den Einlass warten. Man stürmte in den Saal, dann kam irgendwann der Opener und Maschine breitete die Arme aus. Da wurde mir erst richtig bewusst, es ist vorbei. Endgültig. Und Quaster sag dann auch noch "Was war, kann uns keiner mehr nehmen." Genauso ist es.

c 20181119 1346976759Nach dem musikalischen Teil kam man zum Tagesordnungspunkt Talk. Quaster erzählte offen und ehrlich über die Tour mit Bonfire, dies ganz ohne Bitternis, eher mit einem Lächeln. Anekdoten über die teilnehmenden Stars machten die Runde. Quaster und Bonfire passten super zusammen, das glaubt man, auch ohne die Show gesehen zu haben. Ulli Neumann übernahm die Aufgabe, Fragen zu stellen und aus seiner Sicht über die gelaufenen Konzerte zu erzählen. Neumanns waren vier Mal dabei. Auch andere Besucher hatten die Konzerte erlebt. Man war sich einig, es war eine tolle Sache. Zu dem Abend in Ingolstadt berichtete der Fan Kay Rösler, der Backstage Karten hatte. Er meinte, "Wo was erlebt man einmal im Leben und das war nicht mit Geld zu bezahlen. Es wird mir immer in Erinnerung bleiben." Übrigens ist Kay der, der Quasters Motorrad gekauft hat, was voriges Jahr zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe versteigert wurde. Quaster wurde gefragt, ob er sich über die gehässigen Kommentare bei Facebook zum Canceln der BONFIRE-Tour geärgert hat. Dazu sagte er, "Eiese negative Kommunikation ist mir egal. Ich weiß, was ich erlebt habe." Bei den Fans machte der Begriff "Fruchtfliegen" die Runde und man wunderte sich, dass das Tal der Ahnungslosen plötzlich in Berlin liegt. Ganz offen erzählte uns Quaster, was zum Abbruch der Konzertreihe geführt hat. Das kann man übrigens auch prima in dem Artikel des Donaukuriers mit der Überschrift "Ende eines großen Traums" nachlesen. Für die Tour wurde die Bonfire Productions GmbH gegründet. Zwei Unternehmer und Hans Ziller, der Gründer von BONFIRE, waren die Gesellschafter. Diese GmbH mietete die Hallen, bezahlte die Künstler, organisierte die Security, die Werbung und alles was man für Konzerte so braucht. Man hatte mit wesentlich mehr Zulauf gerechnet. Die Hallen waren zu groß und die Besucher zu wenig. Daher musste man Insolvenz anmelden. Hans Ziller nahm das alles sehr mit, er bekam Burn Out und musste nach der Mugge in Ingolstadt im Krankenhaus behandelt werden. Von mir gute Besserung, möge er schnell wieder auf die Beine kommen. Wie sagte immer meine Großmutter? Wer nix macht, macht keine Fehler. Übrigens hatten sie eine Konzertausfallversicherung abgeschlossen. Für meine Tivoli Karte bekam ich sofort das Geld zurück. Wie das mit den Eventim-Karten aussieht, kann ich nicht sagen. Dazu steht aber auch was in dem erwähnten Artikel des Donaukuriers.

Eine richtig schöne Aktion startete das Tivoli und Kai Suttner. Für Quaster gab es eine Torte vom Kaffee Hartmann in Freiberg. Darauf waren nur drei Kerzen, nämlich für die Jahre, die sich Quaster in Freiberg Solo erspielt hat. Eine schöne Geste, die die Fans und auch die Musiker sehr rührte. Viele Konzertbesucher bewegt die Frage, was nach dem Verkauf des Tivoli wird.d 20181119 1639430157 Wird es dort noch ein Podium für die Musik von hier geben? Ich hatte die Gelegenheit, Herrn Säurig, den Chef des Tivoli zu fragen, da er dort mit dabei war. Die Solarworld ist in Insolvenz, der Besitzer der Immobilie verkauft das Haus an die Stadt und den Landkreis. Es geht erst mal alles so weiter, wie gehabt, bemerkte Herr Säurich dazu.

Nun muss ich noch den Tagesordnungspunkt Spaß abhandeln. Das geht ganz fix. Es wurde eine Umfrage gestartet, ob Quaster seine Haare weiter wachsen lassen soll. Seit die BONFIRE-Tour geplant war, hatte Dieter einen großen Bogen um alle Frisörgeschäfte gemacht. Er wollte dort nicht aus dem Rahmen fallen. Schatten verkündete das Ergebnis. 46 Besucher hätten abgestimmt, Quaster solle sich die Haare auf 3 mm schneiden lassen und rot einfärben. Dem Rocker entgleisten die Gesichtszüge. Na gut, es war Wahlbetrug im Gange. In Wirklichkeit meinen die Fans: Quaster, bleib wie du bist und meinten nicht nur die Frisur. Als sich die Schreiberin dieser Zeilen verabschiedete, sang der Ex-PUHDY für sie "Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen, bleib nicht so lange fort". Aber klar doch, Quaster. Bis bald mal wieder.



Termine:
• 17.12.2018 – Dresden - Sarasani Zelt
• 29.01.2019 – Berlin - Wintergarten
• 02.03.2019 – Berlin - Neu Helgoland
• 08.03.2019 – Dresden - Unterirdische Welten

Alle Angaben ohne Gewähr! Termine und nähere Infos auf Quasters Homepage



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Quaster: www.quaster.de






   
   
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