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Ein Konzertbericht mit Fotos von Christian Reder

 

Als ich fortging ...
... war'n die Straßen voll. Kein Wunder, denn es war Freitag und um diese Uhrzeit am frühen Abend Feierabendverkehr. Und wer das Ruhrgebiet kennt weiß, dass freitags auf den Straßen im Land traditionell immer das Bundestreffen der miserablen Wagenlenker stattfindet. Umgekehrt bin ich deshalb aber trotzdem nicht, weil mein Ziel die KöPi-Arena in Oberhausen und das Konzert der ROCK LEGENDEN war.a 20180204 1130023911 Da standen so viele persönliche Herzensangelegenheiten von mir auf einer Bühne, dass mir Verkehr, Wetter und andere negativen Einflüsse herzlich egal waren. Und es wurde auch mal wieder Zeit, sich eine ordentliche Portion Rock'n'Roll "Made in Germany" abzuholen. Zuletzt hatte ich eine ähnliche Konstellation vor knapp zwei Jahren in Düsseldorf erlebt, als es die PUHDYS noch gab und sie in voller Besetzung neben KARAT und CITY unter der Überschrift "ROCK LEGENDEN" dort aufspielten. Statt der PUHDYS ist in diesem Jahr ein "Neubeginner" dabei, dessen Begleitband einem schon beim Ablesen vom Blatt das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Und als Special Guest hat man zudem noch einen blonden Jüngling mit ins Ensemble aufgenommen, der auf den ersten Blick zwar nix mit Rock zu tun hat, der aber auch ein paar bekannte Nummern im Repertoire hat, die für gute Stimmung sorgen können. KARAT, CITY, MASCHINE mit Band und MATTHIAS REIM waren angereist, um ihr Konzert im Ruhrgebiet zu geben - und ich war ziemlich neugierig.

Wo bist Du?
Beim Betreten der KöPi-Arena fiel sofort auf, dass sie beim letzten Waschen irgendwie eingelaufen sein musste. Ich hatte den Laden wesentlich größer in Erinnerung muss aber dazu sagen, dass ich schon längere Zeit nicht mehr hier war. Darum war ich mir zuerst gar nicht sicher, ob mich der Schein nun trügt oder nicht. Dass er es nicht tat wurde mir klar, als ich hinter den großen schwarzen Vorhang trat. Die Halle war um die Hälfte verkleinert worden, indem die Bühne in die Mitte der Halle vorgezogen und der Saal so abgetrennt wurde. Zwischen Bühne und Künstlergarderoben hätte man fast einen Shuttle-Service einrichten müssen. "Au weia", dachte ich so bei mir, "da scheint der Vorverkauf ja nicht so prickelnd gelaufen zu sein." Und so war es auch. Für die Oberhausener Ausgabe der ROCK LEGENDEN-Show waren im Vorverkauf keine 2.000 Karten abgesetzt worden. Und das wurde bei einem Blick in das halbe Rund kurz vor der Show nochmals deutlich, als man die Lücken auf den unteren Rängen sah. Die oberen Ränge wurden gar nicht erst geöffnet und die Plätze direkt neben der Bühne mit schwarzen Tüchern abgehangen.b 20180204 1771384485 Lediglich der Innenraum war voll und so gut wie jeder Platz besetzt. "Musikfan, wo bist Du?" hörte ich meine innere Stimme nach den nicht erschienenen Menschen rufen. "Warum bist Du nicht hier?" Aber die gleiche Frage stelle ich mir in dieser Spielzeit ja auch was die Konzerte von Deutsche Mugge betrifft. Oder beim letztjährigen Konzert von MIDGE URE vor nur wenigen Besuchern. Das Interesse an echter handgemachter Musik mit richtigen Musikern scheint zu schwinden.

