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Ein Bericht von Matthias Ziegert mit Fotos
von Matthias Ziegert & Sebastian Ziegert 



Es ist inzwischen dreiundzwanzig Jahre her, dass ein Pärchen aus Frankfurt am Main mir während einer Rundreise durch Großbritannien bei einem Besuch auf der Insel Skye zwei "regionale Produkte" empfahl, die ich mir unbedingt kaufen sollte. Das eine war ein vorzüglicher Classic Malt Whisky einer bestimmten Sorte, die längst geleert ist.a 20180615 1583324136 Das andere war eine CD der mir bis dahin völlig unbekannten Gruppe RUNRIG, die mein Interesse an der Band und deren Musik weckte. Mit ihren wundervollen Songs, die sich deutlich von dem in den Medien verabreichten Einheitsbrei abheben, begeisterten mich die Schotten sofort. Inzwischen sind da noch einige CDs und DVDs dazugekommen, und natürlich habe ich auch alle Konzerttermine in meiner Nähe genutzt.

Das Erfolgsrezept der 1973 gegründeten Band ist die geniale Symbiose aus gälisch-keltischer Tradition und modernem Folk-Rock, gespielt mit elektronischen Instrumenten. Als im Jahr 2016 mit "The Story" das vierzehnte Studioalbum erschien, wurde dieses in Interviews als letztes Album der Band bezeichnet und auch über die Auflösung von RUNRIG gesprochen. Ende des Jahres gab man dann bekannt, dass es 2018 nochmal eine große Abschiedstour mit neun Konzerten geben wird. Davon drei Termine in Deutschland, wo die Band eine große Fan-Gemeinde hat. Wir entschieden uns für den Gig in Berlin, der im Rahmen des "Citadel Music Festival" als einziges Openair-Konzert in Deutschland stattfand.

Am 7. Juni 2018 war es dann endlich soweit. Etwa 6.000 Fans der Band, auch "Riggies" genannt, stürmten die Zitadelle in Berlin Spandau. Aufgrund der heute üblichen Sicherheitskontrollen, die mir dort besonders gründlich erschienen und nur einen einzigen Zugang über eine Brücke abgewickelt wurden, verlief der Einmarsch allerdings sehr schleppend. Aus Zeitgründen hatte man auf ein Vorprogramm verzichtet.

Pünktlich um 19:00 Uhr starteten die Musiker ihr dreistündiges Feuerwerk aus Hits der 45-jährigen Bandgeschichte mit einem eingespielten Video auf der großen Leinwand auf der Bühne. Schon allein das Erscheinen der Musiker auf der Bühne versetzte die Fans, die nicht nur aus Deutschland angereist waren, in einen wahren Sturm der Begeisterung. Es war ein Abend der großen Gefühle, den man mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtete. Schön, noch einmal die Musiker live zu erleben, aber sehr schade, dass es wohl das letzte Mal war. Allerdings gab es da wohl auch ein paar ganz harte Fans, die zumindest alle Termine in Deutschland noch besuchen wollten. Da bot die Kulisse im Innenhof der Zitadelle zumindest einen kleinen Vorgeschmack auf die letzten zwei Konzerte im August im schottischen Stirling.

Symbolisch zurückblickend startete RUNRIG mit "The years we share", gefolgt von "Once in a lifetime". Spätestens beim danach folgenden "Rocket to the moon" startete das Publikum durch. Während des Konzerts versuchte Sänger Bruce Guthro die im Publikum sichtbare Wehmut zu vertreiben.b 20180615 1247963140 Mit Worten wie, "Heute ist kein Abend, um traurig zu sein" und "Lasst uns tanzen und feiern", tröstete der Frontmann die Fans. Doch vergebens, die Gefühle erlebten an diesem Abend ein ständiges Auf und Ab, wodurch manchem Konzertbesucher mehr als einmal Tränen in den Augen standen. Mehrfach dankte Guthro den Fans für ihre langjährige Treue zur Band.

Natürlich hatte RUNRIG für den besonderen Abend mehrere Sessions in die Show eingebaut. So wurden einige Songs unplugged gespielt, für andere Titel wiederum erschienen die Schotten mit großen umgehängten Trommeln auf der Bühne, was die "Riggies" noch mehr anheizte und entzückte. Nach Klassikern wie "Alba" und "Skye" gab es gegen 21:50 Uhr dann noch einmal Gänsehautatmosphäre pur, als in der Zitadelle Spandau 6.000 Fans ein letztes Mal "Loch Lomond", den RUNRIG-Hit an sich, mitsangen. Ein Moment, der auch die sechs RUNRIG-Musiker nicht ungerührt ließ. Durch einen regelrechten Sturm von Jubel, Begeisterung und "Runrig"-Rufen erkämpfte sich das Publikum noch eine Zugabe. Mit dem in acapella vorgetragenen Auszug des Songs "Hearts Of golden Glory" sorgten RUNRIG noch einmal für große Gefühle und verabschiedeten sich nach über drei Stunden Show vom begeisterten Publikum, das seinen Helden ein letztes Mal mit einem rauschenden Applaus für ein denkwürdiges Konzert und für ein grandioses Lebenswerk dankte.

Vielen Dank an die Band und Semmel Concerts, die uns den Zugang, und somit diesen Bericht mit Fotostrecke über diesem unvergesslichen Abend ermöglichten.




Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von RUNRIG: www.runrig.co.uk
• Homepage des Veranstalters Semmel: www.semmel.de




Fotostrecke:

 
 






 

 

 


   
   
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