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Ein Bericht mit Fotos von Patricia Heidrich + Pressematerial (Textillustration)



Um es gleich vorwegzunehmen: Tino Eisbrenner, der Hutaufhabende des illustren Abends beim MUSIK-STATT-KRIEG-KONZERTs, ist es gelungen, ein Füllhorn voll mit bunten Menschen aus vielen Kulturen auf die Bühne zu holen, denen man wünschen möge, Kunst im weiteren Sinne hätte wirklich die Kraft, Kriege auszuhungern - ganz klassisch oder poppig oder wortreich, mal jung und mal etwas erwachsen.b 20180202 1547372145 Am 25. Januar 2018 fanden sich Künstler aus Deutschland, Bulgarien, Chile, Russland und der Ukraine - und auch aus Sachsen - ein, um den Rahmen auszufüllen, den zwei Geburtstage von zwei unangepassten Künstlern vorgaben: der 80. Geburtstag von Wladimir Semjonowitsch Wyssozki und der sich im Februar zum 120. Male jährende Geburtstag von Bertolt Brecht.

Schon das erste MUSIK-STATT-KRIEG-KONZERT im Jahre 2016 hatte sein Zuhause im Russischen Haus in der Friedrichstraße in Berlin. Auch in diesem Jahr fanden sich viele Menschen ein, die meisten aus dem deutsch- und russischsprachigen Raum, um sich dieses Kaleidoskop für ein friedvolles Miteinander nicht entgehen zu lassen. Der Einladung Eisbrenners folgten unter anderem: Barbara Thalheim & Band (D); Natasha Tarasova (RUS); Olga Zalesskaya (BLR); Frank Viehweg (D); Alejandro Soto Lacoste (CHL); Bulgarien Voices Berlin (BGR); Ulrike Gastmann (D); Kids Groove Band (D/RUS/UKR); Sergej Gaponow (RUS) und seine eigene Band, Tino Eisbrenner & Band.

a 20180202 1239597636Das Programm gestaltete sich mehrsprachig, das musikalische oder gelesene Band, gespickt mit russischem Tango, mit Folklore, mit Brecht auf Russisch, mit gemischten Ensemble-Varianten, mit Geschichten aus dem Alltag in schönem sächsischen Akzent, schlängelte sich durch das Haus und die Gäste. Es waren zarte Töne von Frank Viehweg zu hören, der sich neben seinen eigenen Songs auch umfassend der Nachdichtung anderer Barden, auch aus dem osteuropäischen Raum, verschrieben hat, zu hören. Viehweg wohnt eine große Zärtlichkeit inne. Kontrastreich dazu erzählt Barbara Thalheim von ihren Empfindungen darüber, was wer mit wem aus welchem Grund in einem Krieg macht, und was das Internet mit uns veranstaltet. Da kommt Ulrike Gastmann auf die Bühne und erobert den Saal mit ihren Erzählungen aus dem Alltag, teils Schmunzeln zaubernd, teils nachdenklich machend - aber immer so, dass man seinen Frieden schließen kann mit dem Spiegel, den sie uns allen - und sich auch selbst - vorhält. Es ist so herrlich, nicht ganz richtig zu ticken und so herrlich, Spaß an Unvollkommenheit zu haben. Da stehen Jugendliche aus verschiedenen Ländern auf der Bühne und covern bekannte Pop-Songs, und ja, sie dürfen aufgeregter sein als die alten Hasen.

c 20180202 1257017959Auch wenn Mensch mangels ausreichender Vokabelkenntnisse nicht immer alles verstanden hat, so war doch alles fühlbar. Es war fühlbar, wie es sein kann, wenn statt Krieg Neugier aufeinander und Lust am gemeinsamen Leben federführend sind im Lebenslauf und in der Lebensplanung. Wenn es wichtig ist, mit wem man warum seinen Tag verbringt, wenn die Kreativität wichtiger ist als der Konsum. Apropos: Ein Extra-Dank gilt Holger Schade, der Technik und Zeit warmherzig investiert hat, um den Künstlern auf der Bühne eine Wohlfühlzone zu bauen.

Eisbrenner himself hat den Abend moderiert, hat Geschichten zu den Songs erzählt oder zu den Bands. Der abenderöffnende Begrüßungs- und Danksagungsteil wurde sogar von Sofia Eisbrenner simultanübersetzt. Ich weiß nicht genau, ob Wyssozki und Brecht sich gemocht hätten. Aber ich glaube, diesen Abend hätten sie gemocht.




Bitte beachtet auch:
• Homepage des Vereins Musik statt Krieg e.V.: www.musik-statt-krieg.com
• Off. Homepage von Tino Eisbrenner: www.eisbrenner.de
• Homepage des Russischen Hauses in Berlin: www.russisches-haus.de




 
 
 
 
 
 
 
 





   
   
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