Das Warten ist vorbei
Wie auf 'm Pütt beim Schichtbeginn ging pünktlich und ohne künstlich herbeigeführte Verzögerungen um 20:00 Uhr das Saallicht aus. Unter den angereisten Konzertgästen machte sich schon kurz vorher eine deutlich spür- und kaum übersehbare Aufgeregtheit breit. Die, die gekommen waren, waren neugierig und hatten Bock auf die "Legenden". Für manch einen ging die Zeit bis zum Beginn viel zu langsam voran. Der Ungeduld wurde mit ersten Rufen nach einzelnen Bands schon Minuten vor dem Beginn Nachdruck verliehen. Und so wunderte es nicht wirklich, dass ein erster Applaus aufbrandete, kaum dass die Funzeln aus waren und ein Intro vom Band das Publikum mit Songschnipseln darauf hinwies, wer da gleich kommen und für sie spielen würde. Am Ende dieses Intros fiel der Vorhang mit einem riesen Getöse. Auf der Bühne war die komplette Besetzung der ROCK LEGENDEN zu sehen und mit dem Song "Leuchtspuren", von allen beteiligten Künstlern live präsentiert, wurde der Abend gemeinsam eröffnet. Dass der Begriff "Legenden" hier nicht zu hoch gegriffen ist, zeigt allein schon die Anzahl der Dienstjahre, die die vier beteiligten Bands auf dem Buckel haben. Die über all die Jahre gesammelten Erfahrungen der Musiker fließen derzeit ins aktuelle Programm der ROCK LEGENDEN. Schon dieser erste, für die Tour geschriebene Song, lässt das nicht nur erahnen ... es tropft aus jeder Note und sorgt dafür, dass die Leute vor der Bühne schon mit den ersten Takten abgeholt werden.

c 20180204 1923085306Wir lieben jede Stunde
Dem gemeinsam vorgetragenen Opener folgte ein Schlagzeug-Duell (oder neudeutsch auch "Drum-Battle" genannt), das in den Solo-Auftritt der ersten Band mündete. Aus dem druckvollen Trommeln dreier Schlagzeuger heraus fand nun die Gruppe KARAT in ihren Teil des Konzerts. Mit dem "Blauen Planeten" eröffneten Claudius Dreilich und seine Kollegen die KARAT-Runde. Direkt im Anschluss begrüßte der Frontmann das Oberhausener Publikum und mit "Jede Stunde" wurde dem flotten Auftakt gleich noch eins oben drauf gesetzt. Als Unterstützung gesellte sich Toni Krahl von CITY dazu, sang mit Claudius im Duett und bildete zusammen mit Martin Becker das zweiköpfige Mundharmonika-Orchester. Bei diesem einen "Gastauftritt" sollte es aber nicht bleiben. Immer wieder an diesem Abend und bei jedem einzelnen Programmpunkt sollte fleißig durchgemischt werden. Zum "Albatros" kam z.B. Jörg Weißelberg auf die Bühne, ergänzte das Line-Up von KARAT und steuerte seinen Teil zu diesem Song über die grenzenlose Freiheit auf der Gitarre bei. Beim Titel "Blumen aus Eis" konnte man CITYs Manne Hennig an den Tasten erleben, der das akustisch arrangierte Stück mit einem formidablen Solo auf der Tastatur veredelte. Den Part am Keyboard übernahm dann beim Klassiker "Über sieben Brücken" der Sohn von Arnold "Murmel" Fritzsch, Marcus Gorstein. Dabei hätte die Nummer auch gut und gerne ohne instrumentale Begleitung stattfinden können. Claudius animierte das Publikum zum Mitsingen und schon bei den ersten Tönen dieses Megahits stand der komplette Saal auf und sang die berühmten Zeilen des Refrains. Gänsehaut-Momente in der KöPi-Arena, die man nur bei KARAT so erleben kann. Als Abschluss ihres Auftritts wählte die Band einen Schlager der Toten Hosen, den sie auf ihre eigene Art umsetzten: "An Tagen wie diesen". Schon allein deswegen, dass jede Band bei den ROCK LEGENDEN nur Platz für fünf oder sechs Titel in ihrem Set hat, hätte ich mir dann doch eher einen weiteren Song aus dem reichhaltigen Fundus der Band oder eine eigene Interpretation eines Hits der anderen Kapellen gewünscht. Mein Spaß an dieser Mitgröhl-Nummer fürs Stadion hielt sich da in Grenzen, auch wenn KARAT diesem Stück wenigstens die nötige Portion Rock mit auf den Weg gegeben hat, die dem doch eher blutleeren Original so unüberhörbar fehlt. Insgesamt hat es KARAT - wie auch schon vor zwei Jahren in Düsseldorf - wieder geschafft, bei den ROCK LEGENDEN die Aufgabe des Anheizers nicht nur ordentlich, sondern auf ganz hohem Niveau zu erfüllen. Es hat nicht lange gebraucht, bis die ersten Leute von ihren Sitzen aufstanden, um ihrem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen.

