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Ein Bericht von Rüdiger Lübeck mit Fotos von Sandy Reichel



Lüül ist 65 geworden. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle auch von uns! Der Tausendsassa hatte an seinem Ehrentag offenbar keine Lust, alleine zu feiern, und so lud er sich Gäste zu einem bunten Feste ein, viele sollten es am Ende werden. Gäste der Sorte Familie, der Sorte Freunde und Nachbarn, der Sorte Kollegen und ja - auch der Sorte uns. Das traditionsreiche Ballhaus Berlin in der Chausseestraße war gerade gut und groß genug dafür, die vielen Gratulanten aufzunehmen.a 20171215 1808235666 Wie der Jubilar später verriet, kam er bei einem seiner seltenen Vorwende-Ostausflüge einmal hierher und fand Gefallen an dem nostalgischen Schuppen mit seinen Tischtelefonen. Lüül beschenkt sich selbst mit diesem Abend, moderiert ihn und führt weitestgehend auch Regie. Ein illustres Programm wird aufgeboten, mit - insgesamt 45 (!) - Künstlern und Weggefährten verschiedener Couleur und Herkunft. Einzige Voraussetzung: ein wie auch immer gearteter Berlin-Bezug sollte schon erkennbar sein.

THE BEEZ geben den Einstand auf der kleinen Bühne, und machen gleich richtig folkloristischen Alarm. Die bezaubernde IRIS ROMEN tendiert sodann gen "Vintage-Pop" am Piano, an selbigem abgelöst von ANDREAS ALBRECHT und anschließend "Brauseboy" THILO BOCK, der das Publikum mit amüsanten Anekdoten aus seinen Büchern vergnügt. MANFRED MAURENBRECHER tut es ihm danach gleich, natürlich musikalisch untermalt. Und eine Delegation des Schöneberger MAULTROMMELSTAMMTISCHes sorgt mit seinen traditionellen Instrumenten für einen fast schon exotischen Farbtupfer, ebenso wie SÖREN BIRKE und GERD CONRADT alias "PREUßISCH BLAU". Sieht und vor allem hört man nicht (mehr) alle Tage. CARSTEN WEGENER indes war Gründungsmitglied und langjähriger Bassist der 17 HIPPIES - sein aktuelles Band-Projekt nennt sich SHMALTZ und kommt aus Malwonia.

Man merkt schon - es geht jetzt Schlag auf Schlag. Dass ANDRÉ HERZBERG an diesem Abend nicht als bloßer "Quotenossi" herhalten muss, beweist der dann doch auffällig lang anhaltende und begeisternde Beifall - im übrigen völlig berechtigt natürlich. Gleiches gilt für die Berliner Akkordeonistin und Weltenbummlerin CATHRIN PFEIFER, die mit Ihrem Arbeitsgerät ausgesprochen feinfühlig umzugehen vermag und ihrer Musik hierdurch eine Spur ergreifender Melancholie verleiht. Großartig! Im Anschluss wird dann wieder (vor-)gelesen, in diesem Falle lustige Taxigeschichten mit einigen Längen von HP DANIELS (gesprochen: "Aitsch-Pie Däniels").

b 20171215 1628214641Nach der Pause legt sich LÜÜL mit seiner Band und u.a. dem "Zickenschulze" (endlich!) selbst ins Zeug. Später wird sich Blueslegende FRANK DIEZ hinzugesellen, sie jammen im Geiste von AGITATION FREE und ASH RA TEMPEL. ELYAS KHAN darf natürlich nicht fehlen - ein begnadeter Künstler, der gelegentlich im Dunstkreis der 17 HIPPIES als Gastmusiker anzutreffen ist und dort nachhaltig auf sich aufmerksam machte. Schade, dass man außerhalb dessen so wenig von ihm zu hören bekommt. KRUISKO indes kennen wir sowohl von eben jenen 17 HIPPIES als auch als Akkordeonist in LÜÜLs Band. Er kann aber auch alleine, und das tut er ganz vortrefflich! Mit Rock-Chansonier KARL NEUKAUF füllt eine abgrundtiefe sonore Stimme den Ballsaal, und mit DANNY DZIUK und DOTA KEHR zwei ganz Große ihres Fachs. Und Liedermacher und Kabarettist SEBASTIAN KRÄMER hat die wunderbare TANJA-MARIA HIRSCHMÜLLER mitgebracht, die ihn am Saxophon begleitet.

Doch dann - es ist inzwischen kurz vor Mitternacht - braut sich etwas zusammen. Vereinzelnd konnten im Laufe des Abends ja schon Hippies im Publikum gesichtet werden. Nun aber kamen sie scheinbar von überall her, alte wie neue, kleine und große. Wie aus dem Nichts sammelt sich urplötzlich ein Wust von Musikern inmitten der Zuschauer und beginnt, zunächst noch etwas zaghaft, Klassiker der 17 HIPPIES anzustimmen.c 20171215 2065646305 Und ja, es sind auch frühere Bandmitglieder dabei, was sogar eine Premiere dergestalt zur Folge hat, als dass alle bisherigen vier Bassisten des Ensembles erstmals gemeinsame Sache machen. Bandleader CHRISTOPHER BLENKINSOP steht inzwischen gemeinsam mit LÜÜL auf einem Tisch inmitten des Zuschauerraumes und übernimmt das Kommando. Von nun an sollte die Post abgehen, und das tut sie sowas von! Der ganze Saal singt, tanzt, bebt. Und wer da vorschnell meint, dass man nicht noch einen Gang hochschalten könne, sollte sich alsbald irren.

Was für eine Party! Was für ein grandioses Finale! Happy Birthday, lieber LÜÜL, und danke für das Geschenk, welches Du uns mit diesem Abend gemacht hast!



Termine:
• 21.12.2017 - Berlin - Art-Stalker (Lüül solo)
• 11.01.2018 - Hannover - Pavillon (Lüül & Band)
• 12.01.2018 - Solingen - Pub Tom Bombadil (Lüül & Band)
• 13.01.2018 - Mengen - Alte Kirche (Lüül & Band)
• 14.01.2018 - Thun - Cafe Mokka (Lüül & Band)
• 17.01.2018 - Berlin - Galerie Premier Etage (Lüül & Thilo Bock)
• 20.01.2018 - Falkensee - Bürgerhaus Finkenkrug (Lüül & Band)
• 27.01.2018 - Berlin - Zimmer 16 (Lüül solo)

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Termine und Infos auf LÜÜLs Homepage.



Bitte beachtet auch:
• Offizielle Homepage von LÜÜL: www.luul.de
• Homepage des "Ballhaus" in Berlin: www.ballhaus-berlin.de






 
 
 
 
 
 
 
 




   
   
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