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Ein Bericht von Rüdiger Lübeck mit Fotos von
Sandy Reichel + Videoclips am Ende der Seite



Nun ist es im Heute nicht unbedingt eben ein Leichtes, musikalische Neuentdeckungen (für sich) zu generieren. Die althergebrachten Medien Rundfunk und TV haben sich diesbezüglich schon seit langem als ernstzunehmende Quelle disqualifiziert; auch der klassische Plattenladen, so wie wir ihn von früher kennen, fristet - wenn überhaupt - nur noch ein Nischendasein. Internetradio, Streaming & Co. bieten hier zwar neue, bisweilen gar ungeahnte Möglichkeiten, das klassische Livekonzert können jedoch auch sie nicht ersetzen.a 20180516 1812946158 Da ist es gut, wenn die heimische Kulturlandschaft Möglichkeiten eröffnet, sich zum Zwecke horizontaler Erweiterung auf die Suche begeben zu können, auch wenn es mitunter wie ein Sprung ins kalte Wasser anmuten mag. Aber genau das ist doch das Salz in Suppe dieser steten Jagd nach dem Neuen, nach dem noch Unbekannten, dem vielleicht sogar Besseren. Jeder, der sich ernsthaft mit Musik beschäftigt, weiß, was gemeint ist.

Der Kunsthof Köpenick e.V. bespielt in der nunmehr bereits dritten Saison regelmäßig die Bühne von Schliwas Weinkulturhaus in der Köpenicker Altstadt - wir berichteten unlängst (Beitrag HIER). "Après Church" nennt sich die (in der warmen Jahreszeit allsonntägliche) Veranstaltungsreihe, die zu untypischer Zeit überdies die Besonderheit des freien Eintritts bietet und musikthematisch breit gefächert ist. Mit dem vorerwähnten Sprung ins kalte Wasser kauft man hiernach also gerade nicht die sprichwörtliche Katze im Sack. So lassen wir uns gerne überraschen ...

Am vergangenen Sonntag Mittag (!) nun spielte die aus dem thüringischen Mühlhausen stammende Band KIMKOI auf. Ursprünglich angedacht war zunächst lediglich ein Besuch als Trio;b 20180516 1673870263 da sich jedoch auch für den Vorabend die Gelegenheit ergeben hatte, die Hauptstadt mit einem weiteren Konzert beglücken zu können, kam die Band in kompletter, d.h. in Fünferbesetzung.

Offenbar scheinen KIMKOI in der Musikszene alles andere als unbekannt zu sein - der Hof war sehr gut gefüllt inklusive einer handvoll Hardcore-Fans, und das bei bestem Maiwetter! Was soll man sagen - die Band vermochte es vom ersten Takt an, das Publikum zu begeistern. Feinfühlig impulsiv und melodiös durchaus dem Zeitgeist verpflichtet, ohne dabei jedoch in den sonst so omnipräsenten Mainstream-Weichspülmodus zu verfallen, und selbstverständlich hochprofessionell dargeboten. Dazu raffinierte und gleichwohl eingängige deutsche Texte mit wohldosierten, nicht wie sonst so oft übers Knie gebrochenen Reimen. Und dann ist da noch diese Stimme, die des Frontmannes Michael Schock. Markant rauchig, mit viel Körper und Volumen, immer im Dialog mit dem Publikum, ja geradezu vereinnahmend. Die Gesamtperformance wirkt insbesondere hierdurch alles andere als beliebig und austauschbar, vielmehr ausgesprochen prägnant und wohltuend.

Eine echte Überraschung, nicht nur für mich. Die beiden Platten, die KIMKOI bislang herausgebracht haben, wurden im Anschluss selbstverständlich dem umgehenden Erwerb zugeführt und laufen hier seither in Dauerschleife…



Termine:
• 02.06.2018 - Schneeren - Live Garten
• 08.06.2018 - Seitenroda - Spielerspelunke
• 22.09.2018 - Erfurt - Kultur.Quartier
• 25.11.2018 - Mühlhausen/Thr. - Sonntagsbühne

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos und weitere Termine auf Kari Bremnes' Homepage



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Kimkoi: www.kimkoi.de
• Off. Facebook-Seite von Kimkoi: HIER klicken
• Homepage von Schliwas Weinkulturhaus in Berlin: www.schliwa.berlin





   
   
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