d 20180204 1955965048Ich hab mich so auf Dich gefreut ...
... war nicht nur der erste Song von Matthias Reim am Freitagabend in Oberhausen, sondern auch der Satz im Kopf seiner Fans, die zahlreich erschienen waren. Was ist in Bezug auf den "Special Guest" im Vorfeld der ROCK LEGENDEN-Tour nicht alles geschrieben und gesagt worden. Die Ankündigung, Matthias Reim würde bei der Tour mit dabei sein, stieß nicht selten auf Unverständnis und löste teils heftige Reaktionen aus. "Was will denn der Schlager-Fuzzi da?", "Was hat Reim mit Rock zu tun?" oder "Wird das jetzt eine Schlagerveranstaltung?" lauteten einige Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Ich gebe zu, dass sich auch mir der Sinn nicht ganz erschloss, warum ausgerechnet Matthias Reim neben CITY, KARAT und MASCHINE auftreten soll. Die Antwort ist bei näherer Betrachtung aber relativ schnell gefunden: Reim ist einer der wenigen deutschen Musiker, der seine Sympathie für den sogenannten "Ostrock" nicht nur mit schönen Worten bekundet, sondern sie auch mit diversen eigenen Versionen dokumentiert hat. Von daher passt das schon mal sehr gut. Und damit auch das "äußere Erscheinungsbild" passt, wird der Sänger auf der Tour von einer exzellent besetzten Band begleitet. Jörg Weißelberg an der Gitarre, Simon Pauli am Bass, Felix Lehrmann am Schlagzeug und Marcus Gorstein an den Tasten, oder kurz gesagt: die MASCHINE-Band ohne Hassbecker, bildet die Verstärkung für Reim und setzt seine Songs ansprechend in Szene. Das hatte nix von Schlager, was da über die Rampe kam. Weißelberg drückte den Nummern immer wieder mit Soli und eingestreuten Riffs einen deutlichen Rock-Stempel auf und auch Reim zeigte sich beweglich, locker-leicht und stimmlich gut aufgelegt. Bei seinen Hits "Ich hab geträumt von Dir" und "Verdammt ich lieb' Dich" ließ er sich gesanglich von Claudius Dreilich unterstützen, und bei zuletzt genannter Nummer tauchten dann auch noch Maschine und Toni Krahl auf, um ins Geschehen einzugreifen. Das besondere Häppchen für alle Fans ostdeutschen Liedguts dürfte wohl seine Fassung des Karussell-Klassikers "Als ich fort ging" gewesen sein, mit dem er mich wirklich überzeugte. Insgesamt war das eine ausgesprochen gute Vorstellung, die der blonde Barde da abgeliefert hat. Damit hatten viele im Saal, und insbesondere auch ich, nicht gerechnet.

e 20180204 1981907765Neubeginner und altbekannte Töne
Die Band, die gerade mit Matthias Reim die Arena rockte, hatte lediglich eine sehr kurze, nämlich nur die Umbaupause, bis sie wieder an den Start musste. Dieses Mal begleitete sie Dieter "MASCHINE" Birr, den Frontmann der vorerst nicht mehr existierenden PUHDYS. Jetzt gehörte auch Uwe Hassbecker (SILLY) zum Personal. MASCHINE eröffnete seinen Teil mit einer eigenen Nummer, die sich auch auf der neuen "Rock Legenden"-CD befindet. Das war es dann aber auch schon mit dem Auftritt in "eigener Sache". Was dann folgte war ein kleines "Best Of PUHDYS", denn weitere Titel von MASCHINE als Solist gab es nicht. Dabei hat sein aktuelles Album "Neubeginner" so viele Songs, für die er sich nicht schämen muss und die der Veranstaltung durchaus gut zu Gesicht gestanden hätte. Aber leider verlässt sich der Sänger auf der Tour wohl auf die "Nummer-sicher-Songs" aus dem PUHDYS-Backkatalog, bei der gute Stimmung und lautes Mitsingen vom Publikum garantiert ist. Trotzdem da wenig Neues auf dem Plan stand, so wusste zumindest das ausführende Personal bei der Umsetzung der alten Gassenhauer zu überraschen. Allein ein Uwe Hassbecker sorgt mit seinem Vortrag schon für offene Kinnladen und einen geilen Gitarrensound. Es ist oft unglaublich, was der Saitenhexer mit der langen blonden Mähne aus seinen Instrumenten herausholen kann und ich bin immer wieder völlig begeistert, wenn er irgendwo auf der Bühne steht und seine Gitarre umgeschnallt hat. "Hasbe fang mal an, spiel ein schönes Solo", forderte Maschine seinen Kollegen am Ende seiner Anmoderation zum Titel "Geh zu ihr" auf, und Hasbe tat, wie ihm aufgetragen. Dieser weit über 40 Jahre alte Song erstrahlt nicht zuletzt durch sein Dazutun wie ein zeitlos schöner Stern am Rockhimmel. Große Klasse! Zu Maschine gesellte sich im Verlauf seines Vortrags auch der ein oder andere Kollege aus anderen Kapellen. Eben erwähntes "Geh zu ihr" wurde z.B. gemeinsam mit Matze Reim vorgetragen, "Wenn Träume sterben" mit Toni als Duett-Partner und "Lebenszeit" erfuhr Unterstützung durch Claudius Dreilich. In die Band verirrten sich für einzelne Songs Fritz Puppel als zusätzlicher Gitarrist und Christian Liebig, der ja auch im Studio bei MASCHINEs Albumproduktion und bei den ersten Konzerten als Bassist von MASCHINEs Band tätig war. Am Ende kam noch Bernd Römer dazu, als die inzwischen schon ziemlich überstrapazierten "Eisbären" als Bonus ausgepackt wurden. Mit dem Überhit der PUHDYS, nämlich "Alt wie ein Baum" in der Solo-Version (nur MASCHINE mit Gitarre), verabschiedete sich Birr vom Oberhausener Publikum und machte Platz für den letzten Programmteil des Abends.

f 20180204 1790377144Meister aller Klassen
Nur große Bands treten bei Festivals als letztes auf. Und bei den ROCK LEGENDEN wird CITY diese Ehre zuteil. Nicht, dass KARAT dies nicht auch hätte tun können, aber die wurden ja zum Anheizen des Publikums gebraucht. CITY sind wahrlich die Meister aller Klassen und schon vor einigen Jahren zu einer meiner absoluten Lieblingsbands aufgestiegen. Ich kann da jetzt nur für mich sprechen, aber die fünf Herren setzen mit ihrer Musik und ihrer Darreichungsform Maßstäbe, sind sich über all die Jahre treu geblieben und wissen sich gut zu verkaufen. CITY ist zudem eine der wenigen Kapellen, die bisher mit keinem Album und keinem Auftritt enttäuscht hat. So merkte Toni Krahl auch richtig an, dass es ihnen gelungen sei, "auf jedem Album irgendeinen Schenkelklopfer" zu haben. Da hat er absolut recht, denn CITY hat auch abseits vom "Fenster" und "Casablanca" Hits ohne Ende, auch wenn diese nie vorn in den Hitparaden zu finden waren. Aber wer braucht schon diese vorn und hinten nicht "stimmigen" Charts? Einige der CITY-Nummern sind für die Ewigkeit gemacht und die Leute kennen sie. Das ist mehr wert, als für ein oder zwei Wochen auf Platz eins zu stehen. Und so kann es sich CITY auch leisten, den Titel "Das Blut so laut" von ihrem aktuellen Album als ersten Song in ihrem Set zu spielen. Und die Nummer kommt inhaltlich und musikalisch bei den Leuten super gut an. Toni suchte man zu Beginn des Auftritts auf der Bühne vergeblich. Erst als der Scheinwerfer einen Spot ins Publikum warf, konnte man ihn entdecken. Während die Instrumentalisten an ihren angestammten Plätzen bereits zu Spielen begannen, hatte sich ihr Sänger in den Publikumsbereich begeben und sang von dort aus den ersten Teil eben erwähnten Stücks. Es folgte mit "Flieg ich durch die Welt" vom Album "Am Fenster 2" ein weiterer dieser von mir gerade beschriebenen Songs, die auch ohne sich in den Top 10 der Single-Charts zu platzieren ein Hit wurden. Und weil sich das bei den Bands zuvor auch schon so gut angefühlt hat, bekam auch CITY vom einen oder anderen Kollegen der anderen Bands Besuch. So übernahm bei "Flieg ich durch die Welt" Christian Liebig den Part an der Akustikgitarre, und MASCHINE unterstützte Toni gesanglich. Das von Bettina Wegener bekannt gemachte "Sind so kleine Hände" hatte die Band als nächstes auf dem Zettel und Toni beschrieb das Stück als "Hymne der Sozialpädagogen". Er hatte den Satz kaum ausgesprochen, schon stand Matthias Reim neben ihm. Wenn von Sozialpädagogen die Rede sei, müsse er sich ja angesprochen fühlen, meinte er, und schloss sich Toni als Duett-Partner an. Weitere Songs im Programm von CITY waren "Glastraum", bei dem sich Nicolaj Gogow und Klaus Selmke an ihren Schlagzeugen duellierten, die Berlin-Hymne "Wand an Wand" mit Unterstützung von Uwe Hassbecker an der Gitarre und als Höhepunkt natürlich "Am Fenster", bei dem sich Uwe Hassbecker und Joro Gogow ein Geigen-Duell der besonderen Art lieferten. CITY bewies auch in Oberhausen mit einer komprimierten Form ihrer Live-Show, was für eine herausragende Kapelle sie ist. Und das werden Euch auch die Konzertbesucher bestätigen können, die nicht wie ich die Fanbrille auf hatten.

g 20180204 1163127927Wir sind wir
Der Abend endete mit einem Finale, bei dem alle Beteiligten - wie schon zu Beginn - die Bühne in Beschlag nahmen. Der Phantasie des Lesers wird in Anbetracht von insgesamt drei (!) Schlagzeugern und fünf Gitarristen nicht viel Spielraum gelassen, was den immensen Druck und die Tiefe der dabei entstandenen Musik betrifft. Das Finale war gleichzeitig auch der Zugabenblock, in dem sowohl die aktuelle ROCK LEGENDEN-Hymne "Wir sind wir" als auch die der vorangegangenen Tournee, "Sternstunden", ihre Plätze fanden. Der definitiv letzte Song war die Coverversion von NENAs "Wunder gescheh'n". Während die Rocklegenden der Künstlerin zu ihrem 40. Bühnenjubiläum mit ihrer Version des Songs in NENAs Show gratulierten, ist sie wohl kein Freund von Dankeschöns bzw. Gegenbesuchen. So müssen die vier Sänger beim Vortrag auf ihrer Tour ohne die Sängerin auskommen. Nicht, dass ich sie in Oberhausen unbedingt gebraucht hätte, kollegial und nur fair wäre ein Gegenbesuch zumindest bei ein paar - wenn schon nicht bei allen - Konzerten der ROCK LEGENDEN-Tour aber doch irgendwie gewesen, oder?

Das Konzert in Oberhausen hat einige Erkenntnisse gebracht. Die wichtigste dürfte wohl sein, dass man sich auch den auf den ersten Blick völlig unmöglich wirkenden Dingen offen gegenüber stellen sollte. Man könnte durchaus auch mal positiv überrascht werden. So im Fall Matthias Reim, der im Programm der ROCK LEGENDEN eine gute Figur gemacht hat. Vielleicht spielt er demnächst auf seinen Konzerten wieder eine etwas schlagereskere Form seiner Lieder, bei seinem Auftritt in Oberhausen hat er sich die Bezeichnung "Rocker" aber auch dank seiner Band ohne Frage verdient. Eine weitere Erkenntnis ist die, dass alle an den ROCK LEGENDEN beteiligten Kapellen immer noch eine ganze Menge Spaß machen. Nicht nur ihre zeitlos schönen und das Publikum immer noch mitreißenden Lieder, sondern insbesondere auch die Art und Weise und mit wie viel Lust auf das gemeinsame Abenteuer sie die Musik präsentieren, dürfte auch dem ärgsten Kritiker eine Menge Respekt abtrotzen. Egal ob KARAT, MASCHINE oder CITY ... sie alle haben es Freitag in Oberhausen geschafft, die innere Wallung des Konzertbesuchers an den Siedepunkt zu bringen. Die Stuhlreihen im Innenraum der Arena waren eigentlich nur zu Dekorationszwecken aufgestellt. Wirklich gebraucht hat sie niemand. Vor der Bühne ging der Punk ab und die Leute feierten ordentlich. Die dritte, allerdings äußerst unschöne Erkenntnis ist aber die, dass es nach dieser Tour mit den ROCK LEGENDEN wohl vorbei sein wird. Vorab sind ja schon ein paar Konzerte abgesagt worden und so wie das am Freitag in Oberhausen aussah, war die Mugge dort aufgrund des doch eher übersichtlichen Interesses der Leute wohl auch nicht weit davon entfernt.h 20180204 1022631247 Woran es liegt, dass die Menschen nur noch schwer anzulocken sind, lässt sich nicht erklären. An der Qualität der Musik und der Bands kann es nicht liegen. Während hier noch handgemachte Musik mit Inhalten in erstklassigem Ton und Bild abgeliefert und von verhältnismäßig wenigen Leuten besucht wird, ist die Masse inzwischen mehr von den rhetorischen und konzertanten Laubsägearbeiten der zahlreichen Comedians und in den Labors der Plattenfirmen entstandenen Retorten-Bands begeistert und suchen deren als Konzerte verkleidete Gruppentherapien in Scharen auf. Ich finde diese Entwicklung erschreckend, habe aber auch keinen Masterplan, wie man das in Schieflage geratene Boot wieder aufrichten kann. Bleibt zu hoffen, dass dies nur eine temporäre Störung ist und sich das Blatt auf kurz oder lang wieder wendet. Für die noch verbleibenden Konzerte der ROCK LEGENDEN kann ich Euch nur meine Empfehlung aussprechen. Dort gibt es SHOW, ROCK und eine Menge Spaß. Hingehen, es könnte die letzte Gelegenheit sein ...




Weitere Termine:
• 10.02.2018 - Erfurt - Messe
• 11.02.2018 - Chemnitz - Arena
• 06.04.2018 - Leipzig - Arena
• 14.04.2018 - Zwickau - Stadthalle
• 28.04.2018 - Nürnberg - Frankenhalle
• 29.04.2018 - Frankfurt/Main - Festhalle
• 19.05.2018 - Kamenz - Hutbergbühne
• 01.06.2018 - Dresden - Freilichtbühne Junge Garde
• 02.06.2018 - Ralswiek/Rügen - Naturbühne
• 08.06.2018 - Schwerin - Freilichtbühne

Alle Angaben ohne Gewähr!



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von KARAT: www.karat-band.com
• Off. Homepage von Matthias Reim: www.matthiasreim.de
• Off. Homepage von Maschine: www.dieter-maschine-birr.de
• Off. Homepage von CITY: www.city-internet.de
• Homepage des Veranstalters Semmel: www.semmel.de
• Homepage der KöPi-Arena in Oberhausen: www.koenig-pilsener-arena.de




Fotostrecke:

 
 
Eröffnung
 
 
 
 


KARAT
 
 
 
 


Matthias Reim & Band
 
 
 
 


Maschine & Band
 
 
 


CITY
 
 
 
 
 
 
 




   
   
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